Bestimmung zweier Königinnen

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.

Re: Haltungsbericht zu Camponotus barbaricus und Crematogast

Beitragvon zenit » 2. Januar 2018, 14:30

Update:

Crematogaster scutellaris
Die Kolonie hat nur noch vier Arbeiterinnen, zwei haben nacheinander tot am vorderen Teil des Reagenzglases auf dem Rücken mit zusammengezogenen Beinen, gelegen. Eine mögliche Todesursache wäre, dass sie im kleinen Tropfen Zuckerwasser verendet sind den ich zum Füttern reingemacht hab. Dabei habe ich mir eigentlich Mühe gegeben keine Überschwemmung anzurichten und die Tropfengröße so gering wie möglich zu halten. :/
Die Kolonie befindet sich jetzt schon seit Anfang Dezember bei einer gesengten Temperatur von 17°C, dass hat ihre Aktivität und ihr Brutwachstum eingeschränkt.

20180101_210542_LI.jpg
markiert ist, was die Kolonie an Brut zu bieten hat


Camponotus barbaricus
Genau wie die Crematogaster habe ich diese Kolonie auch auf ca. 17°C heruntergekühlt. Ich habe aber bei beiden Kolonien gewartet bis nur noch Larven vorhanden waren. Leider gibt es bei den Camponotus barbaricus schlechte Nachrichten. Von den drei Puppen vom letzten Update ist anscheinend eine gefressen worden. Die Zweite Puppe hat es lediglich bis ins Nacktpuppenstadium geschafft hiernach verfärbte sie sich etwas dunkler und wurde dann aussortiert und an die Öffnung des Reagenzglases zu der abgezupften Watte gelegt. Die Nacktpuppe, die beim letzten Update erwähnt wurde hat sich als Einzige zum Imago weiterentwickelt.

Der Stand sieht wie folgt aus:
mehrere kleine Larven
eine große Larve
eine Arbeiterin
eine Königin

IMG_7974.jpg
Die Nacktpuppe, die aussortiert wurde

IMG_7947.JPG
Hier ist die erste Arbeiterin zu sehen

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Königin mit Arbeiterin und Brut

20180101_210343.jpg
Königin mit Arbeiterin und großer Larve


Füttern tue ich bei beiden Kolonien alle 3-4 Tage, dann bekommen sie einen Halben bis ein Drittel Mehlwurm und dazu etwas Zuckerwasser. Ich versuche sie so wenig wie möglich zu stören und schaue deshalb recht selten unabhängig vom Füttern in die Reagenzgläser.

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Re: Haltungsbericht zu Camponotus und Crematogaster

Beitragvon zenit » 16. März 2018, 18:43

Update:

Nachdem ich beide Kolonien Ende Februar ausgewintert habe, habe ich ihnen auch eine neue Arena zur Verfügung gestellt. Diese besteht im Wesentlichen aus einer Plastikdose, die am Boden mit Sand aufgefüllt ist. Das macht es leichter die Kolonien zu Füttern und hat auch noch den entscheidenden Vorteil, das Futter z.B: tote Insekten nicht so nah an die Brut herankommen und die Ameisen dadurch weniger gestresst sind, wenn es wieder mal Fütterungszeit ist. Im Anschluss habe ich auch noch eine Heizmatte installiert und die beiden Setups so positioniert, dass sie zur Hälfte auf der Heizmatte liegen. Dadurch entstehen Temperaturunterschiede im Nest und die Ameisen können wählen in welchem Bereich des Reagenzglases sie sich aufhalten. Tagsüber herrscht eine Temperatur von 27°C und nachtsüber ist es leicht kälter mit 22°C. Leider habe ich anfangs die Reagenzgläser mit dem Wassertankende auf die Heizmatte gelegt, was zu starken Verdunstungen und Kondensationen im Reagenzglas führte. Nachdem ich sie umgedreht hatte hat sich das Problem von selbst gelöst. Bevor ich jetzt detailliertere Informationen über die beiden Arten gebe, möchte ich noch kurz auflisten was ich ihnen füttere:
Zuckerwasser und Honig, damit die Ameisen genügend Power haben und als Proteine Mehlwürmer (manchmal auch Mehlkäfer), Obstfliegen und Wachsmaden. Letztere sind aber nicht so beliebt.

