Maddio's Exkursionen

Eigene Beobachtungen in der freien Natur.
Antworten
Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#1

Beitrag von Maddio » 6. Dezember 2016, 15:27

28.06.2015


In diesem Thema möchte ich von meinen Freiland-Exkursionen berichten.

An diesem Wochenende war ich in einem Gebiet im westlichen Münsterland nahe der niederländischen Grenze mit dem Fahrrad unterwegs. Grundsätzlich ist das Land hier ausnahmslos flach und gut geeignet für ausgedehnte Radtouren. Der Konstantinforst und die Dingdener Heide bilden hier eine glückliche Ausnahme. Von meinem Radsport begeisterten Bruder liebevoll als die Dingdener Alpen bezeichnet, wird der verwöhnte Münsterländer hier mit den enormen Höhenunterschieden von wenigen dutzend Metern konfrontiert.


1.jpg


So gering die Steigungen auch sein mögen, es gibt sonnenexponierte Hänge und damit geeignete Habitate für viele Ameisenarten. Bei schwül-warmen Wetter bestieg ich also mein Rad um mich auf die abenteuerliche Suche zu begeben.


Konstantinforst
Konstantinforst


Gleich bei meiner Ankunft liefen mir zwei sozialparasitäre Lasiusköniginnen über den Weg:

Lasius fuliginosus
Lasius fuliginosus


Chthonolasius sp. (leider unscharf)
Chthonolasius sp. (leider unscharf)


Wenige Meter später nahm ich einen vertrauten Geruch wahr: Es roch nach Lasius fuliginosus, bzw. deren Mandibeldrüsensekret (Dendrolasin und Undecan). Der Geruch war sehr intensiv und als ich zu meinen Füßen sah, entdeckte ich ein großes Gewimmel. Bei genauerem Hinsehen war eine Auseinandersetzung zwischen Lasius fuliginosus und Myrmica sp. zu erkennen:

Ort der Auseinandersetzung
Ort der Auseinandersetzung


Kampfgeschehen
Kampfgeschehen


Kampfgeschehen
Kampfgeschehen


Myrmica sp. mit Larve
Myrmica sp. mit Larve


Myrmica sp. mit Puppe
Myrmica sp. mit Puppe


Lasius fuliginosus an einem Baum in der Nähe der Auseinandersetzung. Links oben wird eine Puppe transportiert.
Lasius fuliginosus an einem Baum in der Nähe der Auseinandersetzung. Links oben wird eine Puppe transportiert.


Die Myrmica sp. trugen unaufgeregt verschiedene Brutstadien in Richtung Nesthügel und wurden dabei immer wieder von Lasius fuliginosus attackiert. Die Angegriffenen verhielten sich passiv und ließen die Aggressionen über sich ergehen, nur um danach unbehelligt und scheinbar unbeeinträchtigt, ihren Weg zu gehen. So richtig schlau wurde ich nicht aus dem Schauspiel, welches sich vor meinen Augen abspielte. Interessant wäre es zu wissen, woher die Brut stammte, die transportiert wurde. Immerhin handelte es sich um Nacktpuppen, was auf Myrmica sp. hindeutete. Aber auch Serviformica und Raptiformica bilden immer wieder Nacktpuppen aus, so dass auch diese Arten in Frage kommen.

Hier kann diskutiert werden:
Diskussionsthread
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 12):
Diffeomorphismusblackbird1DineriaSajikiiMoudebouhoubenaiErneSir JoeYggdrasil16Motokosworld und 2 weitere Benutzer

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#2

Beitrag von Maddio » 6. Dezember 2016, 15:49

28.06.2015 (Fortsetzung)


Blutrote Raubameise

Gegen Abend kehrte ich wieder zurück, mit der Absicht nach weiteren Königinnen Ausschau zu halten. Nur wenige Meter hinter dem Ort der Auseinandersetzung konnte ich viele große Formica-Arbeiterinnen erkennen. Ich traute meinen Augen nicht: Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich Zeuge eines Raubzuges der Raptiformica. Zwar konnte ich zwischen den Heidegewächsen und Moosbulten weder Ziel- noch Ausgangsnest ausfindig machen, aber die beutetransportierenden Raubameisen bei ihrem kriegerischen Handwerk zu beobachten war eine wahre Freude.


