Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.

Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 4. August 2018, 10:11

Heyho :D

Joa, bei bes. Spanier (anthouse.es) werd ich sicher auch nicht mehr kaufen.
Preislich vielleicht noch interessant (beim Antstore kostet ja alleine ne M. barbarus Gründerkolonie knapp 40 Stecken), aber die mangelnde Anleitung (die Infos die dabei waren hätten auch eine Weihnachtsbaumbeleuchtung beschreiben können), die Idiotie das RG mit den Mädels senkrecht ins Paket zu packen, die viel zu großen Körner die im RG dabei waren, die Hirnrissigkeit mit dem dunklen Aquariumsand für dunkle Ameisen, etc. pp.
Ne, da kauf ich nimmer.
Lieber paar Euros mehr in die Hand nehmen und beim Antstore was ordentliches kaufen.

Appropos, bin schwer am überlegen mir bzw. meinen Mädels eine andere, dauerhaftere Behausung zu gönnen.
Das Set "Ameisen Starter Set L - 30x20 - Combi" gefällt mir, da dürften meine Barbarinen sich auch längerfristig wohlfühlen.

Ja, interessant sind die M.barbarus auf jeden Fall!
Vor allem die Polymorphie und das Rätseln ob das jetzt ne Minor oder doch schon ne Media sein könnte.... :D
Auch das Körnerschleppen sieht immer wieder großartig aus.
Sind schon echt hartnäckig, wenn sie sich was in ihren Sturschädel gesetzt haben.

Ich muss aber auch ganz ehrlich sagen, würde meine M. barbarus-Kolonie scheitern, würde ich mir Lasius niger holen.
Sind zum einen günstiger, zum anderen sinds wirklich einheimische Ameisen und in der Haltung wohl (fast) idiotensicher.
Wenn man mal schaut wo L. niger sonst so zu finden sind, Bahnsteige, Gehwege, etc. - die sind schon echt hart im Nehmen.

Die Videos von Kornkammer hab ich schon (teilw.) aufgesogen, und dabei auch viel gelernt. :)
Überfüttert, ja, sicher.
Aber die Mädels werden ja nicht zwangsgefüttert, insofern is ja eigentlich alles im grünen Bereich.

Was meine Mädels betrifft:
Hab gestern noch ein bisschen gek. Ei angeboten. Angesichts der sehr sparsamen Außenaktivität hats bissl gedauert bis es entdeckt wurde, aber der Anblick wie eine Arbeiterin das Futter entdeckt, vor Freude fast nen Salto macht, wie ein geölter Blitz ins Nest (RG) rennt (dabei tollpatschig über Sandkörner stolpert :D ), das halbe Nest in helle Aufregung versetzt und sich dann plötzlich mehrere Arbeiterinnen über das scheinbar schmackhafte Eigelb hermachen, das war schon echt großartig! :) :)
Also, Ei scheinen sie zu mögen.
Die neue Körnermischung nicht so sehr, da wird nur ab und an mal ein kleines Stückchen geholt. Scheinbar haben sie keinen allzugroßen Hunger derzeit.
Zuckerwasser wird nach wie vor ignoriert. Habs vorhin mal durch "Honigzucker (HZ)" vom Antstore ersetzt, mal schauen was sie davon halten.
Hab ihnen auch mal ein paar Krümel Bio-Reiswaffel (ungesalzen!) angeboten, mal schauen ob ihnen das behagt.....
Unter der neuen Lupe konnte ich schon einiges an Brut entdecken, ein paar kleine Larven, eine helle Puppe und dazwischen ein paar Eier.
Konnte aber nicht allzuviel sehen, die Chefin hält den Bruthaufen immer schön unter sich.
Die gelbe Puppe die ich gestern noch erspähen konnte, konnte ich heute (noch) nicht sehen.

Allgemein sind meine Mädels recht tiefenentspannt.
Selbst Futter- und Wasserwechsel (mittels langer Pinzette, immer komplette Näpfe austauschen - die 20mm Näpfe vom Antstore sind für den Anfang echt großartig!) bringen sie nicht erwähnenswert aus der Ruhe.
Man muss halt selber ruhig, langsam und vorsichtig arbeiten, dann scheinen die Damen kein Problem damit zu haben.
Vielleicht lernen sie ja sogar dass das nichts bedrohliches ist, sondern sogar was gutes, weils danach immer was neues zu entdecken gibt.....?
Gibts da irgendwelche Erfahrungen bzgl. Lernfähigkeit von Ameisen?

