Ameisenforum.de Ameisenhaltung Seikilos' Ameisentagebuch

Seikilos' Ameisentagebuch

Berichte & Beobachtungen - Meinungen & Fragen [einheimische und exotische Arten]

Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 20. Oktober 2017, 08:50

Hallo zusammen,

ich hatte ja hier bereits einen Haltungsbericht zu meinen Messor barbarus angefangen.

Leider ist da seitdem nichts passiert, außer, dass sie immer mehr Puppen haben und überall Müll rumliegt. Aber dafür ständig neue Tagebucheinträge schreiben...?


Ich würde gern eine Art Tagebuch führen, mit Übersicht über alle Kolonien, ggf. immer mal wieder Bildern, Ideen, Besuchen usw...
Da ich sowohl europäische als auch exotische Ameisen halte (bzw. halten werde, ganz sicher), weiß ich nicht, wo dieser Thread am besten aufgehoben wäre. Wenn er hier im allgemeinen Haltungsteil nicht passt, kann er gern verschoben werden. Ich werde auch noch einen Diskussionsthread später aufmachen, solange könnt ihr auch gern hier antworten.


Aber mal von Anfang an....

Am Anfang waren die Lasius niger.... (grob 08./09.Juli 2017)

Ja, so ging es los. Ich bin mit einem Freund von uns Anfang Juli durch Würzburg gelaufen... er hält schon längere Zeit Ameisen (aktuell in seiner Studentenbude nur noch Camponotus fulvopilosus und Camponotus maculatus (letztere hat ihm ein befreundeter Biologe Ende August aus Afrika mitgebracht).
Auf dem Weg zu unserem Abendessen war alles von mit L. niger und er hat mir davon erzählt, wie das mit der Ameisenhaltung so funktioniert. Da ich eh eine Schwäche für exotische Hobbies und Tiere habe, war ich relativ leicht zu begeistern... sicherlich auch zum Leidwesen meiner Frau ;-)
Dennoch: Der Einstieg in die Ameisenhaltung erschien einfach und auch kostengünstig. Das glauben wir heute beide nicht mehr, nachdem ich bereits Regalsysteme plane...

Aber gut... auf dem Weg zum Restaurant:

Wir, völlig unbedarft und natürlich auch nichts zum fangen dabei. Also nach dem Essen einfach sehr frech die Bedienung gefragt, ob wir nicht einen ausgedienten Salzstreuer gegen ein Trinkgeld bekommen könnten. Wir haben sogar einen neuen bekommen und haben auf dem Heimweg dann fünf Lasius niger Gynen eingesammelt. Warum so viele, werdet ihr euch fragen?
Das weiß ich leider auch nicht so genau. Jäger & Sammler oder so in der Art. Konnte auch nicht aufhören.

Die Gynen waren dann über Nacht in dem Salzsteuer mit einem angefeuchteten Wattestäbchen und sollten dann zwei Tage später am Montag separiert werden. Leider hatte auch mein Kumpel nur noch ein RG zu Hause, das er mir dann am Sonntag mitgebracht hatte, fertig vorbereitet. Da kam dann aber eine L. niger Gyne rein, die ich am Sonntag neu gefangen habe, also waren es schonmal sechs Stück. Die anderen fünf nach wie vor im Salzstreuer.
Habe dann am Sonntag noch vier RG besorgt und konnte daher bis auf zwei Gynen alle separieren. Eine hatte dadurch leider auch ganz schön gelitten, was man auf den Nahaufnahmen so sehen konnte.

Nach allem Empfehlungen bin ich dann am nächsten Tag in die Apotheke stolziert und wollte RG kaufen, "die kriegt man nämlich überall, in jeder Apotheke". Pustekuchen!

In der dritten Apotheke konnte ich ein (1!) RG für einen Euro kaufen, das war noch gebraucht. Also daheim erstmal einen 50er Pack bestellt. Die sollten erstmal reichen... tun sie auch bis heute! Glück im Unglück: Leider ist eine der Gynen über Nacht entwischt, da war der Wattepropfen vorne wohl doch zu lose. Mist.

Egal, also wieder fünf Lasius niger Gynen im Gästezimmer im Schrank, relativ warm, Zimmer wird nicht genutzt, Handtuch drüber für die Dunkelheit.
Dann wollte ich RG-Halter bauen aus Klip-Schellen für Leerrohr. Leider waren diese so stramm, dass ein RG kaputt gegangen ist, zwei weitere haben Risse bekommen. Also, sehr dumme Idee. Beim Wiederrausmachen einige Wochen später noch mehr Schäden.

Anfangs musste ich eine Königin nochmal umsiedeln, die bis heute auch weniger Arbeiterinnnen hat. Ein Volk lebt in einem kurzen RG, weil vorne abgebrochen.
ABER: Alle Gynen leben bis heute, alle Völker waren relativ aktiv, fressen viel und haben aktuell zwischen 8 und 20 Arbeiterinnen.



