Mikroskop - Erfahrungen?

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Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon ReliAnt » 1. Juli 2018, 13:14

Hat jemand von euch Erfahrungen mit Mikroskopie im Bereich Ameisenhaltung und kann ein paar Tipps zur Anschaffung von Equipment geben?

Ich möchte in Zukunft in der Lage sein eindeutig bestimmen zu können.
Der Bestimmungsschlüssel von Seifert z.B. ist sehr gut aber man gerät recht schnell an die Grenzen ohne adäquate Vergrößerung wenn es z.B. um Behaarungsmerkmale geht oder relative Größen bestimmter Körperteile etc.
Mit einer Vergrößerung zwischen 40 und 1500 x sollte dies jedoch möglich sein mit etwas Übung.

Habe diesbezüglich die Fährte gerade erst aufgenommen.

Was mir wichtig ist:

- Preis bis 500 €
- Markenqualität
- AV-Out (Life-Bild des Objektivs soll auf den PC ausgegeben werden können) - damit ich die Bilder auch hier mit euch teilen kann.

Bezüglich Ausstattungsmerkmalen speziell für Ameisen bin ich jedoch überfragt. Auch was ich an Besteck wirklich benötige...

Es gibt auf Amazon einige Markenanbieter, die entsprechende Geräte anbieten. Namen nenne ich nicht.

Hat jemand Erfahrung und kann etwas helfen?
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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon User3165 » 1. Juli 2018, 21:24

Hey!

Hast du denn schon selbst Erfahrungen mit Mikroskopen?
Leider verfüge ich auf diesem Gebiet über keinerlei Fachwissen, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein Binokularmikroskop hier auf jeden Fall Vorteile bietet ;)

Liebe Grüße,
Gabs
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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon ReliAnt » 2. Juli 2018, 21:13

User3165 hat geschrieben:Hey!

Hast du denn schon selbst Erfahrungen mit Mikroskopen?
Leider verfüge ich auf diesem Gebiet über keinerlei Fachwissen, ich könnte mir aber vorstellen, dass ein Binokularmikroskop hier auf jeden Fall Vorteile bietet ;)

Liebe Grüße,
Gabs


Dank Dir für die Einschätzung.
Vor etlichen Jahren habe ich zu Ausbildungszeiten mal Kuhaugen mikroskopiert und ähnliches aber das ist 20 Jahre her und seitdem habe ich wenig Erfahrung damit.

Wenngleich: Ich kenne mich mit Optik schon ganz gut aus aus der Fotografie aber Mikroskopie ist eben doch noch was ganz Spezielles.

Habe gerade mal wieder etwas recherchiert und Mikroskope in der Preiskategorie ~ 300 € haben statt Okularen eine digitale Anzeige.
Sicher sind Profigeräte auch mit beidem zu haben, da wäre dann jedoch ein semidurchlässiges Prisma nötig um Kamera UND Okular mit dem Bild bedienen zu können denke ich mal.

Also ich werde mir auf der Homepage der Hersteller mal verschiedene Modelle ansehen.
Das bringt sicher auch neue Erkenntnisse.

Viele Grüße
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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon Chris Quinn » 3. Juli 2018, 07:57

Ich würde mich freuen, wenn Du uns zu diesem Thema auf dem laufenden hälst, denn es interessiert mich auch.
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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon ReliAnt » 26. Juli 2018, 17:37

So, nach gefühlt ewiger Wartezeit ist mein USB-Mikroskop nun gestern angekommen.
Da es einige von euch interessiert, möchte das Ergebnis des ersten Test's mit euch teilen:

Es handelt sich um ein Gerät, dass von einem relativ namhaften Hersteller von Optiken vertrieben und nach meiner eigenen Einschätzung zumindest teilweise auch von diesem oder mit diesem zusammen entworfen worden ist.
Meine Erwartungshaltungen waren bei einem Gerät um die 80 € nicht sonderlich hoch aber etwas mehr hätte ich mir dafür gewünscht.

