Futtertierzucht: Tropische Springschwänze

Futtertiere, Futtertierhaltung, Diskussion, sonstige Überlegungen und Ideen

Futtertierzucht: Tropische Springschwänze

Beitragvon Harry4ANT » 18. Mai, 2017, 22:44

Hi,

der ein oder andere möchte vielleicht zu Hause Futtertiere züchten um etwas unabhängiger und flexibler zu sein oder nicht ständig etwas draußen suchen zu müssen bzw. in den Zooladen zu rennen, schreckt aber bisher aufgrund von Platzmangel oder dem vermeintlich großem Aufwand davor zurück.

Oder sucht eine einfache und unaufwendige Alternative bzw. Ergänzung zu seiner bereits vorhandenen Futtertierzucht.

In beiden Fällen kann ich tropische Springschwänze (Collembola) absolut empfehlen.

Unbenannt.jpg
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Vorteile:

- Geradezu exorbitante & schnelle Vermehrung
- Mit extrem wenig Aufwand / Kosten und geringem Platzbedarf zu halten.
- Sehr kleine Körpergröße; können auch von den allerkleinsten Ameisenarten eingetragen werden (lebend oder tot)
- Gute Akzeptanz
- Kein Geruch, keine Geräusche
- Sind gleichzeitig als Abfall- & Schimmelpolizei einsetzbar und können sogar je nach Art der Ameise und Formicarium (Feuchtigkeit nötig) in wertvoller Symbiose mit diesen Leben
- Keine Fluchtgefahr (und wenn überleben sie nur sehr kurz) und einfache Entnahme

Nachteil:
- Wiederum die kleine Körpergröße, die sie für größere Ameisenarten als Hauptnahrung nur bedingt nutzbar machen


Setting für die Zucht:

- Kleine, flache Plastikdose mit Deckel (bei mir 25x18x8 cm, aber natürlich völlig frei wählbar)
- Seramis
- Eine Abdeckung (dient nur zur einfachen Entnahme, ich verwende eine Xaxim Platte)
- Eine Dose Fischflocken


Die Plastikdose wird mit einer dünnen Schicht Seramis gefüllt und großzügig befeuchtet.
Nun kann bereits der Zuchtansatz Springschwänze hinein gegeben werden.
Diese nisten sich umgehend zwischen den feuchten Seramis Körnern ein.
Einige Fischflocken drauf streuen, die Abdeckung oben auflegen und die Plastikdose kann bereits wieder verschlossen werden.
Eine zusätzliche Belüftung ist nicht notwendig und die Dose kann ganz normal bei Zimmertemperatur irgendwo im Raum oder in einem Schrankfach deponiert werden.

Es können täglich große Mengen von Springschwänzen entnommen und direkt verfüttert oder eingefroren werden:

Die Box mit der Zucht
1.JPG


Ein Blick von der Seite lässt erahnen welche Maßen von Tieren im Seramis leben
2.JPG


Einige wenige Tiere sind auch oben auf der Abdeckung - die Maßen warten darunter aber für ein Foto fehlt mir gerade die 3te Hand :)
3.JPG


Für die Entnahme verwende ich eine 2te leere Box in der ich die Xaxim Platte kurz abschüttele.
Sieht dann so aus nach einmal abschütteln.

4.JPG


Die Beute wird dann einfach in die Ecke geklopft und ...
5.JPG


in meinen kleinen Futterbehälter umgeschüttet und sind fertig für die hungrigen kleinen Biester :)
6.JPG


Sind nach einmal Klopfen bereits mehrere hundert Tiere


Und die Kleinen freuen sich ...



Ca. alle 3 Tage gebe ich ein paar Fischflocken auf das Seramis.
Den Behälter habe ich seither nicht mehr befeuchten müssen und ich habe die kleine Zucht nun knapp 3 Monate ohne Einbrüche oder sonstige Probleme.

Bei meinen Messor leben sie mit in der Farm im feuchteren Bereich und werden manchmal erbeutet.

Halte ich für die mit Abstand am einfachsten zu haltende Futtertierart & mit der schnellsten Vermehrung.

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Re: Futtertierzucht: Tropische Springschwänze

Beitragvon Barristan » 20. Mai, 2017, 13:14

Super Tutorial!, werde ich auch mal probieren.

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Re: Futtertierzucht: Tropische Springschwänze

Beitragvon Harry4ANT » 2. Juni, 2017, 21:35

Kleiner Nachtrag:

Nun nach etwa 4 Monaten in dem kleinen Behälter scheint das Bodengranulat / Seramis "verbraucht" zu sein.
Es sieht nicht mehr gut aus und auch der Ertrag der Futtertiere geht etwas zurück.
Ich gehe mal davon, das auch die in letzten Tagen hohen Raumtemperaturen dazu beitragen.

Ich werde die Tage das Granulat austauschen.

Trotzdem halte ich das Seramis in Verbindung mit der Abdeckplatte für sehr gut für diese Züchtung, weil es einfach eine sauber Sache bei der Entnahme ist & die Tier sich sehr gut vermehren.
Erde oder Humus muss wohl auch regelmäßig erneuert werden bei dieser Zucht.
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