Soweit zum Anfang. Wenn ich die "Freigabe" kriege, dass der Thread hier passt, werde ich die nächsten Kapitel schreiben!


Viele Grüße!


P.s.: Hier nun auch ein "Diskussionsthread" wenn nötig!

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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 20. Oktober 2017, 09:39

August 2017: Noch mehr Lasius...

Ja, wie soll ich sagen... fünf Kolonien scheinen dem Anfänger nicht genug zu sein.
Was mich noch sehr fasziniert hat, waren Lasius flavus, die wollte ich haben. Sind auch in meinem Garten geschwärmt, habe sie aber nur am Nestausgang gesehen, das Wetter war wohl zu schlecht. Konnte also keine fangen...

Bei Facebook dann ein Angebot gesehen für 20 € zwei Stück und zugeschlagen. Bevor die aber dann verschickt wurden, ging es bei uns richtig ab. An einem Wochenende war Schwarmflug ohne Ende. Freitag Abend nur Lasius niger, Samstag Abend dann alles, was die Natur so hergibt.

Lasius flavus, Lasius umbratus und auch Lasius flavus. Die ersteren haben wir ignoriert, die zweiteren später wieder freigelassen. Von den flavus haben wir mehr als gewollt gesammelt und auch da wieder welche freigelassen.

Dageblieben ist ein RG mit drei Gynen in Pleometrose, ein RG mit einer Gyne und zwei RG mit mehreren Gynen, die ich dann vermitteln konnte.


Weiter habe ich an einem Tag vor einem Schwimmbad in Heidelberg und in meinem Garten je eine Gyne Lasius emarginatus gefangen und in ihr Nest gepackt.



Wie haben sie sich also entwickelt...?

Die Lasius emarginatus haben sich gut gemacht, eine Gyne hat so ~ 8 Arbeiterinnen. Die andere hat leider nur zwei. Sie ist auch eine "Krüppel-Gyne", hat nur fünf beide und macht allgemein nicht so den fittesten Eindruck. Aber sie hat es geschafft, die Gründung ist durch. Aber die werden wohl beide abgegeben. Die "gute" ist versprochen, die andere wird auch noch an Bekannte verschenkt o.ä.

Die drei Lasius flavus Gynen haben richtig Gas gegeben und haben dann Ende September auch noch Arbeiterinnen bekommen. Die einzelne Gyne hat bis heute nur Eier, evtl. kleinste Larven. Noch keine Puppe und noch keine Arbeiterin bis heute. Nach unseren Flitterwochen aber der Schock: Pleometrose muss nicht immer gut gehen. Eine der Gynen lag noch lebend VOR dem RG aber war ziemlich am Ende. Die zweite lag im RG, Gaster und Kopf waren aber nicht mehr so richtig einheitlich verbunden...
Also: Doch eine Alleinherrscherin.

Aber die ganzen Lasius, was passiert jetzt mit denen?

Langfristig werden fast alle abgegeben, habe auch schon einige Interessenten. Behalten will ich einmal L. niger und einmal L. flavus, die sich dann auch richtig ausbreiten dürfen und ein richtiges Formikarium bekommen. Momentan sind eben alle noch in Brotboxen o.ä. und leben im Reagenzglas. Wenn die Krüppel-Liese nicht vermittelt werden kann, darf die evtl. auch bleiben. Aber da wir ein Holzständerhaus haben, wird die sicher die bestgeschützteste Art bei uns sein. Da hab ich nämlich die Hosen voll...



Noch eine Anekdote zum Schluss: Ich versuche die Lasius eben seit längerer Zeit abzugeben, gern auch in gute Hände zu vermitteln. Nun hatte mich wirklich einer angefragt, der eine Lasius flavus, eine Lasius emarginatus und drei Lasius niger haben wollte. Nach langem Hin- und Herüberlegen wollte ich sie ihm für 20 € inkl. Versandkosten überlassen. Abzgl. Porto, Verpackung, bisschen Arbeit grob 2 € pro Kolonie.
Das war dann leider doch viel zu teuer, es wollten nur 10 € bezahlt werden.

Ja ich weiß, Lasius niger werden häufig verschenkt. Darum geht es auch gar nicht. Es geht mir auch gar nicht um Geld oder reichwerden. Aber ich finde es einfach unethisch bei solchen Beträgen von ~ 2 €, bei dem Kauf/Verkauf von Lebewesen (!) noch rumhandeln zu wollen. Das musste jetzt auch mal raus, bin da aber auch auf eure Meinungen gespannt, wie ihr das seht.

Wenn jetzt ein Schüler o.ä. mit wenig Geld eine Lasius niger Kolonie gern hätte ist das ja kein Problem, meldet euch gerne! Aber gleich fünf Kolonien "geschenkt" haben wollen. Da behalte ich sie lieber oder lasse sie im nächsten Jahr doch wieder in die Freiheit...

