Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Berichte, Erfahrungen in der Haltung exotischer Ameisen.
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#81 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 15. MĂ€rz 2026, 22:20

Hallo zusammen,

nach fast zwei Monaten ist es mal wieder Zeit fĂŒr ein Update. Ich weiß nur leider nicht, was ich schreiben soll. Es Ă€ndert sich nichts an der Schnappi-Front.

Sie bekommen regelmĂ€ĂŸig ihre Fleischportion, tragen das meiste davon relativ schnell ein und das wars. Wenn ich die Pflanzen regelmĂ€ĂŸig gieße, sind sie auch mit Wasser versorgt. Manche Pflanzen machen sich gut, andere leider nicht so. Die RĂŒckwand ist noch weit davon weg, eine grĂŒne Wand, wie frĂŒher, zu sein.

Ansonsten laufen die Schnappis wie immer anscheinend ziellos umher und tragen mit Vorliebe Dinge durch die Gegend. Das Buddeln haben sie eingestellt. Wahrscheinlich ist bereits alles komplett untertunnelt.

Ich glaube, sie bekommen demnÀchst mal wieder eine Box lebende Heimchen. Dann haben sie mal wieder etwas Abwechslung.

GrĂŒĂŸe vom Pinco

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#82 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 26. April 2026, 23:49

Hallo zusammen,

Freitag haben sie mal wieder lebende Beute bekommen. Ich habe ihnen eine ganze Box mit 70 kleinen Grillen ins Becken gegeben. Die meisten waren nur ein wenig grĂ¶ĂŸer als die Schnappis und in meinen Augen die perfekte Beute.

IMG_20260425_025829.jpg

In ihren Augen offensichtlich auch :)

Ich konnte sie zum ersten Mal nicht nur beim Jagen, sondern auch beim erfolgreichen Jagen beobachten :)

Es hat nicht mehr als 30 Minuten gedauert, bis sie gemerkt haben, dass sich etwas verĂ€ndert hat. Und dann war ihr Jagdtrieb geweckt. Die ersten Versuche waren noch etwas ungestĂŒm und erfolglos, aber dann hat es besser geklappt.

IMG_20260425_030219.jpg

Sobald die Kiefer zugeschnappt sind, gab es kein Entkommen mehr. Sie lassen nicht mehr los und sobald sie die Chance dazu bekommen, setzen sie ihren Stachel ein. Dann mĂŒssen sie nur noch warten, bis die Beute sich nicht mehr wehrt und schleppen sie dann ein Stockwerk tiefer.

IMG_20260425_030422.jpg

Manchmal haben sie dabei auch zu zweit zusammengearbeitet.

IMG_20260425_031543.jpg

Innerhalb einer Stunde habe ich sie mindestens fĂŒnfmal Beute machen sehen. Die Grillen haben dann zwar irgendwann bemerkt, dass ihnen der Eierkarton keinen Schutz bietet und haben sich verteilt. Doch die Nacht muss ein Blutbad gebracht haben. Am nĂ€chsten Tag und nicht mal 12 Stunden spĂ€ter habe ich die letzte Grille gesehen. Falls noch welche leben, haben sie gelernt, sich gut zu verstecken. Ich fĂŒrchte nur, es gibt keine so guten Verstecke.

Sie haben 70 Grillen in einer Nacht gekillt. Wow! Ich habe sie zwar nicht gezĂ€hlt und vielleicht waren es auch nur 50, aber sie haben damit bewiesen, dass sie sehr erfolgreiche JĂ€ger sind. Sonst bekommen sie meist ausgewachsene Heimchen, die haben viel mehr Masse und dĂŒrften vier dieser kleinen Grillen entsprechen. Damit hĂ€tten sie tatsĂ€chlich nur ungefĂ€hr das Drei- bis Vierfache einer Tagesportion bekommen. Die letzten beiden Tage haben sie natĂŒrlich nichts bekommen.

IMG_20260425_031553.jpg

Das sind richtige Killer und ich glaube, sie jagen auch, wenn sie eigentlich schon genug haben. Irgendwie bezweifle ich, dass sie wirklich alle gefressen haben. Aber wer weiß. Vielleicht unterschĂ€tze ich auch ihre Population und sie hatten mĂ€chtigen Hunger. Das bezweifle ich allerdings, da sie regelmĂ€ĂŸig und sehr zur Freude der weißen Asseln angebotenes Futter liegen lassen.

GrĂŒĂŸe vom Pinco

PS: Ich habe sie jetzt schon ziemlich lange, habe mich aber immr noch nicht getraut, sie mal auf die Hand zu nehmen oder meine Hand ins Becken zu halten. Ich musss endlich mal rausfinden, wie schmerzhaft ihr Biss und Stich sind.

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#83 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 22. Mai 2026, 00:47

Hallo zusammen,

vorgestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder Brut und auch HundertfĂŒĂŸer gesehen. Es waren zwei, die beide kleiner waren als die eingesetzten. Sie haben also den fehlenden Winter verkraftet und fĂŒr Nachwuchs gesorgt. Die Brut bestand aus drei Puppen, die ich im Baumstumpf entdeckt habe. Normalerweise halten sich da nur ein paar Arbeiterinnen auf.

IMG_20260520_005452.jpg
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Eigentlich wollte ich darĂŒber schon gestern berichten, aber dann ist etwas dazwischen gekommen, das leider den Tiefpunkt des heutigen Berichts darstellt. Eine Arbeiterin lief immer von rechts nach links. Zuerst ist sie mir aufgefallen, weil sie etwas zu tragen schien. Dann habe ich bemerkt, dass der Gaster das Ungewöhnliche war. Es sah aus, als ob sie etwas daran kleben hĂ€tte. Sehr beunruhigend.

