Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahrungen

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Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahrungen

Beitragvon Maddio » 22. April 2017, 13:10

Hier ist Platz für Anregungen, Fragen und sonstiges zu meinem Haltungsbericht.

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Basti87 » 26. Mai 2017, 21:49

Klasse Bericht Maddio.
Freue mich schon auf weiter und drücke die die Daumen das sie dieses Jahr so richtig loslegen.

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Maddio » 26. Mai 2017, 22:15

Hi Basti,

danke das ist sehr nett von Dir. Wenn ich es schaffe, gibt es noch dieses Wochenende ein Update, mit dem ich dann auch endlich die Brücke zur Gegenwart schlagen werde. Ihr werdet nicht enttäuscht sein :D

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Okin » 21. Juni 2017, 22:34

Ein wirklich schöner Bericht!
Ich denke auch, dass es gut war, den Bericht erst jetzt zu starten. Gerade bei einheimischen Camponotus dauert es einfach ewig bis wirklich etwas los ist. Freue mich schon, auf die Explosion bei dir :)

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Maddio » 23. Juni 2017, 19:58

Okin hat geschrieben:Ein wirklich schöner Bericht!
Ich denke auch, dass es gut war, den Bericht erst jetzt zu starten. Gerade bei einheimischen Camponotus dauert es einfach ewig bis wirklich etwas los ist. Freue mich schon, auf die Explosion bei dir :)


Danke, das freut mich zu hören!

Sie legen bereits jetzt ziemlich gut los. Die Arena wird ständig von 30+ Arbeiterinnen abgesucht, welche grade bei dem heißen Wetter momentan ganz schön flott unterwegs sind. Besonders erfreulich ist auch, dass sich immer häufiger Majorarbeiterinnen in der Arena blicken lassen. Meist sind es so 1-2, und auch nicht die allergrößten von ihnen, aber sie beteiligen sich aktiv an der Futtersuche.
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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Evilkruemel » 23. Juni 2017, 22:17

Das gehört jetzt nicht richtig zum Haltungsbericht, aber du hast erwähnt, dass du eine C. ligniperda Kolonie gehalten hast und wollte dich fragen, wie das so lief und warum du sie nicht mehr hälst.

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Maddio » 23. Juni 2017, 23:20

Evilkruemel hat geschrieben:Das gehört jetzt nicht richtig zum Haltungsbericht, aber du hast erwähnt, dass du eine C. ligniperda Kolonie gehalten hast und wollte dich fragen, wie das so lief und warum du sie nicht mehr hälst.


Kein Problem, ich beantworte gerne alle Fragen.

Ja, ich habe fünf Jahre lang eine Camponotus ligniperda-Kolonie gehalten. Der Anfang war ziemlich ruppig, die Königin war scheinbar unbefruchtet und brachte nur Männchen hervor, obwohl einige Arbeiterinnen bereits bei Erhalt der Kolonie dabei waren. Offensichtlich wurde diese Kolonie gepusht oder anders ausgedrückt bunt zusammengewürfelt. Verkauft wurde sie mir von ohrene, der wenig später MyAnts gegründet hat. Mehr zu dieser Hintergrundgeschichte und den Umständen gibt es hier zu lesen:

https://www.ameisenforum.de/massen-koloniegrundung-von-camponotus-ligniperdus-t50374.html

Nachdem die Königin gestorben war, habe ich aber nicht aufgesteckt, sondern eine Königin beim Antstore bestellt. Diese habe ich erfolgreich adoptieren lassen und auch darüber berichtet:

https://www.ameisenforum.de/erfolgreiche-adoption-bei-camponotus-ligniperda-t32412.html

Von da an lief es richtig rund. Die Kolonie ist schnell gewachsen. Dann bin ich zum Studium nach Bielefeld gezogen und habe dort in einem Studentenwohnheim gelebt, zusammen mit vielen anderen jungen Leuten aus allen Ecken der Welt. Es waren ein paar aufregende Jahre. Die Rossameisenkolonie war natürlich mit dabei, und schnell hat sie sich zu einer kleinen Sensation entwickelt. Für die meisten Leute sind Ameisen ja nichts besonderes, aber so viele große Ameisen als Haustiere in einer Anlage im Studentenzimmer, das hat dann doch für großes Interesse gesorgt :D.

Ich kann mich an viele schöne Stunden erinnern, an denen ich gemeinsam mit Kommilitonen und Mitbewohnern mit einer Flasche Bier in der Hand vor den Becken gehockt habe, und wir beobachtet haben wie sie Mehlwurm nach Mehlwurm in ihr Nest bringen. Zu der Zeit habe ich auch noch viele Insekten lebend verfüttert, was ich heute wegen der Milbengefahr gar nicht mehr mache. Es hat manchmal etwas gedauert, aber am Ende haben die C. ligniperda alles zur Strecke gebracht, was ich ihnen so hinein geworfen habe.

Das ist jetzt alles etwas trocken, aber es gibt zu meiner Schande keine Fotos von der Anlage. Ich war so damit beschäftigt, neue Kontakte zu knüpfen, das wunderschöne Ostwestfalen zu erkunden und auch noch zu studieren, so dass ich in dieser Zeit wenig im Internet aktiv war. Einen Fotoapparat hatte ich auch nicht...ich hatte immer geplant, einen Fotografen zu bitten die Tiere und die Anlage zu fotografieren, doch leider ist es nie dazu gekommen :o.

