Schwarze, braune oder zweifarbige Wegameisen?

Hausameisen und ihre Bekämpfung
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Smafy
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#1

Beitrag von Smafy » 7. Mai 2019, 15:17

20190507_153004.jpg
20190507_164859.jpg
Hallo Forengemeinde,

Obige Ameisenart hat offensichtlich schon seit Jahren ein Nest an unserer Hauswand oder unter Nachbars Balkonplatten (Doppelhaushälfte)
Es gibt eine grosse Straße von Nachbars Terasse die Hauswand hoch hinter dem Fallrohr, genau auf der Trennwand der Häuser. Unterhalb der Balkonplatte verschwinden die Krabbler im Mauerwerk. Es gibt ausser im Dachstuhl keine tragenden Holzelemente. Der Dachstuhl an sich bei uns zeigt keinen Befall. Da waren gerade Zimmermänner am Werk, denen ist nix aufgefallen. Unseren Nachbarn interessiert das überhaupt nicht. Bei uns sind die Krabbler aber regelmässig jedes Frühjahr auch im Haus zu Besuch. Dort lassen sie sich aber wieder vertreiben. Der beauftragte Kammerjäger, der heute da war kam mir irgendwie nicht wirklich profesionell vor. Hat halt geschwind ein Ködergel auf die Strasse geschmiert. Das wird jetzt munter gefressen. Und meinte wir sollten regelmässig grossflächig Gießmittel ausbringen. Die Art wollte er nicht bestimmen. Bzw. das hätte nochmal 30 € extra kosten sollen. Für die Gelaktion sollen eh schon 150 € anfallen. Und es sind sowieso nur schwarze Wegameisen...
Er hat sie aber gar nicht angeschaut. Sie sehen doch zweifarbig aus ?
Also lange Rede, kurzer Sinn. Was meint ihr ?
Achso, Standort ist Stuttgart und unsere Haushälfte hat eine ältere Styroporisolierung.
Danke

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#2

Beitrag von Ameisenstarter » 7. Mai 2019, 16:28

Hallo lieber Smafy.


Um Lasius niger ("Schwarze Wegameise") handelt es sich hier ganz klar nicht.


Anhand der Bilder hin ich ziemlich sicher, dass es sich hierbei um Lasius emarginatus ("Zweifarbige Wegameise", ein irreführender Trivialname, wo doch Lasius brunneus, die "braune Wegameise", auch zweifarbig ist) handelt.

Wenn es sich um Lasius emarginatus handelt, dann wurde wohl ein Baufehler oder eine Beschädigung der Bausubstanz ausgenutzt. Intaktes Baumaterial befällt diese Art nämlich kaum (anders als bei Lasius brunneus).


Leider gehen Kammerjäger gerade bei der Bekämpfung von Ameisen oft recht einfach vor. Häufig wird ein einfacher Köder ausgebracht und dafür eine Unsummen berechnet, obwohl manchmal vielleicht mehr nötig wäre.

Hier unsere Infos für Betroffene, dort findet sich auch der ein oder andere hilfreiche Link.


Liebe Grüße :)
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#3

Beitrag von Smafy » 7. Mai 2019, 17:41

Danke für den Link.
Bin noch dabei mich durch zu lesen.
Hab ein Rezept für Leberwurstköder gefunden. Das Ködergel vom Jäger ist nämlich fast schon aufgefressen.

Hab noch eine Frage. Ich hatte letztes Jahr die Stelle, an der die Ameisen eingedrungen sind zu gespachtelt. Daraufhin hatten sie sich erst einen anderen Weg gesucht um dann nach ein paar Tagen wieder aus dem gespachtelten Loch zu kommen. Die haben es wieder auf gebohrt ? Nur ein ganz kleiner Spalt. Der Jäger heute meinte das könnten die nicht und jemand hätte vorsätzlich das Loch wieder aufgemacht. Hä ?

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#4

Beitrag von Ameisenstarter » 10. Mai 2019, 13:05

Mit der Bekämpfung und deinem Kammerjäger kann ich dir leider nicht helfen.

Ist ein früherer Wasserschaden oder ähnliches bekannt? Lasius emarginatus nistet, wie bereits gesagt, hauptsächlich in vorgeschädigter Bausubstanz.

Sollte eine Bekämpfung der Kolonie klappen, müssen zur dauerhaften Lösung aber in vielen Fällen bauliche Fehler ausgebessert werden, da das alte Nest sonst recht bald erneut bezogen werden könnte.

Im Zweifelsfall vielleicht nach einem anderen Kammerjäger suchen, der vertrauenswürdiger scheint.


Liebe Grüße :)

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#5

Beitrag von Smafy » 10. Mai 2019, 14:41

Hallo Ameisenstarter,

Hab auf der sonst stark belebten Ameisenstrasse seit gestern nur eine einzige stark angeschlagene Ameise gesehen. Die Krabbler haben das komplette Ködergel gevespert.

Es betrifft leider ein Doppelhaus und unser Nachbar streitet ab überhaupt ein Problem mit Ameisen zu haben. Der hat ganz sicher auch kein Geld für bauliche Maßnahmen. Der Balkon bei ihm mit darunter liegendem Wohnzimmer ist definitiv undicht. Der Garten ist total verwildert (hab gelesen, dass das zumindest bei L. brunneus von Bedeutung ist). Wirklich schade um das ganze Anwesen. Unser Balkon wurde vom Vorbesitzer vor ein paar Jahren neu abgedichtet.
Sonst sind uns leider die Hände gebunden, wenn der Nachbar da nicht mitmacht.

Ich hab hier jetzt Nexa Lotte Streu (Fibronil) falls das Ktabbeln wieder los geht.

Vielen Dank noch für die Hilfe. In dem verlinkten Forum hab ich sehr viel gelesen, leider ist es aber meist L. brunneus um die es geht. :-)

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