Ameisenfarm anlegen?

Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon Antman Jr » 12. August 2019, 15:17

Guten Tag,

Seit mehreren Jahren überlege ich, eine Ameisenfarm anzulegen.
Nun habe ich beschlossen, mich mit diesem Thema genauer auseinanderzusetzten und jetzt denke ich nach, ob eine Ameisenfarm für mich überhaupt möglich ist.
Logischerweise wäre dies dann auch meine erste Ameisenkolonie...

Ich bin am Tag generell ziemlich beschäftigt, d.h. ich hätte für eine Ameisenfarm maximal 30min pro Tag (mal mehr mal weniger)
Ich würde für die Farm und Ameisen und Nebenmaterial wie Heizmatten etc. c.a. 30-50€ einplanen (die Farm die ich ausgesucht habe kostet 18€ deshalb 12-32€ für den Rest)
Die Ameisenfarm die ich überlegt habe zu kaufen wäre folgende: https://www.aliexpress.com/item/32842666702.html?spm=a2g0o.productlist.0.0.62052e07BAfH0n&algo_pvid=42864f0a-e639-4e96-9f59-51ff8055e60c&algo_expid=42864f0a-e639-4e96-9f59-51ff8055e60c-0&btsid=010fb635-74cb-49b3-877a-473793fc248e&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_8,searchweb201603_52

Ich habe mir einige Ameisenarten angesehen und dadurch habe ich beschlossen, dass ich eigentlich eine aggressivere Art kaufen möchte.

Jetzt zu meiner (eigentlich meinen) Frage(n):
Inwiefern denkt ihr, dass eine Ameisenkolonie für mich möglich wäre? Wenn ja, welche Ameisenart/en würde sich eignen?
Was haltet ihr von der ausgesuchten Ameisenfarm?

Ich würde mich sehr über euere Rückmeldung freuen :)
Antman :D
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon beniamin82 » 12. August 2019, 15:40

Ich bin auch ein Anfänger und bin gespannt auf die Antworten.
Ich überlege auch ein Acrylformicarium.
Wobei ich mir selbst Gynen gefangen habe (Formica und Lasius).

Eines kann ich dir schon sagen, nach allem was ich gelesen habe ist das Formikarium was du gewählt hast zur groß für den Anfang.
Da brauchst du 300-400 Arbeiterinnen.

Und die Sets die man kaufen kann sind c.a. 10-50 Arbeiterinnen. (Zumindest hier in Polen).
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon TheDravn » 12. August 2019, 16:25

Hi und Willkommen hier im Forum,
das du mit der Ameisenhaltung anfangen willst ist super, ist ein schönes Hobby :huepfer:

Wie bereits benjamin sagte, das von dir ausgesuchte Nest ist zu groß für den Anfang. Wenn du Geld sparen willst, empfehle ich dir, dass du dir mal ein paar Videos anschaust zum Nester selber bauen, das geht relativ fix und mit einfachen mitteln. Ytong, Gips oder Kork ist da meist die Wahl.

30min Zeit am Tag reicht für viele Arten aus, nun kommt es darauf an was für eine Art du gerne hättest, ich könnte dir jetzt eine Empfehlen, aber am Ende willst du einen Apfel und sage dir eine Zitrone. Am besten erzählst du uns was für eine Art du gerne hättest, ich schreib dir mal ein paar klassische Faktoren dazu auf.

-Ameisengröße
-Koloniegröße
-Winterruhe; ist die machbar bei dir, heißt hast du einen Kühlschrank/Keller oder ähnliches in welchen du die Kolonie mit samt Nest unterbringen kannst für Monate
-Aussehen
-Wachstum
-Verfügbarkeit

Wenn du zu diesen Stichpunkten was sagen könntest, kann man schon viel eingrenzen

MfG
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon Serafine » 12. August 2019, 17:40

Antman Jr hat geschrieben:Ich bin am Tag generell ziemlich beschäftigt, d.h. ich hätte für eine Ameisenfarm maximal 30min pro Tag (mal mehr mal weniger)

Das ist kein Problem, die meisten Ameisen entwickeln sich ohnehin am besten, wenn man sie die meiste Zeit über in Ruhe lässt.
Meine Ameisen (Camponotus barbaricus, ca. 10.000 Arbeiterinnen) brauchen ungefähr 5 Minuten "Wartung" pro Tag (Tränken auffüllen, ein paar Futterinsenkten reinwerfen), außer wenn ich alle 1-2 Wochen ihre Müllhäufen beseitigen muss, das dauert so 15-30 Minuten pro großem Becken (2 Becken, je nachdem wieviel Müll sie gemacht und wie sehr sie ihn verteilt haben).

