Camponotus herculeanus - Die ersten Monate

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Hawkeye
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#1 Camponotus herculeanus - Die ersten Monate

Beitrag von Hawkeye » 16. August 2019, 06:56

Hiho ich melde mich mal wieder mit meinen kleinen Problemmeisen,

Seit Ende April bin ich stolzer Halter einer kleinen Kolonie Camponotus herculeanus.
Angekommen waren eine Gyne + 5 Arbeiterinnen, wobei 2 der Hübschen leider zu Transporttoten wurden.

Kurz nach der Ankunft durfte man auch schon einen Haufen Eier bestaunen (wie viele ließ sich nicht erkennen ._.).

Seit dem hat sich nicht viel getan (Oh Wunder ^^).
Gefüttert wurden:
- Steppengrillen
- Weberknechte
- div. Spinnen
- Fruchtfliegen (div. Größen)
- Hausfliegen

und Honiglösung und Siruplösung im Wechsel.

Bis vorgestern wurde aber keine der Proteinladungen sichtbar eingetragen o.ä.
Erst die Stubenfliegen von vorgestern wurden eingetragen, da aber auch beide.

Meine Frage ist nun, habe ich erst mit den Stubenfliegen den "Geschmack" der Kolonie getroffen,
oder war das reiner Zufall, dass erst jetzt überhaupt genügend Bedarf an Proteinnahrung bestand.

Bis Anfang der Woche war die Kolonie bei Kontrollblicken auch stets eng gedrängt über dem Eierhaufen gewesen,
wobei die Ameisen bis auf einmal auch immer an denselben Stellen saßen und keine Reaktion auf das Entfernen der Alufolie zeigten.

Mir ist bewusst, dass vor allem Camponotus Herculeanus bekannt dafür ist sehr lange Entwicklungszyklen zu haben (ein Grund für den Kauf gewesen).
Ich wollte nur Mal meinen "Stand der Dinge" mit den Experten des Forums teilen, um Meinungen zu hören.

Ejoy
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#2 Re: Camponotus herculeanus - Die ersten Monate

Beitrag von Ejoy » 16. August 2019, 10:11

ok also:

1. Meine Kolonie (zweites Jahr der Haltung, ca 15. Arbeiterinnen) tragen so gut wie nie ihr Futter in das Reagenzglas. Ich verfütter halbe Schokoschaben an denen geknabbert wird aber das wars. Trotzdem sehe ich einen sehr langsamen aber stetigen Fortschritt. Die Eier werden zu kleinen Larven, dann zu großen Larven und irgenwann zu Puppen. So etwas solltest du nach 3 Monaten auch ungefähr sehen. Wenn du nach 3 Monaten immernoch nur Eier hättest würde ich das doch etwas komisch finden. Wenn sie kleine Fliegen (am besten Drosophila o.ä.) jetzt mal in das Nest getragen haben ist das doch schonmal gut.

2. Ich versuch momentan meine Kolonie zum Umzug zu bewegen. Zunächst habe ich Ihnen ein neues Nest angeboten ohne Sie zu dem Umzug zu zwingen. Nach 2 Wochen habe ich dann mal die Alufolie von dem Reagenzglas entfernt. Das ist denen jedoch so ziemlich egal. Sie chillen weiterhin in ihrem Reagenzglas und zeigen auch bei Lichteinfall (Zimmerlampe) nicht sehr viel Regung. Die Eier werden eventuell zur Sicherheit mal kontrolliert, aber das wars auch schon. Meine Lasius niger verhalten sich hingegen bei der kleinsten Erschütterung oder Lichteinfall als wenn der 3. Weltkrieg ausgebrochen wäre. Ich will damit sagen, diese Art scheint einfach sehr entspannt zu sein.

3. Wie warm ist es bei dir / in dem Nest / der Arena? Als wir vor kurzem diese hohen Temperaturen in Deutschland hatten war diese Kolonie deutlich (!) aktiver als momentan. (Damals 30°C eventuell im Zimmer, momentan 20°C). Auch wieder sehe ich diesen Tmeperatureinfluss kaum bei Lasius niger oder Myrmica rubra. C. herculeanus scheint da schon deutlich stärker auf die Temperatur zu reagieren (fairerweise muss ich sagen, dass die anderen beiden Kolonien über 100+ Tiere haben und somit automatisch aktiver sind).

Im Endeffekt ist nur eins wichtig: siehst du eine permanten Entwicklung der Brut. Wenn dem so ist, gibt es keinen Grund zur Panik. Dass diese Art am Anfang ziemlich "langweilig" ist (außer man schaut ins Nest was ich immernoch sehr beeindruckend finde) ist ja gut bekannt.

Gruß,

Ejoy
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#3 Re: Camponotus herculeanus - Die ersten Monate

Beitrag von Hawkeye » 16. August 2019, 14:14

Ja, dass sie 'langweilig' sind finde ich sogar echt cool. Das sie bei dir ebenfalls so tiefen entspannt reagieren beruhigt mich sehr.

Vor einem Monat oder so hatten sie auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihren Eingang mit Nadeln verkleiner (Ich habe am Morgen danach mich so gefreut).

Ich kann leider nie so genau erkennen, in welchem Zustand sich der Nachwuchs befindet, weil ich mich nie traue so lange nach zu sehen.
Vielleicht sollte ich das nachher mal machen?

Außerdem haben sie alles in den mit Erde versehenen Teil des Reagenzglases kurz vor dem Reservoir getragen ^^ Gutes Zeichen, oder?

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Safiriel

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#4 Re: Camponotus herculeanus - Die ersten Monate

Beitrag von Safiriel » 16. August 2019, 19:42

Zur Ergänzung: Meine lieben auch Stubenfliegen, allerdings ein sehr seltener Snack, weil sich nur selten eine zu mir verirrt. Habe extra für die Camponotus eine Fliegenklatsche gekauft, weil die so sehr drauf stehen.

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