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Camponotus vagus Gyne

Berichte & Beobachtungen - Meinungen & Fragen [einheimische und exotische Arten]

Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Knowbody » 18. Mai 2018, 11:46

Ich habe jetzt seit kurzer Zeit eine Camponotus vagus Gyne mit ihren ersten Eiern bei mir zuhause.
Sie befindet sich in einer großen 20 ml Plastikspritze, die sowohl mit einem befeuchteten Wattebausch am oberen Ende als auch einem trockenen weiter unten Versehen ist.
Sie ist vor 2 Tagen bei mir angekommen und ich habe gestern Abend den noch etwas feuchten "Trink" Wattebausch mit 2 ml mehr Wasser befeuchtet, sodass sie für die nächste Zeit genug hat und damit ungestört gründen kann. Doch heute morgen habe ich an einem Spalt in der Alufolien Hülle die leicht beschlagene Innenwände der Spritze gesehen und frage mich, ob das vielleicht zu viel Wasser war.
Ich habe zumindest gehört, dass Camponotus vagus nur trockene Nester benutzt.

Ich mache mir ein bisschen Sorgen und möchte ja, dass sich meine Kleine bestmöglich entwickelt...
Könnt ihr mir meine Sorgen nehmen?

Vielen Dank,
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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Maddio » 18. Mai 2018, 17:13

Warum hast du sie denn in einer Spritze? So wie ich es verstehe, musst du die Watte jedesmal manuell befeuchten, das ist überhaupt nicht gut, wenn die Königin so oft gestört wird.

Bereite ein vernünftiges RG mit Wassertank vor, und siedel die Königin um. Das ist zwar stressig für sie, aber wenn du dann danach das RG vorne mit Watte verschliesst und auch komplett abdunkelst, kannst du sie ca. einen Monat erstmal in Ruhe lassen.

In Ruhe lassen bedeutet: Weglegen und vergessen ;) In einem Monat schaust du dann wieder nach ihr und wenn alles gut gelaufen ist, wird sie einiges an Brut haben und die ersten Pygmäen müssten kurz vor dem Schlüpfen sein. Sobald diese geschlüpft sind, kannst du das RG öffnen, wenn möglich aber den Eingang etwas verkleinern, und das RG in eine Arena legen wo du Futter anbietest.

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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Knowbody » 18. Mai 2018, 17:41

Ich war auch verwundert, aber das war, wie ich sie von einem anderen Halter in diesem Forum bekommen habe. Leider hat sie schon Eier und Larven, damit wird die Umsiedlung doch eher schwierig, oder?
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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Maddio » 18. Mai 2018, 18:19

Ja, das wird dann deutlich schwieriger. Es ist ein gewisses Risiko und du musst selbst überlegen, ob es dir einen Versuch wert ist. Ich will da nicht die Verantwortung für tragen.

Andererseits ist das ständige Stören auch kein Zustand...und Camponotus vagus braucht natürlich auch Wasser zum Leben. Ich halte C. vagus (HB in meiner Signatur) mit Erfolg inzwischen absolut trocken im Nest und sie holen sich Trinkwasser in der Arena. Aber das geht nur wenn die Kolonie größer ist, nicht bei der Gründung!

Mein Vorschlag, schließe ein RG mit Wassertank an die Spritze an. Du könntest auch ein paar Holzstückchen (unbehandeltes Holz!) in das RG geben. Vlt zieht sie dann um ins RG und du kannst die Spritze entfernen. Sollte sie nicht umziehen wollen, kann sie wenigstens zwischen Spritze und RG hin und herlaufen um sich Wasser zu holen.

So gibt es keinen Grund mehr zu stören.

Die Gründung bei den großen Camponotus ist im Grunde einfach nur eine Geduldsfrage. Das Einzige was man nicht machen darf ist Stören (Erschütterungen, in die Gründungskammer leuchten) bis die ersten Pygmäen da sind.

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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Knowbody » 18. Mai 2018, 18:44

Ist es richtig, dass C. vagus auch kein rotes Licht sieht? Wenn ja, vollziehe ich den Zusammenlegungsversuch heute Abend unter rotem LED Licht.
Vielen Dank schonmal für den Rat.

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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Serafine » 18. Mai 2018, 19:13

Die meisten Ameisen können rotes Licht sehen, reagieren aber nicht so stark darauf (d.h. normalerweise keine Panik).

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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Maddio » 18. Mai 2018, 19:14

Das ist eine gute Idee mit dem roten Licht. Generell sind C. vagus bei Lichteinfall eigentlich recht ruhig. Gilt nur leider nur nicht für die Königin. Die rennt dann schonmal aufgeregt umher. Trotzdem kein Vergleich zu manch anderen Arten, die kollektiv in Panik verfallen beim ersten Lichtstrahl.

Sei auf jeden Fall gut vorbereitet. Halte eine Federstahlprinzette bereit, für den Fall, dass du die Königin einfangen musst. Und mach alles auf einer großen, übersichtlichen Fläche. Verschwindet eine Königin erstmal im Teppich, ist sie meist weg für immer. Du könntest auch eine große Box oder Wanne nehmen und darin mit den Händen arbeiten, optimalerweise hat das Behältnis einen Ausbruchschutz aus z.B. Paraffinöl.

Ich drück dir die Daumen das alles klappt!!

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Re: Camponotus vagus Gyne

Beitragvon Knowbody » 18. Mai 2018, 19:31

Habe es gerade mal in einem abgedunkelten Raum mit rotem Licht die Lage sondiert.
Man erkennt Eier und Larven ganz schlecht. Deswegen musste es jetzt bei Tageslicht sein.
Aber vorab, es hat alles wunderbar funktioniert. Doch leider war auch an der Spritzenverschlusswatte Brut (eine wirklich komische Konstruktion).
Ich habe mich deswegen für die Variante entschieden, in einer Tupperbox Spritze und RG mitsamt Zahnstocherstückchen voreinanderzulegen und den Wattebausch mit Brut neben die beiden zueinnadergerichteten Eingänge zu platzieren. Da kann sie sich jetzt entscheiden, wo sie mit ihrer Brut hin will (in der Spritze war noch mehr). Allgemein war sie ziemlich entspannt und hat sich während des Prozesses mehr für Ihre Brut als für mich interessiert.
Jetzt liegt sie auf jeden Fall in einer Schublade in ihrer Tupperbox von der ich alle paar Tage den Deckel zum Lüften abnehmen werde.
Und in einem Monat schauen wir dann mal, wie es geklappt hat.
Ich meine, in der Natur sollen diese Ameisen auch schon unter wiedrigeren Umständen überlebt haben...

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