Zu den Fotos:
Was würden die Experten sagen, sind das am Ei 3 Minor und eine Media (rechts am Eiweiß), oder eher Pygmäen und eine Minor?
(der Napf hat 20mm Durchmesser, so als Größenmaßstab)

Auf dem anderen Foto hab ich mal versucht meine fleißige Königin mit ihrer Brut abzulichten.
Ges. Koloniegröße würde ich aktuell auf so ca. 10-15 schätzen.
Dateianhänge
20180803_211111.jpg
Gek. Ei futtern
IMG_20180804_092616_964.jpg
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Serafine » 4. August 2018, 10:56

BenVape hat geschrieben:Joa, bei bes. Spanier (anthouse.es) werd ich sicher auch nicht mehr kaufen.
Preislich vielleicht noch interessant (beim Antstore kostet ja alleine ne M. barbarus Gründerkolonie knapp 40 Stecken), aber die mangelnde Anleitung (die Infos die dabei waren hätten auch eine Weihnachtsbaumbeleuchtung beschreiben können), die Idiotie das RG mit den Mädels senkrecht ins Paket zu packen, die viel zu großen Körner die im RG dabei waren, die Hirnrissigkeit mit dem dunklen Aquariumsand für dunkle Ameisen, etc. pp.
Ne, da kauf ich nimmer.
Lieber paar Euros mehr in die Hand nehmen und beim Antstore was ordentliches kaufen.

Wichtig ist, dass die Ameisen lebend und in gutem Zustand ankommen - was das angeht hab ich bei Anthouse noch nie von Problemen gelesen (der einzige andere Shop auf den das ebenfalls zutrifft ist der Antstore). Die aufrechte Position des RG dürfte der Vermeidung von Überflutung gedient haben sollte die Post das Paket unsanft behandeln.

Sich einzulesen und etwas vorzubereiten BEVOR die Ameisen ankommen sollte man sowieso, wenn man sich ein Haustier besorgt gehört es für mich dazu vorbereitet zu sein BEVOR das Tier ankommt.
Also Bodengrund der Arena würde ich btw Sand-Lehm-Mischung empfehlen (gelblich oder rot), der kann von den Ameisen auch gut bearbeitet werden - Messor buddeln unglaublich gern.

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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Erne » 4. August 2018, 10:59

Die Behauptung Ameisen könnten kein rotes Licht sehen kommt aus der Bienenhaltung und ist kompletter Unfug. Ameisen sind keine Bienen und neue Studien haben nachgewiesen, dass Ameisen nur unter sehr schattigen Verhältnissen Probleme mit dem erkennen roter Farbtöne haben.

Ob Ameisen Rotlicht sehen können oder nicht, darüber gibt es etliche Disskussionen.
Soweit mir bekannt, wurden nur wenige Arten untersucht wie es mit dem Sehen von rotem Licht ist.
Hast Du für uns die Quellen der neuen Studien?
Jegliche neue Erkenntnisse diesbezüglich werden sicher gerne nachgelesen.

Im Ameisenportal hat Professor Buschinger ein paar Informationen und Links zu diesem Thema zusammen getragen.
Wer sich mehr dafür interessiert, kann diese hier nach lesen.
http://www.ameisenportal.eu/viewtopic.php?f=11&t=1566

Grüße Wolfgang

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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 4. August 2018, 13:26

Ja, ok, schlecht ist der spanische Shop nicht.
Wollte ihn auch nicht schlecht machen.
Mir ist auch durchaus bewusst dass ich ne wirklich gute Kolonie bekommen hab.
Alle Mädels waren wohlauf, keine Toten, mehr Arbeiterinen als erwartet und ne erstaunlich entspannte Königin die scheinbar auch sehr fleißig bei der Vermehrung ist.
Dennoch gibts halt auch paar Sachen die mir zumindest sehr fragwürdig erscheinen und eben dazu führen dass ich persönlich höchstwahrscheinlich dort kein Geld mehr hinbringen werde.

Was die rote Folie angeht, bei meinen Mädels konnte ich keine erwähnenswerte Änderung im Verhalten feststellen können.
Insofern würde ich zumindest bei Messor barbarus den Effekt von roter Folie in Frage stellen.
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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Timmey91 » 6. August 2018, 05:57

Hey,
Glückwunsch zu deiner Messor Kolonie :clap:
Zu den Körnern die du deiner Kolonie anbietest:
Ich habe damals bei meiner Messor Spec. Gründerkolonie immer ein paar zerdrückte Körner angeboten. Diese wurden auch sehr gut angenommen. Da die Kolonie noch nicht so groß ist brauchen sie natürlich länger die harten Schalen zu knacken.
Und was ich dir auch wärmstens Empfehlen kann: Löwenzahn!
Bei den aktuellen Temperaturen findet man zwar bei mir nirgens noch eine grüne Wiese, aber falls du das Glück hast, sammel die Körner mitsammt dem kleinen „Schirmchen“. Die wurden bei mir immer angenommen, sind leicht zu verarbeiten, und es ist super Interessant zu beobachten wie die Ameisen die Körner von den „Schirmchen“ trennen und aussortieren.
Gruß

