Bekämpfung von Lasius brunneus

Hausameisen und ihre Bekämpfung
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Simon0309
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#1 Bekämpfung von Lasius brunneus

Beitrag von Simon0309 » 18. April 2026, 13:06

Hallo zusammen,

Ich möchte diesen thread hier nutzen um von meinem Vorgehen gegen Lasius brunneus am Haus zu berichten.
Da ich auch einige Fragen habe, bzw. mir über die Lebensweise nicht ganz im klaren bin, freue ich mich auf euren Input!

Aber nun der Reihenfolge nach:

Am Ostermontag (06.04.02026) habe ich gegen 17:00 Uhr (es war etwa 20 grad warm) an unserem kleinen Beetstreifen zwischen Haus und geteertem Hof einige Lasius Brunneus gesehen. Ich habe die Straße verfolgt und gesehen, dass sie in einem Kirschlorbeerbusch leben. Dieser hat in der Mitte einen sehr dicken, morschen krüppeligen Holzstamm.
Da der Kirschlorbeerbusch DIREKT am Haus steht (Haus mit Styropor Isolierung und wir letzten Jahr schon einen Lasius brunneus Befall auf der anderen Hausseite hatten) habe ich angefangen die Kolonie zu bekämpfen. Siehe Foto

Ich habe einen Advion Ameisen Gelköder genommen mit dem Wirkstoff Indoxacarb. Habe auf dem Randsteinen zwischen Beet und Hof kleine und größere Punkte ausgelegt. Überall dort wo ich Lasius brunneus gesehen habe.
Der Busch ist auf der Nordwestseite und wird ab etwa 16 Uhr von der Sonne angestrahlt.
Die Ameisen haben den Köder in gigantischen Scharen aufgenommen! (Siehe Foto) Es waren zeitgleich locker 200 Ameisen gleichzeitig an den Köderpunkten. Das ging die ganze Nacht so. Selbst am nächsten Morgen, als es kühl war (5 grad) haben die sich wieder auf die neuen Köderpunkte gestürzt.

Bei einem so starken Köderinteresse am Anfang, war ich mir sicher die Kolonie schnell auslöschen zu können.

Leider lies das Interesse nach 48h etwa stark ab. Ab da fraß kaum eine Ameise vom Advion Gelköder. Teilweise mieden sie den Köder richtig!
Zunächst dachte ich mir, dass die Kolonie halt empfindlich getroffen wurde und nun zerbricht und daher die Rekrutierung gestört ist.
Jedoch konnte ich in den darauffolgenden Tagen beobachten wie einige Lasius brunneus Ameisen kleine Insekten ins Nest trugen (Mücken, Würmer, kleine Krümmel?)

Der Köder wurde weiterhin ignoriert.

So läuft das Ganze nun seit 9 Tagen. Der Köder wird ignoriert, aber es bilden sich Lasius Brunneus Straßen welche zum Fuß des Kirschlorbeerbusches wandern und dort am Boden verschwinden (dort ist viel Gestrüpp, kleine Stängel etc)
Auch ein Test mit einem Wattestäbchen getränkt mit Zuckerwasser und ein weiteres mit Honig wurde ignoriert…

Kann es sein, dass diese Ameisen seit 9 Tagen keinerlei Zucker/Kohlenhydrate aufnehmen (müssen), sondern nur nach Protein suchen?

Der Köder an sich ist attraktiv. Vergleichbare Test bei Lasius Niger und der Vierpunktameise im Garten lösen dort starke rekrutierung aus. Aber bei den Brunneus wird ja selbst das Zuckerwasser und der Honig ignoriert.

Eine weitere Frage: wie ist das Risiko einer Umsiedelung, wenn ich den Kirschlorbeerbusch entferne?

Ich vermute ja dass sie in dem stammholz sitzen, zumindest gehen sie dort ein und aus. Wenn ich jetzt den Busch am Stamm etwas frei Buddel und dann an den Traktor Anhänge und mitsamt wurzelballen rausziehe in einem Stück, ist dann das Risiko groß, dass die Ameisen rausrennen? Oder würden die trotz der Erschütterung und Gewalteinwirkung dennoch im Holz bleiben, solange dieses nicht geöffnet (zersägt) wird?

Nicht, dass diese dann beim rausziehen des Busches schnell rausrennen (oder rauffallen), Königin und Brut mitnehmen und dann Richtung Haus siedeln….

Vielen Dank vorab!

Kirschlorbeerbusch an der Hauswand
Kirschlorbeerbusch an der Hauswand
Viele Ameisen am Köder (erster Abend)
Viele Ameisen am Köder (erster Abend)



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#2 Bekämpfung von Lasius brunneus

Beitrag von PincoPallino » 18. April 2026, 14:46

Hallo,

eigentlich kann ich nur wenig beitragen, aber eine Frage kann ich beantworten.

Kann es sein, dass diese Ameisen seit 9 Tagen keinerlei Zucker/Kohlenhydrate aufnehmen (müssen), sondern nur nach Protein suchen?

Sie werden wohl eine andere Quelle gefunden haben, z.B. eine Blattlauskolonie. Und vielleicht haben sie auch gelernt, dass dein Köder kein gutes Futter ist.

Eine große Kolonie benötigt sowohl Proteine als auch Kohlenhydrate, aber sie haben auch eine gewisse Vorratshaltung, um "Durststrecken" überbrücken zu können. Und, vor deinem Eingreifen, haben sie sich ja auch gut ernähren können, dein Köder war also natürlich nicht ihre einzige Quelle.




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