Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobarensis

Themen über exotische Ameisenarten.

Re: Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobare

Beitragvon ReliAnt » 22. Oktober 2018, 11:28

Maddio hat geschrieben:Hallo ReliAnt,

Ich will dir in der Hinsicht mit auf den Weg geben, dass es in der Ameisenhalter-Community schon immer klar die Tendenz gegeben hat, dass eher über Haltungserfolge berichtet wird, als über Misserfolge in der Haltung.


Hallo Maddio,

ja das ist mir auch schon aufgefallen, viele Haltungsberichte verlaufen einfach so im Sande nach einiger Zeit.
Sei es aufgrund Interessensverlust oder weil der Kolonie etwas zugestoßen ist.

Und da möchte ich eigentlich nicht dazugehören weil mir die Ameisen sehr viel geben und ich immer noch in Runden mit Freunden mit funkelnden Augen über all die Besonderheiten und Faszinationen dieser Tiere berichte.
Zuletzt am Wochenende wo ich einem Tisch voller Mädels (Freundinnen meiner Frau) gegenüber saß, die nach meinen Erzählungen die Kinladen unten hängen hatten :D
Und alles was ich sagte war wahr.

Es ist eben kein Strohfeuer sondern tiefes Interesse und Bewunderung!

Ich habe folgenden Plan:
Meine Kolonie hatte von Beginn an eine langsame Entwicklung, bis es vor vier Monaten dann gänzlich zur Einstellung der Eiablage kam.
Der Zeitraum ist recht lang und ob bzw. wie es weiter geht mit der Kolonie ist nicht vorherzusagen. Werde sie weiter mit Herzblut hegen und pflegen, bin jedoch skeptisch.

Aber: Einen Winter ganz ohne Ameisen und die mit der Beobachtung/Bebilderung/Beschreibung einer wachsenden Kolonie verbundene Freude kann ich mir nicht vorstellen.
Deswegen werde ich mich an den Shop wenden, mein Problem erläutern und nach Möglichkeit eine Messor spec. oder Ponerie ohne Winterruhe in Koloniegröße 25+ anschaffen, um das Feuer wieder zu entfachen. :flame: :)

Viele Grüße.

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Re: Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobare

Beitragvon Sir Joe » 22. Oktober 2018, 16:38

Hallo ReliAnt,

ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es deiner Kolonie sonderlich schlecht geht. Die Gaster der Arbeiterinnen sind prall gefüllt und Futter wird ja auch angenommen, das sind schon mal sehr gute Zeichen. Ich denke es ist einfach noch etwas Geduld gefragt und deine Kolonie wird dich bestimmt noch überraschen. Ein weiteres Nest, welches vielleicht deutlich feuchter ist, anzubieten, würde bestimmt nicht schaden, auch ein abgedunkeltes RG wäre ein Versuch wert bei der Koloniegröße.

Ansonsten wie gesagt, Geduld und dann wird die Kolonie schon noch einen Sprung machen ;)

ReliAnt hat geschrieben:Hallo Maddio,

ja das ist mir auch schon aufgefallen, viele Haltungsberichte verlaufen einfach so im Sande nach einiger Zeit.
Sei es aufgrund Interessensverlust oder weil der Kolonie etwas zugestoßen ist.

Und da möchte ich eigentlich nicht dazugehören weil...


Schande über mein Haupt, auch mein Haltungsbericht stagniert gerade ein wenig, aber der Kolonie geht es immer noch gut (auch wenn ich mir dieses Jahr mehr erhofft hatte) und mein Haltungsbericht wird, wie im Eingangspost auch angekündigt, nicht kommentarlos enden.

Ich hoffe deine Gyne ist bald mal mal wieder soweit Eier zu legen und wünsche dir viel Erfolg,
Sir Joe

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Re: Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobare

Beitragvon Joe1x89 » 24. Oktober 2018, 19:32

Hi Reli Ant,

ich kann deine deprimierende Einstellung mehr als nachvollziehen.
Habe ja selber hier einen kleinen Haltungsbericht angefangen (den ich leider nicht fortgesetzt habe - eventuell könnte er dir aber einen Funken Hoffnung bescheren).
Ich stand genau an dem gleichen Punkt, habe durch das langsame Wachstum und die ausbleibenden Erfolge, mit einer anderen exotischen Ameisenart (in meinem Fall Polyrhachis dives) geliebäugelt. Im Endeffekt bin ich froh, bei den Camponotus nicobarensis am Ball geblieben zu sein.
Für Dich nochmal eine kurze Zusammenfassung der Werdegeschichte meiner Kolonie:

