Camponotus socius ~ Haltungsbericht

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Unkerich

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#1 Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 20. MĂ€rz 2017, 18:53

Hallo zusammen,

Es gibt anscheinend noch keinen Haltungsbericht ĂŒber Camponotus socius. Das will ich hiermit mal Ă€ndern. :rolleyes: Immerhin sind es wirklich hĂŒbsche Ameisen, wie ich finde.
Viel ĂŒber die Haltung dieser Art ist leider nicht zu finden, weshalb ich wohl erstmal etwas herumprobieren werden muss, was die Haltungsbedingungen dieser Art betrifft.


Anscheinend ist noch nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt, ob die Art anhand von Tieren aus Brasilien, oder aus dem sĂŒdlichen Nordamerika beschrieben wurde. Diese Tiere hier stammen jedenfalls aus Brasilien.


03.03.2017

Heute sind die Camponotus socius zusammen mit einem noch warmen Heatpack angekommen. Eine Königin mit ein bis vier Arbeiterinnen war bestellt, und eine Kolonie aus sechs Arbeitern und der Königin ist angekommen. Die Gyne ist etwa 14 mm groß, hat einen sehr schönen dunkelroten Kopf und Thorax und eine ĂŒberwiegend schwarze Gaster, mit etwas orange am Anfang der Gaster. Die Arbeiterinnen haben einen schwarzen Kopf, einen rotbraunen Thorax mit einer schwarzen Gaster, auf der sich jeweils vier hellere Flecken befinden. Ich hoffe, dass die spĂ€teren Arbeiter auch so schön rot wie die Königin werden... :rolleyes: Sie sind etwa 7 bis 8 mm lang. Es waren 3 mittelgroße bis große Larven und ein Paket aus etwa 6 kleinen Larven vorhanden.
Als Arena dient vorerst ein kleines Glasbecken, dass erstmal nur recht simpel mit weißer Sand-Lehm Mischung als Bodengrund, und einigen kleinen Steinchen eingerichtet ist. Außerdem ist es natĂŒrlich noch mit einem Thermometer und einem Hygrometer ausgestattet. Unter einem Teil des Beckens befindet sich eine Heizmatte. Somit herrschen am kĂŒhlen Ende des Beckens etwa 24°C und in der wĂ€rmste Ecke an die 30°C. Nachts ist die Heizung ausgeschaltet, wodurch die Temperatur etwa bei 22-23°C liegt. Die Luftfeuchtigkeit liegt meist bei etwa 45 bis 60%.
Nachdem ich das geöffnete Reagenzglas in die Arena gelegt habe, sind sofort vier Arbeiterinnen auf Erkundungstour gegangen, und haben sich mit Honigwasser vollgepumpt. Einige frisch tote Fruchtfliegen, die ich angeboten habe, wurden ignoriert.



19.03.2017

Momentan haben Sie eine recht hohe AußenaktivitĂ€t. Jeden Abend, wenn es im Raum dunkler wird, sind immer 2-3 Arbeiterinnen unterwegs. Durch befeuchten der Arena, lassen sich aber auch tagsĂŒber leicht ein bis zwei Arbeiter heraus locken. Den Eingang des Reagenzglases haben sie zu großen Teilen mit den Steinchen zu gebaut. Auch das AlufolienstĂŒckchen, auf dem Honigwasser angeboten wurden, wurde mit verbaut.
Sie fressen sehr viel, jeden Tag wird ein Futtertier (z. B. eine kleine Motte, kleines Heimchen, eine Goldfliege etc. ) angeboten, und auch angenommen. Das wird wohl an der mittlerweile recht großen Menge an Brut liegen. Auch Kohlehydrate nehmen sie, im VerhĂ€ltnis zur KoloniegrĂ¶ĂŸe, in großen Mengen an. Am liebsten scheint Ihnen Zuckerwasser zu sein, obwohl sie auch puren Honig nicht verschmĂ€hen.
Mittlerweile haben sich die drei großen Larven verpuppt, und einige Eier und Larven sind hinzu gekommen. Ich nehme also an, dass die Haltungsparameter soweit passen dĂŒrften.
Die GrĂ¶ĂŸe der Gaster der Gyne ist, nachdem sie ordentlich gefĂŒttert wurde, um einiges gewachsen, sodass die Königin nun etwa 16 mm misst.

