Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Unterfamilie: Formicinae

Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 20. März 2017, 19:53

Hallo zusammen,

Es gibt anscheinend noch keinen Haltungsbericht über Camponotus socius. Das will ich hiermit mal ändern. :rolleyes: Immerhin sind es wirklich hübsche Ameisen, wie ich finde.
Viel über die Haltung dieser Art ist leider nicht zu finden, weshalb ich wohl erstmal etwas herumprobieren werden muss, was die Haltungsbedingungen dieser Art betrifft.


Anscheinend ist noch nicht vollständig geklärt, ob die Art anhand von Tieren aus Brasilien, oder aus dem südlichen Nordamerika beschrieben wurde. Diese Tiere hier stammen jedenfalls aus Brasilien.


03.03.2017

Heute sind die Camponotus socius zusammen mit einem noch warmen Heatpack angekommen. Eine Königin mit ein bis vier Arbeiterinnen war bestellt, und eine Kolonie aus sechs Arbeitern und der Königin ist angekommen. Die Gyne ist etwa 14 mm groß, hat einen sehr schönen dunkelroten Kopf und Thorax und eine überwiegend schwarze Gaster, mit etwas orange am Anfang der Gaster. Die Arbeiterinnen haben einen schwarzen Kopf, einen rotbraunen Thorax mit einer schwarzen Gaster, auf der sich jeweils vier hellere Flecken befinden. Ich hoffe, dass die späteren Arbeiter auch so schön rot wie die Königin werden... :rolleyes: Sie sind etwa 7 bis 8 mm lang. Es waren 3 mittelgroße bis große Larven und ein Paket aus etwa 6 kleinen Larven vorhanden.
Als Arena dient vorerst ein kleines Glasbecken, dass erstmal nur recht simpel mit weißer Sand-Lehm Mischung als Bodengrund, und einigen kleinen Steinchen eingerichtet ist. Außerdem ist es natürlich noch mit einem Thermometer und einem Hygrometer ausgestattet. Unter einem Teil des Beckens befindet sich eine Heizmatte. Somit herrschen am kühlen Ende des Beckens etwa 24°C und in der wärmste Ecke an die 30°C. Nachts ist die Heizung ausgeschaltet, wodurch die Temperatur etwa bei 22-23°C liegt. Die Luftfeuchtigkeit liegt meist bei etwa 45 bis 60%.
Nachdem ich das geöffnete Reagenzglas in die Arena gelegt habe, sind sofort vier Arbeiterinnen auf Erkundungstour gegangen, und haben sich mit Honigwasser vollgepumpt. Einige frisch tote Fruchtfliegen, die ich angeboten habe, wurden ignoriert.



19.03.2017

Momentan haben Sie eine recht hohe Außenaktivität. Jeden Abend, wenn es im Raum dunkler wird, sind immer 2-3 Arbeiterinnen unterwegs. Durch befeuchten der Arena, lassen sich aber auch tagsüber leicht ein bis zwei Arbeiter heraus locken. Den Eingang des Reagenzglases haben sie zu großen Teilen mit den Steinchen zu gebaut. Auch das Alufolienstückchen, auf dem Honigwasser angeboten wurden, wurde mit verbaut.
Sie fressen sehr viel, jeden Tag wird ein Futtertier (z. B. eine kleine Motte, kleines Heimchen, eine Goldfliege etc. ) angeboten, und auch angenommen. Das wird wohl an der mittlerweile recht großen Menge an Brut liegen. Auch Kohlehydrate nehmen sie, im Verhältnis zur Koloniegröße, in großen Mengen an. Am liebsten scheint Ihnen Zuckerwasser zu sein, obwohl sie auch puren Honig nicht verschmähen.
Mittlerweile haben sich die drei großen Larven verpuppt, und einige Eier und Larven sind hinzu gekommen. Ich nehme also an, dass die Haltungsparameter soweit passen dürften.
Die Größe der Gaster der Gyne ist, nachdem sie ordentlich gefüttert wurde, um einiges gewachsen, sodass die Königin nun etwa 16 mm misst.

