Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Unterfamilie: Myrmicinae

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 29. November, 2017, 20:28

Was ist geworden?

Sie haben sich gut eingelebt, im neuen jetzt noch überreichlich großen Nest, die mittleren Kammern bezogen.

Messor barbarus 29.11.2017_1.jpg

Das allerdings nicht ohne Grund, darüber liegt die Heizfolie.
Die ersten Tage nach dem Umzug hat ihre Außenaktivität deutlich sichtbar abgenommen.
Mir kam schon der Gedanke, es könnte mit der Winterruhe losgehen.
Mit dieser muss bei Messor barbarus immer gerechnet werden, auch bei durchgehender warmer Haltung und guter Futterversorgung.
Fehlen allerdings die Anreize für eine Winterruhe (Temperaturabsenkung zur passenden Zeit),
kann sich die Zeit, bis sie von selber eine Winterruhe anfangen, deutlich verzögern, mitunter mehr als 1 Jahr.
Das kann in der Haltung durchaus im Sommer sein.
Mittlerweile sind sie wieder munter in der Arena am Ackern, so dass ich mir erstmal keine weiteren Gedanken machen brauche.

Noch ein paar Anmerkungen zum Umzug.
Wie schon geschrieben, ihr neues Nest ist um einiges größer, ein Bild zum Vergleich.

Messor barbarus 29.11.2017_2.jpg

Momentan sieht es so aus, als hätte ich mir den Bau des Holznestblockes verkneifen können.
Das Teil interessiert sie nicht im Geringsten.
Wenn das so bleibt, kann ich mir schon mal überlegen, wie ich den austausche.
Na ja erst mal abwarten, mit einer Bevölkerungszunahme ist vieles möglich.

Sie sind umgezogen ohne Zwangsmaßnahmen wie Heizung abstellen und neues Nest beheizen.
Auch die Nestfeuchte wurde nicht verändert.
Entfernen der Nestabdunkelung gab es auch nicht.
Gleiches Nestmaterial.
Beide Nester wurden/werden mit gleichen Heizfolien (Fabrikat, Abmessungen, Leistung) beheizt.
Im alten Nest könnte die Temperatur sogar höher gewesen sein, weniger Nestraum, flachere Kammern.
Die Heizfolie ist direkt in die Nestabdeckung (1cm Styropor, 5 mm Sperrholz) integriert/eingebaut.

Messor barbarus Heizung.jpg

Bringt den Vorteil, dass nach dem Abheben der Abdeckung, gleich freie Sicht vorhanden ist.
Ohne Erschütterungen abgenommen werden kann, das ist wichtig, sonst gibt es Chaos im Nest.
Allerdings ein Drama ist das auch nicht, sie beruhigen sich schnell wieder und irgendwelche negative Auswirkungen, für mich nicht sichtbar.
Die wohl auch nicht nachweislich beobachtet werden könnten.

Die Folie liegt somit direkt auf der Nestabdeckung auf, das bringt Wärme von oben.
Was ich allerdings nicht als Vorteil sehe, für mich ist es den Ameisen egal woher die Wärme kommt, Hauptsache die Temperatur passt.
Was von Vorteil ist, Styropor und Sperrholz schaffen eine brauchbare Wärmedämmung und das spart viel Energie.

Möchte mit einen Bild schließen, das jeden Ameisenhalter in seiner Haltung erfreuen dürfte.

Messor barbarus 29.11.2017_3.jpg

Grüße Wolfgang

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Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 7. Dezember, 2017, 11:33

Das sie sich gut weiter entwickeln, kann ich nicht schreiben

Zwei Probleme sind zu beobachten, wobei eines eher ein mehrwürdiges Verhalten ist.

Es gibt eine höhere Anzahl an Todesfällen, die ich bei dem derzeitigen Alter der meisten Arbeiterinnen noch nie beobachten konnte.
Ursachenforschung, bis jetzt ergebnislos.
Muss schauen wie sich das weiter entwickelt.

Zu der Merkwürdigkeit komme ich später, dafür muss weiter ausgeholt werden.

Jetzt erst einmal zu den erfreulichen Dingen.

Sie ziehen weiterhin viel Nachwuchs auf, was die Todesfälle weit mehr als ausgleicht.

Messor barbarus 06.12.2017-3.jpg

Täglich schlüpfen unzählige neue Ameisen.


Ist das nicht ein schöner „Kerl“?
Wobei Kerl nur als nette Umschreibung zu sehen ist, alle Arbeiterinnen sind wie bekanntlich weiblich, auch die großen Majoren.

Ihre Insektenannahme ist weiterhin hoch, alles was rumliegt, noch frisch ist, können sie gebrauchen.
Fliegen nehmen sie besonders gern.

Messor barbarus an Fliege.jpg

Was sie damit anstellen, nachdem sie diese ins Nest geschleppt haben, schaut selber.



Selbst jüngere, noch nicht ausgefärbte Arbeiterinnen sind interessiert.

Was auch sichtbar wird, nicht alle Majorarbeiterinnen haben deutlich rot gefärbte Köpfe.
Es gibt auch solche wo die Rotfärbung kaum ausgeprägt ist.
Als Möglichkeit ziehe ich dafür ein unterschiedliches Alter in Betracht.
Nachprüfen konnte ich das allerdings nicht.

Grüße Wolfgang

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