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Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Nikton
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#1 Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von Nikton » 7. Oktober 2019, 11:00

Hey Leute,
Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit Ameisen und möchte nächstes Jahr anfangen welche zu halten.
Daher die Frage: welche Art empfehlt ihr für Anfänger.
Meine Ansprüche an die Art wären, dass sie nicht zu klein ist (ich möchte gerne beobachten und auch etwas erkennen ;)), sie sollte einheimisch sein (da ich mir am liebsten eine Gyne fangen würde) und sie sollte nicht zu anspruchsvoll sein (bin wie gesagt Anfänger und es wäre schade wenn durch einen doofen Anfängerfehler die ganze Kolonie eingeht).

Was meint ihr würde sich da am ehesten eignen?
Danke schonmal im voraus
LG niko



beniamin82
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#2 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von beniamin82 » 7. Oktober 2019, 11:02

Formica cinerea.



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Harry4ANT

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#3 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von Harry4ANT » 7. Oktober 2019, 11:17

Wenn es auch "europäisch" sein darf empfehle ich dir Messor barbarus - nicht umsonst ein Klassiker ;)

- nur abgeschwächte Winterruhe, das ganze Jahr gibt es was zu sehen
- robust und Anfänger geeignet
- sehr aktiv
- große imposante Majore
- verwerten neben Insekten auch div. Körner & Samen, können auch mal länger alleine gelassen werden


A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah

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Spinoant
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#4 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von Spinoant » 7. Oktober 2019, 13:16

Ich kann verstehen, dass man die erste eigene Königin selber fangen will ;). Falls es doch etwas aus ganz Europa sein darf schließe ich mich Harry4ANT an. Messor barbarus ist eine sehr interessante Art. Falls du noch in den Urlaub fliegst, kannst du auch versuchen dir eine Messor barbarus selbst zu fangen.. :D .

Wenn es wirklich nur einheimisch sein soll würde ich dir noch Camponotus empfehlen. Da kommen mehrere in Deutschland lebende Arten in Frage. Camponotus ligniperda und herculeanus sind beide sehr groß (mit die größten Ameisenarten in ganz Europa) und anfängerfreundlich. Die einzigen Nachteile sind evtl, dass die Kolonie die ersten paar Jahre doch sehr langsam wächst, was für Neulinge wahrscheinlich nicht gerade spannend ist.

Weiterhin kommen Serviformica Arten in Frage, wie z.B. Formica fusca. sie sind mittelgroß, ziemlich aktiv, schreckhaft und bewegen sich teilweise extrem schnell. Die Kolonien bleiben mit bis zu wenigen tausend Individuen relativ klein, was aber wohl eher ein Vorteil als ein Nachteil ist.

Naja zum Schluss bring ich mal noch den Klassiker: Lasius niger (schwarze Wegameise, sehr sehr weit verbreitet, sieht man eigentlich immer und überall). Sind allerdings relativ klein, dafür ziemlich aktiv und aggressiv, wachsen relativ schnell und sind soziemlich die typische Anfängerart. Großer Vorteil: Du wirst 100% eine Königin finden, das kann ich dir ziemlich sicher garantieren. Bei den anderen oben genannten Arten musst du, je nachdem wo du wohnst, evtl länger suchen und hast möglicherweise auch gar keinen Erfolg eine Königin zu finden und zu fangen.

Es gibt noch viele andere Arten, die für Anfänger geeignet sind. Ehrlich gesagt ist das wohl sogar die große Mehrheit der einheimischen Arten. Es gibt vielleicht ein paar wenige Ausnahmen, die schwieriger sind oder bei denen man etwas besonderes beachten muss. Da du deine Königin aber gerne selbst finden möchtest, würde ich dir empfehlen nächstes Jahr ab März/April bei schönem Wetter mal regelmäßig rauszugehen und zu gucken was du so findest.

LG und viel Spaß
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Nikton
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#5 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von Nikton » 7. Oktober 2019, 14:13

Vielen Dank für die vielen Antworten. Die Messor sprechen mich schon an. Allerdings möchte ich die Tiere ungerne kaufen. Da ich finde man sollte sich mit dem begnügen was man findet ;) und es ist ja schon etwas besonderes die Königin selbst zu fangen :)

Camponotus klingt auch gut. Wie langsam heißt denn langsam beim Wachstum.
Gegen ein etwas langsameres Wachstum habe ich an sich nichts. Aber wo würdet ihr mir denn empfehlen nach Camponotus zu suchen?


