Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Themen über exotische Ameisenarten.

Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Dryden » 14. Juni 2018, 16:42

Moin,
ich möchte mir ein Paludarium, also teils Terrarium, teils Aquarium, als Zuhause für meine kleine neu erworbene Kolonie Camponotus cf. turkestanicus einrichten. Als ich mich im Vorfeld über diese Art informiert habe merkte ich, dass relativ wenig Haltungsberichte exestieren, also entschloss ich, selber mal einen zu schreiben. Ich habe bisher nur eine andere Lasius niger Kolonie, und da ich eher noch Anfänger bin würde ich mich sehr über Tips freuen!

Grob zu meinem Plan: Ich konnte mir günstig ein 400L Aquarium besorgen, was jedoch hinterher nur noch ca 140L umfassen wird. Das Aquarium ist 120x50x60, was längs durch eine 35cm hohe Glasscheibe agetrennt wird, sodass das Terrarium 20cm, das Aquarium 30cm breit ist. Natürlcih lag am Anfang ein kleines Problem vor: Ich konnte das Paludarium nicht als neues Zuhause für meine Lasius niger Kolonie benutzen, da sie als einheimische Art Winterruhe macht und ich es nicht heunterkühlen konnte, allein schon wegen der Fische im Aquariumteil. Somit brauchte ich eine exotische Art.

Erst hatte ich eine der Messor Arten im Auge, verwarf diese Idee aber schnell, nachdem sich herrausgestellt hatte, das diese sich soger schon in kleinen Wassertropfen ausversehen ertränken... Nach weiterer Recherche habe eine sehr kleine Kolonie Camponotus cf. turkestanicus mit bisher einer Arbeiterin und ein wenig Brut gefunden, die meinen Anforderungen entsprach und mir persöhnlich auch sehr gefiel. Ein paar Details zu dieser Art:
Name: Camponotus cf. turkestanicus
Verbreitung: Asien
Größe: Königin (15-17mm), Arbeiterinnen (7-13)
Winterruhe: nicht dringend notwendig
Temperatur: momentan tagsüber 27°C (gerne beurteilen!)

Ich habe sie jetzt erstmal in einem kleinen Behältnis, was zeitweise in der Sonne steht und teilweise auf einer Wärmematte steht, bis die Glasscheibe geliefert wird und ich ihnen ihr vernüftiges Heim geben kann. Bilder folgen
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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Serafine » 14. Juni 2018, 18:25

Wäre die Art nicht eher was für ein Wüstenbecken? Camponotus turkestanus lebt in kargen, steppenartigen und sandigen Landschaften, bin mir nicht sicher wie gut die mit einem See umgehen können.

p.s. Ameisennester gundsätzlich NIE in die Sonne stellen, auch nicht bei Arten aus Wüstengebieten. Hitzenstau durch Sonneneinstrahlung kann die Kolonie auch an weniger heißen Tagen schnell auslöschen (das ist wie wenn man den Hund im Auto lässt).
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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Dryden » 14. Juni 2018, 19:06

Ich werde den Terrariumteil auch wüstenmäßig einrichten und in den kargen Heimatregionen der Art gibt es ja trotzdem Flüsse oder Teiche.
Den Hitzestau hab ich zuerst nicht bedacht, auch wenn die Sonne nur morgens auf die Stelle scheint, aber die Wärmematte hat schon ausgereicht, dass sich im Reagenzglas Kondenzwasser gebildet hat, sodass ich es erstmal wieder in die Isolierungsröhre, mit der sie angekommen sind, gesteckt hab mit der Wärmematte daneben.
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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Dryden » 18. Juni 2018, 21:53

Nach ca. einer Woche bei nun 23-25°C, je nach Tageszeit, sind es nun zwei Arbeiterinnen und bald werden auch weitere folgen. Ich habe ihnen einen Tag lang etwas Futter und Honig ins Reagenzglas gelegt und als ich es dann wieder hinausholte war das Futter etwas zerstreut und die Hinterleibe größer, also haben sie sich anscheinend bedient.