Nochmal zusammengefasst:

Gyne: 1
Eier: 3
Larven: 12
Puppen: 3
Arbeiter: 6

So, dann mal vielen Dank fürs lesen, hoffentlich besteht Interesse an diesem Bericht. :)

Hier kann diskutiert werden: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html

Liebe Grüße
Dateianhänge
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Arbeiterin beim eintragen einer Motte
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Nesteinsicht am 13.03.2017
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Arbeiterin mit gut gefüllter Gaster
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Gefüllter und leerer Sozialmagen im Vergleich
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Frontalansicht des zugebauten Reagenzglases
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Scheu sind sie jedenfalls nicht... :)

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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 1. April 2017, 12:05

Hallo,

Ich habe nun am 31.03.2017 wieder einen Blick in das Reagenzglas gewagt, und habe zu meiner Freude festgestellt, dass mittlerweile sieben Arbeiterinnen geschlüpft sind.
Der Schlupf der siebten Arbeiterin muss auch schon etwas her sein, da ich keine hellere Arbeiterin mehr erkennen konnte.
Auch war ich von der (im Verhältnis zur Koloniegröße) wirklich großen Brutmenge positiv überrascht. Sie haben mittlerweile mindestens neun Puppen, acht Larven, und etwa zehn Eier.

Die Außenaktivität hat mittlerweile etwas abgenommen, dennoch ist nachts meist eine Arbeiterin in der Arena zu finden.

Beim Futter ist mir aufgefallen, dass ihnen bei den Kohlehydraten das Zuckerwasser mit Abstand am besten gefällt. Honigwasser und purer Honig werden ebenfalls angenommen, wenn auch deutlich weniger.

Drosophila wurden bisher weiterhin nicht angenommen. Zwar werden sie kurz mit den Fühlern betastet, dann aber bisher immer in eine Ecke möglichst weit vom RG gezogen.
Kleine Heimchen dagegen scheinen Ihnen sehr gut zu gefallen, die werden meist direkt nachdem sie entdeckt wurden ins RG gezogen. An einem kleinen Schokoschaben Stück wurde kurz geknabbert, sie scheinen aber nicht so begeistert wie bei Heimchen zu sein.

Gyne: 1
Eier: ~10
Larven: ~8
Puppen: 9
Arbeiter: 7

Liebe Grüße :)
Dateianhänge
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Arbeiterin an Schokoschaben Stück.
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Blick von unten auf die Brut
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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 16. Mai 2017, 18:34

Hallo,
Es ist mal wieder Zeit für ein Update. Das letzte Update ist nun über einen Monat her, und seit dem hat sich auch einiges getan.

Da die Kolonie gerne komplett auf einem Haufen sitzt, ist es schwer sie genau zu zählen. Es dürften mittlerweile etwa 20 Arbeiterinnen sein. Es lassen sich geringfügig größere Arbeiterinnen erkennen, ich nehme mal an, dass es sich hier wahrscheinlich um die ersten Minore handelt.
Außerdem haben sie 8 Puppen und mindestens 8 Larven. Auch ein kleines Eipaket aus etwa fünf Eiern ist vorhanden.
Die Aktivität schwankt relativ stark, manchmal sind auch tagsüber mehrere Arbeiterinnen in der Arena unterwegs, manchmal ist aber auch für längere Zeit keine einzige Arbeiterin zu sehen. Insgesamt würde ich sie im Verhältnis zu ihrer Koloniegröße aber als relativ aktiv beschreiben.
Interessant ist, dass sie immer mindestens eine Wächterin im RG platzieren, welche mit geöffneten Mandibeln in Richtung Ausgang zeigt.

Leider ist mittlerweile der Wassertank ausgetrocknet. Ich habe Ihnen bereits ein neues RG mit frischem Wassertank bereitgestellt, jedoch ziehen es die Damen vor, sich durch die Watte in den leeren Wassertank zu nagen, anstatt einfach umzuziehen. (Wobei sie eigentlich schon umgezogen waren, doch ich habe es irgendwie verpennt das alte RG sofort zu entfernen, und dann waren sie nach einer Stunde schon wieder zurück. :andiewand: )

Die Temperatur im Becken beträgt momentan tagsüber etwa 24 °C an der kühlsten, und 29°C an der wärmsten Stelle, nachts herrscht Zimmertemperatur (etwa 22 °C).

