Guten Tag -
wie zugesagt wollte ich mich auch mal wieder etwas mehr beteiligen und mal den ein oder anderen Eindruck aus meiner Haltung
oder verschiedenen Projekten / Ideen im groben anreißen und auch mal aufzeigen. Es ist wie in jedem Hobby: Es ist meine persönliche Meinung
und meine Herangehensweise - ich kann beraten oder mit Rat zur Seite stehen. Es muss aber nicht die Lösung für dich sein. Daher ist es wichtig sich über verschiedene
Seiten (Ameisenforum) zu informieren um für sich und seine Bedürfnisse die richtige Lösung finden zu können. Und wie immer gilt: Man darf auch eigene Erfahrungen sammeln
und gegenüberstellen und sich verbessern und reflektieren und einfach offen austauschen. Also um es zusammen zu fassen: Das ist aktuell mein persönliches Wüstenbecken und
ich habe natürlich auch beim Bau schon wieder andere Ideen bekommen und würde dann einfach mal im Laufe des Jahres ein weiteres Projekt in meinem Untergeschoss vorstellen wollen
im Do It Yourself Bereich. Hier etwa 200cm x 80cm tief und 60cm hoch.
Hintergrund für diesen Foto-Baubericht ist eine kleine Kolonie der Art Cataglyphis hispanica. Sie kam als "schwächste" Kolonie bei mir an - mit sehr unterschiedlich großen Arbeiterinnen
(1x klein, viele Media, 3x große
Hier habe ich einige Beispiele von Sukkulenten und winterharten Kakteen - Steinbeeten als grobe Inspiration als Startpunkt heran gezogen.
In der Vergangenheit konnte ich bereits einige gute Erfahrungen mit bestimmten Wüsten/Sukkulenten Gewächsen machen und man muss nicht immer Kunststoff-Produkte (Pflanzen-Imitate) einbinden, es geht tatsächlich auch mit lebenden Pflanzen. Wichtig zu wissen: Die Pflege muss man natürlich beachten. Die können viel ab und brauchen wenig Wasser und Nährstoffe, daher eignet sich auch ein Pflanzgranulat. Oder generell feine Steingranulate.
Wichtig ist nur, dass man regelmäßig (je nach Anleitung für die Pflanze) wässert. Als Tipp hier: Nährstoffreiches Wasser, wie ein Teichwasser ist nicht gefährlich zur Düngung und bietet den Pflanzen bestimmte Makro/Mikrostoffe an.
"Jauche" wäre jetzt vermutlich der falsche Begriff für "sichtbar sauberes" Teichwasser - aber ihr wisst sicherlich was ich ungefähr damit meine. Die Nährstoffe durch Fischfutter und andere Eintragungen sind eben deutlich drüber über dem Leitungswasser (was meistens noch sehr kalkhaltig ist und vielleicht nicht so optimal ist).. Gerade für Glasscheiben ist kalkhaltiges Wasser ohnehin schwierig zu reinigen.
Als Tipp da, falls ihr Probleme mit Kalkflecken habt : Destilliertes Wasser beugt dem unheimlich vor. Das aber nur am Rande.
Jetzt aber weg vom Exkurs zurück zur Einrichtung:
Wüstenbecken April 2016, im AntCube 40x20x20cm mit Pflanzen
Das Becken hat die Abmessung 40x20x20cm. Es ist eine Lösung zwischen 20x20x20 Antcube Würfel und 30x30x30 Antcube Würfel. Gerade für Dachschrägen meiner Meinung gut geeignet,
um diese Becken auf ein Regal stellen zu können und trotz der Dach-Innenschräge nicht anstoßen zu müssen.
Den Rückwandbau habe ich bereits in einem anderen Bastel-Thread leicht angeschnitten - hier wird mal eine recht rot gefärbte Rückwand eingebaut,
die ursprünglich für meine Australien-Reihe gefertigt worden ist. Für die Myrmecia nigriceps die ab und zu in den Bilder des Tages Thread dargestellt wurde.
Die lebt nun in einem größeren Nest mit einem 60x30x30 Formikarium und entsprechend passender Rückwand.
Vorab macht man sich natürlich als aller erstes Gedanken, wie was gestaltet werden soll.
Am Ende ändert man erfahrungsgemäß dann trotzdem das ein oder andere und passt es noch einmal an.
