Lasius niger - Schwarmflug 2016

Unterfamilie: Formicinae

Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon JaiQuil » 7. April, 2017, 22:09

Hallo an alle :D
da ich nun, dank der lieben Johanna.F, seit „einigen Tagen“ stolze Besitzerin einer wunderschönen Lasius niger Könnigin bin, habe ich oder besser gesagt WIR entschlossen, nun auch einen Haltungsbericht zu veröffentlichen.
Dieser wird sich wahrscheinlich von den üblichen Haltungsberichten unterscheiden und zwar aus folgenden Gründen:
-> Ich persönlich komme mit der Teilung von HB und Diskussion nicht zurecht. Für mich gehört beides zusammen und wenn man das auseinander reißt, ist das für mich unübersichtlich und situationsbedingt schwer nachvollziehbar, wenn man nicht beides gleichzeitig im Blick hat. Jedenfalls geht es mir so mit den bisher gelesenen Berichten.
-> Da ich meine Gyne von Johanna habe und sie ebenfalls eine Gyne aus dem gleichen Schwarmflug hält, werden wir gemeinsam an diesem HB arbeiten. Das heißt, wir wollen hiermit unsere zukünftigen Kolonien vergleichen und uns gegenseitig auf dem Laufenden halten, was die jeweils andere Gyne/ Kolonie so treibt. Immerhin sind das „Schwarmfluggeschwister“ :D

So viel zur Einleitung – hier nun der Anfang meiner Ameisenhaltung :fettgrins:


Sommer/ Herbst 2016

Zu dem Zeitpunkt habe ich angefangen, mich mehr mit dem Thema der Ameisenhaltung zu befassen. Besonderes Augenmerk habe ich hierbei auf die sogenannten „Anfängerameisen“, speziell Lasius niger, gelegt, Skizzen bzgl der Aufteilung von Nest und Arena angefertigt, überlegt, wo ich was in meinem Zimmer unterbringen könnte (in Gedanken habe ich schon meine komplette Schrankwand in ein Ameisendomizil umgewandelt) und erste „Einkaufslisten“ geschrieben.
Leider habe ich mich jedoch zu spät dazu entschieden, eine Gyne selbst zu fangen, so dass ich im August/ September keine mehr gefunden habe oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Vielleicht hab ich sie auch einfach übersehen, da ich zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht wirklich wusste, auf was genau ich überhaupt achten muss.
Doch was macht man als Ameiserhalter in der Winterzeit? Genau, man bastelt Nester und gestaltet Arenen ;)
So habe ich den Winter schließlich damit verbracht, mir DIY Videos anzusehen und habe ein eigenes Y-Tong und Gips-Nest erstellt. Außerdem habe ich das Sortiment des Baumarkts studiert und mir die ein oder andere Box für eine Arena angeschafft, die man letztendlich auch für allerlei anderen Kram verwenden kann. Hierbei habe ich auch schon erste genauere Planungen für das Formicaruim angestellt - Wo sollte das Nest und die Arena hin? Wie viele Übergänge? Was für ein Bodengrund? - usw.


Februar 2017

Da ich mir dieses Jahr definitiv Ameisen holen wollte, habe ich angefangen die Arenen genauer zu planen oder besser gesagt – die Planung in die Tat umzusetzen!
Momentan besitze ich 2 Arenen. Die große Arena (ca. 55 x 35 cm) hat 2 Ausgänge und es gibt einige Kunstblumen sowie Äste als Deko. Diese wird dieses Jahr aber wahrscheinlich nicht zum Einsatz kommen, was mir bewusst ist. Deswegen gibt es noch eine kleine Arena (ca. 35 x 25 cm) ohne Ausgänge und nur mit einigen Ästchen als Deko. Der Bodengrund bei beiden Arenen besteht aus einer Seramis-Schicht und oben drauf einer Aquarienkies-Schicht.
In der kleinen Arena steht momentan das Gipsnest, was später als externes Nest betrieben werden soll, wenn die Kolonie erst einmal da drin wohnt ;)
Und da ich ja sonst nichts zu tun habe, habe ich meine alte Wasser-Sprudel-Säule ebenfalls zu einer künftigen „Deko-Arena“, die irgendwann mal als zusätzliche Bewegungsfläche dienen soll, umfunktioniert.
Ansonsten habe ich das Gipsnest noch mal etwas nachbearbeitet – einige Gänge breiter und die Kammern etwas tiefer gemacht.