Hier hat der Raubzug stattgefunden
Hier hat der Raubzug stattgefunden


Arbeiterin mit Puppe
Arbeiterin mit Puppe


Arbeiterin mit Geschlechtstierpuppe
Arbeiterin mit Geschlechtstierpuppe


Eine ungewöhnlich groß erscheinende Raubameise erregte meine Aufmerksamkeit. Sie kletterte auf Grashalme und versuchte so hoch wie möglich zu kommen. Beim Fotografieren fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es ist eine Königin die den Raubzug begleitet in der Hoffnung eine Kolonie zu gründen oder zumindest einige Serviformica-Puppen zu erbeuten.


Sehr agil bewegte sie sich und machte alle meine Bemühungen sie abzulichten zunichte
Sehr agil bewegte sie sich und machte alle meine Bemühungen sie abzulichten zunichte


Ich sammelte die Königin ein. Von meiner Serviformica-Kolonie habe ich ein paar Puppen abgezweigt, und sie auf diese Weise erfolgreich gründen lassen. Nach einmaliger Überwinterung und dem Schlüpfen erster Raptiformica-Arbeiterinnen, habe ich die Kolonie an einen Halter hier aus dem Forum weitergegeben (Anmerkung vom 06.12.2016).


Dingdener Heide

Übergangslos schließt das Naturschutzgebiet Dingdener Heide an den Konstantinforst an. Hier kann man stets tolle Entdeckungen machen.


Krötenweiher
Krötenweiher


6.jpg


7.jpg


Spinne erbeutet Fliege
Spinne erbeutet Fliege


Nesteingang von Lasius sp.
Nesteingang von Lasius sp.


Nesteingang von Myrmica sp.
Nesteingang von Myrmica sp.


Hier kann diskutiert werden:
Diskussionsthread
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 12):
DiffeomorphismusDineriaSajikiiMoudebouhoubenaimarklantErneSir JoeYggdrasil16Motokosworld und 2 weitere Benutzer

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#3

Beitrag von Maddio » 6. Dezember 2016, 15:53

10.07.2015


Manchmal reicht es aus, die Terrassentür zu öffnen und einen Schritt nach draussen zu machen. So durfte ich vor einigen Tagen einen Schwarmflug von Lasius cf. niger beobachten.


1.jpg


2.jpg


Neue Männer braucht das Land xD
Neue Männer braucht das Land xD


Hier kann diskutiert werden:
Diskussionsthread
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 7):
DiffeomorphismusSajikiiMoudebouhouErneMotokosworldBot69GrANTed

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#4

Beitrag von Maddio » 6. Dezember 2016, 16:05

05.06.2016


Lasius niger greift an


Lasius niger ist als aggressive Ameisenart bekannt. Ihrem Ruf wurde sie heute gerecht, als ich sie dabei beobachten konnte, wie sie im Garten einen regelrechten Vernichtungsfeldzug gegen zwei benachbarte Nester geführt hat, die sich in einer Entfernung von etwa einem Meter zum Lasius niger Nest befinden.

Der Hauptangriff war meinen Beobachtungen nach zu urteilen gegen Myrmica cf. rubra gerichtet, wobei Lasius flavus zwischen die Fronten geraten ist, und bei der Gelegenheit gleich mitangegriffen wurde.

Eine Heeresstraße, auf der ständig Verstärkung anrückte, führte gut sichtbar vom Lasius niger-Nest ins Kampfgebiet. Kaum sind sie dort einer feindlichen Ameise begegnet, so wurde diese ohne zu zögern festgehalten:

1.jpg


2.jpg


Einige Myrmica suchten ihr Heil in der Flucht. Dazu kletterten sie auf Grashalme:

3.jpg


Eine Myrmica-Arbeiterin schien erfolgreich bei dem Versuch zu sein, etwas Brut in Sicherheit zu bringen:

4.jpg


Andere waren nicht so glücklich, wurden sie einmal fixiert, gab es keine Hoffnung mehr gegen die Übermacht der Wegameisen:

5.jpg


6.jpg


Doch auch die Angreifer hatten Verluste zu beklagen:

7.jpg


Im Kampfgebiet schienen die Lasius niger zu graben, vermutlich um den Nesteingang zu finden. Erst bei der Sortierung der Fotos ist mir aufgefallen, dass der Boden mit toten Lasius flavus übersät ist:

8.jpg


Etwa eine Viertelstunde später war der Nesteingang der Myrmica scheinbar gefunden, und es bildete sich ein lokal begrenztes "Schlachtgetümmel":

9.jpg


10.jpg


Ich war wie gebannt von der Effizienz und Brutalität der schwarzen Wegameisen. Sie kooperierten sehr gut indem einige Arbeiterinnen die Opfer fixierten und streckten, während andere dazu kamen und die Opfer mit Säure bespritzten und Körperteile abtrennten. Ich bin darauf gespannt ob die Myrmica sich von diesem Angriff erholen werden, oder ob ich sie nun selten bis gar nicht mehr im Garten zu sehen bekomme (es gibt nur ein Nest).