Gestartet wird mit einem gemischten Granulat mit einer Körnung zwischen 1mm und 5mm.
So können die Pflanzen auch ausgetopft vorsichtig positioniert werden. Wer hier Schwierigkeiten hat, dass
diese umkippen, kann sich mit Zahnstochern behelfen oder das Granulat gegen den Pflanzenballen anhäufeln.
Daneben ist ein Standard-Nest der alten Baureihe - hier aktuell ohne Abdeckung und mit eingefärbten Gipsrand (Grauwacke).
Das hat mir in dem Fall für die Cataglyphis Kolonie ganz gut gefallen. Kurz dargestellt in einer Draufsicht:
Nachdem die erste Schicht Granulat aufgefüllt worden ist wird das Gelände geformt und man kann spielerisch
sich austoben. Das ist dann reine Geschmackssache, wie was zu sein hat.
Einen Tipp habe ich jedoch: (nicht immer so einfach möglich, jedoch:)
Man sollte mit einem sogenannten "Panorama"-Effekt arbeiten. Das heißt, dass man vorne eine flache Ebene hat und nach hinten hin höher aufbaut.
Das gilt nicht nur für das Granulat, beziehungsweise den Boden - sondern auch für die Pflanzen und Pflanzengröße. Am Ende machen Hölzer und Deko-Artikel im Hintergrund
optisch auch mehr Sinn, damit die Sicht nicht direkt blockiert / eingeschränkt ist.
Man kennt es aus anderen Hobbies, wie der Terra- oder Aquaristik. Natürlich gibt es da auch "natürliche Aquarien, Terrarien" die solche Grundsätze in Frage stellen -
Der "Normalo" möchte jedoch erst einmal möglichst viel sehen und im Blick haben.
Ich habe dann andersfarbige Steine (Terracotta) genutzt um einen Kontrast aufzubauen. Diese wurden danach mit einem feinkörnigem Sand aufgefüllt um die Luft zwischen den gröberem Granulat
5mm bis 12mm zu füllen. Neben Spielsand, heißt es auch gerne mal Mauersand 0/2. Das wird dann etwas gepresst und verrüttelt, damit man einen dichte Schicht hat.
Hintergrund hier ist: Die Ameisen werden nicht direkt animiert dort zu graben. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich gegeben, dass bei optimalen Bedingungen im Formikarium
und schlechten Bedingungen im Nest die Ameisen umziehen könnten (was absolut okay für mich wäre).
Um es aber zu unterbinden wird das Nest feucht und warm gehalten und das Formikarium so verdichtet, dass erst einmal keine akute Gefahr besteht, dass sich
irgendwo eingegraben wird.
Das wird und kann sich natürlich in Zukunft mit mehr Arbeiterinnen auch schnell ändern - aber wie schon gesagt, das ist für mich absolut okay.
Den Freiraum biete ich mit einem "naturnahem Becken" oder einer möglichst "natürlichen" Gestaltung ja bewusst an.
Nach etwa 2 bis 3 Stunden ist dann dieses Projekt mit diesem Bild vorerst abzuschließen - die Pflanzen wurden eingesetzt,
es wurden 3 verschiedene Granulate verarbeitet und ein körniger Sand. Etwas Pflanzerde für die Sukkulenten / Kakteen.
Nun darf es wachsen - und sicherlich gibt es zu diesem Projekt in den nächsten 4-6 Wochen auch noch einmal ein Update.
Zur Beleuchtung:
Ich nutze hier eine LED-Standleuchte aktuell. Ich kann sie in 5 verschiedenen Modi einstellen und unterschiedlich stark belichten.
Eingekauft wurde mittlerweile jedoch eine Deckenbeleuchtung (LED-Lampe) über Jungle-Leaves, die für optimale Lichtverhältnisse sorgen sollen.
Zur Temperatur:
Der Ameisenraum wird über die Heizung beheizt. Es sind dort am Tage immer zwischen 24 und 26 Grad Celsius. Das externe Nest für die Ameisen wird mit einer Heizmatte
zugeheizt. Die Wärmezugabe sorgt dafür, dass sich ein feucht-warmes Klima in Nest aufbauen lässt. Darüber generiere ich normalerweise immer ein gutes