Mittlerweile nehmen sie etwa jeden Tag ein halbes adultes Heimchen an, wovon komischer Weise nie etwas übrig bleibt. Die Heimchen werden anscheinend mit Chitin und Haar aufgefuttert. :huh:


Koloniegröße:
Gyne: 1
Eier: ~5
Larven: 8
Puppen: 8
Arbeiter: ~20


Der Diskussionsthread: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html




Viele Grüße :)
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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 16. Juni 2017, 23:35

Hallo zusammen,

Bei den Camponotus socius hat sich mittlerweile einiges getan.

Wenige Minuten nach meinem letzten Update sind sie in das neue RG umgezogen, aber leider hatte ich die Kamera nicht parat.

Aber es gibt eine Nachricht, über die ich mich ganz besonders freue: es sind vor einigen Tagen die ersten grossköpfigen Arbeiter geschlüpft. Ob es sich dabei um Media- oder Majorabeiter handelt wird sich wohl noch zeigen. Jedenfalls ist der Kopf dieser Arbeiterinnen um einiges massiver, als der der Anderen, wenn auch nicht ganz so groß wie der der Gyne.


Da die Koloniegröße mittlerweile über 30 Arbeiterinnen beträgt, habe ich Ihnen nun ein neues Nest mit Arena gebaut.
Als Becken dient eine Kunststoffbox eines großen schwedischen Möbelgeschäfts.
Das Nest ist aus Gips gegossen, zieht sich über eine Stirnseite und etwas über die beiden anschließenden Längsseiten und die Oberfläche ist mit rotem Sand bestreut und dient als Arena. Die Einrichtung ist wieder recht schlicht, es gibt zwei abgekochte Birkenzweige, einige kleine Steine, sowie ein RG als Tränke.

Vor drei Tagen habe ich das RG in die Box gelegt, und gestern morgen waren sie bereits umgezogen, der Umzug hat wohl in der Nacht statt gefunden, sodass ich ihn leider nicht beobachten konnte :(

Sie haben momentan einen ziemlich hohen Proteinbedarf, in den letzten drei Tagen wurden jeden Tag zwei Goldfliegen und dazu noch einige kleine Mücken eingetragen.



Außerdem ist mir die extrem hohe Geschwindigkeit mit der sich die Arbeiter teilweise (vor allem bei Störung) fortbewegen aufgefallen. Dagegen sind meine Camponotus substitutus echte Schlafmützen :rolleyes:


Koloniegröße:
Gyne:1
Eier:~25
Larven:~10
Puppen:8
Arbeiter:~35


Der Diskussionsthread: post395767.html?hilit=Socius#p395767






Wie immer gibt es auch heute noch einige Bilder :)
Dateianhänge
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Trophallaxis zwischen zwei Arbeiterinnen
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Es geht doch nichts über einen leckeren Tropfen Zuckerwasser direkt von der Scheibe :)
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Hier ist eine der großen Arbeiter kurz nach dem Schlupf zu sehen.
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Diverse mückenartige Viecher sind besonders beliebt ;)
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Das neue Becken von oben

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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 19. August 2017, 22:54

Hallo zusammen,
Lange ist das letzte Update mittlerweile her, und ich möchte mal etwas berichten, was sich so getan hat.
Die Kolinie hat sich ordentlich entwickelt, die sind nicht ganz einfach zu zählen, ich würde auf etwa 70 bis 80 Tiere schätzen, davon etwa 6 Majore.
Die Aktivität der Kolinie ist momentan sehr gering, tagsüber bekommt man nur selten eine Meise außerhalb des Nests zu sehen. Nachts sind ein paar mehr unterwegs, aber nicht ansatzweise so viele Tiere wie bei meinen C. substitutus, deren Kolonie noch eine Ecke kleiner ist.
Auch sind sie ganz schöne Angsthasen. Bei der leichtesten Erschütterung bricht Panik aus, und auch wenn etwas Licht ins Nest fällt werden die hektisch.

Dafür gleichen das aber zumindest die Majore mit ihrer schönen Färbung aus. Ihr Kopf ist ähnlich rot wie der der Königin, die erste Zeit nach dem Schlupf sogar noch leuchtender. Der Thorax ist orange.
Meist dienen die Majore momentan nur als Repleten, erst ein einziges Mal habe ich eine außerhalb des Nests gesehen.
Vor einigen Wochen war ich für drei Wochen nicht zuhause, die Kolonie war mit einer Zuckerwassertränke und gefriergetrockneten Mückenlarven versorgt.
Immerhin haben sie die Mückenlarven im Gegensatz zu meinem Camponotus substitutus komplett aufgefuttert, was die Urlaubsversorgung erleichtert.