Arena1.JPG
kleine Arena


Arena groß.JPG
große Arena


Sprudel Säule.JPG
Wasser-Sprudel-Säule


Gipsnest.JPG
Gipsnest von der Seite


Gipsnest (2).JPG
Gipsnest von der Seite


Gipsnest (3).JPG
Gipsnest von oben - Ameisen Zeichnung von meinem Sohn :D



17.März 2017

An dem Tag sollte alles anders werden! Nach einer kleinen Anzeige im hiesigen Ameisenflohmarkt für einheimische Arten habe ich zu Johanna.F Kontakt aufgenommen. Lange Rede, kurzer Sinn – ich durfte ihre angebotene Gyne adoptieren! :braver: :D
→ Vielen lieben Dank nochmal für das wunderschöne Tier :D


21. März 2017

Heute ist die kleine L.niger Gyne angekommen. Nach einem kurzen Kontrollblick konnte ich erkennen, dass es der Dame gut geht und sie eine unbestimmte Anzahl an Eiern mitgebracht hatte. Die Gyne war aufgeweckt und hatte sich gestört gefühlt, als ich in das RG geschaut hatte. Jedoch war kein Anzeigen auf unzumutbaren Stress zu erkennen.
Um sie aber dennoch nicht unnötig zu strapazieren, habe ich das gut verschlossenen RG wieder in die Rohrisolierung zurück geschoben und sie in die kleine Arena gelegt.


22. März 2017

Mit einfacher roter Folie habe ich eine Art Sichtschutz um das RG geklebt und zusätzlich noch ein Pappzelt gebastelt. Während ich am RG rum gebastelt hatte, hat sich die Königin geputzt. Sie war ruhig, aufmerksam und hat sich von meinem Dasein absolut nicht aus dem Konzept bringen lassen.
Eier sind nach wie vor in unbestimmter Anzahl vorhanden


25. März 2017

Da ich bis dato immer noch keine Ahnung hatte, auf wie vielen Eier die Madame sitzt, wollte ich ein Bild der Brut machen. Gesagt, getan. Als ich jedoch auf dem Foto erkannt habe, dass die Königin grade beim Eier legen war, habe ich sie sogleich zurück unter ihr Pappzelt bugsiert.
Anhand des leider nur von der Seite aufgenommenen Bildes konnte ich aber eine kleine Volkszählung durchführen.
- mind. 5 Larven
- mind. 14 Eier

DSC00045.JPG


25-3-17.jpg



27. März 2017

Die Neugierde war einfach zu groß, so dass ich abermals ein Blick in das RG werfen musste. Der Königin geht es nach wie vor gut. Sie war ruhig und hat sich von dem Licht nicht stören gelassen. Bei genauerer Begutachtung viel mir jedoch auf, dass irgendwas anders ist.
Somit hab ich mir meinen Fotoapparat geschnappt und diesmal ein Bild von unten geschossen.
Das Ergebnis der neuen Volkszählung:
- ca. 5 Eier
- ca. 27 Larven in unterschiedlichen Größen
- 1 Puppe

27-3-17.jpg



30. März 2017

Nein, heute habe ich die Königin nicht gestört, dafür war ich shoppen - 5 Reagenzgläser (10 Cent/Stück) und Paraffinöl (2,15 Euro) aus unserer Apotheke.


31. März 2017

Okay, die Neugierde war mal wieder nicht zu bändigen. Ich musste mir die kleine Schönheit einfach nochmal betrachten und schauen, ob mit der einen Puppe alles gut ist. Aber was sag ich denn da? Eine Puppe? Das war einmal gewesen und eine neue Volkszählung musste her :D
Hier habe ich auch wieder ein Bild von unten gemacht. Die Königin war aufgeweckt, erkundigte ihre erhellte Wohnkammer. Dabei wirkte sie aber keineswegs panisch oder hektisch, sondern ging ganz entspannt etwas auf und ab.
- ca. 17 Eier
- ca. 30 Larven in unterschiedlichen Größen
- 3 Puppen

31-3-17.JPG



3. April 2017

Heute habe ich nur den Ausbruchsschutz (Parrafinöl) auf dem Rand der Arena verteilt. Ein kurzer Blick unter das Pappzelt auf das RG mit der roten, nicht wirklich durchsichtigen, Folie war alles, was als Störung betitelt werden könnte.


