Lasius brunneus Haltungsbericht

Unterfamilie: Formicinae

Re: Lasius brunneus Haltungsbericht

Beitragvon User3165 » 4. Mai 2018, 16:19

9. Eintrag, 4. Mai 2018

Die Winterruhe ist vorbei, und die Kolonie ist fleißig dabei, sich auf erneutes Wachstum vorzubereiten. Zeit für einen neuen Beitrag^^
Wie immer gibt's für die Lesefaulen am Ende des Beitrags eine kleine Zusammenfassung mit Statistik ;)


Die Kolonie

...scheint wohlauf zu sein.
Nachdem ich sie vor einigen Wochen ausgewintert hatte, dauerte es ein bisschen, bis sich die Kleinen blicken ließen.
Wie ihr vielleicht noch wisst, habe sie sich das RG ziemlich mit Sand, Erde und Holzstückchen vollgestopft, um sich dann darin eine Höhle zu graben.
Wie groß die Kolonie tatsächlich ist, lässt sich also nur mehr erahnen.
Allerdings ist schon wieder einiges an Brut vorhanden, und die Königin hat sich zwischendrin auch mal wieder blicken lassen, es geht der Kolonie also gut.

Bei der ersten Proteinmahlzeit in Form einer halben Fliege waren innerhalb kurzer Zeit ca. 20 Ameisen um das tote Tier versammelt!
Wirklich viel im Vergleich zu den zwei bis drei, die zuvor immer in der Arena herumgestreift sind.
Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch ein paar etwas größere Tiere sehen.
Tatsächlich scheinen immer nur die älteren Tiere, in diesem Fall die wirklich kleinen Pygmäen, draußen zu fouragieren, und die anderen kommen nur raus, wenn eine vielversprechende Nahrungsquelle erschlossen werden muss.
Im Vergleich zu den Lasius emarginatus Arbeiterinnen sind aber auch die größeren noch echt klein...

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Auch die halbierten Caster (Verpuppte Fliegenmaden) verschmähen sie nicht, kurz nach der Entdeckung fanden sich schon die ersten zusätzlichen Arbeiterinnen ein.

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Als ich das RG ein bisschen zu Seite drehte, konnte ich mir wortwörtlich ein Bild vom Entwicklungsstand der Kolonie machen.
Die Königin lebt, und frische Larven und Eier waren zu den überwinterten gekommen!


Futter

Neben normalem Honig (der während der Winterruhe etwas kristallisiert ist... naja, jetzt ertrinken sie wenigstens nicht so schnell) haben sie schon einige Fliegen, kleine schwarze Wespen, und angeschnittene Fliegenmaden bekommen (sind beim Anfischen übrig geblieben, darauf stehen sie aber so richtig!)

Arena

Natürlich habe ich die Kolonie NICHT wieder an das kleine Joghurt-Küberl angeschlossen, sie würden wahrscheinlich allzuschnell rauswachsen...
Stattdessen bewohnen sie jetzt mit ihrem Reagenzglas eine druchsichtige Kunststoffbox mit quadratischer Grunfläche, die mit einer dünnen Schicht Sand als Boden versehen wurde.
Außerdem befindet sich seitlich bereits ein Loch zum Anschließen eines Nests.
Der Plan mit der "Holz-Farm" steht noch, uch habe mir für diesen Zweck einen Bilderrahmen gekauft. Mal schauen, was sich da machen lässt...

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Statistik und Zusammenfassung

Die neue Saison hat begonnen! Die Kolonie hat die Winterruhe gut überstanden und etnwickelt sich hoffentlich so prächtig wie bisher^^

- 1 Gyne
- ~40 Arbeiterinnen (?)
- 0 Puppen
- 15 Larven
- ? Eier

Alter der Kolonie/Überwinterungen: 321d / 1 ÜW

Temperatur: 22-24 °C
Befeuchtung: Nest-Wassertank
Beleuchtung: Indirekt Tageslicht
Fütterung: Honig, Fliegen, Fliegenmaden, Caster
Aktivität allgemein: Normalerweise 2 - 3 Arbeiterinnen draußen, bei Fütterung je nach Hunger bis zu 20

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Hier könnt ihr Fragen, Tipps, Kritik usw. deponieren.