Nahrung wird meist nur nachts angenommen, auch sind sie etwas wählerisch. Heimchen und Grillen, sowie Goldfliegen und andere Fluginsekten werden meist genommen, Mehlwürmer und deren Puppen nur nach längeren Futterpausen.
Auch ein Apfelstück wurde sehr gut angenommen, und sorgte für die größte Arbeiterinnenmenge seit langem.

Koloniegröße:

Gyne: 1
Eier: ~15
Larven: ~25
Puppen: 14
Arbeiter: ~75


Hier kann diskutiert werden: diskussion-zum-camponotus-socius-haltungsbericht-t55893.html


LG :)
Dateianhänge
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Majorarbeiterin hinter Wassertropfen
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Einsicht in eine der Kammern
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Unausgefärbte Majorarbeiterin
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Minor trägt Heuschreckenbein ein
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Zwei Majore und die Gyne
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Hier ist die stark gefüllte Gaster erkennbar
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Ob die Grille die Gefahr ahnt?
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Nesteinsicht
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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 5. November 2017, 12:27

Guten morgen,
Das letzte Update liegt nun ja schon wieder ein Weilchen zurück, und es ist mal wieder Zeit für ein Update :)

Ganz besonders freut mich, dass die Tiere mittlerweile deutlich mutiger geworden sind. Waren sie anfangs noch sehr schreckhaft und eigentlich nur nachts aktiv, so kann man mittlerweile den ganzen Tag Arbeiterinnen in der Arena beobachten.
Auch trauen sich mittlerweile regelmäßig Majore nach draußen, die auch nicht davor zurück Schrecken meinen Finger, oder ein Heimchen anzugreifen. Das Heimchen war zwar tot, ich habe es aber auf eine Spritze gesteckt und etwas bewegt, damit der Anschein entsteht, es würde noch leben. Die Majorin attackierte es sofort.
Nahrungsmäßig sind sie momentan kaum wählerisch, sie nehmen diverses süßes Obst, und eigentlich jede Form von Insekten und Spinnen.
Apfel wird sehr gut angenommen, Honigmelone nur zögerlich und Banane kam auch gut an.

Interessant finde ich, dass es sozusagen vier Kasten gibt. Es gibt neben Minoren und Majoren auch etwas größere Minore und etwas kleinere Majore.
Was davon jetzt die eigentlichen Medias sind, vermag ich nicht zu sagen. Ist ja aber auch nicht so wichtig.
Im folgenden werde ich die einen einfach „große Medias", und die anderen „kleine Medias" nennen.

Insgesamt ist die Kolonie ordentlich gewachsen und kommt somit mittlerweile auf etwa 150 Arbeiterinnen, davon etwa 23 Majore. Auch eine sehr große Menge Larven ist vorhanden.

Zusammengefasste Koloniegröße:
Gyne: 1
Eier: ~20
Larven: ~65
Puppen: ~45
Arbeiter: ~150



Wie immer gibt's auch heute noch einige Bilder... :)
Dateianhänge
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Major attackiert (bereits totes) Heimchen...
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...
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Hier sind die Härchen gut zu erkennen
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Auch beim Zuckerwassersammeln beteiligen sich die Majore
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Große Media und Major zerlegen ein Heimchen
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Camponotus socius an Banane :)
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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 20. Januar 2018, 13:26

Hallo,
Wird mal wieder Zeit für ein Update :)

Die Anlage hat sich mittlerweile deutlich vergrößert, da der Kolonie die kleine Arena über dem Nest mehr und mehr nicht auszureichen schien.
Also wurde mithilfe eines recht breiten, einem Meter langen Schlauches ein 40x30x30 Becken angeschlossen. Der Schlauch hat erfreulicherweise einen exakt passenden Durchmesser, um in das Loch im Deckel der ursprünglichen Arena zu passen und dabei dicht zu schließen. Das Ganze ist allerdings auch eher eine Übergangslösung, da sicherlich auch bald ein neues Nest von Nöten sein wird.
Durch den Schlauch habe ich zwecks besserer Griffigkeit für die Ameisen eine Schnur verlegt.
Die Arena selbst ist mit verschiedenen Sand-Lehmmischungen als Bodengrund ausgestattet, ansonsten befindet sich noch ein von mir unbestimmter Kaktus im Becken, der sich seit Jahren kaum gepflegt auf einer Fensterbank befand.
Zusätzliche Einrichtung sind noch eine Wurzel, eine Vriesea saundersii, ein weiteres unbestimmtes Gewächs, eine kleine Tillandsie, sowie verschiedenes Laub am Boden. Unter dem Laub befindet sich ein RG als Tränke.
Hier mal ein Foto der Anlage, die Arena der C. socius befindet sich rechts, das Nest steht eine Etage tiefer im Schrank. (Das linke Becken und Nest gehört zu den C. substitutus, zu denen demnächst auch ein Update folgen wird ;) )


