Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

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Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Pytogaras » 8. März 2018, 19:23

Erstmal ein freundliches Hallo an Alle,

Ich überlege jetzt bereits seit 3 Monaten unter die Ameisenbesitzer zu gehen.
Seitdem bin ich in Foren unterwegs, schaue mir Videos an, lese mich durch "tausende" von Berichten und komme dennoch nicht weiter...
Woran ich scheitere ist nicht die Art für die ich mich interessiere, oder wie diese am besten gehalten wird, sondern ganz einfach ob meine Idee überhaupt artgerecht umsetzbar ist.
(Ja ich weiß artgerecht geht nur in der Natur) Ich möchte es den Tieren aber so angenehm wie möglich machen. Daher suche ich hier nach Feedback.

Die Art sollen Camponotus rufipes werden, da sie unglaublich schön sind, große Kolonien bilden und mit am besten in mein Konzept passen.

Hier noch ein paar Eckdaten zu den Camponotus rufipes:

Verbreitung: Südamerika
Königin: 17mm
Arbeiter: 9-13mm
Luftfeuchtigkeit: 50-80 %
Temperatur: 20 – 25Grad C
Nestform: Erdnester
Winterruhe: Nein

Nun aber erstmal zu meiner Idee.

Ich wollte meine Farm in einem Aquarium anlegen und zwar als Insel (Platz spielt erstmal keine Rolle und die Kosten sind auch zweitrangig, die Tiere haben Vorrang)
Ich habe einen "Plan" der Anlage als Anhang beigefügt, da dieser aber weit entfernt von Professionell ist, schreibe ich noch ein paar Worte dazu. Als Grundgerüst dient ein großes Aquarium mit 100x80x80 cm.
In dieses wird mit Plexiglas eine „Insel“ geklebt. (die eigentliche Welt der Ameisen)
Die Insel wir daher ca. 60x40x20cm groß werden und hat einen leicht eingelassenen Deckel (ca. 2cm) um noch Grund auf den Glasboden streuen zu können aber die Ameisen am unkontrollierten buddeln zu hindern.
Um die Insel befindet sich Wasser samt leiser Membranpumpe, Pflanzen und Aquatischen Tieren (Fische und Shrimps dazu später mehr).

Auf der Insel wird für den Anfang (Kolonie ab 20 Arbeitern) ein Ytong Nest stehen. (Form eines Inka Tempels 20x20cm) Die 2 Eckseiten sind dabei als Formicarium umgebaut und mit Plexi und roter Folie beklebt.
Wenn die Kolonie später wächst soll ein weiteres Formicarium dazukommen. Dies wird dann eine Farm mit ca. 40x6x50cm Entweder wieder aus Ytong (dann von Vorne als Dekowand verkleidet) oder eine Glasfarm gefüllt mit Sand/Lehm.

Bei wachsender Kolonie wird dann via Schläuchen noch eine oder mehrere Arenen hinzugefügt.
Der Grundplan steht aber zu Beginn ohne, sodass auf der Insel gefüttert wird. Normalerweise, sind Ameisen Berichten zu Folge sogar so schlau, dass Sie den „Abfall“ ins Wasser schmeißen wo sich die Fische und Shrimps daran zu Gute tun können.


Meine Frage ist jetzt ganz einfach.

Was haltet Ihr von der Idee?
Kennt jemand sowas in der Art?
Hat das schon mal jemand mit Camponotus probiert?
Hat jemand Vorschläge bezüglich der Fische?
Ist es zu groß oder zu klein geplant?
Gibt es etwas, was ich noch nicht berücksichtigt habe?


Hat jemand noch genauere Fragen zwecks Heizung, Luftfeuchtigkeit etc. (für all das habe ich bereits Lösungen, die aber den Text noch viel länger machen würden…)

Vielen Dank für eure Meinung
Pyto
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Re: Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Kalinova » 8. März 2018, 19:42

Hallo Pytogaras und Willkommen bei uns im Forum. :)

Ich würde wohl eher dazu Raten ein externes Nest zu verwenden, dort sind die Möglichkeiten für Beheizung und Befeuchtung vermutlich einfacher, außerdem könnte die Nestgröße später eng werden. Je nachdem wie groß die Völker dieser Art werden.
Zudem würde ich eine zweite Anschlussmöglichkeit einplanen egal ob primär ein externes oder internes Nest geplant ist, besonders aber bei externem Nest.
Viel mehr kann ich zum Thema aber leider nicht beisteuern. :o

Vielleicht interessant für dich ein ähnliches Projekt wie das von dir geplante.

