Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon LuckyNo7 » 18. Mai, 2017, 09:23

Hallo liebe Ameisenfreunde,

Am 6.4.17 habe ich erfolgreich meine 10 Mann starke Lasius niger Kolonie gegründet und bislang lief alles gut. Es wird fleißig gegraben und gefuttert. Leider konnte ich bislang keinen guten Blick auf die Brut werfen, da sich die Königin samt Nachwuchs im RG verschanz hat. Vor ein paar Tagen befanden sich ein paar Eier in der Farm, diese waren jedoch schnell wieder spurlos verschwunden. Letzten Sonntag dann der Schock. Eine Ameise ist im Honigtopf ertrunken. Die gestorbene Ameise war jedoch sehr klein und so vermute ich, dass diese frisch geschlüpft war, zumal der Termin nach ca. 40 Tagen hinkommt. Eine unerfahrene kleine Ameise ertrinkt in Honigtopf. Kann passieren. Gestern der nächste Schock. Gleich 2 Tote. Eine größere Ameise lag regungslos im Formicarium. Die andere hing an einem Tropfen Ausbruchschutz-Öl an der Scheibe, diese Ameise war jedoch extrem klein und bei genauerem Hinsehen konnte man erkennen, dass diese irgendwie nicht vollständig war (irgendwie behindert). Geburtenfehler? Angefressen? Frisch geschlüpft ist denkbar. Keine Ahnung. Auch zur regungslos daliegenden Major Arbeiterin habe ich keine Theorie. Vielleicht könnt ihr mir helfen und wisst, was in meinem Formicarium abgeht. Ich bin sehr unsicher und stelle jede Menge Theorien auf, das ist jedoch alles Spekulation. Jeder Verlust liegt mir schwer. Zumal ich denke, dass die beiden kleinen Ameisen frischer Nachwuchs war. Ich füttere die Ameisen mit Honig und alle 3 Tage wird ein neuer, überbrühter Mehlwurm gereicht. Zu meinem Setup: Siehe angehängte Bilder. Das Formicarium steht an der Wohnwand. Nebenan die Glotze. Zu meinem Standort gibt es bereits einen Thread (lasius-niger-draussen-halten-t55981.html). Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Regards René
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Re: Lasius Niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon Serafine » 18. Mai, 2017, 09:50

Versuch es mal mit einem Reagenzglas Zuckerwasser, da können sie von der Watte nippen ohne zu ertrinken.

Ist das Nest-Reagenzglas noch feucht? Dass kleine Kolonien ungern umziehen ist normal, gerade Lasius niger stehen im Ruf da besonders stur zu sein. Im Zweifelsfall erstmal ein neues RG anbieten, das hat für kleine Kolonien bessere und stabilere Bedingungen.

Was anscheinend auch recht gut für Ameisen ist sind tote Spinnen (Jäger, daher sehr proteinreich, wenn ich meinen Camponotus eine anbiete bleibt alles andere liegen) und besonders für junge Kolonien Fruchtfliegen (Drosophila), die können direkt von einer einzelnen Arbeiterin ins Nest getragen werden.

Wenn die Ameisen die Mehlwürmer gut verarbeiten müssten sie eigentlich eine ziemliche Menge an Brut haben, Lasius niger sind jetzt nicht wirklich anspruchsvoll was den Proteinbedarf angeht. Da sollten ein paar Verluste eigentlich gut zu verkraften sein.
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Re: Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon trailandstreet » 18. Mai, 2017, 10:33

Jetzt, wo es warm wird, sollten die auch draußen sehr gut gedeihen. Einfach genug Proteine füttern. Mehlwürmer vielleicht auch zerteilen, da kommen sie besser an die Innereien.
Honig und flüssiges nicht offen anbieten, da fallen die rein.
Aus einem Reagenzbehäkter 0,25ml kann man schön eine kleine Tränke basteln. Ein RG dürfte für so eine kleine Kolonie noch zu viel sein.
Übrigens, Ameisen wachsen als Imago nicht mehr, aber die Pygmäen vom Anfang sind schon kleiner als normale Arbeiterinnen.


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Re: Lasius Niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon Harry4ANT » 18. Mai, 2017, 10:37

Hi,

- ich würde Honig nicht in diesem Topf anbieten. Entweder als Honigwasser- oder Zuckerwassergemisch in einer 2ten Tränke bzw. einem kleinem RG mit Watte oder als mini Tropfen (z.B. mit dem Zahnstocher auftragen) auf einem flachen Napf (Münzdosen sind sehr praktisch) oder einem Stückchen Alu Folie oder so etwas.
Was auch ganz praktisch ist und gut angenommen wird wäre Ahornsirup Tröpfchen.