Hier kann diskutiert werden:
Diskussionsthread
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 8):
DiffeomorphismusSajikiiMoudebouhoubenaiErneMotokosworldBot69GrANTed

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#5

Beitrag von Maddio » 23. Juli 2017, 11:57

Diese Woche war ich zweimal in unseren Wäldern unterwegs. Anfang der Woche gab es in NRW zunächst bestes Heuwetter, d.h. schwülefreies Hochsommerwetter. Mitte der Woche dominierte dann drückendes Wetter mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, perfektes Ameisenwetter also :D.

Nun bin ich keine Ameise, und der erste Ausflug bei trockener Hitze war deutlich angenehmer, jedoch gab es dort bei weitem nicht so viel zu sehen. Beim zweiten Ausflug hat sich die Schwüle bemerkbar gemacht, und mit ihr sind ganze Schwärme von Bremsen und großen Waldmücken auf den Plan getreten. Ich war zeitweise in eine Wolke von bis zu zehn Bremsen gehüllt. Erstaunlicherweise wurde ich nicht einmal gestochen :huh:. Ich habe die lästigen Fluginsekten immer landen lassen und sie dann kaputt geschlagen :darthmaul:. Außerdem habe ich versucht mich immer wieder zu bewegen, so dass sie stets wieder aufgeflogen sind. Muss von einiger Entfernung leicht bescheuert ausgesehen haben, aber das war es wert ;).

Ich war wieder im stadtnahen Konstantinforst unterweges, welcher, geologisch den oberen Rheinterassen zugehörig, eine der wenigen nenneswerten Erhebungen in der Umgebung zu bieten hat.

Hier ein paar Fotos aus dem Habitat:

Habitat1.jpg

Habitat2.jpg


Habitat3.jpg


Die südwarts ausgerichteten Hänge sind sehr beliebt bei wärmeliebenden Insekten, und solche Habitate sind in der Umgebung eher selten. Da auch unsere Erdwespen (Vespula germanica und Vespula vulgaris) zu diesen Insekten gehören, ist hier stets eine gewisse Vorsicht geboten. Ich bin bereits mehrfach auf Wespennester gestoßen, welche ich erst im allerletzten Moment entdeckt habe.


Erster Besuch


Beim ersten Besuch diese Woche habe ich die Überreste einer Blindschleiche gefunden:

Blindschleiche.jpg

Von diesen wusste ich auch noch nicht, dass sie hier vorkommen. Ein interresanter Fund.

Sonst gab es an diesem Tag relativ wenig zu entdecken. Hier und da habe ich ein paar bekannte Nester besucht, und einige wenige fouragierende Arbeiterinnen gesehen, aber nichts ungewöhnliches und die Aktivität hielt sich sehr in Grenzen.
Ich habe noch ein Nest von Lasius s. str. unter einem großen Stein gefunden, und da sie mir ihre Kokonpuppen massenweise präsentiert haben, konnte ich nicht widerstehen und habe eine geringe Anzahl mitgenommen, als Unterstützungseinheit für meinen Chthonolasius-Gründungsversuch. Das hatten sie nicht gern, und verteidigten sich bis aufs Blut. So habe ich sie dann auch schnell wieder in Ruhe gelassen.

IMG_20170719_212011461.jpg


Zweiter Besuch


Beim zweiten Besuch war ich u.a. am selben Ort, aber es hätte nicht unterschiedlicher sein können. Nun war es ausgeprägt schwül, und als ich wenige Meter nach der Ankunft zurückgelegt hatte, begrüßte mich eine dealate Königin von Chthonolasius sp.:

ChthonlasiusQueen.jpg

"Das fängt ja gut an" dachte ich mir und unsere Wege trennten sich. Ich erinnerte mich daran, dass ich letztes Jahr hier die Königin für meinen Gründungsversuch gefunden habe. Scheint ein guter Standort zu sein, um zuverlässig Königinnen der Schattenameisen zu sammeln.

Dies wurde durch eine zweite, alate Königin bestätigt:

ChthonlasiusQueenAlate2.jpg

Sie sind sehr flott unterwegs und halten auch kaum inne, so dass sie sehr schwer zu fotografieren sind.