Bald kann ich mich auch endlich an den Bau des Paludariums machen, sodass sie dann auch ihren benötigten Raum bekommen, wenn die Kolonie dann etwas größer ist.
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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Dryden » 20. Juli 2018, 19:13

Nach längerer Zeit mal ein leider trauriges Update..
Die Königin ist leider verstorben. Ich habe noch nicht wirklich eine Erklärung, da es den 5 Arbeiterinnen augenscheinlich gut geht und die Königin kurz vorher noch Eier gelegt hat, doch eines Tages lag sie nurnoch da und hat sich kaum bewegt und nach zwei weiteren Tagen war sie schließlich tot. Meine einzige Vermutung ist ein zu krasser Temperaturanstieg, da es kurz davor drei Tage am Stück sehr sehr heiß war und das sie das nicht verkraftet hat, obwohl ich die Schaumstoffisolierung extra deswegen entfernt hatte.
Es war zwar ein ziemlicher Rückschlag, allerdings kann es halt nicht immer funktionieren und ich lasse mich dadurch nicht unterkriegen :P Ich habe mich auch schon nach einer neuen Kolonie umgesehen und bekomme bald eine kleine Kolonie Camponotus japonicus, die dann das Paludarium bevölkern soll.
Bei diesem gibt es nun endlich auch Fortschritte, da die Trennglasscheibe nun endlich eingeklebt ist und ich somit mit der Einrichtung beginnen kann, sodass die neue Kolonie direkt in ein kontrolliertes und stabiles kleines Ökosystem eingesetzt werden kann, was die Überlebenschancen hoffentlich erhöhen wird.

Ich denke mal das ich dazu wieder einen neuen Haltungsbericht verfasse, den ich dann auch hier verlinke falls es jemanden interessiert:D

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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Ameisenstarter » 20. Juli 2018, 19:56

Hallo Dryden.

Das ist natürlich sehr schade, doch frage ich mich, ob das wirklich an der Hitze gelegen haben kann. Ich glaube kaum, dass du über 30°C im Zimmer gehabt haben wirst. Hat denn Sonne auf das Nest gestrahlt?
In Deutschland wird es nicht dazu kommen, dass sich ein Zimmer so aufheizen wird, dass die Ameisen versterben.

Anders sieht es bei direkter Sonneneinstrahlung aus, zwecks Hitzestau (Serafine hat ja bereits dazu was geschrieben).


Zumal diese Art ja auch nicht aus Mitteleuropa, sondern Asien, wo auch höhere Temperaturen herrschen, kommt.


Liebe Grüße und mein Beileid zum Verlust dieser Kolonie.
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Re: Haltungsbericht Camponotus cf. turkestanicus

Beitragvon Dryden » 20. Juli 2018, 21:02

Die Kolonie lag in der Nähe von meinem Fenster und deshalb fiel morgens Sonnenlicht auf die Kolonie und da sich schon Kondenswasser gebildet hat habe ich sie noch bevor ich die Nachricht gelesen habe noch weiter weg gestellt und die Jalousien komplett geschlossen. Allerdings habe ich ein Zimmer unter dem Dach, also war es an den Tagen echt warm im meinem Zimmer, jedoch glaube ich auch nicht wirklich, dass es an der Hitze lag, ich hab nur keine andere Erklärung. Es kann durchaus passiert sein, dass durch die Schlitze minutenweise die Kolonie der Sonne ausgesetzt war, jedoch war meine Lasius niger Kolonie bei meinen Anfängen auch manchmal der Sonne ausgesetzt (bevor ich es besser wusste) und ihnen hat es nicht wirklich was ausgemacht.

Ich kann es mir einfach nicht erklären, auch da die Arbeiterinnen quicklebendig sind und sich normal verhalten (Futter und Honig wird weiter angenommen). Aber danke für die Nachricht und ich hoffe das die neue Kolonie sich in dem großen Terrarium wohlfühlt und sämtliche Umgebungumstände kann ich dann stabil halten und überwachen, sodass es besser klappt.

Ich bin noch am überlegen, ob ich den Ameisen Zugang zum Aquariumwasser gewähren soll, halte es aber für zu gefährlich.
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