Aktueller Stand der Ameisen mit Abschluss dieses Kapitels:

- 5x Lasius niger
- 2x Lasius flavus
- 2x Lasius emarginatus


In den nächsten Kapiteln folgt in chronologischer Reihenfolge dann: Start meiner Messor barbarus, Gynenfang auf Mallorca und der Besuch eine Ameisenhalters. Grade letzterer war sehr spannend, da bin ich dann auch mit der nächsten Kolonie nach Hause gefahren, mit der ich eigentlich gar nicht gerechnet habe...

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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 23. Oktober 2017, 13:43

September 2017: Jetzt geht's an die Körner... Einzug Messor barbarus


Wie es mit den Messoren anfing, könnt ihr auch hier nochmal nachlesen.

Ein Volk, das mir aktuell noch am meisten Spaß macht. Gut, man könnte sagen, dass sie auch die einzigen sind, die nicht in Winterruhe oder angehender Winterruhe sind.
Will jetzt auch nicht zu viel schreiben, was im anderen Thread auch nachzulesen ist.

Aktuell habe ich ein zweites RG neben das RG-Nest gelegt und beides mittels Karton leicht abgedunkelt. Ich hoffe so, dass die Messor dann ihre Körner im komplett trockenen RG lagern und im feuchten Nest mehr Platz für die Brut haben.
Ich schaue 1-2 mal pro Woche in das Nest, das ist bei den Messoren leider immer ein mega-Theater. Die sind nervös ohne Ende und krabbeln dann auch rum wie die Wilden. Habe Angst, dass die Königin irgendwann kaputt geht von dem ganzen Stress.

Meine Makro-Linse fürs Handy müsste diese Woche hier ankommen, dann gibt es mal Bilder. Auf jeden Fall haben sie viel Brut in teilweise beeindruckenden Größen.
Die angebotenen SimAnts-Nester werden immer wieder mal begutachtet, aber ein Umzug steht offenbar nicht kurz bevor. Ich möchte es aber auch nicht erzwingen. Ich könnte einfach die Verdunkelung entfernen und denke, dass dies evtl. schon ausreichen könnte als Anreiz. Muss ja aber nicht sein, solange sie sich wohlfühlen.

Bin jetzt nur am überlegen, was ich als nächstes für Futter kaufe. Löwenzahn und Grassamen ist grad wetterbedingt... ich sage mal "suboptimal". Und das Futter von Antstore ist einfach übertriebenst teuer. Wenn ich überlege, ich könnte meinen Honig zu solchen Kilo-Preisen an den Man bringen, würde ich nicht mehr arbeiten gehen....

Noch nicht ganz klar ist, wie ich nächstes Jahr mit den Messoren weitermachen will. Es gibt eigentlich zwei Varianten:

- großes, externes Nest (entweder SimAnts (die haben jetzt auch große, stehende) oder ein Betonnest + Arena (60-80 cm)
oder
- großes Formikarium (80-100 cm) mit "untenliegendem" Ytongnest und Plexiglasauflagefläche als Arena

Bin mir noch unsicher, habe das Ameisenregal für 2018 aber auch noch nicht fertig geplant. Beides hat finde ich seinen Reiz. Was meint ihr?

Ansonsten: Das Formikarium steht grade noch auf meinem Terrarium... da die Kornnatter auch bald in Winterruhe geht, ist deren Heizlampe jetzt aus. Jetzt haben die Messor nur noch ihre 3W Heizmatte. Die schalte ich Mitte November aus, dann kommen sie nochmal für 6 Wochen in den ungeheizten Abstellraum... dann wird wieder hochgefahren.


Die Messoren gehören auch deshalb zu meinen Lieblingen, weil sie halt durch die Körnerfütterung unglaublich pflegeleicht sind. Fruchtfliegen wurden immer direkt auf den Müll getragen, die brauchen da grade wohl nichts.
Ein erfahrener Ameisenhalter hat mir nur gesagt, dass Messoren ziemlich viel Dreck machen....
Aktuell kann ich das noch nicht bestätigen, ich bin aber mal gespannt, wie es sich weiter entwickelt...


Ansonsten gibt's grade nicht viel zu denen zu erzählen.. ich denke auch nicht, dass sich da viel tut noch in diesem Jahr!

Hier geht's wieder zum Diskussions- und Fragenthread!

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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 23. Oktober 2017, 15:41

September 2017: Kommt eine Solenopsis geflogen...

So, habe jetzt ja genug Ameisen und will auch keine mehr. An einem schönen, sonnigen Sonntag beim Mittagessen auf der Terasse ist aber direkt auf mich zu eine Solenopsis fugax Gyne gekrabbelt.
Hier gibt es nicht viel zu berichten. Sie liegt seit Wochen auf meinem Terrarium, hat schon Eier und Brut. Aber noch keine Ameisen.
Aber da es jetzt ziemlich spät ist, werde ich sie in den nächsten Wochen auch in ihre Winterruhe schicken und auf nächstes Jahr hoffen.