6. April 2017

Schon gestern habe ich grob überlegt, wie lange wohl die Königin mittlerweile in Einzelhaft sitzt und nachdem ich im Forum allerlei Kommentare gelesen habe, die einer kleinen zwischendurch Fütterung der König nicht abgeneigt sind, habe ich mir ein Herz gefasst und etwas Honig auf eine Spritze gezogen.
Vorab wollte ich jedoch nochmal in Ruhe einige Fotos machen, um eine neue Volkszählung durch nehmen zu können. Dies hat die Königin wie auch alle Tage zuvor nicht gestört und sie ließ es stoisch über sich ergehen. Ganz anders wurde es allerdings, als ich den Honig anbieten wollte. Hier habe ich einen kleinen Tropfen auf ein Stück Papier gegeben und wollte es in das RG legen. Kaum hatte ich den Stopfen etwas raus gezogen, geriet die Königin in Panik. Wahrscheinlich war ich zu schnell vor gegangen und/ oder es war auf meinem Schreibtisch einfach zu hell dank der Schreibtischlampe und dem unabgedeckten RG.
Zwischen Lampe und RG habe ich letztendlich ein Buch gestellt, so dass Schatten auf die Königin fiel und dann habe ich gewartet, bis die Königin wieder ruhiger wurde und sich bei ihrer Brut aufhielt. Ganz langsam habe ich nun den Stopfen entfernt, immer wieder inne gehalten, damit die Königin, wenn sie mal wieder in Bewegung war, mir nicht entwischt und zu sehr gestresst wird. Dann war der Stopfen endlich draußen, Honigpapier rein und vorsichtig den Stopfen wieder rauf gemacht. Erst habe ich gedacht, dass die Königin aufgrund des „Eindringlings“ wieder in Panik gerät. Aber dem war nicht so, sie hat sich einfach nur gierig auf den Honig gestürzt. Ich hab sie noch eine Weile so beobachtet, ehe ich sie mitsamt dem Honig im RG wieder zurück gepackt habe. Nach ca. 3 Stunden hab ich nochmal vorsichtig nach ihr geschaut – der komplette Honig war restlos aufgefuttert worden!
Immerhin hatte ich ja auch noch eine Volkszählung via von unten aufgenommenen Bild vor mir ;)
- ca. 40 Eier
- ca. 20 Larven in unterschiedlichen Größen
- 12 Puppen
- ggf 1 Nacktpuppe oder eine einfache, große Larve, das konnte ich leider nicht einwandfrei erkennen, da es sehr dicht an der Watte liegt

7-4-17.JPG


7-4-17 (2).JPG



Vielen Dank für's Lesen und auf eine erfolgreiche Koloniegündung :fettgrins:
Liebe Grüße Jenny

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon Erne » 7. April, 2017, 23:04

Was für ein gelungener Berichtsstart Jenny :clap:

Kann es nicht sagen, woran es liegt, dass ich Berichte, betreffend einheimischer Arten, immer wieder gerne mitverfolge.
Sind sie zudem noch gut gemacht, wie Deiner hier, juckt es in den Beinen, gleich mal in die Natur zu gehen und nach den Ameisen zu schauen.

Prima Bilder sind Dir gelungen. :clap:

Das von Dir gebaute Gipsnest (tolle Idee) erweckt mein Interesse, schreibst Du über dessen Erstellung noch was für uns?

Drücke alle Daumen für eine erfolgreiche Gründung.