Nochmal zusammengefasst:

Gyne: 1
Eier: 3
Larven: 12
Puppen: 3
Arbeiter: 6

So, dann mal vielen Dank fĂŒrs lesen, hoffentlich besteht Interesse an diesem Bericht. :)

Hier kann diskutiert werden: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html

Liebe GrĂŒĂŸe
DateianhÀnge
Scheu sind sie jedenfalls nicht...  :)
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Frontalansicht des zugebauten Reagenzglases
Frontalansicht des zugebauten Reagenzglases
GefĂŒllter und leerer Sozialmagen im Vergleich
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Arbeiterin mit gut gefĂŒllter Gaster
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Nesteinsicht am 13.03.2017
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Arbeiterin beim eintragen einer Motte
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#2 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 1. April 2017, 12:05

Hallo,

Ich habe nun am 31.03.2017 wieder einen Blick in das Reagenzglas gewagt, und habe zu meiner Freude festgestellt, dass mittlerweile sieben Arbeiterinnen geschlĂŒpft sind.
Der Schlupf der siebten Arbeiterin muss auch schon etwas her sein, da ich keine hellere Arbeiterin mehr erkennen konnte.
Auch war ich von der (im VerhĂ€ltnis zur KoloniegrĂ¶ĂŸe) wirklich großen Brutmenge positiv ĂŒberrascht. Sie haben mittlerweile mindestens neun Puppen, acht Larven, und etwa zehn Eier.

Die AußenaktivitĂ€t hat mittlerweile etwas abgenommen, dennoch ist nachts meist eine Arbeiterin in der Arena zu finden.

Beim Futter ist mir aufgefallen, dass ihnen bei den Kohlehydraten das Zuckerwasser mit Abstand am besten gefÀllt. Honigwasser und purer Honig werden ebenfalls angenommen, wenn auch deutlich weniger.

Drosophila wurden bisher weiterhin nicht angenommen. Zwar werden sie kurz mit den FĂŒhlern betastet, dann aber bisher immer in eine Ecke möglichst weit vom RG gezogen.
Kleine Heimchen dagegen scheinen Ihnen sehr gut zu gefallen, die werden meist direkt nachdem sie entdeckt wurden ins RG gezogen. An einem kleinen Schokoschaben StĂŒck wurde kurz geknabbert, sie scheinen aber nicht so begeistert wie bei Heimchen zu sein.

Gyne: 1
Eier: ~10
Larven: ~8
Puppen: 9
Arbeiter: 7

Liebe GrĂŒĂŸe :)
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Blick von unten auf die Brut
Blick von unten auf die Brut
Arbeiterin an Schokoschaben StĂŒck.
Arbeiterin an Schokoschaben StĂŒck.
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#3 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 16. Mai 2017, 18:34

Hallo,
Es ist mal wieder Zeit fĂŒr ein Update. Das letzte Update ist nun ĂŒber einen Monat her, und seit dem hat sich auch einiges getan.

Da die Kolonie gerne komplett auf einem Haufen sitzt, ist es schwer sie genau zu zĂ€hlen. Es dĂŒrften mittlerweile etwa 20 Arbeiterinnen sein. Es lassen sich geringfĂŒgig grĂ¶ĂŸere Arbeiterinnen erkennen, ich nehme mal an, dass es sich hier wahrscheinlich um die ersten Minore handelt.
Außerdem haben sie 8 Puppen und mindestens 8 Larven. Auch ein kleines Eipaket aus etwa fĂŒnf Eiern ist vorhanden.
Die AktivitĂ€t schwankt relativ stark, manchmal sind auch tagsĂŒber mehrere Arbeiterinnen in der Arena unterwegs, manchmal ist aber auch fĂŒr lĂ€ngere Zeit keine einzige Arbeiterin zu sehen. Insgesamt wĂŒrde ich sie im VerhĂ€ltnis zu ihrer KoloniegrĂ¶ĂŸe aber als relativ aktiv beschreiben.
Interessant ist, dass sie immer mindestens eine WÀchterin im RG platzieren, welche mit geöffneten Mandibeln in Richtung Ausgang zeigt.