Das Bild, dass dieses USB-Mikroskop liefert ist sehr, sehr bescheiden und ich bin richtig enttäuscht.
Hier ein Bild einer Lasius niger in maximaler Vergrößerung und in Auflichttechnik vom Mikroskop
Still0004.jpg


Dazu im Vergleich ein Bild, das ich mit meiner DSLR und Markoobjektiv geschossen habe von Lasius brunneus...
Diese sind nochmal etwas kleiner als Lasius niger aber mit ner Kamera komme ich da näher ran als mit einem USB Mikroskop.
IMG_0118.JPG


ERGO: USB-Mikroskop geht zurück - neues Gerät für ca. den doppelten Preis kommt am Samstag :)
Halte euch auf dem Laufenden

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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon Chris Quinn » 28. Juli 2018, 16:10

Ich kann Deine Enttäuschung verstehen. Hoffentlich berichtest Du auch von dem nächsten Gerät.
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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon ReliAnt » 28. Juli 2018, 23:54

Mit jedem Versuch wird man schlauer und schlauer :)

Heute kam das zweite Gerät an.
Ich nenne hier mal lieber keine Marken und Modellbezeichnungen, wenngleich die Geräte für den Preis sicher in Ordnung sind für den absoluten Anfang wenn man damit tatsächlich in die Mikrowelten eintauchen möchte.

Und genau da liegt das Problem: Unsere sechsbeinigen Freunde sind nach meinen derzeitigen Beobachtungen und dem derzeitigen Recherchestand einfach zu groß für die Mikroskopie im eigentlichen Sinne.

Was wir (oder zumindest ich) suche/n, nennt sich Stereolupe oder auch Makroskop!

Hier die Bilder des zweiten Gerätes, das ich heute intensiv getestet habe (Lasius niger und Camponotus nicobarensis "Xena" für die, die sich erinnern :) )
IMG_1844.JPG
IMG_1847.JPG
IMG_1848.JPG
IMG_1852.JPG
IMG_1859.JPG
IMG_1865.JPG

Die Bilder sind zwar besser als jene vom USB-Mikroskop aber das Gerät geht dennoch zurück aus verschiedenensten Gründen.
(z.B. starke sphärische Abberationen der Optik wie auf den Bildern zu sehen, Gerät schien schon gebraucht zu sein, mitgelieferte und mitbezahlte Kamera ist absoluter Murks,...)

Und wie gesagt: ein Mikroskop ist nicht das richtige:
Die Lasius niger Arbeiterin geht gerade noch so ins gesamte Blickfeld des Übersicht-Okulars - die Camponotus schon bei weitem nicht mehr da die Vergrößerung einfach zu stark ist.
Für Citinpanzermarken ist 40x ja schon gut aber für Größenverhältnisse wie der Bestimmungs-Schlüssel von Seifert dies fordert ist das wie gesagt bereits zu viel.

Ein weiterer Fakt: Wenn ich tiefenscharfe Übersichtsbilder machen möchte, muss man 1.) mittels einer guten Kamera aufnehmen können am Mikroskop/der Stereolupe.
Hierzu braucht das Gerät eine besondere Aussatattung (zum Beispiel ein Tinokular) und man muss sich eine DSLR (die ich ja habe) oder teure Spezialkamera daran adaptieren (Adapter für die DSLR meist Einzelanfertigung).
Die Bilder weiter oben sind mit meinem Handy direkt durch Okuar geschossen - ziemliche Fummelei und für mich nicht auf Dauer praktikabel.
Weiterhin muss man für tiefenscharfe Übersichtsbilder 2.) "stacken". Bedeutet mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunken übereinanderlegen und zusammenrechnen - wahrscheinlich mit etwas Übung leistbar.
Da ich jedoch "nur" bestimmen möchte ist mir ein komplett scharfes Übersichtsbild nicht so wichtig und wäre übers Ziel hinausgeschossen.

Bin derzeit sehr aktiv was das Thema angeht und werde euch bald mit einem weiteren Update auf dem Laufenden halten, wenn ihr möchtet.

Viele Grüße

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Re: Mikroskop - Erfahrungen?

Beitragvon Sebantian » 29. Juli 2018, 08:33

Besorg dir eine Super-Zoomkamera, am besten mit HDMI-out (mit entsprechender usb Grafikkarte kannst Du die Bilder dann in Full HD auf deinen Rechner bringen). Zusammen mit einer Nahlinse erreichst Du sehr starke Vergrößerungen. Du brauchst halt noch ein oder mehrere LED-Leuchten, mit denen Du die Ameisen gut ausleuchten kannst, damit die ISO klein gehalten werden kann.

Bei einer so starken Vergrößerung wird die Tiefenschärfe aber nur sehr gering ausfallen, ka ob das dann noch so gut für Videos ist.
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