Bei der weiteren Erkundung habe ich dann festgestellt, dass es in dem Habitat scheinbar überall Nester von Chthonolasius gibt. Ich habe dort schon öfter gelbe Ameisenarten gefunden, aber sie leben ja eher versteckt und ich kann ihre Arbeiterinnen auch nicht von Lasius flavus unterscheiden. Nun hatten sie aber ihre Nesteingänge zur Oberfläche geöffnet, und anhand der Geschlechtstiere war klar, dass es Schattenameisen sind und keine Wiesenameisen.

Hier habe ich einen solchen Nesteingang filmen können:



Das Schwärmen der Schattenameisen blieb jedoch nicht unbemerkt, und ich konnte einen Angriff von Formica (Raptiformica) sanguinea auf die Nesteingänge eines solchen Nests beobachten. Zunächst sind mir nur die vielen Raubameisen an der Oberfläche aufgefallen. Erst beim genauen Hinsehen wurde dann offensichtlich - hier ist eine Schlacht im Gange! Die geöffneten Nesteingänge wurden den Schattenameisen nun zum Verhängnis, denn wenn sie groß genug sind für die eigenen Königinnen, dann passt auch eine Raubameise hindurch. So konnte ich beobachten, wie die viel größeren Raubameisen immer wieder in die Nesteingänge eingedrungen sind, und versucht haben die gelben Arbeiterinnen an die Oberfläche zu ziehen, wo sie dann schutzlos waren und einer Übermacht von Raubameisen gegenüber standen. Manchmal konnten sie sich ins Unterholz retten, oft wurden sie aber als Beute abtransportiert.

Das Geschehen hat mich in höchster Weise fasziniert und ich habe drei Videos von dem Geschehen machen können:







Diskussionsthread

LG Maddio
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 8):
ErneKalinovaSpinoantChris QuinnUnkerichtrailandstreetBot69GrANTed

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#6

Beitrag von Maddio » 8. Mai 2018, 19:44

Exkursion zum Schwarzen Wasser

Am vergangenen Wochenende habe ich gemeinsam mit meinem Bruder eine Exkursion zum Naturschutzgebiet Schwarzes Wasser im Kreis Wesel gemacht.

Mein Bruder war zuletzt häufiger dort unterwegs, und hat von dem Artenreichtum geschwärmt. Bei bestem Wetter sind wir dann am Sonntagvormittag aufgebrochen. Es sollte sich in vielerlei Hinsicht lohnen :)

Ich konnte mich noch rudimentär an den Ort erinnern, da er früher schonmal das Ziel einer Radtour war. Ich konnte mich an Waldameisen und einen See erinnern. Das ist soweit schon eine gute Kombination. Meine Erinnerungen sollten aber übertroffen werden. Es ist einfach nur paradiesisch dort. Und es gibt abwechslungsreiche Habitate zu entdecken. Sicherlich war das nicht unser letzter Besuch dort.

Nun aber genug der Vorrede. Im folgenden mein Foto- und Videobericht. Ich habe eine neue Kamera, und bin damit noch etwas am üben. Leider sind nicht alle Aufnahmen von Insekten scharf geworden. Dies bitte ich zu entschuldigen.



Eintauchen in eine andere Welt

Vom Parkplatz kommend folgten wir einem Waldweg der sich Richtung Schwarzes Wasser schlängelt. Bald tauchte zu unserer linken eine Wiese mit einer interessanten Hügelstruktur auf:

Hügelwiese.JPG


An einem der Bäume, die den Waldweg säumen, konnten wir eine Kolonie Lasius fuliginosus ausmachen.

fuli.JPG


Auch Lasius fuliginosus ernähren sich phasenweise ausgeprägt zoophag.
Auch Lasius fuliginosus ernähren sich phasenweise ausgeprägt zoophag.


Das war ein toller Vorgeschmack auf alles was noch kommen sollte. Wenige Windungen später hat sich dann der Blick auf den See vor uns aufgetan. Bei blauem Himmel war es wirklich ein atemberaubender Anblick, so wild und naturbelassen. Im folgenden einige Fotos des Habitats.