Wenn du Ameisen möchstest die man mit minimalem Wartungsaufwand halten kann, dann würde ich dir Messor barbarus nahelegen. Die sind etwas größer (6-14mm) und brauchen daher auch ein Nest mit größeren Kammern, aber da lässt sich leicht was aus Holz oder Ytong basteln. Der Vorteil ist sie sind Körnerfresser, d.h. denen kann man einmal einen ordentlichen Haufen Körnern in die Arena legen und solange sie eine Wasserquelle haben hält das für Wochen (natürlich muss man ab und an den Müll entfernen).
Sie sind sehr kreativ, gestalten ihre komplette Umgebung um (aufwendige Dekorationen lohnen nicht, die werden eh abgerissen). Die Kolonien werden allerdings recht groß (12-15.000) und brauchen entsprechend nach ein paar Jahren schon einiges an Platz (Körnerfutter und Rührei kosten zum Glück fast nichts). Größere Kolonien mit vielen Majoren können auch sehr aggressiv werden und diverse Futterinsekten erlegen.


Antman Jr hat geschrieben:Ich würde für die Farm und Ameisen und Nebenmaterial wie Heizmatten etc. c.a. 30-50€ einplanen (die Farm die ich ausgesucht habe kostet 18€ deshalb 12-32€ für den Rest)

Eine "Ameisenfarm" brauchst du erst mal NICHT.
Viel wichtiger ist eine vernünftige Arena (Plastikbox, Acrylbox, Glasbecken, ö.ä.) - wenn du nicht gleich eine große Kolonie kaufst (ist bei 30€ eh nicht drin) wird ein Nest/eine Farm frühestens nächstes Jahr interessant. Godmorgon-Boxen von Ikea eignen sich gut als Starternester, wenn man vorsichtig Löcher reinmacht (heißes Metallstück o.ä.) braucht man nur noch etwas Vinlyschlauch (ca. 1 Meter) und man hat eine komplette kleine Anlage.

Mit der Farm würde ich eh warten, je nachdem für welche Ameisenart du dich entscheidest kann es gut sein, dass die verlinkte Farm nicht den Ansprüchen der Ameisen entspricht. Für Messor barbarus beispielsweise wäre die komplett ungeeignet (und bei sehr kleinen Ameisen wie Pheidole würde ich der definitiv auch nicht trauen).
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon Antman Jr » 13. August 2019, 11:04

TheDravn hat geschrieben:-Ameisengröße
-Koloniegröße
-Winterruhe; ist die machbar bei dir, heißt hast du einen Kühlschrank/Keller oder ähnliches in welchen du die Kolonie mit samt Nest unterbringen kannst für Monate
-Aussehen
-Wachstum
-Verfügbarkeit

Wenn du zu diesen Stichpunkten was sagen könntest, kann man schon viel eingrenzen

MfG


Zu deinen Stichpunkten:
1. Die Ameisengröße ist mir eigentlich egal
2. Ich würde eine kleinere Koloniengröße bevorzugen, da ich das Formicarium auf meinem Arbeitstisch stellen will und es nicht zu groß werden darf...
3. Es wäre mir lieber wenn die Ameisen keine Winterruhe machen würden, wobei das eher seltener ist bei einheimischen Ameisen so weit ich es verstanden habe...
4. Also wenn die Ameisen kleiner sind, dann wäre es besser wenn sie ein spezifisches Aussehen hätten (Rote Streifen, große Köpfe o.ä.), bei größeren Tierchen wäre das Aussehen jedoch nicht allzu wichtig
5. Ich denke für mich wäre ein langsameres Wachstum nicht schlimm, da meine Kolonie wie gesagt am besten nicht zu schnell sehr groß werden sollte. Ich würde mich jedoch freuen wenn ich monatlich einige neue Ameisen zählen könnte.
6. Ich verstehe leider nicht genau was du unter Verfügbarkeit meinst :/

Generell meinte ich ja auch, dass ich eine aggressive Ameisenart bevorzugen würde...


