Lasius niger freilebend . . .

Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Koytho » 3. Dezember, 2017, 00:27

Zunächst vielen Dank für die Aufnahme hier im Forum.
Ich halte einige Kolonien, möchte aber kurz über meine "Lieblingsameisen" berichten: Vor neun Jahren kam ich zu einer Königin Lasius niger wie Maria zum Kind. Da ich im Büro meiner Firma eine Pflanze umtopfen wollte, brachte ein Kollege etwas Erde aus seinem Garten mit. Anschließend entdeckte ich ab und zu eine Ameise in der Fensterbank (Büroblock, vierte Stock in der zweitgrößsten Stadt von D). Aus diesem gelegentlichen Besuch entwickelten sich stetige Sichtungen. Die auftauchenden Arbeiterinnen wurden von mir gefüttert (in Unkenntnis oft mit Döner und Hähnchenfleisch, was ich selber als Mittagessen zu mir nahm). Daraus entwickelte sich trotzdem ein tolles Volk. In meiner Firma mußten wir 4x in andere Büros umziehen, aber die Ameisen zogen in ihrem Blumentopf einfach mit. Irgendwann (nach ca. 5 Jahren) nahm ich den Topf mit nach Hause, um den Ameisen den ständigen Umzug zu ersparen. Zunächst baute ich ihnen ein geschlossenes Formikarium, entschied aber schließlich: Auch in meiner Wohnung sollen sie frei leben dürften. Privat bin ich nun 2x umgezogen und jedesmal kamen die Ameisen selbstverständlich mit. Sie leben nun seit drei Jahren in einem Blumentopf, den ich ganz normal bewässere, in der Fensterbank meiner Küche. Zu den Fütterungen auf meiner Anrichte kommen regelmäßig mindestens 300 Ameisen.
Ich muss zugeben: Keine Winterruhe, die Gyne habe ich noch nie gesehen, die Ernährung war nicht immer optimal . . . aber Lasius niger zeigt einfach Robustheit und ist für jeden Anfänger super geeignet (verzeiht auch Fehler)!
Ich erfreue mich an diesem Volk, welches in meiner Küche frei lebt, seit neun Jahren! BG Koy
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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Chris Quinn » 3. Dezember, 2017, 11:17

Eins schöne, und erstaunliche, Geschichte! Besonders, dass Du den Topf normal wässerst und die Tiere keine Winterruhe bekommen und gedeihen; hoffentlich bleibt das auch so.

Koytho hat geschrieben:Sie leben nun seit drei Jahren in einem Blumentopf, den ich ganz normal bewässere, in der Fensterbank meiner Küche. Zu den Fütterungen auf meiner Anrichte kommen regelmäßig mindestens 300 Ameisen.

Ich kenne ein Menge Leute, die dafür wenig Verständnis aufbringen würden...
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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Moudebouhou » 3. Dezember, 2017, 11:23

Netter Bericht!
Aber hast du auch mal drüber nachgedacht, was du machst, wenn sie aus dem Topf ausziehen und immer mehr werden? ^^
Weil eine Kolonie von mehreren 1000 im Haus rumlaufen haben stell ich mir auf die Dauer schon nervig vor...
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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Erne » 3. Dezember, 2017, 17:59

Ist es sicher, dass es sich bei der Art um Lasius niger handelt?
Gibt es Bilder?
Wenn es sich um Lasius niger handelt, haben sie zwar überlebt, eine halbwegs normale Entwicklung allerdings nicht hinbekommen.
Nach neun Jahren müsste das ein riesen Volk sein.

Grüße Wolfgang
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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Unkerich » 3. Dezember, 2017, 19:38

Erne hat geschrieben:Ist es sicher, dass es sich bei der Art um Lasius niger handelt?
Gibt es Bilder?
Wenn es sich um Lasius niger handelt, haben sie zwar überlebt, eine halbwegs normale Entwicklung allerdings nicht hinbekommen.
Nach neun Jahren müsste das ein riesen Volk sein.