Leider ist mittlerweile der Wassertank ausgetrocknet. Ich habe Ihnen bereits ein neues RG mit frischem Wassertank bereitgestellt, jedoch ziehen es die Damen vor, sich durch die Watte in den leeren Wassertank zu nagen, anstatt einfach umzuziehen. (Wobei sie eigentlich schon umgezogen waren, doch ich habe es irgendwie verpennt das alte RG sofort zu entfernen, und dann waren sie nach einer Stunde schon wieder zurĂŒck. :andiewand: )

Die Temperatur im Becken betrĂ€gt momentan tagsĂŒber etwa 24 °C an der kĂŒhlsten, und 29°C an der wĂ€rmsten Stelle, nachts herrscht Zimmertemperatur (etwa 22 °C).

Mittlerweile nehmen sie etwa jeden Tag ein halbes adultes Heimchen an, wovon komischer Weise nie etwas ĂŒbrig bleibt. Die Heimchen werden anscheinend mit Chitin und Haar aufgefuttert. :huh:


KoloniegrĂ¶ĂŸe:
Gyne: 1
Eier: ~5
Larven: 8
Puppen: 8
Arbeiter: ~20


Der Diskussionsthread: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html




Viele GrĂŒĂŸe :)
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#4 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 16. Juni 2017, 23:35

Hallo zusammen,

Bei den Camponotus socius hat sich mittlerweile einiges getan.

Wenige Minuten nach meinem letzten Update sind sie in das neue RG umgezogen, aber leider hatte ich die Kamera nicht parat.

Aber es gibt eine Nachricht, ĂŒber die ich mich ganz besonders freue: es sind vor einigen Tagen die ersten grossköpfigen Arbeiter geschlĂŒpft. Ob es sich dabei um Media- oder Majorabeiter handelt wird sich wohl noch zeigen. Jedenfalls ist der Kopf dieser Arbeiterinnen um einiges massiver, als der der Anderen, wenn auch nicht ganz so groß wie der der Gyne.


Da die KoloniegrĂ¶ĂŸe mittlerweile ĂŒber 30 Arbeiterinnen betrĂ€gt, habe ich Ihnen nun ein neues Nest mit Arena gebaut.
Als Becken dient eine Kunststoffbox eines großen schwedischen MöbelgeschĂ€fts.
Das Nest ist aus Gips gegossen, zieht sich ĂŒber eine Stirnseite und etwas ĂŒber die beiden anschließenden LĂ€ngsseiten und die OberflĂ€che ist mit rotem Sand bestreut und dient als Arena. Die Einrichtung ist wieder recht schlicht, es gibt zwei abgekochte Birkenzweige, einige kleine Steine, sowie ein RG als TrĂ€nke.

Vor drei Tagen habe ich das RG in die Box gelegt, und gestern morgen waren sie bereits umgezogen, der Umzug hat wohl in der Nacht statt gefunden, sodass ich ihn leider nicht beobachten konnte :(

Sie haben momentan einen ziemlich hohen Proteinbedarf, in den letzten drei Tagen wurden jeden Tag zwei Goldfliegen und dazu noch einige kleine MĂŒcken eingetragen.



Außerdem ist mir die extrem hohe Geschwindigkeit mit der sich die Arbeiter teilweise (vor allem bei Störung) fortbewegen aufgefallen. Dagegen sind meine Camponotus substitutus echte SchlafmĂŒtzen :rolleyes:


KoloniegrĂ¶ĂŸe:
Gyne:1
Eier:~25
Larven:~10
Puppen:8
Arbeiter:~35


Der Diskussionsthread: post395767.html?hilit=Socius#p395767






Wie immer gibt es auch heute noch einige Bilder :)
DateianhÀnge
Das neue Becken von oben
Das neue Becken von oben
Diverse mĂŒckenartige Viecher sind besonders beliebt ;)
Diverse mĂŒckenartige Viecher sind besonders beliebt ;)
Hier ist eine der großen Arbeiter kurz nach dem Schlupf zu sehen.
Hier ist eine der großen Arbeiter kurz nach dem Schlupf zu sehen.
image.jpeg
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Es geht doch nichts ĂŒber einen leckeren Tropfen Zuckerwasser direkt von der Scheibe :)
Es geht doch nichts ĂŒber einen leckeren Tropfen Zuckerwasser direkt von der Scheibe :)
Trophallaxis zwischen zwei Arbeiterinnen
Trophallaxis zwischen zwei Arbeiterinnen
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#5 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 19. August 2017, 22:54

