Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.

Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Mauermeise » 14. November, 2017, 18:06

Ich hab nun eine ganze Weile gesucht aber meistens sind es nur beiläufige oder ungenaue Angaben.

Ich "bewässere" mein Betonnest (oder besser habe es vor) nicht direkt auf den Beton sondern durch eine Gaze mit Watte, dadurch sollte generell die Luftfeuchtigkeit im Nest erhöht werden, aber ich bin mir unsicher welche Luftfeuchtigkeit Lasius braucht.
Auch wüsste ich gerne ob das Nest ansich feucht sein sollte, also der Beton oder ob es reicht wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist .... und der Beton daher die Feuchtigkeit aufnimmt.

Eventuell mach ich mir auch einfach zu viel Gedanken .... hab nun ein Hygrometer ins Nest gelegt aber der Beton ist noch ein bischen feucht, von daher ist die Luftfeuchtigkeit momentan eh bei 80-90% ..... sobald es vollständig getrocknet ist möchte ich aber bis Ende der Winterruhe schauen mit welcher Befeuchtungsmethode ich auf die ideale Luftfeuchte/Feuchte im Nest komme.
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Re: Lasius Nest Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit?

Beitragvon Maddio » 14. November, 2017, 18:43

Lasius ist eine Gattung und keine Art. Innerhalb der Gattung Lasius gibt es viele unterschiedliche Arten, von den schwarzen Wegameisen (Lasius niger), hin zu den glänzendschwarzen Holzameisen (Lasius fuliginosus), welche Kartonnester baut, und entsprechend andere Anforderungen an die Nestfeuchtigkeit hat.

Du musst also schon etwas genauer schreiben, um welche Art oder Untergattung es geht.
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Re: Lasius Nest Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit?

Beitragvon Mauermeise » 14. November, 2017, 20:04

Lasius niger

Hast du da denn einen Wert für mich? ;)

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Re: Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Maddio » 14. November, 2017, 20:37

Lasius niger ist besonders deshalb als Kultufolger so erfolgreich, weil sie sich gut an widrige Bedingungen anpassen kann, diese Art hat also eine große Spannweite an Nistbedingungen, die sie tolerieren kann.

Sie brauchen also nicht zwingend eine konstante Luftfeuchtigkeit.

In der Haltung will man es natürlich möglichst angenehm für seine Schützlinge machen.

Lasius niger baut in der Natur in hochgrasigen Wiesen oft Erdhügel. Diese Erdhügel sind vergleichsweise trocken von innen und werden besonnt. Dort werden die Puppen gelagert.

Auch bei Nestern unter Steinen findet man die Puppen an der relativ gut belüfteten Stelle zwischen Stein und Erdnest, so dass sie am trockensten Ort gelagert werden.

Die Antwort ist also, optimalerweise brauchst du ein Feuchtigkeitsgefälle im Nest.

Im feuchten Bereich werden die Larven gelagert, im trockenen die Puppenkokons. Die Eier werden oft im Übergang zwischen den beiden Bereichen gelagert.

Auf diese Weise können die Ameisen selbst entscheiden, wo sie die verschiedenen Brutstatdien lagern. Ihre Sinne arbeiten sehr viel genauer als die Messtechnik im Hobbybereich. Also mach dir keinen Kopf über irgendwelche Zahlenwerte.

Wie du das Gefälle realisierst, dass ist deine Sache. Du kannst ein großes Nest anbieten, wo du nur eine Seite befeuchtest. Oder du bietest zwei getrennte Nestbereiche an.
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Re: Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Mauermeise » 14. November, 2017, 21:30

Danke erstmal für deine Antwort. Du hast mich tatsächlich wieder daran erinnert (nach ein paar Jahren Ameisenpause ^^) das unterschiedlich gelagert wird. dafür erstmal vielen Dank! :)

Ansonsten ist die Aussage aber leider wieder recht schwammig.
Puppen brauchen es ja vorallem warm, okay das ist klar ... aber Erde ist in der tiefe in der z.b. die Gyne lebt ja immer feucht. von daher gibt es doch zumindest dort eine feuchtigkeit die interessant zu wissen wäre.