September/Oktober 2017: auf Forschungsreise auf Malllorca

Auch hierzu gibt es einen eigenen Thread, siehe auch hier.

Habe mich ja versucht vorher zu informieren, war aber nicht besonders ergiebig.
Vor Ort habe ich dann tatsächlich sehr viele interessante Ameisen entdecken können. Leier hatte ich da noch keine Linsen für mein Handy, daher gibt es nur sehr schlechte Bilder.

Was vor Ort grade richtig viel unterwegs war, ist die Art Crematogaster scutellaris. Die sind imho auch die einzigen, die um diese Jahreszeit noch Schwarmflug hatten. Sehr, sehr elegante Tiere, mit dem spitzen, fast schon herzförmigen Gaster und den roten Köpfen.
Auf der Farm/Finka, auf der wir gewohnt haben, waren mindestens vier mir bekannte, große Nester. Man hört diese richtig in dem Totholz nagen und die Späne nach außen tragen. Tolle Tiere.

Da diese erst nachts schwärmen, konnte ich leider nie direkt fangen. Ich hatte aber einen schönen Brunnen nicht so weit weg, aus dem ich am Folgetag schwimmende Gynen fangen konnte. Ich vermute jedoch, dass von fünf importierten Gynen nur 1-2 begattet sind. Das wäre natürlich schade, würde mich aber freuen, wenn es wenigstens eine wäre. Würde ich dann tatsächlich auch behalten, aber mit Sicherungsmaßnahmen, da ich im Holzständerhaus doch etwas Angst hätte, dass die Kolonie auszieht.


Was ansonsten sehr häufig zu sehen war, waren Messoren. Für mich schwer erkennbar, allerdings häufig am Eintrag von Körnern und Sämereien erkannt. Messor barbarus halte ich für wenig wahrscheinlich, die Tiere waren dafür eigentlich zu klein. Eine genauere Bestimmung würde ich mir aber nicht zutrauen.
Tragisch war ein Erlebnis direkt am Frühstückstisch... hier waren grade sehr viele Messor unterwegs um die Reste des Frühstücks einzutragen, als eine Glucke mit zwei Küken kam, die nahezu die komplette Außenmannschaft innerhalb von Sekunden aufgepickt hatten.

That's life.

Leider war hier nichts zu machen, ausgraben wollte ich aus diversen Gründen nicht. Ich hoffe, ich verrate nicht vorab zu viel: Ich habe außer den Crematogaster nichts mitgenommen.


Andere Arten konnte ich teilweise nicht bestimmen. Sehr elegant fand ich auch Aphaenogaster cf. senilis. Tolle, sehr elegante Tiere, von denen ich aber nur 2-3 im Außenbereich sehen konnte. War offenbar eh Glück, die Art gilt ja eher als nachtaktiv.
Wenn letzerer Punkt nicht wäre, durchaus ein Haltungskandidat für später. Aber so eher auf der "Maybe"-Liste.


Aktueller Stand der Ameisen mit Abschluss dieses Kapitels:

- 5x Lasius niger (Gründerkolonien)
- 2x Lasius flavus (einmal gegründet (4 Ameisen), einmal nur Brut)
- 2x Lasius emarginatus (Gründerkolonien)
- 1x Messor barbarus (Kleinkolonie)
- 1x Solenopsis fugax (mit Brut)
- 5x Crematogaster scutellaris (in Wartestellung, hoffentlich begattet)

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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 24. Oktober 2017, 10:43

Oktober 2017: Der goldene Oktober bringt auch noch die erste Camponotus....

Heute mal wieder mit Bild. Achja, heute kam auch meine Makro-Linse für's Handy an. Ich hoffe also, dass ich bald mal ein paar hochwertigere Makroaufnahmen machen und hier einreichen kann.

Naja, wie ihr gelesen habt, mache ich mir viele Gedanken über die zukünftige Gestaltung der Ameisenanlage(n) bei uns im Haus. Auf Facebook hatte ich ein interessantes Angebot gesehen: Jemand wollte ein optisch schönes Terrarium/Aquarium/Formikarium verschenken, siehe Bild. Aber nur gegen Abholung. (Da man auf dem Bild keine Anhaltspunkte hat: Das Becken ist 100 cm breit)

Na gut, dass ich da geschäftlich einigermaßen nah vorbeikommen würde. Nach kurzer Diskussion mit dem bisherigen Halter und meiner Frau, war fix ein Abholtermin ausgemacht.