Gruß Kalinova
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Re: Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Erne » 9. März 2018, 12:03

Hört sich interessant an und wird sicherlich Arbeit machen.

Ameisen und Wasser sind nicht immer unkritisch.
Das Wasser muss an der Oberfläche ständig in Bewegung bleiben, sonst kann sich eine Haut bilden die überlaufen werden kann.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist dafür eine Pumpe vorgesehen.
Erschütterungen und Störungen können zur Panik bei den Ameisen führen, mit der möglichen Folge, dass sie ins Wasser laufen und ertrinken.

Der von Dir angesprochene Müll kann ebenfalls Probleme bereiten.
Nicht alles was die Ameisen ins Wasser transportieren, wird von Fischen gefressen werden, bzw. kann von diesen verwertet werden.
Das kann, bei später größerem Volk, zu starker Verunreinigung des Wassers führen, bzw. den Nährstoffgehalt im Wasser derart erhöhen, das neben Pflanzen eine unschöne Algenblüte entsteht.
Auch eine stake Geruchsentwicklung könnte auftreten, wenn das Wasser nicht ständig entsprechend aufbereitet wird.

Diese Ameisenart lebt bei Temperaturen um die 24°C, was nicht gerade wenig Wasser verdunsten lässt.
Wird dieses Wasser nur mit Leitungswasser ersetzt, steigt die Mineralkonzentration im Wasser immer weiter an, bis es für Fische oder Pflanzen kritisch wird.
Es kann nur mit aufbereiteten Wasser ergänzt werden.

Jegliche Unterwasserdurchführungen, brauche ich nicht weiter schreiben, müssen dauerhaft dicht bleiben.

Geht es Dir darum Ameisen zusammen mit Fischen zu halten oder denkst Du bei dem Wasser eher nur an einen Ausbruchsschutz?

Grüße Wolfgang
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Re: Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Pytogaras » 9. März 2018, 21:50

Ich danke schon mal für die schnellen Antworten.

Zuerst vielen Dank an Kalinova, dass von dir verlinkte Projekt war/ist super.
Nun dann aber zu den durchaus begründeten Sorgen, die du angesprochen hattest.
Ja diese Art Ameise hat ein (meiner Meinung nach) unglaublich großes Manko... Die Größe Ihrer Kolonie.
Ist ja nicht so, dass Camponotus sonderlich kleine Ameisen wäre und wenig fressen. Nein Diese netten Freunde werden, sofern man den Infos glauben kann, weit über 10.000 Frauen stark.
Ich bin daher nach wie vor offen für andere Arten, es gibt nur ein paar Rahmenbedingungen, die es nicht leicht machen.
Nr. 1 Winterruhe ist nicht möglich, Diapause ist vollkommen ok, aber bei Ameisen im Kühlschrank zieht meine Frau aus und bei Ameisen im nicht gekühlten Hausflur erschlägt mich mein zum Glück noch sehr toleranter Vermieter.
Nr. 2 durch die von mir eigentlich gewünscht Verbindung von Wasser und Ameisen (Lieber Wolfgang vielen Dank für dein Feedback ich gehe gleich noch darauf ein) sind Messor nicht möglich (stürzen sich angeblich zu gerne in die Fluten) und durch die Verbindung entsteht schon automatisch eine recht hohe Luftfeuchtigkeit, daher sollten es Ameisen sein, die Damit klar kommen.
Nr. 3 Die Größe der Anlage:
Ja die Anlage ist für mein Verständnis recht groß und kann „beliebig“ erweitert werden.
Wenn man aber auf diese Größe Ameisen nimmt mit einer Koloniegröße von 100 bis 200 Ameisen, gehen Sie doch etwas unter. Und auch wenn mich Paraponera clavata noch echt gereizt hätten… Naja als Engagierter Anfänger muss man nicht gleich das schwerste Projekt wählen.

Ich bin aber dennoch offen für Vorschläge. Vielen Dank.