Hallo zusammen,
Lange ist das letzte Update mittlerweile her, und ich möchte mal etwas berichten, was sich so getan hat.
Die Kolinie hat sich ordentlich entwickelt, die sind nicht ganz einfach zu zĂ€hlen, ich wĂŒrde auf etwa 70 bis 80 Tiere schĂ€tzen, davon etwa 6 Majore.
Die AktivitĂ€t der Kolinie ist momentan sehr gering, tagsĂŒber bekommt man nur selten eine Meise außerhalb des Nests zu sehen. Nachts sind ein paar mehr unterwegs, aber nicht ansatzweise so viele Tiere wie bei meinen C. substitutus, deren Kolonie noch eine Ecke kleiner ist.
Auch sind sie ganz schöne Angsthasen. Bei der leichtesten ErschĂŒtterung bricht Panik aus, und auch wenn etwas Licht ins Nest fĂ€llt werden die hektisch.

DafĂŒr gleichen das aber zumindest die Majore mit ihrer schönen FĂ€rbung aus. Ihr Kopf ist Ă€hnlich rot wie der der Königin, die erste Zeit nach dem Schlupf sogar noch leuchtender. Der Thorax ist orange.
Meist dienen die Majore momentan nur als Repleten, erst ein einziges Mal habe ich eine außerhalb des Nests gesehen.
Vor einigen Wochen war ich fĂŒr drei Wochen nicht zuhause, die Kolonie war mit einer ZuckerwassertrĂ€nke und gefriergetrockneten MĂŒckenlarven versorgt.
Immerhin haben sie die MĂŒckenlarven im Gegensatz zu meinem Camponotus substitutus komplett aufgefuttert, was die Urlaubsversorgung erleichtert.

Nahrung wird meist nur nachts angenommen, auch sind sie etwas wĂ€hlerisch. Heimchen und Grillen, sowie Goldfliegen und andere Fluginsekten werden meist genommen, MehlwĂŒrmer und deren Puppen nur nach lĂ€ngeren Futterpausen.
Auch ein ApfelstĂŒck wurde sehr gut angenommen, und sorgte fĂŒr die grĂ¶ĂŸte Arbeiterinnenmenge seit langem.

KoloniegrĂ¶ĂŸe:

Gyne: 1
Eier: ~15
Larven: ~25
Puppen: 14
Arbeiter: ~75


Hier kann diskutiert werden: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html


LG :)
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Nesteinsicht
Nesteinsicht
Ob die Grille die Gefahr ahnt?
Ob die Grille die Gefahr ahnt?
Hier ist die stark gefĂŒllte Gaster erkennbar
Hier ist die stark gefĂŒllte Gaster erkennbar
Zwei Majore und die Gyne
Zwei Majore und die Gyne
Minor trÀgt Heuschreckenbein ein
Minor trÀgt Heuschreckenbein ein
UnausgefÀrbte Majorarbeiterin
UnausgefÀrbte Majorarbeiterin
Einsicht in eine der Kammern
Einsicht in eine der Kammern
Majorarbeiterin hinter Wassertropfen
Majorarbeiterin hinter Wassertropfen
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#6 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 5. November 2017, 11:27

Guten morgen,
Das letzte Update liegt nun ja schon wieder ein Weilchen zurĂŒck, und es ist mal wieder Zeit fĂŒr ein Update :)

Ganz besonders freut mich, dass die Tiere mittlerweile deutlich mutiger geworden sind. Waren sie anfangs noch sehr schreckhaft und eigentlich nur nachts aktiv, so kann man mittlerweile den ganzen Tag Arbeiterinnen in der Arena beobachten.
Auch trauen sich mittlerweile regelmĂ€ĂŸig Majore nach draußen, die auch nicht davor zurĂŒck Schrecken meinen Finger, oder ein Heimchen anzugreifen. Das Heimchen war zwar tot, ich habe es aber auf eine Spritze gesteckt und etwas bewegt, damit der Anschein entsteht, es wĂŒrde noch leben. Die Majorin attackierte es sofort.
NahrungsmĂ€ĂŸig sind sie momentan kaum wĂ€hlerisch, sie nehmen diverses sĂŒĂŸes Obst, und eigentlich jede Form von Insekten und Spinnen.
Apfel wird sehr gut angenommen, Honigmelone nur zögerlich und Banane kam auch gut an.