Aber: In dem Formikarium leben noch Ameisen. Genauer gesagt: Camponotus vagus. Leider wohl auch Futtermilben, die sich auf ausgekommenen Schaben vermehrt haben. Aber das werde ich schon in den Griff bekommen.
Ihr seht das Becken im Anhang. Es ist voll mit Totholz, eine Lampe(nfassung) ist dabei, ein Deckel aus Holz, an dem von unten der Ausbruchsschutz dran ist. Die Kolonie scheint zwei Jahre alt zu sehen, da sie aber nicht einsehbar ist, kann die Größe nur geschätzt werden.
Laut Vorbesitzer sind bei Wärme immer mal wieder 20-30 Tiere aktiv unterwegs, auch schon Majore.

Da er das Becken vor der Abholung wärmer stehen hatte, konnte ich ein paar einzelne dieser Ameisen auch rumlaufen sehen, aber mehr auch nicht. Habe das Becken auch direkt in die ungeheizte Garage gestellt, die Tiere sind also sofort eingewintert worden.

Die genaue Herkunft der Ameisen scheint unbekannt. Da ich selbst vorher gesehen habe, dass die Art in Süddeutschland auf der roten Liste steht, habe ich nachgefragt. Ursprünglich kommen sie wohl von Herrn Kalytta.


Was aber noch viel interessanter war: Die restlichen Ameisen des Vorbesitzers:

In einem Raum hatte er mehrere Formikarien stehen, welche meine ich, auch alle bewohnt waren. Ein Hochterrarium mit Oecophylla smaragdina, ein Trockenbecken, ein paar Gründerkolonien und zwei große Tropenbecken. Eines war ein Gemeinschaftsformikarium... eine sehr kleine Ameisenart, deren Namen ich mir nicht merken konnte (lebt im Bambus, ich glaube es müssten Pseudomyrmex sp. gewesen sein), Polyrhachis dives und die Überreste einer Camponotus gigas Kolonie. Letztere wurde verkauft, es liefen aber noch Arbeiterinnen herum, die leider nicht im Nest waren.
Sehr, sehr beeindrucken. Vor allem das Becken an sich auch wirklich toll gemacht mit Beregnungsanlage usw.
Wirklich beeindruckend, wenn man sonst nur Messor Minore oder Lasius Pygmäen kennt.

Das andere war ein Südamerika-Formikarium. Ich weiß nicht sicher, welche Art drinnen war... wenn ich den Vorbesitzer und seine Haltungsberichte Google, dann könnte es Paraponera clavata gewesen sein.


Vor allem: Er sagte mir, dass die Tropenbecken am wenigsten Arbeit machen. Durch die automatische Beregnung und Beheizung und auch durch die Cleaning Crew (Asseln und Springschwänze am Boden). Da hab ich natürlich auch Blut geleckt. Irgendwann kommt ein Tropenbecken her....


Ausblick

Naja... Ameisen hab ich ja eigentlich genug. Viel zu viele, wenn man es richtig nimmt.
Aber ich will diese ja nicht alle behalten, zumindest nicht langfristig. Ich meine, es macht wenig Sinn, fünf Lasius niger Kolonien zu halten, die vermittel ich lieber in gute und vertrauensvolle Hände.

Eigentlich dachte ich ja, dass ich mal ein Tropenbecken mit Odontoponera transversa möchte... aber mir wurde jetzt zu was anderem geraten:

Diacamma sp. Ceylonse. Die sollen wohl richtig toll sein. Groß, sehr (tag)aktiv, immer was los....

Mal schauen. Jetzt muss ich planen, ob ich nicht auch mal ein großes, Gemeinschafts-Tropenformikarium einrichte. Habe aber noch keine Ahnung, mit welcher Art Ponerien vergesellschaftet werden könnten. Mir wurde geraten, gleich nachzufragen, wann die Diacamma wieder verfügbar wären... aber jetzt muss erstmal der Rest geplant und gebaut werden, vielleicht geht ich dann 2018 an die Planung (!) des Beckens. Schauen wir mal...

Also... der übertriebene Bestand ist dann hiermit noch gewachsen auf:

- 5x Lasius niger (Gründerkolonien)
- 2x Lasius flavus (einmal gegründet (4 Ameisen), einmal nur Brut)
- 2x Lasius emarginatus (Gründerkolonien)
- 1x Messor barbarus (Kleinkolonie)
- 1x Solenopsis fugax (mit Brut)
- 5x Crematogaster scutellaris (in Wartestellung, hoffentlich begattet)
- 1x Camponotus vagus

Langfristig plane ich aber hier vier mal L. niger, 1x L. flavus, 1x L. emarginatus und (max.) 4x Crematogaster sicher abzugeben. Das ist dann noch wirklich immer noch übertrieben für einen Anfänger!

Diskutieren dürft/sollt ihr wie immer hier!
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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 4. März 2018, 11:44

Hallo zusammen,

auch wenn ich über die wenige Beteiligung (auch in anderen Threads über Tagebücher, Haltungsberichte o.ä.) etwas enttäuscht bin, hab ich doch wenigstens ab und zu Lust etwas kleines zu schreiben.

Gestern hab ich ein Schnäppchen gemacht und habe mein Equipment sehr erweitern können. Bilder könnt ihr im Anhang sehen.

Neu sind:
- Ameisenarena 40 x 30 x 30 mit Glasrahmen, Deckel und fest eingebauter Deko (Pyramide, Boden usw)
- Ameisenarena 30 x 20 x 20 mit Glasrahmen, Deckel
- Ameisenarena 30 x 20 x 20 mit eingebauter Glasscheibe für Nest (aktuell mit Gipsnest) + Glas/Gitter-Alu-Deckel
- Ameisenfarm 39 x 30 x 2,8 cm (Größe "L" gemäß Antstore)
- Ameisenfarm 30 x 20 x 2,8 cm (Größe "L" gemäß Antstore)
- Ausbruchsschutz für die nächsten Jahrzehnte
- 2x Heizlampenfassung mit insgesamt vier Birnen
- große Heizmatte
- 2 elektrische Lüfter
- Pinzetten, Tränken, Hygrometer... Zubehör allgemein...

Zusätzlich von mir im Bestand noch (was aktuell noch auf Benutzung wartet)

- Aquarium 30 x 20 x 20 ohne Deckel, ohne Bohrungen
- Arena 30 x 20 x 20 mit Aludeckel (Antstore, waren bis vor einigen Wochen die Messor barbarus drin)
- Arena 20 x 10 x 10 mit Glasrahmen und Glasdeckel
- 2x Simants-Nest liegend, Größe S
- diverse Ytong-Nester und -Versuche


So langsam mache ich mir Gedanken, welche Ameisen in welche Nester bzw. Formikarien sollen. Was ich mit der kleinen Ameisenfarm mache, weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht.




Messor barbarus:
Sitzen seit einigen Wochen im Formikarium 60 x 35 x 30 mit Aludeckel. Ytongnest untenliegend. Die Ameisen sind ins Ytongnest eingezogen, es ist warm und feucht. Sie ziehen Brut auf. Alles i.O.
Sie bekommen noch eine kleine Heizmatte, damit im Nest dann nach der Übergangszeit schön warm ist. Momentan ist es durch die Heizlampe des Terrariums unter dem Formikarium ausreichend warm.


Camponotus vagus:
Sind noch in der Winterruhe. Leider ist es in dem Keller dort so feucht, dass sogar teilweise Schimmel außen am Formikarium war. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das umgehen kann und was ich tun soll. Andere Arten von Keller habe ich nicht, maximal noch Garage. Aber da fahren täglich Autos rein, das ist sicher nicht viel besser.
Gewölbekeller mit Sandstein ist eher noch feuchter.
Sind und bleiben erstmal in ihrem Becken 100 x 40 x 40. Das muss ich im Frühjahr mal reinigen (Scheiben usw) und sie bekommen eine kleine Heizlampe rein, damit sie besser wachsen. Leben aktuell irgendwo im Holz in diesem Becken.


Solenopsis fugax:
Habe am Freitag die Winterruhe aller Ameisen kontrolliert.
Wie gesagt, die Ameisen sind in einem leicht zu feuchten Keller, in dem teilweise geringste Frosttemperaturen waren. Alle Lasius sitzen zusammengeknödelt und sind i.O. Die Solenopsis-Gyne lag leider auf der Seite und hat sich nicht mehr bewegt.
Ich habe diese mitgenommen ins Haus und in den Abstellraum bei ca 12-15 °C gelegt.
Leider lag sie am nächsten Tag dann in einer Pfütze. Das Wasser war vorher nicht gefroren hat sich durch den Temperaturunterschied aber massiv durch die Watte gedrückt. Ich hatte das Volk (es gibt noch Eier und auch Larven) bereits aufgegeben und wollte es verfüttern.
Am nächsten Morgen hat sich die Gyne aber doch bewegt. Ich habe mit Watte und Zewa das RG trockengelegt und die Gyne "gerettet". Ich habe dann noch einen 2cm Stopfen aus Steckmoos eingebracht, in welchen sich die Gyne zurückziehen könnte, wenn sie es will.
Ich gebe das Volk nicht mehr in den Keller. Sie werden noch ein paar Wochen im Abstellraum bleiben, später kommen sie mit ins Wohnzimmer.
Ich werde eine kleine Schachtel aus Kunststoff mit Klarsichtdeckel bauen, in welchen 2-3 RG kommen. Dieses Nest wird dann mit Schlauch mit dem Formikarium 20 x 10 x 10 verbunden, hier sollen diese Ameisen fürs erste bleiben. Weitere Technik ist erst einmal nicht vorgesehen.