Grüße Wolfgang

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon JaiQuil » 8. April, 2017, 07:24

Hallo Wolfgang,
vielen lieben Dank für dein Lob, das freut mich wirklich sehr :D

Seit dem ich meine Königin habe, nehm ich meine Umwelt bzgl Ameisen auch ganz anders wahr. Sobald es wieder wärmer wird, möchte ich auch in den Wald und mal schauen, was da so krabbelt. Vielleicht habe ich ja Glück und finde eine Temnothorax Kolinie? Auch eine wunderschöne und interessante Art, die ich momentan leider nur als "Mitbewohner" bei meinen Tausenfüßlern beobachten kann.

Vielen Dank. War gar nicht so einfach mit der Kamera vernünftige Bilder aufzunehmen :)

Bzgl des Gipsnestes kann ich gere nochmal genaueres schreiben. Ich würde am liebsten auch eine Bauanleitung dazu veröffentlichen. Doch dafür brauch ich erst neuen Gips. Also noch ein bisschen gedulden und dann kommt auch ein bebilderte Bauanleitung :D

Liebe Grüße
Jenny

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon trailandstreet » 8. April, 2017, 08:52

Toller Bericht, auch das Gipsnest ist für die Premiere schon sehr gut gelungen.
Wie es aussieht, dürfte die Gründung erfolgreich gewesen sein. Sobald die ersten mal geschlüpft sind, ist L niger ja meist kaum noch aufzuhalten.

ps: für die Ameisen werden die Zeichungen wohl so etwas sein, wie für uns die Nasca-Linien :huh: :eek:

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon Johanna.F » 11. April, 2017, 14:59

Hallo zusammen,
Ein Lob an dich, Jenny! Super Start in den Haltungsbericht! :D


Sommer 2016

Alles begann wie im Bilderbuch, an einem lauen spätsommerlichen Tag am See. :rolleyes:
Zu diesem Zeitpunkt besaß ich eine einjährige Lasius niger Kolonie vom vergangenen Jahr.
Schon als ich versuchte die Picknickdecke auszubreiten, da stellte sich dies als kein leichtes Unterfangen heraus, da überall zwischen den Gräsern aufgeregte Lasius niger Gynen herumwuselten, diese hatten wohl am vorherigen Abend ihren Schwarmflug, eine zerquetschen wollte ich auf gar keinen Fall.

Am Ende des Tages war ich daher stolze Besitzerin von insgesamt 18 aufgesammelten Gynen, die in jeglichen Proviantboxen und Brillenetuis verstaut zu mir nach Hause geschafft wurden. Dort bekamen sie alle selbstverständlich eigene Reagenzgläser und erstmal sehr viel Ruhe.


September bis Mitte Oktober 2016

Nach dem Schwarmflug, der im Spätsommer/Herbst stattfand, kam auch bald schon die kalte Herbstzeit.
Bis zu diesem Zeitpunkt legten alle Gynen einen kleinen Eierhaufen. (zwischen 6-12 Eier pro Gyne)
Von Larven, geschweige denn von Puppen, war aber keine Spur, was auf die späte Schwarmflugzeit hin deutet.
Mitte Oktober wurden sie etwas schläfrig und langsamer, legten auch keine Eier mehr, was ich als Zeichen auffasste, dass die Damen nun in ihre Winterruhe geleitet werden möchten.
Ich habe sie innerhalb einer Woche auf die Kühlschrank-Temperatur vorbereitet (vom beheizten Raum zum unbeheizten, auf dem Balkon, in den Keller und schließlich zum Kühlschrank) und sie dann Ende Oktober vollständig in einer gepolsterten Box dort platziert.


Oktober bis März 2016-17

Winterruhe… mehr ist da auch nicht passiert.
Immer mal wieder reingespickt ob alles gut ist, aber zusätzliche Bewässerung/Entwässerung war nie notwendig.

