Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Diskussions- und Frageforum für bestehende Haltungserfahrungen.

Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 12. März, 2017, 00:13

Messor barbarus, die haben was!

Möchte mit Euch plaudern, Eure Erfahrungen abgreifen, ein wenig diskutieren.
Etwas mehr Konkretes zur Haltung von Messor barbarus zu erarbeiten.

Für mich ein Weg, um Einsteigern, nicht nur Verallgemeinertes, so wie es in den Foren nach zu lesen ist, an zu bieten.
Hoffe auf Eure Mitarbeit und biete meinen Haltungsbericht an, um für die Haltung von Messor barbarus neuere Informationen anbieten zu können.

Ameisen die mit ein wenig Führsorge richtig Freude machen können, sich gut entwickeln.
Irgendwie, jedenfalls für mich, gibt es Informationen die nicht immer passen können.


Meine Infos Messor barbarus

Grüße Wolfgang

Folgende Benutzer bedanken sich beim Autor Erne für den Beitrag:
Neurotoxin
Benutzeravatar
Erne
Admin
 

Beiträge: 1828
Bilder: 248
Registriert: 18. April, 2014, 11:00
Hat sich bedankt: 2521 mal
Danke bekommen: 1940 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon trailandstreet » 12. März, 2017, 23:31

Ich hab mir ja meine damals zugelegt, weil es eine Art ist, die man gut auch mal ein paar Wochen alleine lassen kann, ohne dass ihnen gleich das Futter ausgeht. So gesehen schon eine weniger genügsame, aber gut mit Vorräten zurechtkommende Art.

Was natürlich auch für sie spricht, ist dass sie schon sehr anspruchslos in Sachen Technik sind und auch keine wirklich kalte Überwinterung brauchen, wie man es von den einheimischen kennt. Sowas hat ja auch nicht jeder, gerade wenn man vielleicht in einer kleinen Mietswohnung lebt. Obwohl ich schon finde, dass man sie nicht zu warm überwintern sollte.
Ansonsten kommen sie auch gut mit den sommerlichen Temperaturen in den Wohnungen zurecht, die unseren Arten oft wohl schon zu warm sein dürften.

Ihre Tapsigkeit und doch geringere Kletterfähigkeit gerade gegenüber einer Lasius macht es natürlich auch sehr einfach, sie im Becken zu halten, ohne groß den Ausbruchschutz laufend erneuern zu müssen.

Folgende Benutzer bedanken sich beim Autor trailandstreet für den Beitrag:
Erne
Benutzeravatar
trailandstreet
Fortgeschrittener Halter
 

Beiträge: 3126
Registriert: 21. August, 2013, 13:48
Wohnort: Sammaskiara
Hat sich bedankt: 962 mal
Danke bekommen: 904 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Diffeomorphismus » 23. März, 2017, 17:48

Moin,

ich finde es recht interessant, dass bei dieser Art oft von der schlechten Kletterfähigkeit an Glas gesprochen wird. Sicherlich gibt es Arten, die sich dabei geschickter anstellen, aber die Ameisen meiner Messor barbarus-Kolonie klettern ohne Probleme an Glas hoch und laufen auch kopfüber am Glasdeckel. Ich habe eher das Gefühl, dass sie es nicht wirklich gerne machen, da überwiegend am Boden fouragiert wird.

Aber vielleicht gibt es diesbezüglich ja auch innerhalb der Art Unterschiede?

Ansonsten kann ich Ernes Ausführungen nur zustimmen: Diese Art ist wirklich extrem pflegeleicht und die Haltung macht richtig Spaß. Meine Kolonie mit mehreren hundert Arbeiterinnen, die nach der WR gerade in ihr drittes Jahr startet, ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen; obwohl ich anfänglich dieser Gattung gegenüber etwas skeptisch war, da ich sie als eher langweilig empfunden habe. Aber ein befreundeter Halter hat mich dann überzeugt, dass eigentlich jeder Ameisenhalter eine Messor-Kolonie halten sollte (Liebe Grüße an Colophonius ;) ).

Freue mich schon auf einen regen Austausch über diese Art bzw. diese Gattung im Allgemeinen.

Liebe Grüße,
Diffeomorphismus

Folgende Benutzer bedanken sich beim Autor Diffeomorphismus für die Beiträge (total 2):
NeurotoxinErne
Benutzeravatar
Diffeomorphismus
Halter
 

Beiträge: 865
Registriert: 28. September, 2013, 20:56
Auszeichnungen: 1
Bild_Video (1)
Hat sich bedankt: 847 mal
Danke bekommen: 986 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Wuozup » 23. März, 2017, 20:49

Wie machst du das mit der Heizmatte?

Schaltest du die über Nacht aus?

Meine Messor lungern nämlich fast ausschließlich rum... (ohne Eier)
Wuozup
Einsteiger
 

Beiträge: 36
Registriert: 20. April, 2016, 09:53
Hat sich bedankt: 14 mal
Danke bekommen: 8 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Erne » 23. März, 2017, 21:49

Danke Diffe für die Ergänzung im Bezug „Laufen auf Glas“.
Ist von mir unpräzise geschrieben, mir ging es hauptsächlich nur um die Transportschwierigkeiten, die diese Ameisen bekommen können, wenn sie z. B. Körner hochschleppen müssen.
Zu Ausbruchssicherungen und wie Glas da wirkt, komme ich später.
Meine Kolonie mit mehreren hundert Arbeiterinnen, die nach der WR gerade in ihr drittes Jahr startet, ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen

Der Satz hätte auch von mir sein können.
Gibt heute viele andere Arten der Gattung Messor, die sich für mich in der Haltung nicht wesentlich unterscheiden.
Irgendwie bin ich immer wieder auf Messor barbarus zurückgekommen.