Danke für's Lesen!
LG,
Gabs

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Re: Lasius brunneus Haltungsbericht

Beitragvon User3165 » 4. Juli 2018, 21:16

10. Eintrag, 4. Juli 2017

Ohje, der letzte Beitrag ist ja schon lange her... Die Zeit vergeht viel zu schnell gerade, kann gar nich glauben, dass ich schon das zweite Semester hinter mir habe...
Für Lesefaule, wie immer, Statistik und Zusammenfassung am Ende des Beitrags ;)


Die Kolonie

... entwickelt sich prächtig! Inzwischen macht sich allerdings der schüchterene Charakter dieser Art bemerkbar, denn viel Außenaktivität kann man nur bei der Fütterung beobachten.
Da sie das gesamte Reagenzglas mit Bodenmaterial (Sand, Erde, Fichtennadeln vom Anfang...) angefüllt und sich ihre Kammern und Gänge dort hinein gebaut haben, sieht man nicht wirklich viel von der Kolonie.
Seit ich das RG in der Arena wieder abgedeckt habe, bessert sich das ein bisschen, sodass ich gelegentlich die Abdeckung abnehmen und einen Einblick gewinnen kann. Wie groß die Kolonie tatsächlich ist, kann man nur sehr schwer sagen.

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Die Wache hat wohl etwas gewittert. Sobald der Boden feucht war, haben sie losgebuddelt.

Fotos für Vergrößerung anklicken!

Tatsächlich würde ich die Zahl der Arbeiterinnen aufgrund des visuellen Eindrucks eher auf 30-40 schätzen, in Wirklichkeit sind es weit mehr!
Vor einigen Tagen, als ich die Arena befeuchtet hatte, konnte ich die Brut begutachten:
Sie hatten sich blitzschnell eine kleine Höhle in den Bodengrund gegraben, von unten hatte man perfekte Einsicht. Allein die Puppen dürften sich zu diesem Zeitpunkt auf etwa 60-80 Stk belaufen haben!

Dazu habe ich vor kurzem auch ein Video auf YouTube hochgeladen, möglicherweise interessiert es ja den ein oder anderen^^



Das Nest

...besteht immer noch nur aus dem Reagenzglas. Offenbar verhindern sie durch das Zubauen des RG auch das Verdunsten, einige andere RGs derselben Größe, die später befüllt wurden, sind bereits leer geworden.
Obwohl da bestimmt noch weitere 100 Arbeiterinnen Platz hätten, werde ich bald den Bau eines fixen Holznests (das mit der Holzfarm werde ich vorerst noch nicht realisieren) in Angriff nehmen.

1301 1300
Nesteinsicht ist nur möglich, wenn man das Reagenzglas zur Seite dreht... was meistens nur die Arbeiterin stört, die gerade zur Wache eingeteilt ist, weil im Eingangsbereich ein ziemliches Erdbeben entsteht :fettgrins:

Das Futter

Eine weitere Beobachtung, die Schätzungen in Bezug auf die Koloniegröße zulassen: Sie fressen echt nicht wenig! Und sie rekrutieren btw auch nicht allzu langsam, wenn ich das mal filmen kann, werde ich euch das natürlich nicht vorenthalten. Ich würde fast sagen mit ähnlicher Geschwindigkeit wie meine Lasius emarginatus Kolonie, wobei diese ja noch ein bisschen kleiner/jünger ist.

1302
[Screenshot aus dem Video]
Innerhalb weniger Minuten sind viele klitzekleine Arbeiterinnen am Honig... aber nichts verglichen zu dem Ansturm vor einigen Tagen. Da wurde ein Tropfen dieser Größe innerhalb weniger Stunden komplett aufgeschlürft!

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Statistik und Zusammenfassung

Die Kolonie entwickelt sich prächtig, und die Menge an vorhandener Brut lässt auf eine rasche Entwicklung in den nächsten Wochen schließen^^

- 1 Gyne
- ~60 Arbeiterinnen (?)
- 60-80 Puppen
- >40 Larven
- ? Eier

Alter der Kolonie/Überwinterungen: 393d / 1 ÜW

Temperatur: 24 +/-2 °C
Befeuchtung: Nest-Wassertank
Beleuchtung: Indirekt Tageslicht
Fütterung: Honig, Fliegen, Bremsen usw...
Aktivität allgemein: Stark variierend, meist nur 1-3 Arbeiterinnen draußen, bei Fütterung je nach Hunger bis zu 20

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Danke für's Lesen!
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Gabs

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