Und da ich eine neue Bewässerrungsmethode austesten möchte mit der eigendlich nur die Luftfeuchtigkeit angehoben wird muss ich das dann eben messen. Wahlweise hab ich aber auch andere bewässerrungseinsätze konstruiert um das Nest tatsächlich feucht zu halten ... die Frage ist nur ob das nötig ist.

Beim Thema Feuchtigkeitsgefällt sind wir wieder bei der Feuchte das Nistmaterials. das wird bei mir dann ja quasi nur passiv durch die Luftfeuchtigkeit "befeuchtet". ist also nicht so wie bei Ytonstein der sich voll saugt sondern eher wie Acrylnester mit gipspunkten als bewässerrung.
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Re: Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Maddio » 14. November, 2017, 22:02

Mauermeise hat geschrieben:Ansonsten ist die Aussage aber leider wieder recht schwammig.


Die Ameisen werden die Brut dort lagern, wo es ihnen am Besten gefällt. Und selbst die Arbeiterinnen untereinander sind sich oft nicht einig, so dass Brut ständig hin und her getragen wird. Es gibt keine konkrete Zahlenangabe. Junge Puppen werden anders gelagert als alte Puppen usw..

Mauermeise hat geschrieben:Puppen brauchen es ja vorallem warm, okay das ist klar ...


Das stimmt zwar, aber worauf ich hinaus wollte ist, sie werden bevorzugt trocken gelagert.

Mauermeise hat geschrieben:aber Erde ist in der tiefe in der z.b. die Gyne lebt ja immer feucht. von daher gibt es doch zumindest dort eine feuchtigkeit die interessant zu wissen wäre.


Ich habe das Gefühl, du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen. Ich habe ausdrücklich davon geschrieben, dass du auch einen feuchten Bereich anbieten sollst. Die Königin ist aber nicht speziell in besonders feuchten Bereichen zu finden, sondern einfach nur weit vom Nesteingang entfernt, zur Sicherheit. Sie wandert i.A. gelegentlich durch die Kammern.

Es sind vor allem die Larven, welche es besonders feucht brauchen/mögen.

Mauermeise hat geschrieben:Wahlweise hab ich aber auch andere bewässerrungseinsätze konstruiert um das Nest tatsächlich feucht zu halten ... die Frage ist nur ob das nötig ist.


Ja, klar. Befeuchte einen Teil des Nests. Dadurch entstehen feuchte und trockene Bereiche, und die Ameisen suchen dann die besten Lagerplätze für die jeweiligen Brutstadien.
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Re: Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Mauermeise » 14. November, 2017, 23:37

Ich bewässere das Nest ja nicht direkt. Es gibt einen kleinen mit Kunststoff ummantelten Bereich, der sich an der Wand des stehenden Nests befindet, der befeuchtet wird und aus Gaze mit Watte dahinter besteht. Dadurch wird die Luftfeuchtigkeit im Nest erhöht.

Wenn die Larven nun feuchten Untergrund brauchen ist das etwas anderes als eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Mir geht es gezielt um den unterschied ob Luftfeuchtigkeit hoch reicht oder ob das Nistmaterioal (also der Beton) auch nass sein muss. Wirklich unterschiedliche Feuchtigkeitszogen gibt es im Nest nicht durch die Nestmaterialfeuchte, da das Nest ansicht nicht direkt bewässert wird.
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Re: Lasius niger - Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit im Nest?

Beitragvon Serafine » 15. November, 2017, 00:25

Am besten schließt man einfach ein RG an das Nest an, dann können die Ameisen auch mal Brut direkt an die feuchte Watte legen (meine Camponotus barbaricus largern ab und zu Puppen im Wasser-RG, vermutlich die die kurz vorm schlüpfen sind und die Lasius niger drücken sie manchmal sogar direkt gegen die feuchte Watte).
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