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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon BenVape » 6. August 2018, 08:51

Heyho :)

Ja, das mit dem Futter ist so ne Sache.....
Langsam glaub ich keine Messor barbarus zu haben, sondern eher Messer katzus, so wählerisch wie die Zickenbande ist. :rolleyes:

Das Kanarienfutter was ich da gekauft hab mach ich im Mörser schon bisschen klein.
Also nicht im Sinne von Staub, aber halt so dass die Körner wenigstens angeknackst sind und die Mädels zumindest nen Angriffspunkt haben.
Das Interesse ist aber dennoch SEHR überschaubar.
Liegts vielleicht daran dass der Futtermischung 0,05% (lt. Aufdruck) Lebertran beigemischt ist?
Auch Haferflocken werden hartnäckig ignoriert, ebenso wie Zuckerwasser (da schmeißen sie lieber Aushub vom Nestbau rein :confused: ).
Das einzige was sie derzeit von mir annehmen ist gek. Ei und Krill. :huh:

Nach Löwenzahn hab ich geschaut (danke für den Hinweis), aber da is nix zu finden. Entweder abgemäht, oder bei der Hitze verdorrt.
Hab gestern beim Antstore nochmal Minor-Körnerfutter bestellt, vielleicht können sich meine Feinschmecker-Damen ja dafür erwärmen.....
Dazu hab ich noch bei der werten Amazone bisschen Bio-Hanfsamen (geschält) bestellt, hab hier im Forum aufgeschnappt dass Messoren die durchaus gerne futtern.

Ansonsten gibts momentan nicht viel zu berichten.
Die Grabungen im Sandnest gehen schleppend weiter (ist meist nur meine eine große Arbeiterin, ab und an unterstützt von einer der kleineren), der Aushub wird planlos überall hin verteilt (es sei denn da steht ein Napf mit Honig- oder Zuckerwasser, dann schmeißt man den Aushub natürlich da rein), Futter wird registriert aber nicht wirklich angenommen, die vorh. Brut wird gepflegt und die beiden Puppen die ich bislang entdecken konnte werden langsam dunkler.
Also (leider) nix spektakuläres zu berichten. :braver:

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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Timmey91 » 6. August 2018, 10:32

Bewohnt deine Kolonie momentan noch das RG?
Eventuell liegt es daran, als meine Kolonie nich klein war habe ich neben dem RG mit Wassertank in dem sie wohnten noch ein leeres RG gelegt, welches mit abgedunkelt wurde.
Das trockene RG wurde dann auch sehr schnell als Körnerkammer angenommen.
Eventuell fehlt ihnen momentan nur der Platz oder die Trockenheit im RG als Körnerspeicher.
Und von meinen Erfahrungen her sind Messor-Arten generell nicht so heiß auf Zuckerwasser oder Honig usw.
Man liest auch oft das es nur beim Flüssigkeitsmangel verstärkt zur Annahme von Honiglösung und ähnlichem kommt! Also brauchst du dir da keine Sorgen machen! Wasser in eine Tränke oder in Form von nasser Watte in einem Flaschendeckel anbieten (das sie schnell ertrinken weißt du ja bestimmt) und so lange sie ja die Proteine gut annehmen merkst du ja das sie diese scheinbar benötigen, zur Aufzucht der Larven und für die Queen.
Alles andere Regeln die kleinen von alleine.

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Re: Blutiger Anfänger mit erster Kolonie

Beitragvon Serafine » 6. August 2018, 11:13

BenVape hat geschrieben:Auch Haferflocken werden hartnäckig ignoriert, ebenso wie Zuckerwasser (da schmeißen sie lieber Aushub vom Nestbau rein :confused: ).
Das einzige was sie derzeit von mir annehmen ist gek. Ei und Krill. :huh:

Naja, das macht schon Sinn. Körner dienen bei Messor ja hauptsächlich als Zuckerersatz (Kohlenhydrate) also das was die erwachsenen Ameisen am laufen hält. Da es noch nicht viele Arbeiterinnen gibt brauchen sie entsprechend wenig Kohlenhydrate und die Brut verlangt in erster Linie nach Proteinen um ihre Körper (Muskeln, Nerven, Skelett, etc.) aufzubauen.
Wenn die Kolonie größer wird dürfte auch der Appetit auf Körner stark zunehmen.

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