Hallo community,
Ich habe über den Sommer (unfreiwillig) sehr viel über das Thema Ameisen gelernt und mich durch die diversen Beiträge der DASW, Ameisenportal, und diesem Forum durchgeackert.
Ich bin nun auch aktiv geworden, da ich zum einen keinen vergleichbaren Fall bis dato gelesen habe, und zum anderen weil ich hoffe das es Betroffenen in der Zukunft vlt helfen kann.
Aufgrund diverser Bildvergleiche und Verhaltens- bzw Befallsbeschreibungen gehe ich bei "meinen Hausameisen" von L. Brunneus oder Emarginatus aus.
Setup:
Ich wohne im EG eines massivbau Mehrparteienhauses am Südrand Münchens mit kleinem Garten (Südrichtung) und großer Holzfensterfläche bodentief. Direkt nebenan ist ein kleiner Vogelschutzgebiet Park mit Laubbäumen, rund ums Haus ist Hecke, Sträucher teils mit Beeren, und in der Nachbarschaft gibt es generell viele ältere Bäume. Ameisen gibt es in dem Gebiet jegliche Arten in Hülle und Fülle, kleinere Wälder und Isar sind sehr nahe.
Vorgeschichte:
Der Nachbar (angrenzende Wohnung im EG zu meiner) hatte vor 2 Jahren im Frühsommer massiven Schwarmflug im Wohnzimmer (ausgerichtet zum Garten, bodentiefe Fensterfläche), wobei die Ameisenart nicht bekannt ist/war. Ich wohne hier seit letztem Jahr Mai. Bereits kurz nach dem Einzug fielen vereinzelt Ameisen im Wohnzimmer und angrenzendem Gang auf. Sie traten ab Juni jeden 2.-3. Tag auf, meist 1-5 Tiere, extrem unspezifisch.
Ein professioneller, IHK- geprüfter Schädlingsbekämpfer einer renommierten Münchner Firma, den ich aus Verzweiflung ebenso bestellt hatte, legte mir Streu ans Herz und meinte "die heißen alle ameisen, weil die alle gleich sind und das gleiche fressen". Er konnte nach Begehung und Prüfung keine Ameisennester im oder am Haus ausfindig machen.
3 Tage später, Mitte August nach einem starken Gewitter, bildete sich im Keller vom Lichtschacht außen (befindet sich in meinem Garten neben dem bodentiefen Fenster) durch einen Spalt der Fensterlaibung eine Ameisenstraße in den Kellerraum. In der Mitte des Raumes drehten die Ameisen scheinbar grundlos um und gingen durch die selbe Öffnung wieder hinaus. Im EG in der Wohnung waren auf alle Wohnräume verteilt (außer Bad und Küche) ca 50-80 Tiere und liefen scheinbar ziellos umher. Zu keiner Zeit waren geflügelte Tiere in der Wohnung.
Die Tiere im Keller und Wohnbereich, sowie im Lichtschacht waren eindeutig erkennbar die gleiche Art, und unterschieden sich von den "normalen kleinen schwarzen Ameisen (ich vermute L Niger)" im Garten.
Gegenmaßnahmen:
Zunächst, unwissend und irritiert, wendete ich Streu und Köderdosen vor besagten Fenstern im Außenbereich an. Dehner Eigenmarke Produkte, Wirkstoffe unbekannt.
Nach meinen Recherchen und dem Vorfall im August besorgte ich mir Advion Ameisengel. Ich gab es in die Fensterlaibung des Kellerfensters sowie auf die zuvor belaufen Straße im Lichtschacht, spritzte darauf die Ritzen innen mit Acryl aus. Im Wohnzimmer entfernte ich die Sockelleisten am Fenster und brachte das Gel punktuell an. Innerhalb nicht einmal einer Stunde fand ich ca 50 oder mehr Tiere die kontinuierlich an den Gelpunkten den Köder aufnahmen. Sie blieben auch so gut wie immer am Köder, und gaben ihn an soweit ich beobachten konnte an andere Tiere weiter. Nach ein paar Tagen nahm die Anzahl stark ab, vereinzelte Tiere traten kaum noch auf. Tote Tiere waren wenn überhaupt nur ganz selten zu sehen. Mitte September bis Ende September fuhren wir dann 2 Wochen in Urlaub, ein guter Freund schaute in der Zeit 2 mal vorbei und konnte keine Tiere finden. Nach unserer Rückkehr Anfang Oktober waren keine Tiere mehr in der Wohnung zu sehen. In besagtem Lichtschacht war von Zeit zu Zeit Aktivität. Kurz vor heilig Abend waren die Temperaturen tagsüber sehr mild mit bis zu 7 Grad (gemessen), unterm Tag an Stellen mit direkter Sonneneinstrahlung bestimmt bei über 10 Grad. Prompt waren vereinzelte Tiere in der Wohnung an neuralgischem Wohnzimmerfenster anzutreffen. Ich brachte etwas Advion Gel aus und wir fuhren über Weihnachten zu unseren Eltern nach Hause.
Situation jetzt:
Meine Hoffnung zumindest bis Frühling Ruhe zu haben wurde nicht erfüllt. Und hier bräuchte ich bitte auch die Experten aus der Runde. Die Vorfälle soweit sind für mich verständlich und mit einem Nest in der Hausmauer bzw Dämmung oder (was ich jedoch immer noch nicht hoffe) im Fußboden erklärbar.
Als wir zu Silvester wieder in die Wohnung kamen waren die Temperaturen bereits auch tagsüber fast durchgehend unter 0 Grad. Jedoch zeigt sich seitdem eine konstante Aktivität. Zunächst abends 1-2 Tiere, seit 3. Januar tagsüber bis zu 7 Tiere. Gestern brachte ich erneut Advion Gel aus, binnen einer Stunde waren für längeren Zeitraum 10-15 Tiere am Köder. Mittlerweile sind nur noch selten Tiere am Köder, einige Tote liegen im weiteren Umfeld darum.
Wie kann das sein zu dieser Jahreszeit? Ich lese in den einschlägigen Foren dass auch Kolonieen mit Nestern im Haus die
Weiteres Vorgehen:
Ich habe mir für das anstehende Frühjahr Leerköderdosen, Finicon Avantgarde, Advion und Maxforce Quantum Gel besorgt und plane die Beköderung sobald möglich zu starten. Ich würde gerne diesen Thread sukzessive fortführen, um andere Betroffene zu informieren. Mir half das extrem viel in den anderen Foren, zum einen um wirksame Maßnahmen ergreifen zu können, zum anderen zu erfahren dass man nicht allein mit dem Problem ist. Eine Lösung habe ich leider noch nicht. Ich hoffe das hier wird irgendwann zu ner Erfolgsgeschichte ![]()
Sorry für den Roman. Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung zur
Schönen Abend euch!