Interessant finde ich, dass es sozusagen vier Kasten gibt. Es gibt neben Minoren und Majoren auch etwas grĂ¶ĂŸere Minore und etwas kleinere Majore.
Was davon jetzt die eigentlichen Medias sind, vermag ich nicht zu sagen. Ist ja aber auch nicht so wichtig.
Im folgenden werde ich die einen einfach „große Medias", und die anderen „kleine Medias" nennen.

Insgesamt ist die Kolonie ordentlich gewachsen und kommt somit mittlerweile auf etwa 150 Arbeiterinnen, davon etwa 23 Majore. Auch eine sehr große Menge Larven ist vorhanden.

Zusammengefasste KoloniegrĂ¶ĂŸe:
Gyne: 1
Eier: ~20
Larven: ~65
Puppen: ~45
Arbeiter: ~150



Wie immer gibt's auch heute noch einige Bilder... :)
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Camponotus socius an Banane :)
Camponotus socius an Banane :)
Große Media und Major zerlegen ein Heimchen
Große Media und Major zerlegen ein Heimchen
Auch beim Zuckerwassersammeln beteiligen sich die Majore
Auch beim Zuckerwassersammeln beteiligen sich die Majore
Hier sind die HĂ€rchen gut zu erkennen
Hier sind die HĂ€rchen gut zu erkennen
...
...
Major attackiert (bereits totes) Heimchen...
Major attackiert (bereits totes) Heimchen...
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#7 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 20. Januar 2018, 12:26

Hallo,
Wird mal wieder Zeit fĂŒr ein Update :)

Die Anlage hat sich mittlerweile deutlich vergrĂ¶ĂŸert, da der Kolonie die kleine Arena ĂŒber dem Nest mehr und mehr nicht auszureichen schien.
Also wurde mithilfe eines recht breiten, einem Meter langen Schlauches ein 40x30x30 Becken angeschlossen. Der Schlauch hat erfreulicherweise einen exakt passenden Durchmesser, um in das Loch im Deckel der ursprĂŒnglichen Arena zu passen und dabei dicht zu schließen. Das Ganze ist allerdings auch eher eine Übergangslösung, da sicherlich auch bald ein neues Nest von Nöten sein wird.
Durch den Schlauch habe ich zwecks besserer Griffigkeit fĂŒr die Ameisen eine Schnur verlegt.
Die Arena selbst ist mit verschiedenen Sand-Lehmmischungen als Bodengrund ausgestattet, ansonsten befindet sich noch ein von mir unbestimmter Kaktus im Becken, der sich seit Jahren kaum gepflegt auf einer Fensterbank befand.
ZusÀtzliche Einrichtung sind noch eine Wurzel, eine Vriesea saundersii, ein weiteres unbestimmtes GewÀchs, eine kleine Tillandsie, sowie verschiedenes Laub am Boden. Unter dem Laub befindet sich ein RG als TrÀnke.
Hier mal ein Foto der Anlage, die Arena der C. socius befindet sich rechts, das Nest steht eine Etage tiefer im Schrank. (Das linke Becken und Nest gehört zu den C. substitutus, zu denen demnÀchst auch ein Update folgen wird ;) )


1AB82846-62BB-40C0-8A50-AB8EB75F5744.jpeg


Die erste Arbeiterin konnte ich nach etwa einer Stunde in der Arena beobachten, besonders draufgÀngerisch scheinen sie in Bezug auf neues Territorium nicht wirklich zu sein.
Auf der anderen Seite ist es aber auch interessant, dass frisch aus der Puppe geschlĂŒpfte Tiere hin und wieder in der Arena herumlaufen, zu erkennen an der noch sehr hellen FĂ€rbung.

