Schwerer Start

Schwerer Start

Beitragvon LuckyNo7 » 2. Februar 2018, 14:54

Hallo liebe Ameisenfreunde,
Ich habe seit 6 Monaten eine Componotus nicobarensis Kolonie, welche sich nur schleppend entwickelt. Hatte bis vor 2 Tagen 10 Arbeiterinnen. Gestern sind 6 Arbeiterinnen auf einen Schlag gestorben!
Zu meinem Setup: Ich besitze ein vorgefertigtes Gipsnest mit angeschlossener Arena. Das Gipsnest befeuchte ich nicht, da mir die Schimmelgefahr zu hoch ist (der Müllhaufen liegt innerhalb des Nestes in einer Ecke). Das Wasser habe ich bis vor 2 Wochen noch in einem Mini-Reagenzglas angeboten. Da mir die Lösung mit dem RG nicht gefallen hat, habe ich es durch diese Tränke ersetzt https://www.antstore.net/shop/de/Nahrun ... -5396.html.
Nun denn, ca. 1 1/2 Wochen nach dem Ersetzen der Tränke sind leider diese Todesfälle aufgetreten. Auch die langsame Entwicklung macht mir große Sorgen. 10 Arbeiterinnen in 6 Monaten sind selbst für meinen Geschmack zu wenig (kein Vergleich zu meinen Lasius niger, da waren es schon 70).
Auch ist mir aufgefallen, dass die Königin gestern, innerhalb des Nestes, den Standort gewechselt hat. Von der beheizten Mitte (8W Heizmatte) in eine unbeheizte Ecke. Darüber hinaus lungerten die (nun toten) Ameisen am Deckel der Arena herum.
Ich habe bislang 2 Mal die rote Folie entfernt um nachzuschauen (Mitte Dez. und vor ca. einer Woche). Ich konnte jedes Mal ein Ei-Paket sichten (ca. 7-10). Die Pygmäen sind bereits Anfang Dez. verstorben. Alleine durch die Anzahl der Eier müsste die Kolonie bereits viel mehr Individuen aufweisen.
Zuckerwasser/Ahornsirup und Eiweiß in Form von Mehlwürmern wird regelmäßig erneuert und wurde bis jetzt auch gut angenommen.
Ich tippe auf unzureichende Wasserversorgung. Ich kann dies jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Zumal die neue Tränke extra für Ameisen konzipiert wurde und ich auch in Haltungsberichten gelesen habe, dass diese Art auch mit einem trockenen Nest klar kommt.
Hat jemand von euch eine Idee oder bereits ähnliche Erfahrungen gemacht? Euer Rat wäre mir eine Hilfe.
mfg
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Re: Schwerer Start

Beitragvon Sir Joe » 2. Februar 2018, 15:49

Hallo LuckyNo7,

ein Bild von deinem Setup wäre sicherlich hilfreich, vielleicht sieht einer etwas, was dir noch nicht aufgefallen ist. Man kann zwar nur mutmaßen aber mein erster Verdacht liegt in der fehlenden Bewasserung. Ich habe bei meiner Kolonie irgendwann gemerkt, dass feuchte Bereiche insbesondere für die Brut gerne genutzt werden und würde dir deshalb raten, wenigstens ein Teil des Nestes leicht anzufeuchten. Schau einfach wie die verbliebenen Ameisen darauf reagieren, vermutlich wird die Brut an feuchterer Stelle gelagert.

Eine Andere Frage die sich mir stellt: Du hast keine Temperatur angegeben, weißt du wie warm dein Nest durch die Heizmatte wird? Wenn die Königin sich in einen unbeheizten Bereich zurückgezogen hat, ist es ihr vermutlich zu warm. Regelst du die Heizmatte irgendwie oder gibt die 24x7 Vollgas?

Die Wassertränke als Ursache möchte ich eigentlich ausschließen, auch wenn die letzten Todesfälle vielleicht mit der neuen Tränke einhergehen, hast du ja eigentlich schon seit längerem Probleme mit der Kolonie. Aber nur mal aus Neugier gefragt: Wurde die Tränke einfach nur aufgefüllt und angeboten oder hast du diese wenigstens einmal mit heißem Wasser ausgespült?

Schöne Grüße

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Re: Schwerer Start

Beitragvon Erne » 2. Februar 2018, 16:02

Teile die Analyse von Sir Joe.
Ist immer wieder nachzulesen, dass Ameisen ihr Nest selbst befeuchten wenn es Trinkwasser gibt.
Für einige Arten kann das sicherlich zutreffen, allerdings ist das keinesfalls zu verallgemeinern.

Diese Ameisen brauchen, als kleines Volk, eine ständige, geringe Nestfeuchtigkeit, sonst geht es nicht voran.
Ohne ausreichende Nestfeuchtigkeit, vertrocknen Eier, Larven.
Wenn es viele Hundert sind, kann langsam die Nestbefeuchtung zurück gefahren werden um zu sehen was geht.
Es ist allerdings äußerste Vorsicht dabei walten zu lassen, Umgebungsumstände können dazu führen,
das es nie ohne Nestbefeuchtung durch den Halter geht.

