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Pheidole halten

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Pheidole halten

Beitragvon Antman03 » 11. Juni 2018, 17:25

Hi,
ich war schon immer ein großer Fan von zwei Ameisengattungen... Einmal Camponotus, wo ich jetzt die C. nicobarensis habe und zum anderen Pheidole sp. :division:
Da ich mich über dieses Thema noch nicht ausreichend informiert habe, bin ich auf eure Hilfe angewiesen. Es steht noch nicht ganz fest, aber ich spiele mit den Gedanken mir eine neue Pheidole Kolonie zu holen.

Hier meine Kriterien:
-Größe egal
-Majore/Soldaten sollten vorhanden sein(ich weiß nicht, ob das nicht sogar bei allen Pheidole Arten der Fall ist...)
-schnelle Entwicklung
-Besonderheiten sind auch nicht schlecht ;)
-Preis: nicht zu hoch(viele Pheidole Arten kosten um die 70 Euro, das wäre dann aber auch das Maximum)
-monogyn oder polygyn ist mir eigentlich egal(monogyn wäre trotzdem ein bisschen besser)
-nicht zu hohe Haltungsparameter
-Temp. bis maximal 30 Grad
-trotz der schnellen Entwicklung will ich keine Kolonie, welche "ein ganzes Zimmer einnimmt"

Das sollte es erstmal gewesen sein. Beliebte Pheidole Arten sind P. megacephala, P. noda und auch andere, wie P. indica. All diese Arten sagen mir eigentlich zu, doch kann ich mich nicht entscheiden und ihr könnt mir ja helfen.

lg
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Re: Pheidole halten

Beitragvon Izula » 11. Juni 2018, 17:46

Ich hatte mir auch mal überlegt "Pheidole megacephala" zu halten, da sie polygyn sind und somit schnell wachsen und interessant aussehende Soldaten besitzen. Jedoch sind die Ameisen in natura doch sehr klein (trotz der größeren Soldaten) und ich habe für mich leider gemerkt, dass alle Ameisen unter der Größe von Camponotus mich auf Dauer nicht begeistern. Wenn du aber eine Pheidole Art halten möchtest, finde ich die "Pheidole megacephala" gut :)

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Re: Pheidole halten

Beitragvon Antman03 » 12. Juni 2018, 15:36

OK danke, das werde ich bei meiner wahl berücksichtigen...
Zur Auswahl stehen jetzt Pheidole indica, noda und megacephala. Der Riesenvorteil von P. indica und P. noda ist die Koloniegröße. Sie beträgt bei beiden nur 1000-3000 Individuen.

Bei Pheidole megacephala habe ich leider keine Angaben gefunden. Sie überzeugen aber auch mit dem relativ niedrigen Preis(40 Euro für 2 Gynen).
Ich glaube es braucht einen letzten Anschubser, der mir hilft. Dabei könnt ihr mir ja behilflich sein.

Izula hat geschrieben:Ich hatte mir auch mal überlegt "Pheidole megacephala" zu halten, da sie polygyn sind und somit schnell wachsen und interessant aussehende Soldaten besitzen. Jedoch sind die Ameisen in natura doch sehr klein (trotz der größeren Soldaten) und ich habe für mich leider gemerkt, dass alle Ameisen unter der Größe von Camponotus mich auf Dauer nicht begeistern. Wenn du aber eine Pheidole Art halten möchtest, finde ich die "Pheidole megacephala" gut :)


Ich kann deine Meinung verstehen und habe auch eine: es gibt die sogenannte Ameisensucht (sehr viele verschiedene Kolonien halten) und ich versuche dagegen zuhalten. Mein Ziel ist es eigentlich 2 größere Kolonien zu halten (einmal C. nicobarensis und Pheidole...). Dieses Ziel ist mir sehr wichtig und ich versuche es auch immer einzuhalten (aktuell halte ich noch M. rubra).

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Re: Pheidole halten

Beitragvon Antman03 » 12. Juni 2018, 18:56

So ich habe mich jetzt erstmal für Pheidole megacephala entschieden. :baeh:

Jetzt habe ich mich auch schon gut informiert und noch eine Frage: Das Thema mit der Inzucht wurde schon oft angesprochen und ich weiß nicht so recht, wie das funktioniert?
Also ich will mir eine Kolonie mit 2 Gynen holen und ich stell mir das so vor, dass wenn sie Jungköniginnen haben, die sich dann im Nest mit den Drohnen Männchen paaren und sie dann einfach adoptiert werden. Das heißt, dass es in ein paar Jahren auch z.B. 10 Gynen sein können?

Ihr könnt mir ja gerne schreiben, ob das so stimmt.
Außerdem habe ich gelesen, dass bei anderen Pheidole Arten die Jungköniginnen die alten Gynen töten und so dann die Kolonie stirbt(da die Jungk. nicht begattet sind)? Aber warum sind dann die Jungk. bei Pheidole megacephala begattet?

Fragen über Fragen...

LG
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Re: Pheidole halten

Beitragvon Harry4ANT » 12. Juni 2018, 19:51

P. megacephala sind toll.
Sehr wuselig, immer was zu sehen und gute Gruppenjäger.
Da bricht innerhalb von Sekunden die Hölle los wenn man etwas lebendes in der Arena gibt.

Für genauere Beobachtungen würde ich mir eine gute Handlupe mit LED zulegen.

Wichtig ist eine absolut ausbruchsichere, also in sich dichte, Anlage !

Meine Kolonie hat auch mehrere Königinnen und es gab auch schon massiven Schwarmflug über einige Monate- ist jetzt aber nicht so, dass dann automatisch massenweise Inzucht stattfindet.
Ich konnte schon Kontakt zwischen Jungköniginnen und Männchen beobachten, ob es geklappt hat und ob die vermeintlich begatteten Jungköniginnen anschließend adoptiert wurden kann ich aufgrund der beiden großen Erdnester nicht mit Sicherheit sagen.
In der Regel gab es aber kurz nach dem Schwarmflug einen großen Haufen Flügel und Körperteile auf dem Müllplatz :behead:

Was aber z.B. prima funktioniert bei dieser Art ist eine spätere Adoption bzw. Zusammenführung von Kolonien oder begatteten Königinnen.

Hier sind einige Clips der Kolonie - man kann hier auch die schnelle Entwicklung etwas verfolgen wenn man die ersten Vidoes mit den letzteren vergleicht.

https://www.youtube.com/playlist?list=PLq2TnIG57xIoXWdgqsz3qCjW3EJ2TAjof

Hier ist bei Interesse mein Aufbau und etwas Diskussion zu P. megacephala:

https://www.ameisenforum.de/diskussionsrunde-zu-pheidole-megacephala-t55548-24.html?hilit=megacephala

Mit dem Nest hatte ich Anfangs Probleme, 3D und Ytong schienen sie sich nicht wohl gefühlt zu haben.
Beim Umstieg auf das Erdnest konnte man sie fast jubeln hören vor Begeisterung !
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Re: Pheidole halten

Beitragvon Antman03 » 12. Juni 2018, 20:56

Ok nach euren guten Tipps hole ich mir jetzt Pheidole megacephala. Da ich das auch schon oft mitgekriegt und beobachtet habe, werden meine auch ein Erdnest kriegen...
Da ich aber null Erfahrung mit solch einem Nest habe (davor immer Ytong), brauche ich eure Hilfe: Aus welchen „Material“ schüttet man das zusammen? Ich würde jetzt ein Sand-Lehm Gemisch nehmen, nun weiß ich aber nicht die genaue Zusammensetzung und wie oft ich das dann anfeuchten muss...
Kann mir da jemand ein paar Tipps geben?

Lg
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Re: Pheidole halten

Beitragvon Harry4ANT » 12. Juni 2018, 22:10

Also ich habe eine Fertigmischung Sand/Lehm benutzt im großen Sack - so was in der Art:

https://www.ebay.de/itm/10-Kg-fertiges- ... SwYVlaCeJY


Das Becken füllen würde ich wie folgt:

- Unten eine Schicht Granulat, ca. 1,5 cm z.B. Seramis
- Erste Schicht Sand/Lehm drauf, ca. 2 cm und mit der Sprühflasche anfeuchten und etwas andrücken
- Optional kannst du jetzt in einer Ecke des Beckens ein Drainagerohr, unten etwas abgeschrägt, in den Sand drücken bis ins Granulat hinein. Länge so wählen, dass es nachher ganz oben aus dem Erdnest etwas herausreicht. Und einen Deckel drauf.
- Dann immer schichtweise einfüllen, befeuchten, andrücken, einfüllen ...

Diese Vorgehensweise ergibt nachher einen leicht feuchten, sehr stabilen und grabfähigen Bodengrund.
Du kannst dann mit einem kleinen Stöckchen oder ähnlichen an einer Stelle einen kleinen Eingang vorbohren.

Eine kleine einstellbare Heizmatte (ca. 5 €) würde ich dir noch empfehlen.

Ich befeuchte ca. 1 mal die Woche und hin und wieder etwas Wasser in das Drainagerohr. Manchmal bin ich auch länger abwesend aber das gibt keine Probleme.
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Re: Pheidole halten

Beitragvon Antman03 » 13. Juni 2018, 09:56

Vielen Dank für die gute Anleitung :clap:

Ich habe leider kein Seramis zur Hand und will es jetzt auch nicht nochmal extra kaufen, da ich mir schonmal vor langer Zeit „diese Weiße Alternative“ zugelegt habe... ich weiß nicht wie dieses Zeug heißt, das wurde mir aber auch empfohlen und funktioniert gleich, wie das Seramis. Es sind auch so kleien (weiße) Körnchen und sie speichern Wasser...

Die Sand-Lehmmischung und die Kolonie ist bestellt. Wie hoch soll eurer Meinung nach das Nest werden?(vielleicht so 6-8cm?)Außerdem habe ich so eine „große“ Sammlerbox aus Ikea für die Kolonie vorgesehen(in diesem Set sind mehrer, eine große eine längere und ich glaube 3 kleine, ihr wisst schon was ich meine). Reicht das erstmal oder ist das gleich zu klein? Ich habe halt noch keine Erfahrungen mit so einer Nestform und denke, dass sie den übrig geblieben Sand(den sie ausgraben) zum Ausbrechen verwenden könnten.
Als ausbruchsschutz würde ich Talkum verwenden. Da dieser Art sehr zum ausbrechen neigt wollte ich fragen ob man da nicht eine bestimmte Mischung mit dem Talkum machen kann? Das habe ich schon in ein paar Videos gesehen, wo man das Talkum mit irgendetwas zusammen gemischt hat und es dann am Rand aufgestrichen hat...

Lg
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