Lasius flavus Underground-Studie

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.
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#1

Beitrag von Sajikii » 24. März 2015, 19:26

Lasius flavus Underground-Studie


Das Projekt:

Mit diesem Thread möchten wir den Grundstein für eine besondere Haltungsmethode legen, in der neuartige Beobachtungen zum Verhaltensmuster von Lasius flavus erwartet werden.
Ziel ist es, den Kolonien eine relativ naturähnliche Undergroundbedingung in speziellen Beobachtungsnestern zu bieten. Bei völliger Dunkelheit dürfen sie ihr so gewohntes Leben unter Tage führen, selbst die Nahrungsversorgung versuchen wir dieser Art relativ naturgemäß anzubieten (Stichwort „künstliche Wurzelläuse“ usw.).

Safiriel und meine Wenigkeit, möchten zeitgleich am 01.04.15 die Gründerkolonien auswintern und damit sofort mit der Underground-Studie durchstarten.
Die Beobachtungsnester sind soweit fertig gebaut und müssen nur noch ihre Bewohner abwarten. Genauere Details zu unseren speziellen Nestern, werden wir euch in Kürze vortragen.

Unsere Ameisen:

Die Kleinkolonie von Safiriel wird seit 2014 erfolgreich gehalten und kann in ihrem Haltungsbericht „Lasius flavus – Ein Leben in Dunkelheit (?)“ mitverfolgt werden. Wie der Name ihres Berichtes schon verrät, ist sie die Gründerin dieser Idee und damit auch des Projektes!

Meine Kleinkolonien stammen logischerweise auch aus dem Sommer 2014 und werden Großteils in unserer Studie teilnehmen. Geplant sind drei Kleinkolonien, parallel möchte ich aber noch eine vierte Kleinkolonie miteinbeziehen, allerdings mit gewöhnlichen Haltungsbedingungen (Tageslicht usw.) um möglicherweise hier genaue Unterschiede in der Entwicklung und im Verhalten feststellen zu können. Nachzulesen im Haltungsbericht „Lasius flavus – Haltungsbericht v. Sajiki“.

Nachschlagewerk:

Grundsätzlich möchten wir die Underground-Beobachtungen in den jeweiligen Haltungsberichten weiter dokumentieren. Bei auffallenden Diagnosen oder Ereignissen, werden wir dies allerdings auch hier kundtun.

Falls hier jemand ein ernstes Interesse pflegt und mit seinen eigenen Lasius flavus an diesem Projekt teilnehmen möchte, so ist das bitte nach einer Absprache mit uns, sicherlich machbar.

Abschließend möchte ich noch erwähnt haben, dass dieses Projekt hoffentlich auch dem Image dieser sonst so falsch geglaubten, „langweiligen Anfängerart“ aufwerten wird. Es ist eine wunderschöne, friedliche Ameise, die tatsächlich viele Geheimnisse in ihren dicht verschlossenen Hügelnestern verbirgt, sofern man nicht einfach mal im guten alten Seifert nachliest und ins Staunen kommt, oder selber genauere Freilandbeobachtungen und Haltungserfahrungen sammelt.

LG
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#2

Beitrag von trailandstreet » 24. März 2015, 20:40

Das klingt sehr vielversprechend. Ich hab ja auch noch zwei Gynen, die noch in Hesmose oder tödliche Kämpfe, es folgt keine weitere Adoption, die Kolonie stirbt mit dem Tod dieser Königin.">Pleometrose gründen. Sie haben nur ein paar Larven, da sie recht spät erst geschwärmt haben. Es war schon September.
Zu der ganzen Frage um die Wurzellaushaltung hab ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht. Ich hab bisher zwei Nesttypen dafür mal durchgedacht, wobei es natürlich welche mit Bodengrund zum selbergraben sind und deshalb hatte ich bisher auch noch Bedenken, dass man evtl doch gar nichts sehen könnte. Da bin ich eigentlich noch am Rumtüfteln.
Mal sehen, vielleicht kommt doch noch der richtige Geistesblitz :huh:
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#3

