Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.

Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Safiriel » 23. August 2014, 16:30

Immer wieder fragen Neulinge sich:

Wann und wie fange ich am besten an?
Starte ich mit einer Gyne, oder einer Kolonie?

Um eine späteren Neueinsteigern eine Entscheidungshilfe zu geben, fasse ich mal meine Erfahrungen zusammen.
Ein Haltungsbericht fasst eben nur eine Kolonie zusammen, nicht aber die Entwicklung des Halters.
Wer es mir gleich tun möchte, oder andere Erfahrungen gemacht hat, kann sich mir gerne anschließen.
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Beitragvon Safiriel » 23. August 2014, 16:59

01/14
Die Ameisen Ugandas, die sich so ganz anders verhielten und auch so ganz anders aussahen (Größe!) brachten mich dazu, zu Hause etwas über die Unterschiede der verschiedenen Ameisenarten herausfinden zu wollen.

03/14
So langsam spuckte das Internet keine Dokus mehr aus. Ameisen zu Hause? Bestimmt nur was für Experten und Zoos.

04/14
Wenn die Simpsons ein Formicarium haben können, dann kann ich das vielleicht auch?
Habe die Foren durchstöbert.

05/14
- Eintritt ins Forum
- Entscheidung eine einheimische Art halten zu wollen - am besten die, die mir vor die Füße läuft.
- Wer schwärmt wann? Die Wartezeit mit "EatenByAnts" verkürzt
- Von Dreamwolf eine frisch gefangene Camponotus herculeanus angeboten bekommen. Aufgrund der tollen Art und aus Angst den Schwarmflug von Lasius niger zu verpassen angenommen. Aber ich wollte doch selbst sammeln? So schnell kanns kommen.
--> Gyne kam mitsamt tollem Nest an, Arena eingerichtet, aber das Tier saß logischerweise im Dunkeln.
--> ständige Zweifel: Mache ich was falsch? Läuft es richtig? Liegt die Gyne in der Zeit? Wird sie es schaffen? Wird sie sterben?

06/14
- Camponotus herculeanus sitzt auf Eiern
- Colophonius schickt mir freundlicherweise seine "30" Lasius niger vom letzten Schwarmflug, damit ich auch was zu gucken habe. Aber ich wollte doch nur EINE? So schnell kanns gehen.
- Ende des Monats sind es über 50 Lasius niger, von denen auch mal 8 draußen rum laufen. Zum Glück für die gründende Gyne, die jetzt seltener gestört wird, und deren Eier erst zu Larven, dann zu 4 Puppen geworden sind.

07/14
- Die Lasius niger bereiten Freude (und reißen aus), expandieren auf knapp 100
- Camponotus herculeanus bekommen 4 Pygmäen, die super klasse aussehen. Eine davon bekommt Ausgang und besorgt Futter. Manchmal.
- Gyne gefangen! "Nur zur Bestimmung erstmal". Sie sah irgendwie anders aus als die anderen beiden. Ist vermutlich eine Lasius flavus, und bleibt (dank toller Ideen für Nest und Arena) doch

08/14
- Lasius niger sind etwa 130, füllen etwa 4cm des Reagenzglases. Allerdings ist es ungewöhnlich kalt, und sie ungewöhnlich wenig zu sehen. Wenns doch mal warm ist: Erste Straßenbildung und bis zu 40 Arbeiterinnen (aber nur bei Stubenfliege)
- Camponotus herculeanus macht nichts. 2 Puppen wurden gefressen, kaum Außenaktivität erkennbar, keine Puppen und Eier, aber 17 Larven vorhanden
- Lasius cf. flavus sitzt im Schrank auf Larven und Eiern
- Tetramorium spec. gefunden! Mich überreden lassen sie mitzunehmen. Seit ich weiß was es ist ungeduldig: Die sind granivor (fressen auch Körner) und winzig und hübsch und: sozusagen ein Sprung in den Süden. Da sind sie nämlich häufiger als hier. Leider scheint sie dieses Jahr nicht mehr gründen zu wollen: Sie tut rein gar nichts.
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AW: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Getulio » 26. August 2014, 23:20

Danke für die Idee zu diesem Thema, das ist wirklich interessant!

Da hast du ja in den paar Monaten einiges an Kolonien aufgenommen, ich hoffe, bei mir hält sich die Sucht in Grenzen. :angst:

Fiebere gerade auf die Ankunft meiner ersten Lasius niger, ich hoffe, morgen ist es soweit.

Gruß, Getulio
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Beitragvon Gast » 27. August 2014, 00:14

Hi,

leider können sich nur die wenigsten diesem Bann entziehen.

Gruß Dreamwolf
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Beitragvon Safiriel » 27. August 2014, 06:57

Das ist eines der Dinge, die ich hiermit aufzeigen wollte: Es ist tatsächlich gerade am Anfang nicht leicht, bei einer Kolonie zu bleiben.
Manche können ja schon an keinem Schwarmflug Lasius niger vorbei gehen, ich will gar nicht wissen wie viele Kolonien so daheim landen.
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AW: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Der_Philatelist » 28. August 2014, 20:22

Ich hatte heute einen schweren Rückfall ;)
wie ich schon im Schwarmflug teil geschrieben
Habe gab es heute und gestern ein Massenschwärmen
verschiedenster Arten (13+-) da musste ich einfach zugreifen
3 Lasius flavus polygyne Gründung geplant, 1 Myrmica rubra,
3 Temnothorax nylanderi und zwei mir nicht bekannte :verrueckt:
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Beitragvon fink2 » 28. August 2014, 20:39

Hi Der_Philatelist, bei unbekannten Arten weißt du nicht wie sie Gründen, ich glaube nicht das du dann in der Lage bist sie Art gerecht zu versorgen, lass sie doch lieber frei oder lass sie bestimmen, nur so kannst du sicher sein.

Safiriel hat geschrieben:Das ist eines der Dinge, die ich hiermit aufzeigen wollte: Es ist tatsächlich gerade am Anfang nicht leicht, bei einer Kolonie zu bleiben.
Manche können ja schon an keinem Schwarmflug Lasius niger vorbei gehen, ich will gar nicht wissen wie viele Kolonien so daheim landen.


Ja da hast du Recht, ich traue mich schon gar nicht mehr auf den Boden zu schauen, man freut sich Riesig eine neue Königin zu finden und dann darf man sie nicht mit nehmen. Weil man schon genügend Kolonien hat.

Grüße, fink2
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AW: Das erste Jahr mit (einheimischen) Ameisen

Beitragvon Der_Philatelist » 28. August 2014, 21:34

Danke für den tipp Fink da merkt man
wieder das die erfahreneren Halter doch
erfahrener sind. Ich habe gerade auf der
genialen Vergleichstafel von Safriel erkannt
das es sich um Lasius umbratus und dessen
Hyper parasitär gründenden Verwandten handelt
das erklärt auch die andren Ameisen zwischen den
Mandibeln. Habe sie gerade in der nähe einer Lasius
niger Kolonie ausgesetzt.
LG der Philatelist:clap:
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