Heizfolien setze ich nur noch punktuell im Nestbereich ein, unter Verwendung kleiner, schwacher Folien, die durchgehend heizen.
Heizfolien.jpg

Diese werden ausschließlich von oben auf die Nestabdeckung gelegt oder bei stehenden Nestern seitlich an die Abdeckscheibe.
Dadurch wird wenig Energie benötigt und die Abdeckscheibe überwiegend frei von Kondenswasser gehalten.
Mit unter dem Nest angebrachten Heizungen bin ich nie so richtig zufrieden gewesen.
Bei meiner leichten Nestbefeuchtung und Heizung unter dem Nest, wäre da bald nichts mehr richtig zu sehen.
Den Ansatz von einigen Haltern, das Messor barbarus ganz ohne Nestbefeuchtung gehalten werden können, kann ich nicht folgen.
Möglicherweise ist das machbar, richtig zügige Entwicklungen habe, zumindest ich, damit nicht hinbekommen.

Der Arenabereich wird durch die Beleuchtung erwärmt.
Muss allerdings dazu schreiben, dass die Raumtemperatur nicht unter 24°C liegt und daher wenig zusätzliche Wärme gebraucht wird.

Das keine Eier gelegt werden, kann viele Gründe haben und ist nicht unbedingt auf Heizfolien zurück zu führen.

Grüße Wolfgang

Folgende Benutzer bedanken sich beim Autor Erne für den Beitrag:
Yggdrasil16
Benutzeravatar
Erne
Admin
 

Beiträge: 1828
Bilder: 248
Registriert: 18. April, 2014, 11:00
Hat sich bedankt: 2521 mal
Danke bekommen: 1940 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon trailandstreet » 23. März, 2017, 22:53

Was das laufen auf Glas angeht, da seh ich ab und zu welche, hauptsächlich die Minor, die schon mindestens halb die Scheibe hochkrabbeln.
Ein Aspekt ist wohl zum einen die Besiedelungsdichte des Formikariums und auch die Verfügbarkeit von Futter in der Arena.
Wenn sie "müssen", können sie schon, sie tun es nur nicht, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist.
Andere Arten, wie schon Lasius niger rennen auch nur so an den Scheiben und auch unter dem Deckel rum, wenn nicht die Beschichtung gerade frisch ist.

Folgende Benutzer bedanken sich beim Autor trailandstreet für den Beitrag:
Erne
Benutzeravatar
trailandstreet
Fortgeschrittener Halter
 

Beiträge: 3126
Registriert: 21. August, 2013, 13:48
Wohnort: Sammaskiara
Hat sich bedankt: 962 mal
Danke bekommen: 904 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon ANTniklas » 25. März, 2017, 09:18

Ich halte meine Messor barbarus seit Februar (länger habe ich sie nicht) ohne Heizmatte, ich machte mir erst sorgen, dass die Königin keine Eier legt allerdings erwies sich diese Befürchtung als falsch. Ich konnte nun vor ein paar Tagen einen kleinen Eierhaufen erkennen (~15 Eier ungefähr).
Wie gesagt ohne Heizmatte.
Gruß

Gesendet von meinem XT1068 mit Tapatalk
ANTniklas
Einsteiger
 

Beiträge: 16
Registriert: 4. Februar, 2017, 19:03
Hat sich bedankt: 6 mal
Danke bekommen: 5 mal

Re: Messor barbarus aus Sicht eines Halters

Beitragvon Yggdrasil16 » 25. März, 2017, 10:03

Die Heizmatte von oben draufzulegen, darauf bin ich auch noch nicht gekommen!

Ich habe meine barbarus anfänglich auch ohne Heizmatte gehalten.Seit ich mich dann doch durchgerungen habe eine zu installieren explodiert meine Kolonie, auch die Aktivität ist extrem gestiegen!Man kann diese Art ohne Beheizung halten, aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen das die Entwicklung der Kolonie dadurch stark beeinträchtigt ist!
Ähnliches habe ich im Bezug auf die Kletterfähigkeit dieser Art beobachtet.Anfänglich mussten meine Damen einen Ast erklimmen um in Ihr Nest zu gelangen, seit ich den Eingang zugänglicher gemacht habe herrscht ein reger Verkehr und durch bessere Versorgung ebenfalls ein besseres Wachstum!Anhand meiner Beobachtung kann ich deren Tollpatschigkeit nur unterschreiben(Dabei wird Plexi und Glas stets gemieden!).

Auffällig finde ich bei Messor barbarus zudem die rege Umgestaltung Ihrer Umwelt.Kein Stein bleibt auf dem anderen liegen!Meine anderen Kolonien sind zwar auch fleißig dabei, jedoch sind die barbarus Mädels mit Abstand die größten Bauherrinnen!(im Vergleich mit F.fusca, Temnothorax spec., Lasius niger)
Benutzeravatar
Yggdrasil16
Einsteiger
 

Beiträge: 58
Registriert: 17. August, 2016, 19:10
Hat sich bedankt: 57 mal
Danke bekommen: 68 mal

Nächste

Zurück zu Meinungen & Fragen zu den Haltungsberichten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder