Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon CptDrake » 21. November, 2017, 21:48

Hallo,
ich hatte mich letztes Jahr schon etwas mit Ameisen beschäftigt, das aufgrund anderer Interessen aber wieder aufgeschoben.

Welche Frage mich sehr beschäftigt, wie groß wird ein Messor barbarus Volk nach ein paar Jahren? Kenne eine Website mit Fotos da wirkt es als sei es das Nest so groß wie ein ganzes Billy-Regal?! Grundsätzlich würde mir solch eine Größe sogar gefallen, nur dann Frage ich mich wie ich das Nest für die Winterruhe transportieren soll? Könnte das Volk im Winter zb in den Keller stellen, aber wenn es ein sehr großes Nest ist muss es über 4 Etagen eine enge Treppe runter. Das stelle ich mir sehr schwierig vor.

Wird dann eigentlich nur das Nest überwintert oder muss die Farm mit in den Keller? Habe gelesen die haben im Winter nur eine verminderte Aktivität nicht keine.

Grüße,
Jan
CptDrake
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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon CptDrake » 21. November, 2017, 21:55

Oder direkt weitergedacht/gefragt, kann ich die Größe irgendwann steuern? Keine Insekten mehr füttern -> keine Fortpflanzung mehr?
CptDrake
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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon Ameisenstarter » 21. November, 2017, 22:36

Genau sagen, wie groß sie werden kann ist schwer. Im allgemeinen wachsen Messor spp. Kolonien auf mehrere tausend an und überschreiten auch die zehntausend.
Da ich keine Messor halte (und mich auch ehrlich gesagt noch nicht viel mit dieser Gattung beschäftigt habe), kann ich dir darüber, wie schnell eine Kolonie ungefähr wächst, nichts sagen.

Für solch große Kolonien, die ein ganzes Regal einnehmen, wäre ein separater Raum, der im Winter einfach nicht/viel weniger, beheizt wird, optimal, aus meiner Sicht.

Wenn der Keller kühl genug ist, geht das auf jeden Fall. (Für Messor spp.)

Die Arena (der "Auslauf" der Ameisen), muss nicht mit in die Winterruhe, es reicht das Nest zu kühlen.

Je nach Art reicht die Aktivität von weniger bis zu fast keine, aber ja, sie ein bisschen bewegen, tut sich jede Art während der Winterruhe.

Zu den Fragen in deinem zweiten Post.
Geht zwar, doch darf man sich dann nicht wundern, wenn die Kolonie nach einigen Monaten stirbt.
Allgemein, solltest du eine Art wählen, deren Koloniegröße du auch versorgen kannst auf Dauer.
Und an dieser Stelle noch eine Anmerkung.
Die Fortpflanzung besteht darin, dass eine Jungkönigin sich paart und eine neue Kolonie gründet, das Wachstum der Kolonie ermöglicht, dass Jungköniginnen (und Männchen) aufgezogen werden, um wieder neue Kolonien zu gründen.
-> Fortpflanzung bedeuten neue Kolonien. Wachstum mehr Arbeiterinnen und damit die Möglichkeit, Geschlechtstiere aufziehen.
LG :)

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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon Unkerich » 21. November, 2017, 23:05

Ameisenstarter hat geschrieben:Genau sagen, wie groß sie werden kann ist schwer. Im allgemeinen wachsen Messor spp. Kolonien auf mehrere tausend an und überschreiten auch die zehntausend.
Da ich keine Messor halte (und mich auch ehrlich gesagt noch nicht viel mit dieser Gattung beschäftigt habe), kann ich dir darüber, wie schnell eine Kolonie ungefähr wächst, nichts sagen.

Für solch große Kolonien, die ein ganzes Regal einnehmen, wäre ein separater Raum, der im Winter einfach nicht/viel weniger, beheizt wird, optimal, aus meiner Sicht.

Wenn der Keller kühl genug ist, geht das auf jeden Fall. (Für Messor spp.)

Die Arena (der "Auslauf" der Ameisen), muss nicht mit in die Winterruhe, es reicht das Nest zu kühlen.