Serafine hat geschrieben:Eine "Ameisenfarm" brauchst du erst mal NICHT.
Viel wichtiger ist eine vernünftige Arena (Plastikbox, Acrylbox, Glasbecken, ö.ä.) - wenn du nicht gleich eine große Kolonie kaufst (ist bei 30€ eh nicht drin) wird ein Nest/eine Farm frühestens nächstes Jahr interessant. Godmorgon-Boxen von Ikea eignen sich gut als Starternester, wenn man vorsichtig Löcher reinmacht (heißes Metallstück o.ä.) braucht man nur noch etwas Vinlyschlauch (ca. 1 Meter) und man hat eine komplette kleine Anlage.


Also ich würde ehrlicherweise eher ein fertiges Wohnheim kaufen wollen.. Wenn ihr irgendwelche besseren Vorschläge diesbezüglich hättet wäre es super :)
Ich bin kein begabter Handwerker.. Und es macht mir auch nicht wirklich Spaß zu handwerken muss ich ehrlich zugeben...
Aber wenn ein Glasbecken ausreichen würde, könntest du vielleicht auch sagen wo man sich auskundschaften könnte bezüglich der Einrichtung eines solchen Selbstbaues?
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon DerTyp » 13. August 2019, 12:16

Hallo Antman Jr,
Auf deine Beschreibung würde relativ gut eine Asiatische/Afrikanische Camponotus (Auser C. nicobarensis) passen, einziger Nachteil, die Tiere können etwas teuer sein. Du kannst auch ein Gebrauchtes Terrarium kaufen, dan kannst du es mit Erde, Sand etc einrichten und mit einer Wärmelampe Ausstaten. Dabei musst du aber ein Grabfähiges Material Benutzen, den die Ameisen können dan ihr Nest selber machen. Das hat aber den Nachteil das man nur die Außenaktivit der Ameisen beobachten kann. Was auch denkbar wäre, ist das du ein fertiges Set von einen Ameisenshop kaufst, und sie im ersten Jahr im RG hältst.
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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon TheDravn » 13. August 2019, 12:35

Antman Jr hat geschrieben:
Zu deinen Stichpunkten:
1. Die Ameisengröße ist mir eigentlich egal
2. Ich würde eine kleinere Koloniengröße bevorzugen, da ich das Formicarium auf meinem Arbeitstisch stellen will und es nicht zu groß werden darf...
3. Es wäre mir lieber wenn die Ameisen keine Winterruhe machen würden, wobei das eher seltener ist bei einheimischen Ameisen so weit ich es verstanden habe...
4. Also wenn die Ameisen kleiner sind, dann wäre es besser wenn sie ein spezifisches Aussehen hätten (Rote Streifen, große Köpfe o.ä.), bei größeren Tierchen wäre das Aussehen jedoch nicht allzu wichtig
5. Ich denke für mich wäre ein langsameres Wachstum nicht schlimm, da meine Kolonie wie gesagt am besten nicht zu schnell sehr groß werden sollte. Ich würde mich jedoch freuen wenn ich monatlich einige neue Ameisen zählen könnte.
6. Ich verstehe leider nicht genau was du unter Verfügbarkeit meinst :/

Generell meinte ich ja auch, dass ich eine aggressive Ameisenart bevorzugen würde...


Serafine hat geschrieben:Eine "Ameisenfarm" brauchst du erst mal NICHT.
Viel wichtiger ist eine vernünftige Arena (Plastikbox, Acrylbox, Glasbecken, ö.ä.) - wenn du nicht gleich eine große Kolonie kaufst (ist bei 30€ eh nicht drin) wird ein Nest/eine Farm frühestens nächstes Jahr interessant. Godmorgon-Boxen von Ikea eignen sich gut als Starternester, wenn man vorsichtig Löcher reinmacht (heißes Metallstück o.ä.) braucht man nur noch etwas Vinlyschlauch (ca. 1 Meter) und man hat eine komplette kleine Anlage.