Grüße Wolfgang



Da die Kolonie offenbar keine Winterruhe hatte, wundert es mich allerdings nur wenig, dass die Kolonie recht klein geblieben ist.
Zusammen mit der wahrscheinlich überwiegend unpassenden Nahrung wird eine ordentliche Entwicklung des Volkes wohl nicht möglich gewesen sein.
In diesem Fall ist die fehlende Winterruhe wohl von Vorteil, denn eine normal entwickelte neunjährige Kolonie möchten wohl die wenigsten freilebend in der Küche haben :rolleyes:
Mich würde mal ein Bild und die Größe des Topfs interessieren... Hat die Pflanze kein Problem damit, dass eine, trotz allem wahrscheinlich nicht gerade kleine, Ameisenkolonie ihren Wurzelbereich umgräbt?
Meine Haltungsberichte: Camponotus substitutus, Camponotus socius, Solenopsis fugax

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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Erne » 6. Dezember, 2017, 16:01

Danke Unkerich, das waren auch so meine Überlegungen.
Ich bin nur am grübeln, wo der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte liegt.
Vielleicht hilft uns Koytho noch ein wenig weiter.

Grüße Wolfgang

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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon red_cbr600f » 7. Dezember, 2017, 16:47

Das könnte auch ein Forentroll sein. :D

wie gesagt... könnte...

LG

Markus
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Re: Lasius niger freilebend . . .

Beitragvon Koytho » 7. Dezember, 2017, 22:14

"Netter Bericht!
Aber hast du auch mal drüber nachgedacht, was du machst, wenn sie aus dem Topf ausziehen und immer mehr werden? ^^
Weil eine Kolonie von mehreren 1000 im Haus rumlaufen haben stell ich mir auf die Dauer schon nervig vor..."

Nööö! Obwohl sich die Art Lasius niger erwiesenermaßen recht ungern ein neues Nest sucht, ist meine Kolonie genau einmal umgezogen, als ich sie in die Küche der zweiten Wohnung gebracht habe (sie sind einfach in einen größeren Blumentopf gezogen, der neben ihrem bisherigen Topf stand). Da ich ihnen genug Futter (nun natürlich ameisengerechtes Futter) zur Verfügung stelle, bewegen sie sich selten weit von ihrem Nest entfernt. Ich schätze, dass es natürlich mehr als die rund 300 Arbeiterinnen sind, die ich bei den Fütterungen im Sommer regelmäßig zählen kann (es bleiben sicher etliche im Nest). Sie sind aber auch clever: Wenn ich meinen Motorradhelm nach einer Ausfahrt an der Gardrobe hänge, sind sie z.B. recht schnell dabei, das fliegenverklebte Visier als Nahrungsplatz zu nutzen. Im Jahr 2016 hatten sie sogar einen Weg durch das Küchenfenster nach draußen gefunden, von wo sie Nahrung herbei schafften (im Jahr 2017 nahmen sie den Weg allerdings nicht wieder auf). In den Wintermonaten sind sie weniger agil, Proteine (Spinnen, Fliegen etc.) werden nicht mehr so gerne angenommen und ich zähle höchstens 50 - 70 Arbeiterinnen, die den Blumentopf verlassen.
Gerne werde ich hier auch ein paar Bilder einstellen (wenn ich geschnallt habe, wie es funktioniert).
Die Pflanze hat übrigens kaum Probleme mit den Ameisen, sie sieht immerhin noch so gut aus, dass ich sie regelmäßig gieße . . . Allerdings wird die Erde immer weniger in dem Blumentopf, da die Ameisen sie nach der Bewässerung stets nach draußen schleppen!
Durch das von mir momentan verknapptem Nahrungsangebot versuche ich sie in den Wintermonaten in eine Art Winterruhe zu zwingen . . . das interessiert die Ameisen allerdings wenig! Sie kommen dann nicht mehr so zahlreich, lutschen aber trotzdem gerne die eingetrockneten Zuckerwasserreste!
Beste Grüße,
Koy (ein "Forumtroll" bin ich echt nicht!)
Ps.: @ Erne: Es sind ganz sicher Lasius niger (auch wenn ich die Gyne noch nie gesehen habe)! Obwohl ich hier ja als "Einsteiger" gehandelt werde, habe ich mich mit dieser Art schon seit meiner Kindheit beschäftigt, und das sind nun mehr als 40 Jahre . . . ;)
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