Je nach Art reicht die Aktivität von weniger bis zu fast keine, aber ja, sie ein bisschen bewegen, tut sich jede Art während der Winterruhe.

Zu den Fragen in deinem zweiten Post.
Geht zwar, doch darf man sich dann nicht wundern, wenn die Kolonie nach einigen Monaten stirbt.
Allgemein, solltest du eine Art wählen, deren Koloniegröße du auch versorgen kannst auf Dauer.
Und an dieser Stelle noch eine Anmerkung.
Die Fortpflanzung besteht darin, dass eine Jungkönigin sich paart und eine neue Kolonie gründet, das Wachstum der Kolonie ermöglicht, dass Jungköniginnen (und Männchen) aufgezogen werden, um wieder neue Kolonien zu gründen.
-> Fortpflanzung bedeuten neue Kolonien. Wachstum mehr Arbeiterinnen und damit die Möglichkeit, Geschlechtstiere aufziehen.
LG :)


Naja, bei Messor barbarus findet in der Regel auch im Winter noch eine gewisse Aktivität statt, und sie sind auch hin und wieder in der Arena zu beobachten.
Messor barbarus hält nämlich keine Winterruhe wie einheimische Arten, sondern eher so eine Phase verminderter Aktivität.
Die Arena auch im Winter angeschlossen zu lassen, kann also u. U. schon sinnvoll sein, wobei man das natürlich auch ausprobieren müsste, nicht jede Kolonie verhält sich gleich.

Zu der Frage mit der Fütterung von Insekten: Messor barbarus wird nicht direkt sterben, bloß weil sie keine Proteine mehr bekommen. Das Wachstum wird allerdings deutlich verlangsamen, und unter Umständen wird die Kolonie auch inaktiver und es kann auf lange Zeit gesehen schon zu Ausfällen kommen.

Zur maximalen Koloniegröße kann ich auch nicht unbedingt genaue Zahlen nennen, dass sie aber ein großes Regal komplett mit Nest ausfüllen, halte ich für eher unwahrscheinlich. Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Messor können schon sehr schnell an Arbeiterinnen zulegen... :rolleyes:

LG
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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon Genetix » 21. November, 2017, 23:43

Das Wachstum kannst du sehr gut über die Proteinzufuhr regeln. Wenn du es darauf anlegst, viel und regelmäßig fütterst, dazu noch etwas höhere Temperaturen anbietest (punktuell bis zu 31°C), dann wächst Messor barbarus sehr schnell.

Ich habe Mitte Januar 2017 mit einer kleinen Kolonie (ca. 30 Arbeiterinnen) angefangen und schätze die Größe jetzt auf 2000 - 3000 Arbeiterinnen. Parallel zu mir hat ein Bekannter auch mit Messor barbarus angefangen, leider kümmert er sich so gut wie gar nicht um die Ameisen und sie decken wohl zu 99% ihren Proteinbedarf über die Körner, die Kolonie von ihm ist von ca. 30 auf 150 - 200 Arbeiterinnen herangewachsen.


Mein Volk befindet sich gerade in der "Winterruhe", es hat 16 - 18°C. Proteine gebe ich momentan keine, jedoch findet noch eine verminderte Aktivität im Becken statt. Geknackte Körnerschalen werden auch noch heraus gebraucht. Man glaubt gar nicht wie viele Körner eine Kolonie mit 2000 - 3000 Arbeiterinnen verbraucht. Ohne Außenwelt dürfte sich da in zwei drei Monaten Winterruhe sehr viel Abfall im Nest ansammeln. Durch niedrigeren Temperaturen und der dadurch steigenden Luftfeuchtigkeit sehe da eine Gefahr für Schimmel.


Hier kannst du sehen wie schnell ein M. barbarus Volk wachsen kann.

002.JPG
April 2017


Messor Juni 2017 - Kopie.jpg
Juni 2017


IMG_9626 - Kopie.JPG
Juli 2017

Das Formikarium auf dem letzten Bild hat 60x30 cm, heute sind alle Kammern die du auf dem Bild sehen kannst komplett voll.


Wie du siehst geht es unglaublich schnell, ich denke so ein Billy-Regal könnte man schon in 2 - 3 Jahren voll bekommen.

Dieser Thread dürfte für dich auch noch interessant sein:
Messor barbarus aus Sicht eines Halters


Gruß

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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon Erne » 22. November, 2017, 09:48

Wie Groß ein Messor barbarus Volk werden kann, kann ich nicht beantworten.
Mir ist es nie gelungen, richtig große Volker zuverlässig zu zählen.
Deshalb kann ich mich nur allgemeinen Angaben anschließen, einige Tausend.
Wie schnell ein Volk wachsen kann, Genetix hat das mit Bildern eindrucksvoll aufgezeigt.
Sie stehen damit Lasius niger um nichts nach.

Das es nicht immer eine derartige Entwicklung gibt, wurde ebenfalls angesprochen.
Im Prinzip hängt die Entwicklung immer von Faktoren wie Betreuung, Futter, Klima, Platzangebot ab.
Je mehr Zeit und Aufwand da reingesteckt werden, umso besser sind die erreichten Ergebnisse.

Die Winterruhe für diese Art ist ein gesondertes Thema.
Hauptsächlich wird es dabei um die Fragestellungen gehen, ob sie die überhaupt brauchen und wenn ja bei welchen Temperaturen.
Ferner, wie hier schon angeklungen, wie bekomme ich größere Völker in das Winterquartier und was muss alles mit.
Ob sie eine Winterruhe brauchen, darüber gibt es unzählige Beiträge mit den unterschiedlichsten Aussagen.
Es möge jeder selber herausfinden wie sich sein Volk verhält.

Ein großes Volk Messor barbarus ins Winterquartier zu bekommen kann ein richtiges Drama werden.
Größere Völker belagern in größere Anzahl die Arena und machen nur wenigen Anstalten sich in ihre Nester zu begeben.
Wenn die Möglichkeit besteht die Temperatur deutlich abzusenken, kann das helfen die Anzahl der Arbeiterinnen in der Arena zu verringern.
Besser ist es, die ganze Anlage so zu bauen, das sie sich ohne größeren Aufwand in einzelne Einheiten zerlegen lässt.
Diese werden dann im Winterquartier wieder zusammengesetzt.
Wer die Arena nicht mit verfrachten kann, hat viel Arbeit, alle Ameisen müssen herausgefangen werden.
Im Winterquartier reicht eine kleinere Arena.

Der Körnerverbrauch, in der Winterruhe, kann deutlich reduziert werden, wenn sie bei tieferer Temperatur gehalten werden.

Grüße Wolfgang

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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon CptDrake » 22. November, 2017, 17:08

Vielen Dank für die Antworten.

Vielen Dank auch für die Fotos.

Die Geschichte modular zu halten ist für mich dann wohl die Lösung. Im Keller hätte ich einen kompletten kleinen Raum den ich klimatisieren könnte.
Oder Styroporbox mit Heizung auf dem Balkon wäre bei mir auch eine Option.

Kann ich das Nest auch modular vergrößern? Dachte daran mit einem kleinen YTong-Nest anzufangen, und wenn es dort zu voll wird mit einem Schlauch das nächste anschließen.
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Re: Wie groß wird ein Messor barbarus Volk?

Beitragvon trailandstreet » 23. November, 2017, 11:47

Man kann zwar zur Überwinterung das Nest abschließen und separat überwintern. Dazu sollte man aber zumindest eine kleine Arena anschließen.
Sollten noch Arbeiterinnen in der Hauptarena sein, kann man die ja auch dort belassen.
Wenn auch vielleicht die Sterblichkeitsrate dort höher sein sollte, das stecken sie locker weg. Immerhin haben sie in der Haltung ja ohnehin keine Feinde zu fürchten.
Bei M barbarus spricht man ja von circa 50000, da fallen ein paar weniger eigentlich nicht mehr auf.
LG Franz
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