Messor barbarus ohne Winterruhe durchfüttern?

Berichte & Beobachtungen - Meinungen & Fragen [einheimische und exotische Arten]

Messor barbarus ohne Winterruhe durchfüttern?

Beitragvon Event_Horizon » 9. November 2018, 15:43

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage an die erfahrenen Halter.
Ich habe meine Barbaren M. barbarus nun seit über einem Jahr und nun beginnt die zweite Winterruhe.
Mein Problem ist, das ich die nun schon sehr große Nesstanlage, nicht mehr in den Keller verlegen kann (Ich wohne in einem Mehrfamilenhaus! Bevor die Frage kommt warum keine Haltung im Keller). Also keine Winterruhe.

Ich weiss das das nicht optimal ist.

Aber nun meine Frage. Soll ich einfach ganz normal weiter füttern. Also Körner und Würmer??

Danke für die Hilfe.

Gruß
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Re: Messor barbarus ohne Winterruhe durchfüttern?

Beitragvon Unkerich » 10. November 2018, 01:39

Hi,
Ohne jetzt überheblich wirken zu wollen, aber über genau solche Themen sollte man sich wirklich unbedingt Gedanken machen, bevor man sich eine Art, mit Winterruhe und dem Potential sehr große Kolonien zu bilden, anschafft.
Aber nun ist das Kind ja bereits in den Brunnen gefallen.
Eine, zumindest leichte, Temperaturabsenkung ist m. E. wirklich zwingend notwendig, sonst wird die Kolonie vermutlich nicht lange fit bleiben. Auf jeden Fall sollten alle Heizungen abgestellt und die Anlage so kühl wie nur irgend möglich gehalten werden, wenn möglich beispielsweise durch häufiges Lüften des Raumes, evtl. der Verwendung von Kühlakkus etc.
Für die Wintermonate hat M. barbarus ja in der Regel Kornspeicher angelegt, es schadet jedoch auch nicht wenn während des Winters weiter Körner angeboten werden. Proteine sollten bei angemessenen Temperaturen weder nötig sein, noch angenommen werden.

Grüße
Meine Haltungsberichte: Camponotus substitutus, Camponotus socius, Solenopsis fugax

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Re: Messor barbarus ohne Winterruhe durchfüttern?

Beitragvon Erne » 10. November 2018, 10:41

Das kommt mir irgendwie bekannt vor, größere Völker in die Winterruhe zu verfrachten.

Messor barbarus sind weit verbreitet, zudem gibt es Unterarten.
Je nach Herkunft und Unterart verhalten sich diese sehr unterschiedlich wenn es um die Winterruhe geht.
Habe Völker beobachtet die 2 – 3 Jahre durchgebrütet haben, geeignete Temperaturen und Futter vorausgesetzt, dann wurden von selber Ruhephasen eingelegt.
Die verliefen selten ohne Probleme.
Sehr hohe Sterberaten und längere Zeiten bis die Königinnen wieder mit der Eiablage angefangen haben.
Auch Völker, die etwa im November die Larvenaufzucht von alleine für ein paar Monate eingestellt haben, ohne dass die Temperatur reduziert wurde oder das Futter verändert.
Auch hier war eine höhere Sterberate zu beobachten.
Zusammengefasst ist mir noch keine Messor barbarus unter gekommen, die nicht früher oder später eine Brutpause eingelegt haben.
Diese bewusst einzuleiten, mit Temperaturabsenkungen, hat immer die besten Überwinterungen gebracht.
Ruhezeit gut 3 Monate.
Nachzulesen ist, dass Temperaturen um die 15°C reichen.
Selber habe ich bessere Erfahrungen gemacht mit tieferen Temperaturen im Bereich von 5 – 10°C.
Zumindest wenn diese immer wieder für einige Tage vorhanden waren.
Mit solchen Überwinterungen gab es kaum tote Arbeiterinnen und im Frühjahr, durch die höheren Temperaturen, war der Anreiz für die Königinnen gegeben um schnell mit der Eiablage zu beginnen.

Kann Unkerich nur beipflichten, eine angebrachte Winterruhe ist immer hilfreich.

Meine Anlagen baue ich so auf, dass ich sie auseinander nehmen kann, zudem kleinere noch tragbare Einheiten.
Diese bringe ich einzeln ins Winterquartier und baue sie dort wieder zusammen.

Grüße Wolfgang

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Re: Messor barbarus ohne Winterruhe durchfüttern?

Beitragvon Event_Horizon » 10. November 2018, 13:30

Danke für die schnellen Antworten.

Das war auch eine Fragestellung die mir stellte bevor ich mir die Tiere kaufte.
Was ist ohne Winterruhe.
Mein Händler sagte es wäre kein Problem ab einer bestimmten Koloniegröße keine Winterruhe einzuhalten. In machen Foren liest man das ja auch.
Als absoluter Anfänger war das für mich damals auch so Ok.

Ich wollte es so handhaben, das ich ab Anfang/Mitte Oktober beginne nicht mehr zuzuheizen (Nest und Futterbecken) um die Belastung für die Kolonie zu verringern. Also die Temperatur auf 21°C (Raumtemperatur) reduzieren.

Aber wenn das falsch ist werde ich wohl das Nest und den Körnerbunker isolieren und dann über Kühlakkus von oben (wie in der Natur) runterkühlen.

Das Futterbecken wird sowieso noch geräumt, da dieses ausgetauscht wird. Die werden sich freuen :-D.
Muss auch mit einen Provisorium für den Winter gehen.
Und natürlich keine Würmer mehr füttern bis Ende Januar.

P.S. Kolonie umfasst schon weiter über Tausend Tiere. Diesen Sommer gabe es eine Bevölkerungesexplosion. Das erste 60cm XL Nest ist schon sehr voll. :D

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