Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Bauanleitungen, Einrichtungen, Zubehör, Fototechnik, GerÀte, Ideen und Hilfe.
Benutzeravatar
TheDravn
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 187
Registriert: 3. August 2018, 21:14
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 119 Mal

#1 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von TheDravn » 27. Januar 2020, 18:07

Seit einiger Zeit beschĂ€ftigt mich schon eine Frage, was mache ich mit den Junggynen meiner Messor barbarus Kolonie? Schließlich kam ich auf die Idee, ob ich sie nicht als Anschauungsobjekte fĂŒr Besucher und/oder Interessierten konservieren kann, um sich die Königinnen ganz nah, ohne Angst oder Fluchtversuche anschauen zu können.

Wenn man nun nach der PrĂ€peration von Insekten sucht, kommt man ganz schnell auf die fest gepinnte Stecknadel samt ausgetrocknetem Insekt, aber das war nicht wirklich das wonach ich suchte. Schließlich wollte ich, das man das Anschauungsobjekt anfassen kann und das ohne das Risiko zu haben, dass das Insekt zerstört wird. Denn wie bestimmt jeder hier weiß, ein richtig trockenes Insekt, zerbröselt sehr schnell bei falscher Handhabung.
Schließlich bin ich durch Zufall auf Kunstharz gestolpert und hab gesehen, das dort einige KĂŒnstler Blumen darin eingegossen haben und ihre Farbenpracht und Struktur dabei erhielten blieb. Genau das wonach ich gesucht habe! Nur welches Kunstharz nehme ich jetzt? Es gibt dermaßen viele, das man als Laie in der Luft hĂ€ngt, also musste erstmal Informationen eingeholt werden, was fĂŒr Variationen es gibt. Schließlich hat sich herrauskristallisiert, das sich Kunstharz fĂŒr SchmuckstĂŒcke wohl am besten geeignet dafĂŒr ist und somit war der Marsch zum meinen Bastelladen schnell eingeplant und dieser hatte solch ein Kunstharz, in einer Menge die zum testen und eventuellen spĂ€teren Bedarf erstmal reichen wĂŒrde.

Heute hatte ich nun endlich die Zeit, mich an diesem Experiment zu wagen, ich hatte alles daheim nur an eins hab ich nicht gedacht, worin gieße ich das Objekt nun? Als ersten Test, ob das ĂŒberhaupt so funktioniert wie ich es will, musste jetzt erstmal die Aluschale eines Teelichts reichen. SpĂ€ter werde ich mir dann richtige Silikonformen organisieren, sollte der Versuch einigermaßen gut glĂŒcken.
IMG_0837.JPG
IMG_0838.JPG
Schnell war die kleine Menge Kunstharz angemischt und die Königin, welche vorher in der TK gefrostet wurde, eingesetzt. Jetzt heißt es erstmal 6 Stunden warten, bis die erste Schicht hart geworden ist und die Königin nicht mehr verrutschen kann.
IMG_0839.JPG
Hat wer von euch schonmal versucht, ein Insekt zu prÀperieren? Und wenn ja, wie seid ihr da vorgegangen?
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor TheDravn fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 2):
anthalter_19Erne

Benutzeravatar
Erne
Administrator
Offline
BeitrÀge: 2547
Registriert: 18. April 2014, 11:00
Hat sich bedankt: 2959 Mal
Danksagung erhalten: 2464 Mal

#2 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von Erne » 27. Januar 2020, 21:15

Den Gedanken hatte ich auch schon.
Dabei gab es 2 wesentliche Probleme, die ich nie richtig lösen konnte.
Ein Insekt einfach in Gießharz eingießen, das sieht so aus als wenn es in Wasser getaucht wird, nicht besonders ansehnlich.
Insekten mĂŒssen vorab getrocknet werden und dabei so fixiert, ausgerichtet werden wie sie spĂ€ter zu sehen sein sollen.
Beim Gießharz ist darauf zu achten, dass es besonders dĂŒnnflĂŒssig ist, sonst werden getrocknete Insektenteil wie Beine oder FĂŒhler verformt oder sogar abgebrochen.
Ein weiteres Problem, wĂ€hrend der AushĂ€rtung des Harzes können aus dem Insekt Luftblasen entweichen die dann Ă€ußerlich am Insekt kleben, sieht auch nicht gut aus.

GrĂŒĂŸe Wolfgang
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Erne fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 2):
anthalter_19TheDravn

Benutzeravatar
TheDravn
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 187
Registriert: 3. August 2018, 21:14
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 119 Mal

#3 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von TheDravn » 28. Januar 2020, 14:15

Erne hat geschrieben: ↑
27. Januar 2020, 21:15
Den Gedanken hatte ich auch schon.
Dabei gab es 2 wesentliche Probleme, die ich nie richtig lösen konnte.
Ein Insekt einfach in Gießharz eingießen, das sieht so aus als wenn es in Wasser getaucht wird, nicht besonders ansehnlich.
Insekten mĂŒssen vorab getrocknet werden und dabei so fixiert, ausgerichtet werden wie sie spĂ€ter zu sehen sein sollen.
Beim Gießharz ist darauf zu achten, dass es besonders dĂŒnnflĂŒssig ist, sonst werden getrocknete Insektenteil wie Beine oder FĂŒhler verformt oder sogar abgebrochen.
Ein weiteres Problem, wĂ€hrend der AushĂ€rtung des Harzes können aus dem Insekt Luftblasen entweichen die dann Ă€ußerlich am Insekt kleben, sieht auch nicht gut aus.