Crematogaster scutellaris:
Hier sind ja noch zwei Gynen übrig. Die Brut bzw. Eier wurden über den Winter alle wieder aufgefressen.
Beide Gynen liegen aktuell in ihrem RG in der Arena der Messor rum und bekommen dadurch wieder Wärme. Eine der Gynen hat leider immer noch einen Flügel. Weiß ehrlich gesagt nicht, ob das was wird.
Aufgrund der Strapazen und dem Auffressen der Brut habe ich mich dafür entschieden die Gynen zu füttern. Jede Gyne hat einen Tropfen (Tropfen im Sinne von "was an der Spitze eines Zahnstochers haften bleibt") Ahornsirup und eine Fruchtfliege bekommen und sitzen abgedunkelt drin.
Um ihnen Ruhe zu geben hab ich nach einer Woche zum ersten Mal wieder reingeschaut.
Gyne 1 hat Eier gelegt. Gyne 2 ist mit ihrem Flügel im Ahornsirup kleben geblieben.
Also habe ich diese befreit und hoffe, dass es was wird. Ansonsten hab ich nur ein Volk, das würde mir ja auch reichen.
Die Crematogaster werden aufgrund der schnellen Volksentwicklung vorerst in das Formikarium 40 x 30 x 30 cm ziehen. Als Nest dient die 39 x 30 x 2,8 cm Ameisenfarm. Ich werde eine Korkplatte darin einpassen und eine Kammer vorfräsen, den Rest sollen sie selbst machen.
Ich habe einige Berichte gelesen, in denen das super funktioniert hat. So leben sie "im Holz", ich habe die Farmen genutzt UND kann was sehen. Ich denke, das ist die beste Lösung.
Wollte Ihnen eigentlich "nur" einen Holzklotz in die Arena geben, hätte dann aber sehr viel Einsicht verschenken müssen.
Sie bekommen eine Heizmatte an das Nest und eine Heizlampe in die Arena. Dann sollten diese vermutlich richtig explodieren.


Lasius flavus:
Ich vermute, hier wird nur ein Volk übrig bleiben. Das eine Volk mit den drei Gynen hat ja alle gekillt bis auf eine. Das andere Volk mit der einzelnen Gyne ist noch weit hintendran.
Das Volk zieht in eines der 30 x 20 x 20 Formikarien. Als Nest dient eines der Sim-Ants-Nester, welches ich extern anschließe über Schlauch. Weitere Technik nicht geplant


Lasius niger:
Hier habe ich ja eigentlich viel zu viele. Natürlich.
Ich will langfristig eigentlich nur ein Volk behalten. Maximal zwei um ggf. einer sozialparasitären Art einen Wirt zu bieten. Oder die Solenopsis fugax in Aktion zu sehen.
Leider sind die Ameisenfarmen durch ihre Breite zu groß für Lasius niger.
Ein Volk bekommt das 30 x 20 x 20 Aquarium ohne alles. Darin lege ich intern ein großes Ytong-Nest.
Ein zweites Volk will ich in dem Gips-Nest halten. Ich bin nur unsicher, ob ich das Gipsnest in dem internen Nesthalter integriere oder in die externe Ameisenfarm.

Aber was mache ich dann mit dem anderen Nest?
Ich würde gern ein Volk halten und dieses selbst in Sand-Lehm ihr Nest graben lassen. Ich habe allerdings keine Art, die mit 2 cm Innenmaß zurechtkommt ohne, dass die Einsicht zu sehr leidet.


Lasius emarginatus:
Möchte ich eigentlich beide abgeben.



Wenn ich mich nicht verzählt habe, müsste ich dann noch ein Reserveformikarium übrig haben. Entweder das mit dem integrierten Nest. Oder eben ein blankes und eine externe Farm. Da weiß ich eben noch nicht, was ich damit so richtig anfangen soll. Aber Reserve ist ja nicht schlecht.



Allgemein:
Ich muss noch überlegen, wie ich das alles in mein Wohnzimmer integriere. Ich brauche ein Regal oder eine Schrankwand. Aber: Ich könnte es handwerklich selbst bauen aber nicht optisch schön, ich muss mir da was machen lassen. Wenn jemand da einen guten Tipp hat für maßangefertigte Sachen, bitte her damit.
Ich denke grade an Möbelum, weiß aber nicht so richtig, wie das klappt.
Da doch einige Formikarium Beleuchtung oder Beheizung brauchen, benötige ich auch eine Schaltzentrale für Zeitschaltuhren, Dimmer, Steckdosen, Kabel. Alles soll am Ende Wohnzimmertauglich und optisch ansprechend werden.


Über Tipps bin ich dankbar!


Wenn ich was vergessen habe oder ihr Fragen habt, bitte meldet euch. Bin lernwillig ;-)
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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 8. April 2018, 08:02

Hier mal ein ganz kurzer Überblick:

M. barbarus:
Der Kolonie geht es meines Erachtens sehr gut. Sie haben eine Heizmatte vor dem Nest, sehr viel Brut, auch viele Nacktpuppen. Da kommt demnächst ganz schön was nach.