1AB82846-62BB-40C0-8A50-AB8EB75F5744.jpeg


Die erste Arbeiterin konnte ich nach etwa einer Stunde in der Arena beobachten, besonders draufgängerisch scheinen sie in Bezug auf neues Territorium nicht wirklich zu sein.
Auf der anderen Seite ist es aber auch interessant, dass frisch aus der Puppe geschlüpfte Tiere hin und wieder in der Arena herumlaufen, zu erkennen an der noch sehr hellen Färbung.

Proteine werden in jeglicher Form schnell angenommen, besonders gerne werden auch Wachsmottenlarven erlegt. Auch sog. „Terflies“ (flugunfähige Stubenfliegen) werden gekonnt erbeutet.

8E9C307B-4C42-44FE-A9E6-86814988FABD.jpeg


Bei Kohlehydraten sind sie ebenfalls wenig wählerisch, am beliebtesten ist jedoch Zuckerwasser. Auffällig ist hier ihr Verhalten: nur selten geht die Arbeiterin, die sich am Zuckerwasser bedient hat danach direkt ins Nest. Meist läuft sie nur einen Teil der Strecke, um dann den Großteil des Zuckerwassers aus ihrem sozialmagen an eine andere Arbeiterin zu übergeben, die die Nahrung dann ins Nest transportiert.
Übergabe von Zuckerwasser von Major zu Minor:

38718FE3-1E89-45DC-9E53-F38874E4955E.jpeg




Was die Futtermengen betrifft, so füttere ich nicht so, dass immer Nahrung zur Verfügung steht, sondern eher nach dem Gefühl und recht unregelmäßig. Halte das persönlich für natürlicher, und, auch wenn die Kolonieentwicklung dadurch evtl. nicht in maximaler Geschwindigkeit voranschreitet, so wird das Verhalten dadurch, dass die Tiere auch mal etwas ausführlicher nach Nahrung suchen müssen, deutlich abwechslungsreicher.

Interessant ist auch ihre Art der Müllentsorgung: der meiste anfallende Abfall wird einfach in einer Ecke gestapelt, hin und wieder entdecken sie aber auch sehr schräge andere Möglichkeiten der Müllentsorgung, wie dieser Heuschreckenkopf, der kurzerhand über die Dornen eines Kaktus gehängt wurde:
FE0E61A8-4895-41E3-B8F5-30B8DCE4F188.jpeg


Sehr gut klettern scheinen sie nicht zu können, zwar versuchen sie es hin und wieder, rutschen dabei aber nicht selten aus... wie zum Beispiel auf diesem (m. E. genialen) Foto gut zu erkennen ist.

76589FCC-91DC-44AD-8216-74C80CF8D53B.jpeg



Die Zahl der Majore ist auch relativ hoch, außerdem entwickeln sich momentan immer größere Majore, das Größenlimit scheint noch nicht erreicht.
Aufgefallen ist mir, dass sich die Majore gerne gemeinsam in Gruppen aufhalten, hier schön zu erkennen:
51A8D042-FA8C-4023-BD79-E0F6C61A2867.jpeg


Bei Störungen reagieren besonders die Majore aggressiv, und ihr Biss ist im Verhältnis zur Größe auch nicht gerade schwach
847ADF78-606E-4D3C-9378-76208B9FC6B9.jpeg


Die letzte Volkszählung vom 28.12.2017 ergab folgendes:

Gyne: 1
Eier: ~20
Larven: ~120
Puppen: ~80
Arbeiter: ~ 260, davon an die 40 Majore.

