Bauanleitung für ein Y-tong Nest (große Kolonien)

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Bauanleitung für ein Y-tong Nest (große Kolonien)

Beitragvon C. Ant » 29. November 2018, 20:36

Wollte mal mein Video auch im Ameisenforum präsentieren. Mir ist eure Meinung auf alle Fälle wichtig :). Das Nest ist prima für größere Kolonien und kann auf alle Fälle durch Schläuche gut erweitert werden.

Ein Nachtrag aber noch zum Kleber. Er enthält Bis(1 ,2 , 2 ,6 , 6-pentamethyl-4-piperidyl) sebacat, dieser, als UV-Schutz verwendeter Stoff, gilt als giftig für Wasserorganismen und soll nicht in die Umwelt entlassen werden. Bisher haben meine Ameisen keinerlei Verluste oder Schäden davon getragen. Aber ich empfehle doch, nach einem anderen wasserfesten, stabilen, und vlt. elastischen Kleber zu schauen und am besten persönlich den Kleber zu kaufen und hinten das Kleingedruckte anzuschauen, ob dort vor toxischen bzw. giftigen Stoffen gewarnt wird.

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Re: Bauanleitung für ein Y-tong Nest (große Kolonien)

Beitragvon Sir Joe » 1. Dezember 2018, 10:06

Hallo C. Ant,

schönes Video, gut erklärt und bebildert. Die Zeitrafferaufnahmen vom ausstechen der Kammern sind super gelungen. Eine ganz schöne Fleißarbeit hast du dir da gemacht. Mein erstes Nest habe ich auch noch komplett mit der Hand bearbeitet, aber wie bei vielen war das erst mal vertane Arbeit, da ich das Nest viel zu groß für meine damalige Lasius niger Gründerkolonie gestaltet hatte. Bei den nächsten Nestern habe ich dann wenigstens mit einem großen Steinbohrer die Kammern grob ausgehoben um nur noch die Feinarbeiten von Hand zu machen und jetzt bohre ich lieber mit einem großen Forstnerbohrer die Kammern aus.

Ein paar Anmerkungen/ Fragen zu deinem Nest hätte ich aber noch:

  1. Wenn du mit dem Kleber schon Erfahrungen hast, wird der vermutlich nicht so schlimm sein. In deinem Fall hast du den ja auch benutzt um die Plexiglasscheibe aufzukleben und wenn nicht alles überquillt sollten die Ameisen zum Kleber auch keinen Kontakt haben. In Zukunft würde ich, um auf Nummer sicher zu gehen, aber trotzdem zu Aquariensilikon greifen.
  2. Die Löcher für die Wasserkammer sind ganz schön klein, da wäre mir persönlich das Befüllen viel zu lästig. Klar das hat den Vorteil, dass dort weniger verdunstet aber ich mag es eher praktisch und lasse die Wasserkammer offen, damit ich direkt aus einem Messbecher oder Sonstiges Wasser eingießen kann.
  3. Den Blähton in der Wasserkammer kann ich ja noch nachvollziehen, aber wozu füllst du noch Sand hinein? Ich verzichte mittlerweile komplett auf Füllungen. Das Wasser soll immerhin im Stein und nicht in der Wasserkammer gehalten werden.
  4. Hab ich es nur überhört oder überlesen, oder wurde es nicht gesagt. Für welche Ameisenart ist das Nest eigentlich gedacht?

Schöne Grüße,
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Re: Bauanleitung für ein Y-tong Nest (große Kolonien)

Beitragvon C. Ant » 1. Dezember 2018, 19:34

Hey,
danke für deine Antwort :)

Also, naja, das mit dem Bohren... erzeugt ein Forstner-Aufsatz denn auch nicht all zu viel Staub? Das war halt auch ein Grund für mich das in 4 Stunden Arbeit mit dem Holstechbeitel zu machen :D. Außerdem bin ich mir recht unsicher, ob ich bei einem Bohrer letztendlich den Block zerstören könnte beim Ausfräsen.