In dieser Zeit habe ich mich genauso wie Jenny an Bastelleien für eine große künftige Kolonie erprobt.
Ins Haus wurde zuerst Gips und dann Ytong geschafft.
In einer Plastikbox habe ich eine Plexiglasscheibe deponiert und darauf mit Knete Gänge und Höhlen gelegt, dann wurde mit dem Gips der restliche Raum ausgefüllt. So sah mein erster Gips Prototyp aus:

NOA_1007B.jpg


Ich war mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden, zumal ich die Glasscheibe mit einem nicht-Lebewesenfreundlichen Klebstoff angeklebt hatte. (Die dunklen Flecken)
Auch hätte ich die Gänge mit einer Sandmischung ausfüllen sollen, da der Raum ja für die nächsten 2 Jahre noch zu groß sein würde.
Wohl einer der größten Fehler war aber: der Wassertank für die Bewässerung sitzt an der Seite… Hm
Sowas kommt davon, wenn man sich ohne Pläne ans Werk macht. :o

Der zweite Versuch geschah mit etwas mehr Vorbereitung und Planung. Dafür benutzte ich den Ytong.
Diesmal war ich mit dem Ergebnis auch zufriedener:
NOA_1004B.jpg

NOA_1003B.jpg


Den Ytong habe ich per Hand mit Schraubenziehern und Meisel bearbeitet. Danach mit einer dünnen Gipsschicht ausgestrichen und mit Chinchilla-Sand für die Optik, auch damit man die Brut besser sehen kann, bestreut.

Für die Bewässerung habe ich drei Löcher in die Seite gebohrt, über sie hat man mit Hilfe einer Spritze Zugang zum Wassertank.
NOA_0999B.jpg
Die Maße: 20 cm x 9 cm x 5 cm


Die Plexiglasscheibe hatte ich diesmal mit Lebensmittelsilikon angeklebt, was sehr gut funktioniert hat.

Gedanken über die Arena habe ich mir ebenfalls gemacht. Meine einjährige Kolonie hat von mir letztes Jahr eine mini Arena mit 20 x 10 x 10 cm bekommen. Ich habe zwei von ihnen auf einmal bestellt. Mittlerweile bereue ich den Kauf aber, da die Arena wirklich viel zu klein ist und nach zwei Jahren schon gewechselt werden muss. Das war mir damals nicht klar. Dazu habe ich statt Paraffinöl oder anderer „Ameisen-Stopper“, Deckel zu den Arenen gekauft. Jetzt schon findet immer mal wieder eine Ameise den Weg nach draußen und spaziert über meine Kommode. Da werde ich bald etwas dagegen unternehmen müssen.

Für meine diesjährige Kolonie müsste die Arena aber mindestens bis Herbst ausreichen.
NOA_1087B.jpg
Der Boden ist ein mit heißem Wasser übergossener und getrockneter Waldboden.
Die Steine habe ich am Kiesstrand an der Isar aufgesammelt und ebenfalls abgekocht.
Das Reagenzglas ist mit einem „Wasserisolierungsschaumstoff“ aus dem Baumarkt umhüllt.

NOA_1085B.jpg

NOA_1097B.jpg


Sobald die ersten Arbeiterinnen da sind, werde ich die Arena etwas umgestalten um den Ameisen mehr Klettermöglichkeiten zu geben. Dabei werde ich mich an der Arena meiner einjährigen Kolonie anlehnen:
NOA_0985B.jpg

So viel vom Winter.


März 2017

Das Ende der Winterruhe nahte.
Dabei achtete ich hauptsächlich auf die frei lebenden Ameisen auf der Straße.
Sobald sich die ersten Arbeiterinnen der schwarzen Wegameise ans Tageslicht trauten, beschloss ich, dass auch für meine nun der Zeitpunkt der Wiedereingliederung gekommen sei. Ich führte sie auf dem gleichen Weg aus der Winterruhe wie ich sie hineingeführt hatte.
Für die meisten meiner Schützlinge hieß es nun Abschied nehmen.
Ein paar verschenkte ich an interessierte Freunde, andere konnte ich übers Forum vermitteln, wie an die liebe Jenny. Ich bin so glücklich dass sich eine so liebevolle, fürsorgliche Abnehmerin gefunden hat! Danke! :D

Eine Gyne legte ich von Anfang an beiseite, da ich den spannenden Gründungsbeginn noch einmal miterleben wollte.
Die Auswahl viel mir nicht schwer, da ich mich schon seit Herbst in eine „besondere“ Dame verliebt hatte. Diese Besonderheit dreht sich um einen Flügel, den sie bis heute noch nicht abgeworfen hat. Ihn bewegen kann sie sicher nicht mehr aber er scheint sie auch nicht sonderlich zu stören. Ich bin gespannt wie lange er noch an ihrem Rücken bleibt und wie die ersten Arbeiterinnen mit ihm umgehen werden. Ob sie ihr den Flügel wohl wegnehmen? Denn sperrig ist er eigentlich schon!