GrĂŒĂŸe Wolfgang
Das wird der nĂ€chste Schritt sein, eine Königin mit einer bestimmten Ausrichtung einzugießen, schonmal danke fĂŒr die Hinweise mit dem abbrechen. Zu dem Luftblasen bilden am Insekt, da hab ich vllt eine Lösung fĂŒr dich, diese bilden sich, wenn das Harz zu heiß wird. Das kann entweder am flaschem Harz liegen, die gegossene Schicht ist zu dick oder es wurde zuviel Harz aufeinmal angerĂŒhrt. LuftblĂ€schen die sich in den Haaren verfangen beim eingießen, sind dagegen wohl schwer weg zubekommen und braucht Übung.

Ich hab heute Nacht die 2. HÀlfte gegossen und die Königin ist nun komplett bedeckt, ich denke ich kann heute Abend vorsichtig versuchen die Aluschale zu entfernen, das fertige Teil werde ich dann hier zeigen
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor TheDravn fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 2):
Erneanthalter_19

Bielefant
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 41
Registriert: 2. Juli 2010, 16:56
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

#4 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von Bielefant » 28. Januar 2020, 16:08

Hallo TheDravn,

meine Erfahrungen sind schon eine Weile her; dafĂŒr habe ich damals viel in der Richtung eingegossen.
Als Formen werden von den Herstellern speziell gefertigte Kunststoffformen angeboten. Die haben eine AntihaftoberflĂ€che und fĂŒr die spĂ€tere Oberseite eine Wölbung -> tolle PrĂ€sentation. Wenn die letzte Gießschicht bĂŒndig abschließt, kann man sie mit manchen Plastikfolien abdecken; dann wird auch die Unterseite glasklar (ohne Schleifen/ Polieren).
Die Insekten sollten getrocknet sein, denn sie schrumpfen sonst nachdem sie eingegossen wurden. Die Folge ist dann eine spiegelnde Luftschicht rund um das ganze Insekt.
Getrocknete Insekten können in das Kunstharz "eingelegt" werden, um die Luft zu verdrĂ€ngen, aber sie werden dadurch im Handling sehr schwer und brĂŒchig.
Beim Trocknen sollten die FlĂŒgel und Beine mit Nadeln in der gewĂŒnschten Position fixiert werden. Das ist grundsĂ€tzlich mit etwas Übung hinzukriegen, aber bei Ameisen aufgrund der GrĂ¶ĂŸe sehr frickelig. Große Spinnen wĂŒrde ich zum Üben empfehlen.
Es gibt im Netz viele Anleitungen und Tipps (PrÀpariernadeln sind lÀnger als Haushaltsnadeln, Alkohol zum haltbar machen, Chemikalien zum Weichmachen,...)

Es macht viel Spass. Schneller Erfolg eher mit eingegossenen GegenstÀnden.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Bielefant fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 3):
ErneTheDravnanthalter_19

Bielefant
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 41
Registriert: 2. Juli 2010, 16:56
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

#5 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von Bielefant » 28. Januar 2020, 18:17

Im Nachhinein noch eingefallen: In "frischen" (aufgetauten) Insekten sind die Verdauungsenzyme noch aktiv. Unter UmstĂ€nden auch nach dem Eingießen. Daher eine Alkoholkaskade, die alle Eiweiße denaturiert.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Bielefant fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 2):
TheDravnanthalter_19

Benutzeravatar
TheDravn
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 187
Registriert: 3. August 2018, 21:14
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 119 Mal

#6 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von TheDravn » 28. Januar 2020, 18:41

Danke fĂŒr die vielen Infos Bielefant, an die Verdauungsenzyme und dem Schrumpfen hab ich gar nicht auf dem Schirm gehabt, werde das bei meinem 2. Versuch mit einer richtigen Gießform berĂŒcksichtigen.

Ich hab soeben das Objekt aus dem Aluminium befreit, die Ober-und Unterseite ist schön klar geworden und man kann recht viel erkennen, trotz einiger Luftblasen. Aber von der Seite her ist die Sicht stark getrĂŒbt, ich vermute mal das kommt durch die Wölbung + "Gießform" wĂŒrde ich das jetzt schleifen und polieren, wĂ€re wohl die Sicht um einiges besser.
FĂŒr das erste mal, ohne groß irgendein Wissen zu haben, bin ich doch zufrieden und ich bin angefuchst es besser hinzubekommen 8)
DateianhÀnge
Seite
Seite
Unterseite
Unterseite
Oberseite
Oberseite
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor TheDravn fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 2):
Bielefantanthalter_19

Bielefant
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 41
Registriert: 2. Juli 2010, 16:56
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

#7 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von Bielefant » 28. Januar 2020, 19:05

Sieht fĂŒrs erste Mal schon gut aus 3) . Ich freu mich auf die nĂ€chsten!
Mit meinem Equipment war Schleifen und Polieren von runden FlÀchen nicht erfolgreich. Aber mit der passenden Form braucht man das auch nicht.
LuftblÀschen kann man mit Zahnstochern zum Platzen bringen.

Mein MeisterstĂŒck war am Ende ein angeschnittenes Wespennest (15x10x10 cm).
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Bielefant fĂŒr den Beitrag:
anthalter_19

Benutzeravatar
TheDravn
Einsteiger
Offline
BeitrÀge: 187
Registriert: 3. August 2018, 21:14
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 119 Mal

#8 Ein Experiment, Konserverierung in Kunstharz

Beitrag von TheDravn » 1. Februar 2020, 13:12

Der erste Versuch mit einer Gießform und das Ergebnis ist direkt um Welten besser
DateianhÀnge
IMG_20200201_130233.jpg
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor TheDravn fĂŒr den Beitrag (Insgesamt 6):
Serafineanthalter_19Bl4cky89ErneBielefantAmeisenstarter

Antworten

ZurĂŒck zu „Technik & Basteln“