Beitrag von Safiriel » 25. März 2015, 18:52

Zur besseren Unterscheidung werde ich in diesem Faden in anderen Farben schreiben.
Der Haltungsbericht an sich geht wie gewohnt weiter, denn hier geht es mehr darum die Unterschiede oder auch gemeinsamen Erfahrungen darzustellen. Eine Hesmose oder tödliche Kämpfe, es folgt keine weitere Adoption, die Kolonie stirbt mit dem Tod dieser Königin.">Pleometrose kommt in unserem Bericht nicht vor, wir hätten da also noch Platz für traillandstreet ;) .

Den Begriff "Studie" haben wir bewusst gewählt. :clown: Der Ansatz mag ähnlich sein, dennoch ist uns mehr als bewusst, dass wir weder die Anzahl noch Möglichkeiten haben, um eine echte Studie zu machen. Es ist eine reine Hobbyhaltung, und somit auch Hobbyforschung. Allerdings sprechen wir uns durchaus ab: der Termin zum Auswintern steht beispielsweise schon fest und wurde recht spät angesetzt, damit wir beide Zeit haben.
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#4

Beitrag von Sajikii » 25. März 2015, 19:06

Mir fällt ein, das eine oder andere Reagenzglas hab' ich beim Schwarmflug mit zwei Gynen bestückt. Ich kann es noch nicht genau sagen, wie viel Stück, aber bei der Auswinterung werde ich dann eh sehen, wie die Verteilung aussieht, zwecks Hesmose oder tödliche Kämpfe, es folgt keine weitere Adoption, die Kolonie stirbt mit dem Tod dieser Königin.">Pleometrose ;).

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#5

Beitrag von Safiriel » 26. März 2015, 21:05

Heute habe ich einen neuen Futteromaten entworfen. Es ist der Flavus-Futteromat2015.
Kapillarkräfte ziehen den Honig nach außen, wo die Ameisen nur an winzige Tröpfchen kommen. So soll ein Blatt mit Läusen imitiert werden. Außerdem kann so hoffentlich wirklich niemand ertrinken, was mir später bei den Tetramorium sp. noch helfen wird.

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#6

Beitrag von Sajikii » 1. April 2015, 14:01

Nein, es ist kein Aprilscherz (obwohl die Stürme und Schneefälle ja doch ein Witz sind!), heute ist der offizielle Startschuß für das Projekt!
Ich war mal so frei und machte den ersten Schritt:

Als kleine Anregung möchte ich hier ein Foto eines Underground-Nestes anhängen - mehr Details dazu in meinem Haltungsbericht!

Let's go!
Dateianhänge
Underground-Nest 1.jpg
LG

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#7

Beitrag von Safiriel » 1. April 2015, 16:27

Saisonstart bei Safiriel!
Meine Ameisen werden es schwer haben: Das Nest ist zwar mit der Farm verbunden, aber nicht direkt mit der Arena!
Sie müssen also wenigstens über den Sand der Farm laufen um zum Honig zu kommen.

IMG_4110.jpg
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Was es mit den kleinen Döschen auf sich hat? Dazu später mehr!
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#8

Beitrag von Safiriel » 9. April 2015, 19:32

Noch immer gibt es keinerlei Anzeichen, dass auch nur eine von denen versucht hätte das Nest zu verlassen.

Was gut ist, denn es ist nicht mehr dicht. Mein netter Projektpartner hat mir allerdings herzigerweise etwas Bienenwachs zukommen lassen, mit dem ich die Ritze verschließen werde.

Zu den Döschen: Ich hatte gehofft, sie würden das Glitzerzeug als Baumaterial verwenden oder wenigstens mit ihren Füßen die kleinsten Partikel verteilen. Noch tut sich allerdings nichts - die Ameisen waren ja noch nicht in der Arena.

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