Hier ist meine Schöne:
NOA_1019B.jpg

NOA_1012B.jpg

NOA_1016B.jpg



8. April 2017

Heute versuchte ich mich an den ersten Aufnahmen für diesen Haltungsbericht. Ich habe leider keine Aufnahmen von früheren Zeitpunkten.
Die erste Volkszählung ist eher grob geschätzt als genau, ich habe es mit dem Fotografieren noch nicht so ganz raus… (wenn jemand Tipps für bessere Fotos hat, nur her damit!)
Meiner Schätzung nach befinden sich in der Obhut der Dame zurzeit:
12 Larven
4 Puppen
10 Eier
NOA_1031B.jpg

NOA_1080B.jpg


Vielen lieben Dank fürs lesen!
Liebe Grüße,
Johanna

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon JaiQuil » 14. April, 2017, 19:25

Hallo trailandstreet,
vielen Dank für dein Lob. Bis jetzt warte ich noch sehnlichst darauf, dass die erste Puppe schlüpft. Aber die Meisen wollen mich da wirklich auf die Probe stellen :p

Nasca-Linien? Naja, solange sie deswegen dann keine Forschungsstation aus dem Boden stampfen, um deren Ursprung zu ergründen... :baeh: ;)
Wobei ich solch ein 'themenbasiertes' Formicarium ja auch super interessant finden würde :D


Hallo Johanna,
vielen Dank, das Lob kann ich dir aber auch zurück geben :D
Ich finde deine Miniarena super niedlich! Praktisch ist relativ, aber seit wann muss etwas, was schön aussieht auch zeitgleich praktisch sein? ;)
Und deine einflüglige Gyne ist ja auch eine Schönheit! Vielleicht behält die Dame ja auch den Flügel als modisches Accessoire? Großartig zu stören scheint er momentan ja nicht.

Und Tipps für Fotos - fotographiere im dunkeln ;)
Ich habe meine ganzen Fotos so ab 22 Uhr gemacht, Schreibtischlampe + PC konnten dabei an bleiben, da dies ja nur schummriges Licht und keine Neon-Ausleuchtung erzeugte. Dann die Kamera zücken, Blitz einschalten und von unten auf das RG/ die Watte fokussieren. Meine Kamera stellt sich dann automatisch auf die helle Watte scharf und somit ist dann auch die danebenliegenden Brut scharf gestellt. Die eins ~ zwei Fotos mit Blitz haben meine König dabei auch nicht wirklich gestört. Ich konnte jedenfalls keinen Stress erkennen. Und da der Raum ansonsten ja auch dunkel/ schummrig ist, ist der allgemeine durch Licht ausgelöste Stress bei Tag auch geringer bzw kaum vorhanden.
Wünsche dir viel Erfolg beim Rumprobieren :D



11. April 2017

Nachdem mich Johanna mit ihrem Beitrag getriggert hatte, musste ich auch nochmal genauer nachschauen :D
Bis dato hatte ich es durchgehalten, alle ein bis zwei Tage nur unter das Pappzelt durch die rote Bücherfolie zu spähen. Doch bis auf die König saß augenscheinlich noch keine weitere Ameise mit im RG und somit ließ ich das RG immer schön liegen - zu mindestens bis vorhin ;)
Also Kamera gezückt und Volkszählung durchgeführt. Wobei die Eipakete und die andere übereinander gestapelte Brut schwer zu zählen sind.
- ca. 47 Eier
- ca. 16 Larven in unterschiedlichen Größen
- ca. 16 Puppen

11-4-17.JPG



Liebe Grüße
Jenny

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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon JaiQuil » 17. April, 2017, 23:54