Also ich würde ehrlicherweise eher ein fertiges Wohnheim kaufen wollen.. Wenn ihr irgendwelche besseren Vorschläge diesbezüglich hättet wäre es super :)
Ich bin kein begabter Handwerker.. Und es macht mir auch nicht wirklich Spaß zu handwerken muss ich ehrlich zugeben...
Aber wenn ein Glasbecken ausreichen würde, könntest du vielleicht auch sagen wo man sich auskundschaften könnte bezüglich der Einrichtung eines solchen Selbstbaues?


Wie DerTyp schon anmerkte, die Beschreibung passt ziemlich gut auf asiatische Camponotus Arten, nur leider sind die einmal in der Anschaffung und Haltung nicht billig. Da entsprechende Technik für Temperatur und Luftfeuchtigkeit gebraucht wird.
2 Arten die mir einfallen würden wäre Camponotus turkestanus und Camponotus japonicus, die bleiben recht klein, wachsen langsam und sind schöne Arten ohne Winterruhe.

Mit dem bauen brauchst du dir keine großen Gedanken machen, für ein Ytong Nest reicht z.B. ein Schraubenzieher, Kraft und Geduld. Das Acrylnest was du dir rausgesucht hast, passt nämlich nicht zu deinen Vorstellungen, da Acryl bei Dauerbelastung von Feuchtigkeit und Wärme sich gerne mal verformt. Am besten schaust du dir wirklich mal ein paar YouTube Videos zum Thema Nestbau an, da sieht man viele Varianten mit wenig Aufwand.

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Re: Ameisenfarm anlegen?

Beitragvon Serafine » 13. August 2019, 13:07

Antman Jr hat geschrieben:2. Ich würde eine kleinere Koloniengröße bevorzugen, da ich das Formicarium auf meinem Arbeitstisch stellen will und es nicht zu groß werden darf...

Wie groß darf es denn sein? Wenn 40x30cm das maximale an verfügbarem Platz ist, dann sind Temnothorax- oder Leptothoraxspezies ohnehin die einzigen, die auf Dauer haltbar sind (bei einem integriertem Nest und nach 1-2 Jahren einem zweiten Becken wären auch Kleinkolonie-Camponotusarten wie Camponotus japonicus denkbar).
Nahezu alle anderen Ameisenarten brauchen später deutlich mehr Platz. Temnothorax sind halt sehr ruhige entspannte Ameisen, die sich durch kaum was aus der Ruhe bringen lassen und auch nicht mehr als 200 Tierchen werden. Sie sind recht klein, aber eine echt hübsche Musterung (bernsteinfarben mit einem oder mehreren dunklen Streifen auf dem Hinterleib). Und Camponotus japonicus bleiben mit 200-500 Tierchen auch ziemlich klein (die sind mit ~30€ für eine kleine Kolonie zwar teurer als Temnothorax, aber für Exoten immernoch sehr bezahlbar).
Würde übrigens empfehlen AUF JEDEN FALL eine Kleinkolonie mit mindestens 1-5 Arbeiterinnen zu kaufen und KEINE einzelne Königin. Die Überlebenschancen einer Kolonie sind mit auch nur einer Arbeiterin schon um ein vielfaches höher als die einer einzelnen Königin. Die Gründung (aufzucht der ersten Brut) ist die kritischste Phase im Leben einer Ameisenkolonie.

Antman Jr hat geschrieben:3. Es wäre mir lieber wenn die Ameisen keine Winterruhe machen würden, wobei das eher seltener ist bei einheimischen Ameisen so weit ich es verstanden habe...