Die Anlage war auf einem extra zu diesem Zweck gekauften Küchentisch aufgebaut. Links waren zwei externe Ytongnester, je etwa mit den Maßen 35 cm* 15 cm, und über ein Schlauchsystem miteinander verbunden. Eines der Nester wurde komplett trocken gehalten, das andere Nest stand in einer länglichen, rechteckigen Plastikschale, welche regelmäßig mit Wasser befüllt wurde. Somit konnten sich die Ameisen stets nach ihrem Empfinden trockene oder feuchte Bereiche aufsuchen.

Die Nester waren dann über einen Schlauch mit zwei Arenen verbunden. Diese waren Faunaboxen aus dem Zoohandel, etwa mit den Maßen 40*30*30cm, in welche ich selbst Löcher gebohrt hatte. Hinter den Arenen hatte ich zwei Schreibtischleuchten aufgestellt, die jeweils eine der Arenen beleuchteten und erwärmten. Als Bodengrund diente Aquarienkies, und als Ausbruchschutz Talkum und ein Deckel. Statt Talkum würde ich heute Paraffinöl verwenden, denn die feinen Talkumpartikel stehen im Verdacht, die vergleichsweise großen Tracheen von Rossameisen verstopfen zu können, woraufhin diese qualvoll ersticken. Davor rennen sie meist panisch durch die Arena, was den Ausdruck "Totlaufen" geprägt hat. Das konnte ich auch einige Male beobachten. Bei meinen Camponotus vagus, welche ich heute halte und wo ich Paraffinöl nutze, habe ich noch kein totlaufen gesehen.

Es lief bis dahin also alles sehr gut, überwintert habe ich die Kolonie stets in meinem Fach im Gemeinschaftskühlschrank :). Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kolonie bereits deutlich über 500 Arbeiterinnen. Sehr gerne haben sie gemeinschaftlich auf einem großen Stück Aquarienholz gesessen und sich von der Schreibtischlampe wärmen lassen. An sehr heißen oder schwülen Tagen konnten sie aber auch enorm aktiv werden und riesige Mengen an Futter verschlingen!

Dann kam erneut ein Umzug. Das Studentenheim wurde geschlossen, und ich war mit meiner derzeitigen Freundin (heute Ex-Freundin) zusammengezogen. Zuerst war auch alles super und ich hatte den Ameisen ein Regalbrett aufgebaut, auf dem ich sie aufgestellt hatte und toll in Szene setzen wollte.

Aus diesen Plänen wurde jedoch nichts, und ab hier nimmt die ganze Geschichte eine unschöne Wendung. Meine Ex-Freundin hatte sich nach dem Umzug mit den falschen Leuten angefreundet und ist in eine Drogensucht gerutscht. Als ob das nicht schon gereicht hätte, kamen noch weitere Schicksalsschläge in Form von Todesfällen im Freundeskreis und in der Familie hinzu. Um es kurz zu machen, es war ohne jeden Zweifel eine sehr schwere Zeit. Ich weiß heute nicht mehr wie ich es geschafft habe in dieser Zeit weiter zu studieren und meine Kurse abzuschließen. Ich hatte mich dann die meiste Zeit an der Uni aufgehalten und bei Freunden übernachtet, denn die gemeinsame Wohnung war zu einem Treffpunkt für ziemlich finstere Gestalten geworden :irre:.

Wie man sich denken kann sind die Ameisen in dieser Zeit immer mehr in den Hintergrund gerückt. Durch Glück hatte ich über einen Freund ein Zimmer in einer WG gefunden und bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Meine Exfreundin hat mich nach meinem Auszug aber nicht mehr in die gemeinsame Wohnung gelassen und neben den Ameisen habe ich einiges andere Sachen dort zurück lassen müssen. Sie hat wenig später die Wohnung verloren und war einige Zeit lang wohnungslos und hat alles zu Geld gemacht, um ihre Sucht zu finanzieren. Ich weiß bis heute nicht was letztendlich mit der Rossameisenkolonie passiert ist. Ob meine Ex-Freundin sie verkauft hat, oder ob jemand sie freigelassen hat.

Ja, und das ist die Geschichte meiner Haltung von Camponotus ligniperda, mit allen Höhen und Tiefen, kurz und knapp formuliert ;) . Ich wünsche mir heute ich hätte damals mehr Fotos von dieser tollen Kolonie gemacht. Das es so traurig zu Ende gegangen ist, dass kann ich heute nicht mehr ändern und ich schätze das jeder der einmal schwere Zeiten durchlebt hat, sehr gut verstehen kann, dass es Lebensphasen gibt in denen die Ameisenhaltung in den Hintergrund rückt.

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Re: Diskussion zu Camponotus vagus -Maddio's Haltungserfahru

Beitragvon Evilkruemel » 24. Juni 2017, 07:56

Eine sehr interessante und traurige Geschichte, ich denke man kann dir allerdings nicht verübeln, dass du keine Fotos gemacht hast. Ich mein du hattest ja ordentlich was zu tun. Ich hoffe deine C. vagus-Kolonie startet richtig durch ^^

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