Da die letzte Volkszählung nun schon eine Weile her ist, wird die Kolonie seit dem sicherlich noch weiter gewachsen sein. Ich möchte nur ungern häufiger als maximal einmal im Monat das Nest aus dem Schrank holen, was für eine Zählung nötig ist. Bedeutet nur Stress für alle Beteiligten :rolleyes:


So, das wars auch schon wieder :)

Ihr könnt gerne im Diskussionsthema Kommentieren, Fragen oder was euch sonst noch einfällt.



LG
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Re: Camponotus socius ~ Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 31. Mai 2018, 21:09

Hallo,

Lange ist das letzte Update her, und es hat sich einiges getan. Die Kolonie ist ordentlich gewachsen, zudem haben sie ein neues Nest bekommen.

Schon vor längerer Zeit wurde es recht eng im Nest, und die Ameisen begannen mehr und mehr ihre Brut (und auch einige Arbeiter) außerhalb des eigentlichen Nests, auf der Oberfläche des Gips zu lagern.
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Das alte Nest

Es musste also dringend ein neues Nest her. Ich entschied mich für ein Gipsnest, unter anderem, da diese sich sehr gut bewässern lassen, was mir, nach meinen bisherigen Beobachtungen dieser Art, wichtig erscheint.

Den Bau des Nestes habe ich mit Bildern festgehalten, für den Fall, dass jemand Ähnliches versuchen möchte.

Benötigt werden Knete, ein flacher Karton (anderes Gefäß geht auch) und Hobbyglas. Das Hobbyglas muss die richtige Größe haben, damit es in den Karton hinein passt, und an der Seite noch genügend Raum für einen Wassertank bleibt. Auch an den anderen Seiten muss etwas Abstand zum Karton bleiben.

Nun wird die Glasplatte in den Karton gelegt und Gänge, Kammern und Wassertank aus Knete geformt.
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Anschließend wird das Gefäß mit Gips befüllt, dabei ist darauf zu achten, dass die Oberfläche möglichst Plan wird, da es sonst später wackelig werden kann.
7F4DDCCD-1D51-4841-A667-DD22E508BE89.jpeg


Nach etwa einem Tag wird der Karton um den Gipsblock entfernt, die Glasscheibe heraus gelöst und abgespült, und die Knete aus den Kammern entfernt.
D64B5ED7-FBEE-4509-A9C8-C06D6A53C338.jpeg


Nun sollte das Nest noch trocknen können, bevor die Scheibe wieder eingesetzt wird, und die Ameisen einziehen können.

Es dauerte einige Zeit, bis die erste Arbeiterin das Nest zu erkunden begann. Doch dann ging sehr schnell. Bereits nach zwei Tagen war ein Großteil der Kolonie umgezogen, lediglich letzte Nachzügler lungerten noch mit einigen Puppen im alten Nest herum, was sich auch bis heute nicht großartig geändert hat... :rolleyes:
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Das fertige Nest mit einem Teil der Kolonie

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Unausgefärbte Majorarbeiterin zwischen Minoren und Brut im neuen Nest



Nun zum Futter, vrschiedenste Proteine und Kohlenhydrate in Form von Zuckerwasser werden gut angenommen, zwar ist die Aktivität in der Arena tagsüber zumeist gering, doch sobald eine Nahrungsquelle entdeckt wird, werden innerhalb kürzester Zeit große Mengen Arbeiter rekrutiert, die die Beute, wenn möglich am Stück, in das Nest zu zerren versuchen, um sie dort zu zerlegen.

Dabei sind sie alles andere als wählerisch, angenommen wurde bisher alles, von Heimchen über Spinnen und Mehlwürmer bis hin zu Hundefeuchtfutter und Garnelen.
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Garnele wurde gut angenommen

Dabei sind sie ausgesprochen gute Verwerter, selbst die Chitinhüllen werden häufig bis zur Unkenntlichkeit zerkleinert und auf den Müllhaufen transportiert, welcher am anderen Ende der Arena errichtet wurde.

Koloniegröße:

Gyne: 1
Eier:~unbekannt
Larven:~400
Puppen:~300
Arbeiter:~900


Zum Abschluss noch ein, wie ich finde, sehr schönes Bild von der Gyne
A50F4C98-2269-418E-9B8C-F0AD629AA29D.jpeg



Danke fürs lesen, hier geht’s zum Diskussionsthread: topic55893.html




LG :)
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