Arten aus dem Mittelmeerraum halten abgeschwächte Winterruhe (ca. 3-4 Monate bei 15-18°C, je nach Art/Herkunftsgebiet), Arten aus Nordafrika halten meist keine Winterruhe. Die kommen auch meist besser mit unseren Bedingungen zurecht (Luftfeuchtigkeit, etc.) als Exoten aus Asien oder Südamerika.

Antman Jr hat geschrieben:6. Ich verstehe leider nicht genau was du unter Verfügbarkeit meinst :/

Manche Ameisen sind nur selten im Handel zu bekommen oder recht schnell ausverkauft, wenn verfügbar. Die sind aber meist auch teuer und fallen daher eh raus.

Antman Jr hat geschrieben:Also ich würde ehrlicherweise eher ein fertiges Wohnheim kaufen wollen.. Wenn ihr irgendwelche besseren Vorschläge diesbezüglich hättet wäre es super :)
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Man muss kein großartig begabter Handwerker sein, ein Tubs&Tubes-Nest bekommt wirklich jeder hin.
https://youtu.be/8edRYbn65Oo?t=560
Das Loch in die Plastikbox kann man entweder mit einem Handbohrer machen oder man sucht sich ein Metallrohr in passender Größe (etwas kleiner asl der Durchmesser des Vinylschlauchs den man verwenden möchte), erhitzt es mit einer Kerze oder einem kleinen Gasbrenner (Handschuhe nicht vergessen, das Rohr kann recht warm werden) und drückt es durch das Plastik (nicht erhitzen bis das Metall glühend rot wird, sonst fängt das Plastik Feuer, einigermaßen warm reicht).

Nachdem das Loch gebohrt (oder Plastik abgekühlt) ist nimmt man dann den Vinylschlauch und hält ihn in warmes Wasser (50+°C) damit er warm und weich wird. Den Schlauch drückt man dann durch die Öffnung und wenn er abkühlt sitzt er bombenfest (so fest, dass man ihn zerschneiden muss, um ihn wieder raus zu bekommen).

Alternativ kann man auch einen handelsüblichen Reagenzglashalter nehmen (die kosten nen Euro), einfach mehrere Ragenzgläser reinstecken und das ganze in die Arena stellen. Der Nachteil ist, wenn man einzelne RGs austauschen will muss man praktisch mitten in eine Ameisenkolonie fassen - bie stechenden Ameisen ist das eher schlecht, daher sollte man gleich mehrere Halten kaufen (die gibt es glaub ich eh nur packweise), und wenn nötig einen neuen Halter mit frischen RGs in die Arena stellen und dann warten bis die Ameisen umgezogen sind.

DerTyp hat geschrieben:Du kannst auch ein Gebrauchtes Terrarium kaufen, dan kannst du es mit Erde, Sand etc einrichten und mit einer Wärmelampe Ausstaten. Dabei musst du aber ein Grabfähiges Material Benutzen, den die Ameisen können dan ihr Nest selber machen. Das hat aber den Nachteil das man nur die Außenaktivit der Ameisen beobachten kann. Was auch denkbar wäre, ist das du ein fertiges Set von einen Ameisenshop kaufst, und sie im ersten Jahr im RG hältst.

Für den Anfang würde ich eher empfehlen das Geld in eine gute Arena zu stecken (Acrylbox, Plastikbox, Glaskasten, o.ä. - wichtig ist nur dass die Ameisen nicht rauskommen, was bei großen Ameisen viel viel einfach zu machen ist als bei kleinen Ameisen, die sich überall durchquetschen können), das bringt einem auf Dauer mehr.
Als Nester reichen ein paar Reagenzgläser (am Anfang eines). Kleine Kolonien sollte man sowieso nicht in ein großes Nest stecken - oft gehen die entweder aufgrund mangelnder Luftfeuchtigkeit ein (bei trockenen Nestern) oder sie müllen unbenutzte Kammern zu, was bei sehr feuchten Nestern schnell zu Milben und Schimmel führen kann.
Bevor die Ameisen nicht ein handelsübliches 150mm-Reagenzglas ausfüllen (das können z.B. bei Lasiusarten fast 1000 Arbeiterinnen sein und selbst bei Camponotus 200-300) gibt es keinen Grund ihnen ein Nest anzubieten.

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