Lieber Wolfgang, nun zu dir.
Auch dir danke ich unglaublich für dein super Feedback du hast genau die Punkte angesprochen die mir Sorgen bereitet hatten.
Zuerst zur Strömung, ich habe 2 Verschiedene Systeme mit dem Aquaristen meines Vertrauens durchgesprochen diese werden noch näher in Betracht gezogen.
1. Membranpumpen, die modernen Pumpen vibrieren kaum noch, und dennoch hast du recht es könnte zu viel sein. Camponotus sollen aber lt. Berichten relativ schreckresistent sein.
2. Externe Strömungspumpe. Diese würde dass Wasser über eine 2 .Ebene Filtern und wieder einspeisen. Alles Extern und alles so, dass eine konstante Strömung im Becken entsteht. Die Vibration wäre durch die Auslagerung also so ziemlich negiert.

Das Thema Müll ist tatsächlich etwas, was mir Sorgen macht. Gerade weil die Kolonie so groß werden kann. Ich hoffe aber, dass durch die bei der Vergrößerung angeschlossene Arena der Müll zum Großteil dort bleibt. Und wir später eher von verstorbenen Ameisen reden.
Die Qualität des Wassers wird natürlich überwacht. Und ich hoffe, dass durch die Zusammensetzung der Tiere auch das Algen Problem nicht zu sehr überhand nimmt.
Was war mein Gedanke?
Nun beides würde ich sagen, ganz klar entstand die Inselidee aufgrund der Ausbruchsicherung. Naja letzten Endes war dann AntsCanada schuld, dass mir die Idee mit den Fischen kam. Seid dem überlege ich wie man das ganze ähnlich, oder besser umsetzten kann. Jetzt lässt mich der Gedanke einer Co-Existenz kaum noch los.

Ich danke euch schon jetzt für weitere Vorschläge oder Diskussionen.

Liebe Grüße
Christoph

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Re: Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Kalinova » 9. März 2018, 23:17

Hallo Pytogaras ich möchte dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben.

Ja diese Art Ameise hat ein (meiner Meinung nach) unglaublich großes Manko... Die Größe Ihrer Kolonie.

Camponotus ist eine sehr Artenreiche Gattung bei den Ameisen. Es gibt durchaus auch Arten die mit ca. 1000 Individuen angegeben werden. Vielleicht hilft dir der direkte Kontakt mit einem (oder mehreren) Ameisenshops die Artwahl nochmal zu überdenken. Mein Volk von C. cosmicus hat schätzungsweise jetzt diese Größe erreicht bzw inzwischen etwas überschritten und lebt noch in dem Nest das ich im HB beschrieben habe. Da die Individuengröße recht ähnlich mit der deiner Wunschameise ist hilft es dir vielleicht dort mal reinzuschauen. (Siehe Signatur)
Bei einer solchen Koloniegröße dürfte dein Nest mit entsprechend tiefen Kammern vermutlich ausreichen.

Noch ein Hinweis: In die Verbindungsschläuche eine Kletterhilfe (Äste, grobe Fäden u.s.w.) einzubauen. Manche Arten haben Schwierigkeiten auf glatten Flächen wie Glas oder Kunststoff in Verbindung mit Steigungen.

Ich wünsche dir bei der Umsetzung deines Vorhabens viel Erfolg und würde einen Bericht darüber hier im Forum sehr Begrüßen. Man merkt du machst dir Gedanken und rennst nicht Kopflos in solch ein umfangreiches Projekt. Es gibt sicher viele Leute die Interesse an deinen Überlegungen und der endgültigen Umsetzung haben. :)

Gruß Kalinova
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Re: Bitte um Feedback: Großprojekt Camponotus rufipes

Beitragvon Dede » 14. März 2018, 19:55

ich hänge mich mal dran.

Bin im Moment auch am Überlegen wie meine Ameisenfarm der Zukunft aussehen soll.
Ich will mir eine Kolonie Camponotus cf. nicobarensis zulegen. Diese soll dann in 2-3 Jahren in mein großes in die Wand integriertes Aquarium einziehen (180 x 70 x60) Nest soll im Schrank über dem Becken angesiedelt werden und die Ameisen dann über Schlauchverbindungen auf eine schöne große Insel geführt werden. :)
Bei mir soll aber das Wasser hauptsächlich als Ausbruchschutz dienen.
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