Ameisen in Ungarn - ein kurzer Urlaubsbericht

Eigene Beobachtungen in der freien Natur.

Ameisen in Ungarn - ein kurzer Urlaubsbericht

Beitragvon Ameisenstarter » 31. August 2019, 19:27

So wie ich im letzten Jahr über meine Ameisenfunde in Norwegen berichtet habe, so möchte ich nun in einem Beitrag zusammenfassen, welche Entdeckungen ich in Ungarn machen konnte.


Es ging an Balaton, im Deutschen auch Plattensee genannt, in eine Ferienwohnung.
Erste Ameisen, die man in Deutschland nicht findet, konnte ich bereits im Garten des Hauses beobachten.

Angefangen mit Messor structor (ich habe die Ameisen nicht bestimmt, doch nach meiner Kenntnis, gibt es nur diese eine Messor Art in Ungarn), von welcher es mehrere Kolonien im Garten gab.
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Eindrucksvoll und gut erkennbar aufgrund ihres körnersammelnden Verhaltens sowie dem Polymorphismus der Arbeiterinnen.
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Majorarbeiterin

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Arbeiterin mit Samen



Eine zweite Art, die ich gleich gesehen habe, war Crematogaster schmidti. Eine von drei Arten dieser Gattung, die in Ungarn vorkommen.
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Nachts konnte ich auch eine alate Gyne, mutmaßlich dieser Art, entdecken. Leider war ein Foto nicht möglich, da das Tier sofort weitergeflogen ist.


Die, für mich, besonderste Kolonie während der Reise gehörte jedoch einer Art an, die die meisten Ameisenhalter wohl gar nicht kennen werden - Liometopum microcephalum.

In vielerlei Hinsicht ist diese Art äußerst interessant und meiner Meinung nach eine der schönsten Ameisen, die es in Europa gibt.

Optisch zeichnet sich Liometopum microcephalum durch ein silbern glänzendes Gaster, gepaart mit einem kräftig rot-orangem Thorax und einem hervorgehoben Kopf, aus.
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Besonders imposant sind die Majore dieser Art. Ein ganzes Stück größer mit stämmigerem Kopf stechen diese aus der Masse der Minore hervor.
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Major neben Minor


Generell sind diese Ameisen sehr selten, in Deutschland gibt es sie nicht.
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Kolonien werden etliche tausende Arbeiterinnen stark und leben arboricol (am ehesten vergleichbar sind sie in diesem Punkt wohl mit Lasius fuliginosus).
Gefunden habe ich die Kolonie auf der Kányavári-Insel im Naturschutzgebiet um den Kis-Balaton.
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Blick auf den Kis-Balaton



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Holzbrücke auf die Insel

In der Holzbrücke auf die Insel lebten auch Camponotus vagus, die um den See recht häufig anzutreffen sind.
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Später habe ich diese Art auch noch einmal im Garten entdeckt, wo mehrere Majore ein totes Heupferd wegschleppten.
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Generell waren viele Grashüpfer und ähnliche Insekten unterwegs und so hat man immer mal wieder Ameisen beobachten können, die eben solche ins Nest schleppen wollten.
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Tetramorium Arbeiterinnen



Das war mein kurzer Bericht, ich hoffe der ein oder andere hat das Lesen genossen.

Sollte jemand Fragen oder ähnliches haben, so kann er diese direkt hier stellen.



Liebe Grüße :)

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Re: Ameisen in Ungarn - ein kurzer Urlaubsbericht

Beitragvon DieterN » 21. November 2019, 14:25

Danke für die Einblicke! Ich bin nächstes Jahr auch in Ungarn und bin schon gespannt auf die Ameisen dort :)

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