C. scutellaris:
Die eine Königin ohne Flügel hatte ihre Brut wieder aufgefressen. Jetzt hat sie wieder Eier. Die Königin mit einem restlichen Flügel hat nun auch Larven, da müsste es bald losgehen!

L. niger:
Habe zwei Kolonien behalten, die anderen leben jetzt (hoffentlich noch) in meinem Garten. Eine Kolonie ist direkt aus dem RG in einen Blumentopf gezogen.
Eine der Kolonien hat extrem viele Larven, trägt aber weder Kohlenhydrate noch Proteine ein. Die andere Kolonie hat weniger Brut hat gestern nach dem Füttern allerdings innerhalb von 30 Minuten vier Fruchtfliegen zershreddert und eingetragen und auch Ahornsirup gesüffelt.

L. flavus:
Eine Gyne wieder freigelassen (immer noch ungegründet), die andere hat immer noch vier Arbeiterinnen. Weder KH noch Proteine werden angenommen.

L. emarginatus:
Wie angekündigt verschenkt.

C. vagus:
Mein größtes Sorgenkind, siehe auch hier.

Tagebuch des Schreckens:

04.April:
Formikarium wird aus dem Abstellraum ins Wohnzimmer gestellt. Es waren tausende Milben zu sehen.
Seit dem wurde jeden Tag feuchte Schwämme ausgetauscht und überbrüht, das Formikarium abgeklebt, damit nichts raus und rein kann.

06. April:
Die Ameisen zeigen sich manchmal, aber maximal vier Stück gleichzeitig. Überall liegen Tierreste im Formikarium, weil dem Vorbesitzer mal Schaben ausgebüchst sind, welche sich unkontrolliert vermehrt haben.
Tagsüber ist eine 25W Heizlampe an, es sind immer Arbeiterinnen unterwegs.
Kohlenhydrate werden nicht aufgenommen. Mehlwürmer auch nicht.

07. April:
Das Formikarium wird komplett von seiner Deko befreit. Das Holz und die Steine werden im Ofen bei 100 °C ca 30 Minuten gebacken. Eine große Wurzel bekomme ich nicht raus. In einem morschen Stück Holz vermute ich das Nest, weshalb ich trotz hoher Milbenzahlen auf ein Backen verzichte.
Nachdem alles raus ist, sehe ich auf dem Boden nicht wirklich was. Nirgends scheint es ein Nest zu geben.
Die ganzen Futtertierleichen werden entfernt, es ist ekelhaft viel.

Die Kolonie bekommt neue RG mit Wasser als Tränke, Fruchtfliegen und Ahornsirup. Nichts davon wird angenommen.
Nachts finde ich noch eine Ameisenleiche in einem RG, wie die da hingekommen ist und warum ist eine gute Frage. Sie wird schon von den Futtermilben belagert und bearbeitet. Scheisse.


Was ich mich jetzt frage (bitte helft mir, ich frage das mich UND euch):

- Wie erkenne ich, ob in dem Formikarium überhaupt noch ein Volk ist und nicht nur die letzten Arbeiterinnen halt rumlaufen bis sie umfallen?
- Würde ein Volk, welches ca. 3 Jahre alt ist im Winter bei ausreichend Wasserzugang das Nest selbst befeuchten können?
- Ist das Volk evtl. in der Winterruhe gestorben, weil ich nur 3-4 mal das Formikarium mit einer Sprühflasche befeuchtet habe?

Wie gesagt, auch der Vorbesitzer wusste nicht, wo das Nest sein könnte, deshalb war eine konkrete Befeuchtung einfach nicht möglich...

Ich bin verzweifelt und traurig.
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Re: Seikilos' Ameisentagebuch

Beitragvon Seikilos » 8. April 2018, 16:09

Ich hab jetzt nochmal ein paar Bilder gemacht.

Man sieht das Formikarium. In der Mitte ist der etwas morsche Holzklotz, in welchem ich das Nest vermute. Rechts die Wurzel. Alles andere war, mit Ausnahme des Bodengrundes nun gestern im Backofen.

Am Ahornsirup sieht man nach wie vor keine Ameise. In dem Schnapsglas sind Fruchtfliegen. Ich habe mal mehrere rein, deshalb kann ich nicht beurteilen, ob schon eine fehlt. Sieht aber nicht so aus.
Ich hab extra noch ein Holz rein, damit die Ameisen besser reinkämen.

Auf dem einen Bild sieht man "die" vier Arbeiterinnen. Mehr hab ich noch nicht gesehen.

Den Holzklotz aufbrechen oder anderweitig gewaltsam öffnen wollte ich eigentlich nicht.
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