Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Berichte & Beobachtungen - Meinungen & Fragen [einheimische und exotische Arten]

Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Anub » 25. Februar 2019, 23:46

Hallo an alle,

nun ist der Zeitpunkt endlich gekommen: Während meine Ameisen vom letzten Jahr noch gemütlich im Kühlschrank in Reagenzgläsern schlafen habe ich mich daran gemacht mein erstes Formicarium zu basteln. Aus ästhetischen Gründen wollte ich immer schon ein zylindrisches all-in-one Formicarium haben, da es wie ein Blumentopf überall hinpasst, leicht zu erreichen ist und nicht zu viel Platz in Anspruch nimmt.

Auf Amazon habe ich diese zwei Zylinder aus Plexiglas gefunden, welche von der Größe und Qualität perfekt meinen Ansprüchen gerecht geworden sind.
Bezüglich der Technik habe ich mich für ein Gipsnest mit zentralem Hohlraum entschieden, das eine Bewässerung aus dem Zentrum des Nestes zulässt. Den Hohlraum habe ich mit zerschnittenen Schwämmen gefüllt, die eine konstante Feuchtigkeit halten sollen. Leider ist mir beim Versuch den Gips nach dem Guss wieder aus der Form zu entfernen ein Teil des Modells und des ersten Zylinders kaputt geworden/zerkratzt, weswegen ich mich dazu entschieden habe die zwei Gipshälften separat mit Gängen zu versehen. Eine Hälfte wird somit als Satellitennest und mögliche Erweiterung in der Zukunft dienen.

Alle Zwischenräume wurden mit Sand gefüllt und mit lufttrocknendem Ton versiegelt, damit die Ameisen da nicht hineingraben können.

Momentan lasse ich noch alles im fertigen Zustand auf der Heizung austrocknen und hätte dann in 3-4 Wochen eine der Kolonien aus meinem alten Post in das neue Nest übersiedelt. Rein intuitiv hätte ich die am weitesten entwickelte Kolonie genommen mit ca. 10 Arbeiterinnen (Dürfte sich um Lasius niger handeln).

Ich bin für jedes Kommentar, jede Anregung und Feedback sehr dankbar da ich so viele Anfängerfehler wie möglich vermeiden möchte.
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Haupteingang
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Kammern mit Luftschächten, Sand Trennschicht und Ton Isolierung
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Vogelperspektive
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Satellitennest als Erweiterung in der Zukunft
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Sandschicht, Luftschacht und Kammern
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Kammern des Satellitennestes
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Strohhalm zum Nachfüllen des Wassertanks mit Baumstamm als Abdeckung
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Zerschnittene Schwämme im Inneren


Vielen Dank!

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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Abaton23 » 26. Februar 2019, 13:34

Das schaut wirklich chic aus. Allerdings kann ich mir denken, wie kompliziert die Entfernung des Gipskörpers aus der Form sich gestaltet hat.
Stellst Du das Ganze jetzt auf einen Drehteller?
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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Anub » 26. Februar 2019, 17:14

Vielen Dank :)

Das war unglaublich schwierig ja - leider wurde auch der erste Zylinder total zerkratzt. Mein größter Take-Away: Immer etwas zum rausziehen mitgießen (große Schraube z.B.).

Genau ja, die Idee war es auf einen Drehteller zu stellen. Jetzt macht das aber noch keinen Sinn, da sowieso nur ein Eingang offen ist.
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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Anub » 15. März 2019, 15:06

Hallo,

ich habe jetzt eine Kolonie, die bis jetzt im Reagenzglas gelebt hat, in die Ameisen-Villa übersiedelt. Jedoch zeigen sie fast keine Aktivität und kauern nur in einer der untersten Kammern ohne an die Oberfläche zu kommen. Honigtropfen werden auch nicht angerührt.

Kann es sein, dass sie noch in der Winterruhe sind? Eingewintert wurden sie im Oktober. Und wenn ja, soll ich sie bei Zimmertemperatur belassen oder noch für 1-2 Wochen auf den Balkon bei ~10° stellen.

Vielen Dank für die Hilfe!
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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon TheDravn » 15. März 2019, 15:42

Um welche Art handelt es sich denn und wie groß ist sie?
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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Anub » 15. März 2019, 15:48

Sollte sich um Lasius Niger handeln (sicher bin ich mir aber nicht) mit ca. 11 Arbeiterinnen.
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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon TheDravn » 15. März 2019, 16:05

Die brauchst du nicht mehr in die Winterruhe stellen, das die noch nicht aktiv sind ist normal, dafür ist die Kolonie noch nicht groß genug. Biete einfach weiterhin Futter an, die Mengen die gebraucht werden sind so gering, da fällt es nicht auf ob was genommen wurde oder nicht, Insekten möglichst klein schneiden oder kleine Insekten wie Fruchtfliegen verfüttern, das erleichtert die Aufnahme enorm und den Honig/Zuckerwasser möglichst als kleine Tropfen anbieten, um die Gefahr des Ertrinkens klein zu halten

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Re: Die neue Ameisen-Villa und ihre Bewohner

Beitragvon Anub » 15. März 2019, 16:11

Dankeschön für die Informationen. Dann mach ich mal so weiter wie gehabt und hoffe, dass da bald ein großer Haufen Eier produziert wird und die Zahl ein wenig ansteigt.

Eine Frage hätte ich da noch: Ich habs noch nicht ganz raus, die Feuchtigkeit auf einem guten Level zu halten, weil mir auch noch nicht ganz klar ist was "gut" ist. Meine momentane Strategie ist alle paar Tage eine 50ml Spritze Wasser in das Innere des Nests zu drücken (wo der Schwamm ist; siehe Bilder) und noch zusätzlich von oben bzw. am Glasrand nur an einer Stelle zu Wässern, damit sich unterschiedliche Feuchtigkeitsgrade bilden. Gibts da vielleicht noch Tips oder Indikatoren?
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