Habitat1.JPG


Habitat2.JPG


Naturschutz.JPG


Einige Meter weiter haben wir den ersten Waldameisenhügel gefunden:

Hügel.JPG


Die Waldameisen scheinen im gesamten Gebiet allgegenwärtig zu sein, überall sind sie zugegen, wenn man zu Boden blickt, und schleppen fleißig Beute Richtung Nest. Mit ein paar Tropfen Honig habe ich zum Fototermin überreden können:

Waldameisen1.JPG


Waldameisen2.JPG


Auch eine Königin der Waldameisen zeigte sich:

Königin.JPG


Auf Artebene gehe ich davon aus, dass es sich bei den Waldameisen im Gebiet größtenteils um Formica polyctena handelt, auch die Hybridform F. polyctena x rufa kann ich nicht ausschließen. Ich vermute F. polyctena wegen der vielen Zweignester, vielen recht kleinen Arbeiterinnen und auch der eher gedrungenen und kleinen Königin. Wenn ihr andere Arten für wahrscheinlicher haltet, bitte schreibt es mir.

Weiter geht es zum Froschteich, der getrennt vom See liegt.

Froschteich.JPG


Man konnte vom Ufer aus viele Frösche sehen, aber vor allem auch hören. Um euch einen Eindruck von dem Radau zu vermitteln, hier ein kleines Video:



Unseren Weg fortsetzend, sind wir auf eines der Highlights unserer Exkursion gestoßen. Mein Bruder hat im Gebüsch eine Eidechse entdeckt, ein wirklich seltener Anblick in unseren Breiten:

Eidechse.JPG


Das Habitat sollte sich noch einmal ändern, und plötzlich fanden wir uns in einer Trockenheide wieder:

Trockenheide.JPG


Die Sonne brannte hier unerbittlich auf uns herunter. Wir konnten viele solitär lebende Wespen und Bienen beobachten. Und ein anderer prominenter Bewohner: Der Sandläufer. Diese Laufkäferart ist mangels solcher Flächen nur noch selten zu beobachten, und wir hatten das besondere Glück sie bei der Paarung zu fotografieren. Zu meiner Schande ist das Foto unscharf geworden, was wirklich schade ist :(

SandläuferPaarung.JPG


Mein Bruder hat noch ein paar scharfe Fotos von einzelnen Sandläufern machen können, die ich sehr bald nachreichen werde.

Interessanterweise findet sich auch in der Trockenheide ein Waldameisennest. Es ist direkt in einem der Zaunpfähle, die den Weg säumen. Ich habe ein paar Fliegenmaden mitgehabt und sie direkt vor dem Hügel verfüttert und ein kleines Video davon gemacht: :starwars:



Aus der Sonne fliehend, verließen wir die Trockenheide und betraten den nächsten Wald. Dort bot sich erneut ein seltenes Schauspiel. Es raschelte kräftig im Gebüsch neben dem Weg. Mein Bruder wusste sofort, wer oder was sich hinter den Geräsuchen verbirgt. Eine Blindschleiche! Moment, es waren sogar zwei :confused:

Mein Bruder meinte, sie kämpfen wohl, worauf ich zustimmte aber anmerkte, dass es bei diesem "Kampf" wohl keinen Verlierer geben würde ;) :D

Wir wollten sie dann auch nicht weiter beim Liebesspiel stören, zumal sie sich unter einer Laubschicht vor neugierigen Blicken und Fotografen versteckten.

Unser Rundweg fand dann langsam sein Ende, nicht aber ohne dass uns noch ein blau-grün metallisch schimmernder Rosskäfer die Ehre erwies:

Rosskäfer.JPG


Ja, und das war dann der Bericht über unsere Exkursion zum Schwarzen Wasser :)

Diskussionsthread

LG Maddio
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 4):
KalinovaUnkerichErneDameise

Benutzeravatar
Maddio

User des Monats April 2017 User des Monats April 2019
Fortgeschrittener Halter
Beiträge: 2006
Registriert: 15. März 2007, 10:35
Auszeichnung: 2
Hat sich bedankt: 3207 Mal
Danksagung erhalten: 2010 Mal

#7

Beitrag von Maddio » 17. Mai 2018, 13:52

Wie versprochen, möchte ich nun die Fotos nachreichen, welche meinem Bruder vom Sandläufer und von der Eidechse gelungen sind.

Sandläufer3.jpg


Hier ist gut zu erkennen, wie der Sandläufer seine Beine durchdrückt, um seinen Körper möglichst weit vom heißen Sand abzuheben.
Hier ist gut zu erkennen, wie der Sandläufer seine Beine durchdrückt, um seinen Körper möglichst weit vom heißen Sand abzuheben.


Sandläufer1.jpg


Die Eidechse ist gut getarnt...
Die Eidechse ist gut getarnt...


LG Maddio
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Maddio für den Beitrag (Insgesamt 2):
DameiseUser3165

Antworten

Zurück zu „Beobachtungen im Freiland“