Proteine werden in jeglicher Form schnell angenommen, besonders gerne werden auch Wachsmottenlarven erlegt. Auch sog. „Terflies“ (flugunfĂ€hige Stubenfliegen) werden gekonnt erbeutet.

8E9C307B-4C42-44FE-A9E6-86814988FABD.jpeg


Bei Kohlehydraten sind sie ebenfalls wenig wĂ€hlerisch, am beliebtesten ist jedoch Zuckerwasser. AuffĂ€llig ist hier ihr Verhalten: nur selten geht die Arbeiterin, die sich am Zuckerwasser bedient hat danach direkt ins Nest. Meist lĂ€uft sie nur einen Teil der Strecke, um dann den Großteil des Zuckerwassers aus ihrem sozialmagen an eine andere Arbeiterin zu ĂŒbergeben, die die Nahrung dann ins Nest transportiert.
Übergabe von Zuckerwasser von Major zu Minor:

38718FE3-1E89-45DC-9E53-F38874E4955E.jpeg




Was die Futtermengen betrifft, so fĂŒttere ich nicht so, dass immer Nahrung zur VerfĂŒgung steht, sondern eher nach dem GefĂŒhl und recht unregelmĂ€ĂŸig. Halte das persönlich fĂŒr natĂŒrlicher, und, auch wenn die Kolonieentwicklung dadurch evtl. nicht in maximaler Geschwindigkeit voranschreitet, so wird das Verhalten dadurch, dass die Tiere auch mal etwas ausfĂŒhrlicher nach Nahrung suchen mĂŒssen, deutlich abwechslungsreicher.

Interessant ist auch ihre Art der MĂŒllentsorgung: der meiste anfallende Abfall wird einfach in einer Ecke gestapelt, hin und wieder entdecken sie aber auch sehr schrĂ€ge andere Möglichkeiten der MĂŒllentsorgung, wie dieser Heuschreckenkopf, der kurzerhand ĂŒber die Dornen eines Kaktus gehĂ€ngt wurde:
FE0E61A8-4895-41E3-B8F5-30B8DCE4F188.jpeg


Sehr gut klettern scheinen sie nicht zu können, zwar versuchen sie es hin und wieder, rutschen dabei aber nicht selten aus... wie zum Beispiel auf diesem (m. E. genialen) Foto gut zu erkennen ist.

76589FCC-91DC-44AD-8216-74C80CF8D53B.jpeg



Die Zahl der Majore ist auch relativ hoch, außerdem entwickeln sich momentan immer grĂ¶ĂŸere Majore, das GrĂ¶ĂŸenlimit scheint noch nicht erreicht.
Aufgefallen ist mir, dass sich die Majore gerne gemeinsam in Gruppen aufhalten, hier schön zu erkennen:
51A8D042-FA8C-4023-BD79-E0F6C61A2867.jpeg


Bei Störungen reagieren besonders die Majore aggressiv, und ihr Biss ist im VerhĂ€ltnis zur GrĂ¶ĂŸe auch nicht gerade schwach
847ADF78-606E-4D3C-9378-76208B9FC6B9.jpeg


Die letzte VolkszÀhlung vom 28.12.2017 ergab folgendes:

Gyne: 1
Eier: ~20
Larven: ~120
Puppen: ~80
Arbeiter: ~ 260, davon an die 40 Majore.

Da die letzte VolkszĂ€hlung nun schon eine Weile her ist, wird die Kolonie seit dem sicherlich noch weiter gewachsen sein. Ich möchte nur ungern hĂ€ufiger als maximal einmal im Monat das Nest aus dem Schrank holen, was fĂŒr eine ZĂ€hlung nötig ist. Bedeutet nur Stress fĂŒr alle Beteiligten :rolleyes:


So, das wars auch schon wieder :)

Ihr könnt gerne im Diskussionsthema Kommentieren, Fragen oder was euch sonst noch einfÀllt.



LG
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#8 Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitrag von Unkerich » 31. Mai 2018, 21:09

Hallo,

Lange ist das letzte Update her, und es hat sich einiges getan. Die Kolonie ist ordentlich gewachsen, zudem haben sie ein neues Nest bekommen.