Ebenfalls von Sir Joe schon angesprochen, die Temperatur, zu viel des Guten bringt ebenfalls keine Weiterentwicklung.
8 Watt direkt unter einem Nest können ganz schön warm werden.
Möglichkeit: die Folie nur an einer Seite unterlegen.
Wird dieser Bereich von den Ameisen gemieden, einfach nur einen Teil der Heizfolie unterlegen.

Schaue ob Du nicht nur Mehlkäferlarven (Mehlwürmer) anbieten kannst.
Kleine Heimchen, Fliegen sind anfangs besser geeignet.

Grüße Wolfgang

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Re: Schwerer Start

Beitragvon LuckyNo7 » 2. Februar 2018, 19:24

Hi,

Vielen Dank für eure Antworten.
Der Temperaturfühler ist direkt auf der Rückseite der Heizfolie und die hat 3 Watt. Hab nochmal nachgeschaut ;-) 0-3 Uhr ausgeschaltet.
An welcher Stelle kann ich am Besten bewässern?
Sir Joe hat geschrieben:Wurde die Tränke einfach nur aufgefüllt und angeboten oder hast du diese wenigstens einmal mit heißem Wasser ausgespült?
Natürlich nicht :-(
image001.jpg
Unten Links der Müllhaufen.
Mitte Links die Königin. Die war vorher genau unten in der Mitte.
image002.jpg
image003.jpg

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Re: Schwerer Start

Beitragvon Erne » 2. Februar 2018, 19:34

Gehe ich richtig in der Annahme, dass sich der Nestdeckel kurzzeitig entfernen lässt?
Wenn ja, wäre es eine Möglichkeit, in dem Bereich wo die Königin sitzt, von oben mit einer Spritze Wasser auf den Gips zu geben.
Nach und nach immer nur etwas Wasser und beobachten wie es durch den Gips zieht.
Nur nicht mit einmal viel, das dauert ewig bis das aus einem Farmnest wieder raustrocknet.
Auch nicht das ganze Gipsnest befeuchten.
Kann gut möglich sein, das die Ameisen schon dahin ziehen wo es im Nest anfängt feucht zu werden.

Eine 3 Watt Heizfolie die dürfte gehen, normal ist es damit nicht machbar ein Nest in dieser Größe zu überheizen.

Grüße Wolfgang

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Re: Schwerer Start

Beitragvon Serafine » 2. Februar 2018, 21:23

Biete ihnen doch einfach ein großes Reagenzglas (10-15x150mm oder 30x200mm) an, vielleicht ziehen sie da ein. Generell sollte man kleine Kolonien im Reagenzglas halten, dort ist einfach eine viel konstantere Luftfeuchtigkeit gegeben. Ich würde das sogar als wesentlich wichtiger als Beheizung einstufen - die meisten Ameisen kommen mit Zimmertemperaturen von 20-25°C sehr gut zurecht, sie vermehren sich vielleicht etwas langsamer als bei 30°C, aber wenn man sie zu trocken oder zu warm hält vermehren sie sich noch viel schlechter (bis garnicht).

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Re: Schwerer Start

Beitragvon Sir Joe » 2. Februar 2018, 21:30

Die 29,3°C wie im Bild zu sehen, misst du also außerhalb des Nestes richtig? Überhitzung sollte also nicht das Problem sein, zumal die Heizmatte eh nicht das gesamte Nest abdeckt und somit ein gutes Temperaturgefälle entstehen sollte.
Versuch das Nest, wie von Wolfgang beschrieben, zu bewässern und dann sollte die Brut hoffentlich in nächster Zeit mal durchkommen.

Ein Reagenzglasnest, wie von Serafine vorgeschlagen, noch zusätzlich anzubieten wäre auch ein Versuch wert aber ich glaube wenn du ein wenig Feuchtigkeit in die Gipsfarm bringst, bleiben die Ameisen dort.

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Re: Schwerer Start

Beitragvon gruenemacht » 2. Februar 2018, 23:46

Ich habe auch ein Gips Nest und hatte anfangs große Probleme mit dem befeuchten und habe anfangs sogar zuviel befeuchtet und musste alles wieder trocken legen. Momentan Handhabe ich es so das ich alle 7 Tage 3-4 Tropfen oben mit der Pipette befeuchte. Anscheinend kommen Sie damit ganz gut aus, die Tränke in der Arena wird trotzdem sehr gut besucht.

Ich habe selbst auch eine kleine 4watt heizfolie von hinten angeklebt und erreiche innen 28 grad (1/4 des nestes). Eigentlich halten sich bei mir alle Arbeiterinnen mit Brut im warmen Bereich auf, die Queen wechelt auch bei mir oft die Bereiche und ist überwiegend im etwas kühleren Bereich.

Vielleicht könnte ich dir mit meinen Erfahrungen etwas weiter helfen, grad in Sachen befeuchten muss wohl jeder für sich die beste Lösung finden.

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