17. April 2017

Heute habe ich nur einen kurzen Kontrollblick gemacht und leider immer noch keine Arbeiterin entdecken können. Die Damen lassen sich bei mir aber ja ganz schön Zeit! Da die Königin sich jedoch nach wie vor um die Brut kümmert und auch noch genügend Wasser im RG vorhanden ist, mach ich mir noch keine Gedanken. Am 6. April hatte sie von mir ja auch einen kleinen Honigtropfen zur Stärkung bekommen und ich denke mal, dass sie die längste Zeit allein gewesen ist und der Schlupf der ersten Arbeiterin in einer absehbaren Zeit stattfindet :)
Die Volkszählung gestaltet sich zur Zeit jedoch recht erschwerlich, weil die Dame die Brut zu einer kleinen Pyramide aufgehäuft hat und zudem auch in der Watte sich Eier sowie Larven befinden.
- ca. 33 Eier
- ca. 15 Larven in unterschiedlichen Größen
- ca. 18 Puppen

17-4-17 (3).JPG

17-4-17 (4).JPG

17-4-17 (6).JPG



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Re: Lasius niger - Schwarmflug 2016

Beitragvon JaiQuil » 20. April, 2017, 23:55

20. April 2017

Die Warterei auf den Schlupf der ersten Pygmäe ist echt nervenaufreibend. ABER... Geduld wird belohnt! :D
Als ich heut früh das Pappzelt lüftete, habe ich einen komischen Fleck in der Nähe der Gyne festgestellt. Verwunderung und Hoffnung flammten sogleich in mir auf, so dass auch schnell (verhältnismäßig schnell, immerhin wollte ich die Gyne nicht in Panik versetzen) die rote Folie um dem RG weichen musste! Und was sah ich da?
Genau, 2 kleine noch helle Pygmäen! :behappy:
Die Kleinen mussten zwischen 1 Uhr (letzter Kontrollblick) und 8 Uhr heut morgen irgendwann geschlüpft sein.

20-04-17.JPG

20-04-17 (2).JPG


Nachdem ich dann schließlich die erste Begeisterung über den langersehnten „Nachwuchs“ überwunden hatte, hab ich die Arena bzw das Futter vorbereitet, ehe ich das RG entstöpselt habe. Die Königin hatte sogleich einen kleinen Kontrollgang bis zum RG Eingang gemacht, so dass ich auf einem kleinen Stück Backpapier 2 kleine Honigtropfen in den RG Eingang geschoben habe. Wie nicht anders zu erwarten, kam sie kurz darauf auch angewackelt und hat sich da dran bedient.
Die Dame scheint allgemein auch sehr eigenständig, selbstbewusst und neugierig zu sein. Sie bleibt ruhig, wenn ich am Nest hantiere und lässt sich von den Fotoaufnahmen auch nicht aus der Ruhe bringen.

20-04-17 (3).JPG


Nach ca einer Stunde habe ich das Honigblatt beiseite/ vor das RG gelegt und stattdessen eine kleine geflügelte Blattlaus hineingelegt.
Als ich gegen 20 Uhr nachgeschaut habe, war die Blattlaus verschwunden – so dachte ich jedenfalls. Die zwei Pygmäen mit der König hockten bei der Brut an der Watte und die vermisste Blattlaus lag einfach nur ein Stück weiter im RG, wo ich sie übersehen hatte. Gegen 22 Uhr war sie dann aber wirklich verschwunden!
Somit habe ich nochmal einen Blick gewagt und nicht nur die Blattlaus, sondern auch noch eine dritte helle Pygmäe gefunden!
Es sind heute 3 Pygmäen geschlüpft und da das anscheinend noch nicht ausreichte, hat meine Königin beschlossen, als Innendekorateurin tätig zu werden und hat kleine Steinchen in das RG geschleppt.
Selbst ist die Frau, kann ich dazu nur sagen!

20-04-17 (8).JPG
Blattlaus zwischen den Steinen, 3te Pygmäe wird von den zwei anderen belagert

20-04-17 (7).JPG
Frau am Werk! :D
Und auch hier Belagerung der zuletzt Geschlüpften durch die anderen zwei Pygmäen


Liebe Grüße
Jenny

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