Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

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Michael_leachiM
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#1 Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

Beitrag von Michael_leachiM » 3. Januar 2026, 12:08

Hallo zusammen

Da ich Freude daran habe, den Fortschritt meiner Kolonie zu teilen, dachte ich, mach ich doch auch besser einen Haltungsbericht anstatt im Thema "Nestbau" weiter zuschreiben. Ich hoffe es ist nicht zu langweilig für die fortgeschrittenen Halter =)*207

Die Ameisen habe ich am 20. Dezember erhalten. Eine Königin, zwei Arbeiterinnen und einige Puppen konnte ich entdecken. Aktuell sind sie in einem Reagenzglas in einer 30x20cm Arena mit Korkboden. Täglich bekommen sie frisch eine halbe und nochmal geviertelte Assel. Die Assel war vorher gefroren. Manchmal überbrühe ich sie noch kurz, manchmal lasse ich sie einfach auftauen. Daneben bekommen sie täglich einen frischen Tropfen Honigwasser und haben immer ein Reagenzglas mit Zuckerwasser und ein zweites mit Wasser zur Verfügung. Die Temperatur halte ich zwischen 26 und 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit in der Arena bei rund 50%.

Bisher hatte ich das Reagenzglas einfach in Aluminiumfolie eingewickelt. Ich schaue maximal alle zwei Wochen hinein, ob noch alles okay ist, genügend Wasser vorhanden ist etc. Das mit Aluminium umwickelte Reagenzglas fand ich aber sehr unpraktisch. Wenn ich dann mal reinschaue, muss ich das Reagenzglas immer hochheben und schüttle die Ameisen ordentlich durch. Daher habe ich heute einen Stand aus Aluminiumfolie und eine Abdeckung aus Karton gebastelt. So kann man den Karton kurz hochheben ohne Erschütterung. Da drin ist es jetzt zwar vermutlich etwas weniger dunkel, aber ich hoffe das passt trotzdem.

Ich habe den Eindruck es geht der Kolonie aktuell gut. Es sind nun 10 Ameisen, Königin und ich glaube sowohl Eier als auch Larven und Puppen zu erkennen. Auch die Gaster scheinen mir gut gefüllt zu sein. Auch zu sehen sind einige kleine Asselsstückchen, welche sie ins Nest transportiert haben.

Meine offenen Fragen aktuell:

Soll ich die gefrorenen Asseln vor dem Füttern noch kurz überbrühen oder macht das gar keinen Unterschied?
Die kleinen Asselstückchen sind nach einigen Stunden schon trocken und wirken hart. Ich habe immer den Eindruck, ich muss sie erneuern, damit die Ameisen besser ans Protein kommen. Aber ich beschränke mich auf einmal am Tag und hoffe sie kommen auch mit den trockenen, harten Stückchen klar...?
Gibt es irgendwann einen Punkt, an welchem die Watte zu dreckig ist, und ich die Kolonie in ein frisches Reagenzglas zwingen müsste? Oder reicht es, wenn sie einfach saubere Alternativen in der Arena haben, in welche sie selber zügeln können, wenn sie Bedarf haben?
Ich gehe davon aus, ich sollte mal etwas Abwechslung in die Ernährung bringen. Silberfischchen wurden mir empfohlen, woher bekomme ich die? Und kann ich kleine Heimchen aus dem Qualipet auch einfrieren, überbrühen und anbieten? Ich frage das vor Allem, weil ich etwas Respekt davor haben mir Parasiten oder Pilze über solche Futtertiere einzutragen.

Danke für eure Antworten!

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Erne
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#2 Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

Beitrag von Erne » 3. Januar 2026, 13:23

Normale Asseln geben selten viel Futter her, und durch ihre geringe Größe ist es normal, dass sie schnell austrocknen.
Trocken taugen sie nicht mehr als Futter für Camponotus nicobarensis.

Sicherlich kann es vorkommen, dass es Probleme mit der Watte im Reagenzglas gibt, dreckige Watte ist selten ein Problem.
Ein frisches Reagenzglas anzubieten reicht vollkommen aus.

An Silberfischchen ist auch nicht viel dran, die vertrocknen ebenfalls schnell.

Heimchen lassen sich gut einfrieren und später aufgetaut verfüttern.
Erstmal nur kleinere anbieten oder größere zerteilt.
Um betreffend Parasiten auf die sichere Seite zu gelangen, ist Einfrieren eine gute Maßnahme.
Gegen Pilze lässt sich kaum etwas machen, die verbreiten sich auch durch Sporen in der Luft.

Prima, dass du einen Haltungsbericht schreibst. =)*202

Grüße Wolfgang

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Michael_leachiM
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#3 Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

Beitrag von Michael_leachiM » 4. Januar 2026, 09:25

Dann werde ich morgen mal Heimchen im Qualipet kaufen und einfrieren =)*202

Noch eine Frage, die mich immer mal wieder beschäftigt. Wie viel Platz wird meine Kolonie brauchen, wenn sie "ausgewachsen" ist? Es heisst ja, sie können bis zu 10`000 Arbeiterinnen stark werden. ChatGPT meint, die Grösse der Kolonie könne man gut über die Fütterung und Temperatur regulieren und so auf einer Koloniegrösse von 1500-3000 Arbeiterinnen halten. Was ist eure Erfahrung? Und wie gross wird ein Nest und eine Arena für eine ausgewachsene Kolonie sein müssen? Aktuell ist mein Nest 33x50cm gross (natürlich gebe ich Stück für Stück frei) und die künftige Arena wird 80x40 sein. Wird die Kolonie da einmal rauswachsen?

Im Internet finde ich echt keine Angaben über den effektiven Platzbedarf. Es heisst einfach immer "viel" und "man muss ihr genügend Platz bieten".




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Rapunzula

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#4 Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

Beitrag von Rapunzula » 4. Januar 2026, 11:42

Hallo

Ich habe derzeit
2 Arenen 200x300x100
1 Arena 200x200x100
2 Korknester 200x200x20
2 Korknester 600x300x20
Alles vom Antstore

Und meine Kolonie habe ich seit 12.12.2019

Mit futtern kann man nur bedingt die Koloniegrösse regulieren, auch mit dem zur Verfügung gestelltem Platz, meist wird in den Shops dies einfach als Verkaufsargument abgegeben!

Gruss Rapunzula

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#5 Haltungsbericht Camponotus nicobarensis (Anfänger)

Beitrag von Michael_leachiM » 4. Januar 2026, 21:47

Das ist schon krass, vier Nester, zwei davon echt gross. Irgendwie freue ich mich darauf, einmal eine so grosse Kolonie zu haben. Aber ich habe zugegeben auch Respekt davor :o

Wie viel fütterst du eine so grosse Kolonie? Wie oft wöchentlich bekommen sie wie viele Insekten?

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