Crematogaster scutellaris
Zuerst die schlechte Nachricht: Es sind drei weitere Arbeiterinnen verstorben. Wenn die letzte Arbeiterin auch stirbt muss sich die Königin wieder alleine versorgen. Glücklicherweise hat die Kolonie es fertig gebracht ordentlich Brut großzuziehen, sodass sie bereits zwei Nacktpuppen haben, die in nächster Zeit schlüpfen werden. Dann ist die nächste Generation gerettet und das überleben der Kolonie gesichert. Zu den Todesursachen der Arbeiterinnen kann ich wenig sagen. Eventuell waren die Arbeiterinnen alt genug und sind gestorben? Pygmäen leben ja nicht so lange wie Arbeiterinnen. Außerdem wurden sie im Oktober letzten Jahres geboren und sind jetzt sozusagen ein halbes Jahr alt gewesen.
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Ein Bild der Kolonie, als sie schon nur eine Arbeiterin hatte. Die beiden Larven haben sich zu Nacktpuppen entwickelt.


Camponotus barbaricus
Zu meinem Erstaunen ist die junge Arbeiterin, von der ich im letzten Post berichtete immer noch nicht ausgefärbt. Statt der schwarz-rötlichen Färbung die zu erwarten ist, ist sie immer noch so gefärbt wie sie auf den Bildern des letzten Beitrags zu sehen ist. Wenn mich jemand bei dieser Angelegenheit beraten kann wäre ich äußerst dankbar, da ich mir das Phänomen nicht erklären kann.
Andernfalls werde ich abwarten und mir die nächsten Arbeiterinnen anschauen, um zu sehen welche Färbung diese aufweisen.
Seit der Installation der Heizmatte hat die Kolonie viel Brut aufgezogen. Es ist definitiv möglich diese Art ohne Beheizung zu halten, dass habe ich letztes Jahr auch gemacht. Es ist aber lange nicht so effektiv, denn die Kolonie hat in diesem halben Monat gefühlt mehr erreicht, als im letzten ganzen Jahr.
IMG_9386.JPG
Nach der Auswinterung

IMG_0628.JPG
Anfang März

10.3 (1).JPG
Hier ist die große Larve, die die Kolonie zu Beginn der Auswinterung hatte, bereits eine Nacktpuppe. Während die kleinen Larven sich verpuppt haben.

IMG_1937.JPG
So sieht es jetzt aus. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, fehlt die Nacktpuppe, die glaube ich wieder gefressen wurde. Warum die Ameisen das tun weiß ich nicht. Füttern tue ich eigentlich genug. Der kleine Rote Punkt im Hintergrund ist das Auge einer Obstfliege.

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Das gesamte Setup der Kolonie. So sieht es ungefähr auch bei den Crematogaster aus.

Außerden konnte ich feststellen, dass nachdem sich die erste Arbeiterin verpuppt hatte, ein seltsamer Gespinnstfaden um eine der Larven gewickelt war.
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Es handelt sich um die kleine Larve, die auf der Puppe liegt.