Schon vor lĂ€ngerer Zeit wurde es recht eng im Nest, und die Ameisen begannen mehr und mehr ihre Brut (und auch einige Arbeiter) außerhalb des eigentlichen Nests, auf der OberflĂ€che des Gips zu lagern.
Das alte Nest
Das alte Nest

Es musste also dringend ein neues Nest her. Ich entschied mich fĂŒr ein Gipsnest, unter anderem, da diese sich sehr gut bewĂ€ssern lassen, was mir, nach meinen bisherigen Beobachtungen dieser Art, wichtig erscheint.

Den Bau des Nestes habe ich mit Bildern festgehalten, fĂŒr den Fall, dass jemand Ähnliches versuchen möchte.

Benötigt werden Knete, ein flacher Karton (anderes GefĂ€ĂŸ geht auch) und Hobbyglas. Das Hobbyglas muss die richtige GrĂ¶ĂŸe haben, damit es in den Karton hinein passt, und an der Seite noch genĂŒgend Raum fĂŒr einen Wassertank bleibt. Auch an den anderen Seiten muss etwas Abstand zum Karton bleiben.

Nun wird die Glasplatte in den Karton gelegt und GĂ€nge, Kammern und Wassertank aus Knete geformt.
F3D3C7C9-E48E-40A7-A8D9-D1822B9DE38C.jpeg


Anschließend wird das GefĂ€ĂŸ mit Gips befĂŒllt, dabei ist darauf zu achten, dass die OberflĂ€che möglichst Plan wird, da es sonst spĂ€ter wackelig werden kann.
7F4DDCCD-1D51-4841-A667-DD22E508BE89.jpeg


Nach etwa einem Tag wird der Karton um den Gipsblock entfernt, die Glasscheibe heraus gelöst und abgespĂŒlt, und die Knete aus den Kammern entfernt.
D64B5ED7-FBEE-4509-A9C8-C06D6A53C338.jpeg


Nun sollte das Nest noch trocknen können, bevor die Scheibe wieder eingesetzt wird, und die Ameisen einziehen können.

Es dauerte einige Zeit, bis die erste Arbeiterin das Nest zu erkunden begann. Doch dann ging sehr schnell. Bereits nach zwei Tagen war ein Großteil der Kolonie umgezogen, lediglich letzte NachzĂŒgler lungerten noch mit einigen Puppen im alten Nest herum, was sich auch bis heute nicht großartig geĂ€ndert hat... :rolleyes:
Das fertige Nest mit einem Teil der Kolonie
Das fertige Nest mit einem Teil der Kolonie

UnausgefÀrbte Majorarbeiterin zwischen Minoren und Brut im neuen Nest
UnausgefÀrbte Majorarbeiterin zwischen Minoren und Brut im neuen Nest



Nun zum Futter, vrschiedenste Proteine und Kohlenhydrate in Form von Zuckerwasser werden gut angenommen, zwar ist die AktivitĂ€t in der Arena tagsĂŒber zumeist gering, doch sobald eine Nahrungsquelle entdeckt wird, werden innerhalb kĂŒrzester Zeit große Mengen Arbeiter rekrutiert, die die Beute, wenn möglich am StĂŒck, in das Nest zu zerren versuchen, um sie dort zu zerlegen.

Dabei sind sie alles andere als wĂ€hlerisch, angenommen wurde bisher alles, von Heimchen ĂŒber Spinnen und MehlwĂŒrmer bis hin zu Hundefeuchtfutter und Garnelen.
Garnele wurde gut angenommen
Garnele wurde gut angenommen

Dabei sind sie ausgesprochen gute Verwerter, selbst die ChitinhĂŒllen werden hĂ€ufig bis zur Unkenntlichkeit zerkleinert und auf den MĂŒllhaufen transportiert, welcher am anderen Ende der Arena errichtet wurde.

KoloniegrĂ¶ĂŸe:

Gyne: 1
Eier:~unbekannt
Larven:~400
Puppen:~300
Arbeiter:~900


Zum Abschluss noch ein, wie ich finde, sehr schönes Bild von der Gyne
A50F4C98-2269-418E-9B8C-F0AD629AA29D.jpeg



Danke fĂŒrs lesen, hier geht’s zum Diskussionsthread: topic55893.html




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