Zu den Fragen:
1.: Okay, ja, aber es ist eher so die Angst, dass durch das Befeuchten des Steines etwas vom vlt. giftigen Stoff aus dem Kleber getragen wird und über den Stein auf die Ameisen gelangt. Ja, Aquariensilikon ist nicht giftig, hält aber nicht dauerhaft und sehr gut an Plexiglas. Das musste ich leider erfahren, als der selbstgebaute Rahmen (als Punkt für den Ausbruchsschutz) eines Terrariums nach einer kleinen Belastung schon Risse zeigte.

2.: Also ich habe die Löcher vorher sogar noch kleiner gehabt. Muss auch zugeben, dass es echt ne weile dauerte (Aber funktionierte) Wasser hineinzufüllen. Ich habe aber einen Garten Drucksprüher (soetwas etwa Link) und der passt halt perfekt in dieses, mit dem Lötkolben gemachte Loch. Man kann es natürlich auch nur vergrößern, klar. Es ist halt bisher schon sehr praktisch, dass nicht so viel Wasser verdunstet und es hält sich durch die Tonkugeln und den Sand ganz gut für vlt 3 Tage, je nach Temperatur.

3.: Also befüllt habe ich ihn deshalb, weil es schnell dazu kommt, dass bei so viel Wasser, welcher dann im Tank ist, mal schnell die Kammer überflutet wird. Ist also einerseits zu Sicherheit. Der Sand ist dabei meiner Theorie nach ganz gut, weil er vlt ein wenig verhindert, dass das Wasser sich direkt senkrecht durch das Y-tong bewegt. Einfach zur besseren Verteilung und damit das Wasser noch umfangreicher gespeichert wird, also siehe ersten Satz zur Antwort der dritten Frage, es soll halt nicht in die Kammern fließen und sie überfluten und auch recht lange erhalten bleiben.

4.: An sich für viele. Wie gesagt kann man halt die Kammern noch mit Gips verkleiden usw. Wenn man den Kleber breitflächig verwendet, können darin sicherlich auch Pheidole leben. Halt alles, was das Nest bei maximaler Koloniegröße auskleiden kann. Und wenn die Kolonie noch größer wird, kann man, wie auf einem Bild im Video, einfach ein 2. Nest dieser Art durch Schläuche anbinden. Ein wenig wie bei Atta spec. :D. Also ich stelle es mir gut für Camponotus nicobarensis vor. Vlt nicht unbedingt Myrmica oder Temnothorax xD. Wie gesagt, ist es sicher gut, erst einmal das Nest, bevor das Plexiglas hineinkommt, mit Erde oder Sand zu befüllen, damit sich die Ameisen die Kammern eigenständig "freischaufeln". Ich kenne das nämlich auch mit meinen Camponotus ligniperdus xD.
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Re: Bauanleitung für ein Y-tong Nest (große Kolonien)

Beitragvon Harry4ANT » 1. Dezember 2018, 19:49

Ich benutze auch gerne Forstnerbohrer um schonmal das meiste Material rauszubekommen. Wenn du den Ytong vorher nass machst staubt das nicht und geht halt wirklich sehr schnell und ohne Krafteinsatz.

Als Granulat für das Befeuchten über den Wassertank kann ich dir Perlite empfehlen - zum einen ist es weiß und daher dezent und zum anderen hält es am längsten die Feuchtigkeit und gibt das Wasser nach und nach den Ytong ab.

Zum befüllen nehme ich solle Druckflaschen:
Dosierflasche.jpg


Da kann man den Tank sehr schnell auch über ein recht kleines Loch vollständig füllen.

Habe die Dinger auch in etwas kleinerer Version im Einsatz für Ahornsirup und Invertzuckerlösung um schöne Tröpfchen irgendwo aufzutragen oder eine Tränke zu befüllen usw.
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