- Hast du Watte in der Tränke ? Wenn nein würde ich dir empfehlen.

- auch die relativ großen Mehlwürmer (auf dem Bild zumindest so zu sehen) können sie so wohl nicht ins Nest eintragen aus dem Topf. Nur vor Ort ihren Sozialmagen füllen.
Auch hier mal schön klein geschnittene Stücke direkt in der Arena anbieten. Was ich dir sehr empfehlen kann für L.niger Gründerkolonien sind die kleinen flugunfähigen Fruchtfliegen Drosophila melangoaster (wie schon geschrieben) - die werden schon von einer kleinen einzelnen Arbeiterin gepackt und ins Nest getragen.

- Ameisen wachsen nicht mehr weiter nach dem Schlupf. Nur die Farbe verändert sich noch etwas, da der Panzer noch aushärtet.
Das einzige was bei Ameisen wächst ist die Larve. Bei einer sehr kleinen Ameise handelt es sich vermutlich um eine Pygmäe.

- Was mir bei deinen Bildern auch auffällt: Deine Becken steht an der Wand und die rote Folie hast du hinten angebracht. D.h. wenn die Ameisen später in die Farm einziehen hast du wahrscheinlich nur wenig bis keine Nesteinsicht, da von vorne Licht direkt auf die Farm kommt und die Ameisen dort dann nicht oder nur wenig graben werden.
Also vorne auch mit Folie oder einem Karton oder so etwas abdunkeln.

- Das Öl nur ganz dünn mit einem betröpfeltem Küchenpapier auftragen - es sollte keine größeren Tröpfchen geben.
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Re: Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon LuckyNo7 » 18. Mai, 2017, 12:20

Hallo,
Vielen Dank für euren Support und die Tipps,
Ich werde die Futternäpfe austauschen und gegen flachere und breitere Schalen ersetzen und ggf. mit Watte sichern.
Die Idee die Ameisen mit Ahornsirup und kleinen Fliegen zu füttern finde ich gut. Als Abwechslung zu Honig und Mehlwürmer.
Das RG ist noch feucht. Jedoch ist der Füllstand schon sehr niedrig. Ich möchte auch nichts mehr nachfüllen oder ein anderes RG anbieten, da ich so hoffe, den Umzug zu beschleunigen zumal schon fleißig gegraben wurde und sich ein paar Ameisen ständig in der Farm aufhalten.
Die Rote Folie möchte ich weiterhin nur auf der Rückseite haben. Die Rückseite bietet einen super Einblick ins zukünftige Nest und der Plattenabstand ist klein. Von vorne nichts zu sehen finde ich nicht schlimm.
Zu meinem Problem: Mir sind in den letzten 3 Tagen 3 von 10 Ameisen gestorben. Bei der ersten weiß ich warum (Tod in Honigtopf) aber bei den anderen beiden bin ich mir sehr unsicher was der Auslöser gewesen ist. Die eine hing an einem Parafintropfen an der Scheibe und sah extrem klein und nicht vollständig aus, die andere ausgewachsene Ameise lag leblos im Formicarium. Wie kommt das? Warum sah die kleine Ameise so unvollständig behindert aus? Leider war ich nicht so geistesgegenwärtig und habe Fotos gemacht.
Ich wünschte ich hätte einen guten Einblick in das RG um überhaupt mal den Brutstatus zu sehen. Bislang habe ich nur kurz mal ein paar Eier gesehen, das wars. Es ist schon auffällig, dass nach 40 Tagen ein paar Ameisen sterben. Vielleicht waren das ja die Neugeborenen?
Was denkt ihr darüber?
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Re: Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon Harry4ANT » 18. Mai, 2017, 12:56

Wenn eine Ameise irgendwo hängen bleibt &/oder ertrinkt in Wasser / Honig usw. dann krümmt sie sich ziemlich zusammen und sieht dann sehr mickrig aus - man erkennt es teilweise fast nicht mehr als Ameise.

Die beiden Tode im ÖL & Honig sind klar nachvollziehbar - bleibt also ein nicht direkt klärbarer Tod.
Da würde ich mir an deine Stelle keine Gedanken machen; das hin und wieder Ameisen sterben gehört nunmal leider zur Haltung dieser Tiere dazu.