Für mich kamen Zwei Möglichkeiten in Betracht worum es sich hier handeln könnte. Die erste war, dass es Watte ist, die die Ameisen abgezupft hatten, um damit ihre Larven abzudecken und ihnen womöglich somit Feuchte zu entziehen. Das Selbe sehen wir auch oben bei den Crematogaster scutellaris und in meinem letzten Beitrag bei den kleineren Larven. Hierbei bin ich mir aber nicht sicher, wenn jemand eine bessere Idee hat, die so ein Verhalten erklärt, dann bin ich ganz offen. Die Zweite Möglichkeit ist, dass es sich hier um Gespinst von der Puppe handelt, das zufällig auf die Larve übergegangen ist. Ich finde danach sieht es auch ein bisschen aus.
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Re: Haltungsbericht zu Camponotus und Crematogaster

Beitragvon zenit » 13. Mai 2018, 21:34

Update:

Beide Kolonien sind um große Stücke gewachsen. Ich verfüttere mittlerweile Zuckerwasser, Zoophobas, Heimchen und ab und zu Fliegen und Zitterspinnen. Die Temperaturverhältnisse habe ich nicht geändert, befeuchten tue ich ab und an ein bisschen.

Crematogaster scutellaris
Da das letzte Update schon eine Weile her ist, schreibe ich zunächst einen kurzen Überblick über die Geschehnisse.
Einen Tag nach meinem letzten Post ist auch die letzte Arbeiterin verstorben. Dann war die Königin ca. eine Woche auf sich alleine gestellt. In dieser Zeit habe ich ihr das Futter möglichst nah ans Reagenzglas gelegt, sodass sie es leichter erreichen konnte. Es dauerte nicht lange da schlüpfte die nächste Arbeiterin. Ab hier an ging es dann rasant bergauf. Die Königin begann haufenweise Eier zu legen und die Anzahl der Arbeiterinnen vervielfachte sich schnell. Besonders in der letzten Woche, da hat sich die Anzahl der Arbeiterinnen verdoppelt! Heute hat die Kolonie ca. 20 Arbeiterinnen und verhältnismäßig viel Brut in allen Stadien.
Nun noch einige chronologisch sortierte Bilder, die das Ganze verdeutlichen:
IMG_2579.JPG

IMG_4471 bearbeitet - Kopie.jpg
Anfangs haben die Ameisen sehr nahe an der Watte gesessen, sodass ich Probleme hatte ordentliche Fotos zu schießen.

20180404_182830_012_01 bearbeitet.jpg

379.jpg

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20180511_201749 neuer.jpg

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Camponotus barbaricus
Die Anzahl der Arbeiterinnen hat sich vereinundzwanzigfacht! Wir haben jetzt also 21 vollständig ausgefärbte Arbeiterinnen, bei welchen es schon kleine Größenunterschiede gibt. Das Mysterium mit der hellen Arbeiterin, die als erstes geschlüpft ist, hat sich nicht gelöst. Interessant war jedoch, dass sie sich nach Schlüpfen der nächsten Arbeiterinnen alleinig auf die Futtersuche spezialisierte und sich äußerst aggressiv zeigte. Zudem war sie meistens am Eingang des Reagenzglases und außerhalb unterwegs und hat sich selten zu ihren Nest-Genossinnen gesellt. Sie starb vor ca. 3 Wochen und war die einzige Tote Arbeiterin bisher. Nach ihrem Tot haben die Arbeiterinnen den Eingang des Reagenzglases mit Seramis zugebaut.
Anfang dieses Monats stand es kurz kritisch um das Bestehen der Kolonie. Der Wassertank war nämlich recht schnell ausgetrocknet und die Königin verhielt sich merkwürdig ruhig. Glücklicherweise hat die Kolonie es dann doch noch gepackt. Sie waren bloß etwas durstiger als sonst. Ich habe ein zweites Reagenzglas hineingelegt. In dieses sind sie gestern umgezogen. Die Kolonie hat dazu eine solide Menge an Brut, denn die Königin legt durchweg ein paar Eier, sodass es immer Larven und Puppen gibt. Ich freue mich auf die erste Major!
Jetzt folgen noch einige Bilder:
IMG_2097.JPG
Die zweite Arbeiterin, die als erstes vollständig ausgefärbt ist.

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IMG_3234.JPG

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Die unausgefärbte Arbeiterin und zwei ausgefärbte Arbeiterinnen

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20180404_182123.jpg

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20180504_152338.jpg

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