Damit war sie die erste Schnappi ĂŒberhaupt, die das Becken verlassen hat. Sie wurde wegpinzettiert. Das hat ihr ĂŒberhaupt nicht gefallen und sie hĂ€lt sich leider seitdem in QuarantĂ€ne auf. Das ist ihr neues zu Hause.

IMG_20260521_144928.jpg

Und es gefĂ€llt ihr leider ĂŒberhaupt nicht. Sie sucht ununterbrochen nach einem Ausgang. Aber es war unvermeidlich. Unter Taschenlampenlicht und Lupe habe ich viele Milben gesehen. Der ganze Hinterleib ist davon bedeckt und daher sah sie auch so komisch aus. Die Lichtreflexionen sind durch die Milben anders.

IMG_20260521_145041.jpg

Auf diesem Bild kann man sie zumindest erahnen. Sie versucht auch stĂ€ndig sie loszuwerden und sie mit den Hinterbeinen abzuschĂŒtteln. NatĂŒrlich und leider erfolglos. Nachdem ich sie in QuarantĂ€ne genommen habe, musste ich mir natĂŒrlich ein Bild vom Rest der Kolonie machen. Und hier kommen die guten Nachrichten. Bisher habe ich keine einzige andere befallene Ameise gesehen. Alle anderen sehen genauso aus, wie sie sollten. Nur habe ich halt auch keinen Einblick in ihre unterirdische Welt.

Gerade freut man sich noch ĂŒber ein Lebenszeichen der Königin (Puppen) und im nĂ€chsten Moment kommt der totale Tiefschlag. Ich fĂŒrchte, ich werde in den nĂ€chsten Tagen noch mehr befallene Arbeiterinnen entdecken. Unternehmen werde ich nichts können. Nur hoffen, dass es so gut wie damals bei den Nicos ausgeht und die Milben "von alleine" verschwinden. Sie mĂŒssen ja auch nicht tödlich sein, aber in solchen Momenten fĂŒrchtet man natĂŒrlich das Schlimmste. DrĂŒckt mir die Daumen.

GrĂŒĂŸe vom Pinco

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#84 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 22. Mai 2026, 01:15

Sieht das nicht gruselig aus?

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#85 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von Lifestyler94 » 22. Mai 2026, 09:21

Guten Morgen, das ist tatsÀchlich ein starker Befall einer parasitÀren Milbe.
Wie möchtest Du weiter vorgehen?

Vielleicht eine Erfahrung von meiner Seite:
Futtermilben entstehen meistens durch feucht-warme VerhĂ€ltnisse und ĂŒber die Futter-Gabe von Heimchen/Steppengrillen/Schaben.
Die halten sich eher im Bereich von MĂŒllhaufen auf. Hier handelt es sich ganz klar um parasitĂ€re Milben die von den Ameisen als Wirt profitieren.

ParasitĂ€re Milben scheinen meiner Beobachtung nach immer entweder direkt ĂŒber die Kolonie eingeschleppt worden zu sein
oder ĂŒber Futterinsekten, die mal eben erlegt worden sind fĂŒr eine FĂŒtterung. Der Klassiker ist leider die große Stubenfliege.
Teilweise auch in der ganz schlimmen Folge sich einen gelben Sporen-Schimmel-Pilz ins System zu verschleppen.

FrĂŒher hatte ich guten Erfolg mit Watte und Wasser. Bei Ameisen, die nicht stechen.

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#86 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 22. Mai 2026, 11:07

Hallo Lifestyler,

danke fĂŒr die schnelle Reaktion. Ich fĂŒrchte nur, ich kann nichts unternehmen außer befallene Tiere zu entnehmen. Bei meinem Setup ist Eingreifen schwierig bis unmöglich.

Ans SĂ€ubern habe ich auch schon gedacht, glaube aber nicht, dass ich so viel FingerspitzengefĂŒhl habe. Die Ameise wird das nicht widerstandslos hinnehmen. Dass ich sie mit der Pinzette gegriffen habe, hat schon zu stĂ€rkeren Reaktionen gefĂŒhrt als ich das von den Nicos gewohnt war.

Wie ich mir die Milben geholt habe, spielt kaum eine Rolle. Wahrscheinlich aber ĂŒber die Futterinsekten, sonst ist schon lange nichts mehr ins Setup gekommen. Die feucht-warme Umgebung dĂŒrfte ihnen in die Karten spielen. Ich kann aber auch nicht jedes einzelne Heimchen vorher unter dem Mikroskop auf Milben kontrollieren. Und jetzt ist es sowieso zu spĂ€t.

Im Moment sehe ich als einzige Maßnahme nur die Entnahme. Ich habe gerade noch zwei Ameisen wegpinzettiert. Sie haben sich Ă€hnlich wie die andere vorgestern verhalten und sind von einem Beckenrand zum anderen gelaufen. In der Natur hĂ€tten sie sich wohl einfach von der Kolonie entfernt. Das habe ich jetzt fĂŒr sie ĂŒbernommen. Ich muss in den nĂ€chsten Tagen regelmĂ€ĂŸig kontrollieren. Wenn befallene "abhauen" wollen, könnte es mit der BekĂ€mpfung evtl. klappen.

Zumindest hat die QuarantĂ€ne-Ameise jetzt Gesellschaft. Das scheint alle drei zu beruhigen. Alle drei haben ĂŒbrigens direkt versucht, die Pinzette zu stechen.

GrĂŒĂŸe vom Pinco

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#87 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PaHa » 22. Mai 2026, 15:30

Moin,
Hab keinerlei Erfahrung damit aber wie wÀrs mit Raubmilben?

https://youtu.be/xQYcgvqsnec?si=yYS3KOC6TvWBAS5j

LG




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