Solange es nicht zu weiteren Toden in kurzen Abständen kommt ist alles in Ordnung ! Ist natürlich ein herber Verlust für die noch sehr kleine Kolonie aber für sich betrachtet nicht außergewöhnlich :(


Noch als Tipp:
Ich habe auch schon ab und zu eine vermeintlich tote Ameise in Honig oder ähnlichem gesehen. Zusammengekrümmt und völlig starr.
Aber es lohnt sich die Ameise sofort bei Entdeckung raus zu fischen (Zahnstocher oder so was) und per Pipette mit etwas Wasser zu betröpfeln - oft leben die Ameisen doch noch und fangen kurz darauf an sich zu bewegen und erholen sich dann tatsächlich wieder nach einigen Minuten.

Ist teilweise auch sehr interessant zu beobachten wie die betroffene Ameisen nach dem Wiedereinsetzen in die Arena dann später von den Anderen geputzt und verhätschelt wird.
Hab sogar gesehen wie die betreffende Ameise ins Nest eingetragen wurde von 2 Arbeiterinnen und dann ausgiebig geputzt wurde.

Die Rückseite bietet einen super Einblick ins zukünftige Nest

Dann passt das natürlich so - dachte dein Formicarium steht an der Wand und ist hinten eher nicht einsehbar für dich ;)

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Re: Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon Kalinova » 18. Mai, 2017, 13:25

Ich bin mir etwas unsicher was du unter Major-Arbeiterin verstehst, nicht dass es die Königin war. Denn Lasius niger bildet keine Majore aus.

Auch hier rate ich dazu die Kolonie erstmal im RG zu belassen da es wesentlich übersichtlicher ist als die Farm. In dem Fall würde ich die Farm verschließen, denn sind sie dort erstmal eingezogen hast du vermutlich kaum noch einen Überblick über die Kolonie/Brut.

Wie bereits vorgeschlagen biete kleine Futtermengen an. Kleinstmögliche Honigtrofpen welche du neu anbietest wenn die alten weggenascht sind, dadurch bleiben sie nicht mehr darin kleben. In meinem HB (in der Signatur verlinkt) sollten Fotos davon sein.
An Proteinnahrung kann ich auch hier die Drosophila melanogaster (hoffe das ist richtig geschrieben :o ) empfehlen, das sind kleine Fruchtfliegen welche auch von Lasius arten gut abtransportiert und verwertet werden können. Überschuss kann eingefroren werden und später angeboten, so kommst du vermutlich mit einer Dose über fast das ganze erste Jahr aus.

Auch kannst du die Arena mal sachte besprühen damit sich Staubpartikel legen.

Für mich jetzt nicht ersichtlich ob im Wassertank Watte ist, das würde ich noch empfehlen denn auch dort können sie ertrinken.

Bildet der Paraffinrand Tropfen, dann wisch noch einmal mit einem Küchentuch darüber, ist vielleicht zu dick aufgetragen.

Die Verluste die du aktuell hast wären in einer Kolonie aus der Natur vermutlich ähnlich und all zu viele Sorgen brauchst du dir deswegen erstmal nicht machen. Weitere Verluste wären aber dennoch nicht wünschenswert.

Ich wünsche dir und deinen Ameisen viel Erfolg :)

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
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Re: Lasius niger Kolonie, Probleme in der Anfangsphase

Beitragvon Serafine » 18. Mai, 2017, 14:00

Kalinova hat geschrieben:Ich bin mir etwas unsicher was du unter Major-Arbeiterin verstehst, nicht dass es die Königin war. Denn Lasius niger bildet keine Majore aus.

Ich gehe mal davon aus dass er einfach eine größere Arbeiterin meint. Auch bei Lasius und Formica gibt es ja ziemlich drastische Größerunterschiede (manche Arbeiterinnen sind fast viermal so groß wie andere), die besitzen nur nicht die typischen dicken Majorköpfe.

LuckyNo7 hat geschrieben:Warum sah die kleine Ameise so unvollständig behindert aus?

Möglicherweise ist sie gestorben, wurde recycelt (angefressen) und dann als Abfall an das Öl geklebt. Dass Ameisen ihre toten möglichst weit vom Bau entsorgen ist ja nicht unüblich.

LuckyNo7 hat geschrieben:Es ist schon auffällig, dass nach 40 Tagen ein paar Ameisen sterben. Vielleicht waren das ja die Neugeborenen?

Es könnte die erste Generation sein, die ihr natürliches Lebensende erreicht. Wir wissen ja nicht wir alt die Kolonie bereits ist.
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