Camponotus nicobarensis fĂŒttern

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Unkerich

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#9 Re: Camponotus nicobarensis fĂŒttern

Beitrag von Unkerich » 1. Dezember 2019, 03:48

Nein, ĂŒberbrĂŒht ist definitiv nicht das gleiche wie gekocht.

Zum „ÜberbrĂŒhen“ reicht es, ein Futtertier kurz in sehr heißes Wasser zu tunken (am besten dabei etwas wackeln) sodass die OberflĂ€che abgebrĂŒht wird. Das Tier stirbt schnell (wenn nicht bereits ohnehin tot), auf der OberflĂ€che sitzende Ektoparasiten werden abgetötet, jedoch wird das Insekt nicht gekocht und die HĂ€molymphe bleibt flĂŒssig, denaturiert also nicht und kann weiterhin von den Ameisen aufgenommen werden.

Persönlich brĂŒhe ich in der Regel auch selten ab und hatte ebenfalls in ĂŒber 5 Jahren nie parasitĂ€re Milben.
Aber das muss jeder selbst entscheiden, und das Risiko ist definitiv grĂ¶ĂŸer, wenn man es nicht tut.
Bloß weil man selbst immer GlĂŒck hatte, heißt das nicht, dass es deshalb unbedingt die sicherste Variante ist.
Jemand kann auch seit vielen Jahren regelmĂ€ĂŸig angetrunken Autofahren ohne je einen Unfall gebaut zu haben, das heißt aber noch lange nicht, dass Alkohol am Steuer empfehlenswert ist. Auch, dass andere Leute nĂŒchtern UnfĂ€lle bauen, macht es nicht unbedingt besser.
Ich gebe zu der Vergleich ist etwas schrÀg, aber ich denke ihr versteht, was ich meine.

Ich untersuche die Futtertiere stichprobenartig sehr genau und verwende zudem bevorzugt Futtertiere aus eigener Zucht.
Es bleibt dennoch ein wenig ein Spiel mit dem Feuer. Wilde Insekten, vor allem Fliegen etc, suche ich immer ab, und werde hier auch nicht selten fĂŒndig. Daher werden wilde Fliegen bei mir idR auch immer abgebrĂŒht.

NatĂŒrlich begĂŒnstigen feuchte Nester die Vermehrung vieler Milbenarten, dadurch allein „entstehen“ sie aber trotzdem nicht.
Wer also ganz strikt jedes Futtertier sowie jegliches Inventar der Anlage zuvor abbrĂŒht und auch sonst immer mit frisch gereinigten Werkzeugen hantiert, wird keine Probleme mit Milben bekommen - ob man daran dann noch Spaß hat, steht auf einem anderen Blatt.

Je mehr „NatĂŒrliches“, sprich nicht AbgebrĂŒhtes oder anderweitig GesĂ€ubertes man in die Anlage bringt, desto grĂ¶ĂŸer ist natĂŒrlich auch die Gefahr sich Milben einzufangen.
Und ein Hauptrisikofaktor sind da nunmal Futtertiere, die den Milben ebenso wie unsere Ameisen als Wirt dienen können.

Ich finde es wichtig darauf hinzuweisen - inwieweit jeder Einzelne dann prĂ€ventive Maßnahmen ergreift, bleibt natĂŒrlich jedem selbst ĂŒberlassen.


Die Feuchtigkeit der Anlage spielt durchaus eine Rolle dabei, ob sich Milben massenhaft vermehren und damit zum Problem werden, ist aber nicht der Grund fĂŒr den Befall.

Mindestens genauso wichtig ist es darauf zu achten, die Chancen fĂŒr Milben einfach möglichst klein zu halten - und dazu gehört nunmal auch das AbbrĂŒhen von Futtertieren, wenn man ganz sichergehen will.


LG
Meine Haltungsberichte: Camponotus substitutus, Camponotus socius, Solenopsis fugax

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Serafine

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#10 Re: Camponotus nicobarensis fĂŒttern

Beitrag von Serafine » 1. Dezember 2019, 11:43

Die meisten Futtertiere sind klein genug, dass 5 Sekunden in heißem Wasser die fast komplett durchkocht - wenn man nicht gerade große Heuschrecken oder Grillen hat bleibt da nicht wirklich viel flĂŒssig. Gerade bei Fruchtfliegen ist das wirklich schwierig.
Auch sind parasitische Milben tendenziell sehr wirtsspezfisch, wenn man nicht gerade aceculate HautflĂŒgler verfĂŒttert (Ameisen, Wespen, Bienen, Hummeln) ist die Chance dass eventuelle Milben die Ameisen befallen schon ziemlich gering. Ja, es gibt auch opportunistische Milben, das sind aber meistens Exemplare, die nur im Larvenstadium an anderen Arthropoden saugen (z.B. rote Samtmilben), deren Adulte wĂŒrden dann wahrscheinlich von den Ameisen gefressen.

FĂŒr wilde Fliegen empfehle ich eine elektische Fliegenklatsche, das dĂŒrften die meisten Ektoparasiten nicht ĂŒberleben.

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