Von Lasius niger habe ich auch schon gelesen. Die sind doch aber leider etwas kleiner oder?
Und wenn man L. niger so leicht findet werde ich mir vielleicht eine L. niger Gyne zusätzlich sammeln ;)



beniamin82
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#6 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von beniamin82 » 7. Oktober 2019, 14:36

Ich bin auch ein Anfänger, ich habe Formica cunicularia und Lasius niger dieses Jahr gefunden.
Die Lasius niger machen zur Zeit mehr Spaß weil es schon um die 40 Arbeiterinnen gibt.
Bei der Formica sind es 18, und bei der zweiten Kolonie nur 8. Da tut sich nicht viel. Die kommen selten raus aus dem Nest. Tote Hosen.

Die Lasius tragen schon gemeinsam eine Fliege uns Nest, sind auch öfters außer Nest zur sehen. Das Nest habe ich nicht im dunklen und die vermehren sich trotzdem gut- jederzeit kann ich das Nest beobachten. Formica muss rote Folie über das Nest haben weil sie sehr Schreckhaft sind dafür sind die etwas größer.

Und Formica habe ich paar Wochen früher gefunden als die Lasius.

Die Camponotus werden noch langsamer sich entwickeln...



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Serafine

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#7 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von Serafine » 7. Oktober 2019, 16:08

Nikton hat geschrieben:Camponotus klingt auch gut. Wie langsam heißt denn langsam beim Wachstum.

Bei den größeren einheimischen (ligniperda, herculeanus) heißt das 20-50 Ameisen nach einem Jahr, wenn überhaupt. Viel Aktivität hat man da nicht. Die kleineren (vagus, fallax) sind etwas schneller.
Camponotus aus Südeuropa wachsen deutlich schneller (meine C. barbaricus waren nach einem Jahr bei ~200, nach 2 Jahren bei 3-4k und nach 3 Jahren bei 8-10k).

Nikton hat geschrieben:Gegen ein etwas langsameres Wachstum habe ich an sich nichts. Aber wo würdet ihr mir denn empfehlen nach camponotus zu suchen?

Camponotus dürfte man hauptsächlich in Wäldern finden, die Nesteingänge sind allerdings oft sehr unscheinbar und nicht einfach zu finden. Und mit dem Schwarmflug muss man dann natürlich auch Glück haben (hatte bisher nie welches).

Nikton hat geschrieben:Von Lasius Niger habe ich auch schon gelesen. Die sind doch aber leider etwas kleiner oder?

Sie sind vor allem extreme Ausbruchskünstler und hyperaggressiv gegenüber anderen Ameisen. Einem Anfänger wurde ich die Art eher nicht empfehlen, größere Kolonien können sehr unangenehm werden (brechen leicht aus, greifen bei einem Ausbruch schnell andere in der Nähe gehaltene Ameisen an).



DerTyp
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#8 Re: Welche Art empfehlt ihr einem Anfänger?

Beitrag von DerTyp » 7. Oktober 2019, 16:25

Hallo,
Bei Camponotus hängt es von verschiedenen Faktoren wie z.B Temperatur oder Königin ab. So kann eine im Mai gefundene Königin bis zu 14 Arbeiterinnen bis zur Winterruhe haben, teilweise auch bloss 1 oder 2. Aktiv werden sie meist eh erst im Zweiten bis dritten Jahr. Camponotus findet man häufig an Waldrändern Aleen etc. Du wirst aber Wahrscheinlich am Anfang keine Arbeiterinnen oder ein Nest finden,
da sie relativ versteck leben. Am besten empfiehlt sich da ein Schöner Abend im Mai/Juli. Es kommt jedoch drauf an Wo du wohnst.
Serviformica gibt es wirklich überall und die sind mMn super Anfängerameisen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, das man Königinen das ganze Jahr finden kann, da die meisten Arten Polygyn sind und manchmal untergeordnete Königinen das Nest verlassen, um eine neue Kolonie zu gründen. Der größte Nachteil mMn bei Serviformica ist, das sie ab Mitte August keinen Nachwuchs mehr Legen und ab September meist Gar keine Brut mehr haben und deswegen auch eher seltener aktiv werden. Was ich noch vorschlagen Kann ist Myrmica, die haben eine schöne Größe sowie schöne Färbung, sind einigermaßen aktiv und Jagen aktiv, genau wie Serviformica. Mann muss bei Mitgliedern dieser Art jedoch aufpassen, das die Feuchtigkeit nicht zu niedrig ist, das ist in den ersten zwei Jahren jedoch meist kein Problem, da man sie da im Reagenzglasnest Halten kann, wo man sich nicht um die Feuchtigkeit kümmern muss. Ich würde dir jedoch empfehlen, von allen Arten die dich interessieren versuchen welche zu fangen und dich dann ggf, wenn die Kolonien Größer werden dich von den für dich nicht so interessanten Arten zu trennen, was man bei Selbstgefangenen Arten ja leicht machen kann.
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