-gekauft im November 2017, 1 Kolonie Camponotus nicobarensis mit 2 Gynen und 25 Arbeiterinnen
-bis Mai (!!!) ein Rückgang auf 15 Arbeiterinnen...Todesfolgen zum großen Teil selbstverschuldet, aber auch das vielerseits angepriesene Koloniewachstum blieb aus. Eventuell 2-5 großgezogene Worker konnten die Verluste nicht ausgleichen.
-erst Ende Juni/Anfang Juli lief die Reproduktion so an, sodass ich Ende Juli meinen Anfangsbestand von 25 Workern geknackt habe. Das sind sage und schreibe 7 Monate um auf die Koloniegröße vom November 2017 zu kommen.
-und dann gings los...und frag nicht nach Sonnenschein:
Zählen kann ich knicken - sind zum heutigen Tag ca. 250-300 Worker. Die erste "Media/Major" kam im August und jetzt ist in allen Stadien Brut vorhanden. Das alles in 3! Monaten.

Jetzt bitte nicht falsch verstehen - ich bin/war auch absoluter Beginner und sehr unerfahren...aber das Hobby der Ameisenhaltung ist genau aus diesem Grund so extrem schön und spannend. Ich erfreue mich jeden Tag daran, damals nicht die Segel gestrichen zu haben, oder die Kolonie aufgegeben zu haben.

Deine Idee, den Shopbesitzer anzurufen, habe ich auch gemacht. (MyAnts)...
Er gab mir damals den Tipp, die Temperatur im Nest ruhig auf 30 Grad zu erhöhen (von vorher 28 °C). Hab ich so umgesetzt.
Und er sagte mir das die gekaufte Kolonie aus dem Süden von China stammt: Winter sind dort sehr trocken. Um den Kleinen also einen Hochsommer vorzugaukeln, habe ich eine Anlage zur Befeuchtung installiert.
Bedingt durch meinen Altbau und der Warmluftheizung habe ich extrem trockene Raumluft im Wohnzimmer - jetzt halte ich die rel. Luftfeuchtigkeit in der Arena bei >70. Das Kommunikationssystem ist so ausgeklügelt, das ich meine, die furagierenden Arbeiterinnen werden der Gyne schon erzählen, welche (Schein)-Jahreszeit in der Arena herrscht :P .ich glaube heute, das dies einer meiner größten Wachstumshemmer war.

Viel gebrabbel: Gebe nicht auf: Die Gyne sieht stabil aus und hat ja schon bewiesen, das sie das Zeug zum Eierlegen hat.

Liebe Grüße von Joe, der gerade im Wohnzimmer sitzt und eine Nesterweiterung plant/baut, weil seine Kolonie innerhalb von 5 Monaten aus deiner aktuellen Koloniegröße zu einem schön organisierten Staat mutiert ist ;);)
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Re: Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobare

Beitragvon Sir Joe » 4. Februar 2019, 23:02

Hallo ReliAnt,
das ist wirklich sehr traurig und schade zu hören.

Schön aber, dass du den Mut nicht verlierst und dein Interesse bewahrst. Ich danke dir jedenfalls trotzdem für die traurige Nachricht.

Mir drängen sich aber doch noch ein paar Fragen auf, deshalb möchte ich dich gerne fragen, wie aktuell das letzte Bild ist? Normalerweise nehmen die Ameisen keine Rücksicht, und die verstorbene Gyne wird meist auseinander genommen, das ist auf deinem Bild nicht zu sehen.

Schöne Grüße und Beileid,
Sir Joe
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Re: Diskussionsthread zu Haltungsbericht Camponotus nicobare

Beitragvon ReliAnt » 5. Februar 2019, 23:08

Hallo Sir Joe,

Danke für Deine Nachricht.
Das Bild ist direkt nachdem ich die Gyne tot gefunden habe geschossen worden.
Habe das Nest dann abgehängt von der Arena und für zwei Stunden beiseite gestellt.
Die Arbeiterinnen hatten dann meines Erachtens nach schon mit dem Zerlegen begonnen.
So war es im Sommer auch bei der Tetramorium caespitum/impurum.

Die Gyne war definitiv tot und so habe ich das Nest geöffnet und die 13 Arbeiterinnen mit 100 Grad heißem Wasser vor einem langsamen dahinsiechen erlöst.

Heute habe ich nach einer neuen weniger oft gehaltenen Art gesucht und bin dabei auf Polyrhachis ammon gestoßen.
Wie groß meint ihr ist die Chance, dass die Tiere den Transport von Australien überstehen?
Etwas verwerflich finde ich den langen Transport sehrwohl und ich werde auf jeden Fall auch noch nach einer Alternative aus D oder zumindest EU suchen.

Viele Grüße,
ReliAnt

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