gute alte Lasius (?)

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
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#1

Beitrag von SvenS » 12. Juli 2019, 21:47

Hallo Ameisenfreunde, ich darf mich nun auch zu euch zählen ;) Bin mir relativ sicher, heute (12.07.) abend (18:00-19:00) am Flussufer in Nürnberg (https://goo.gl/maps/MPkibhLvrEeM549X8) meine Ameisenfarm mit drei Lasius niger begonnen zu haben. Um sicherzugehen, dass ich gut für die kleinen sorgen kann, wäre super, wenn mir das jemand bestätigen kann. Könnte nämlich genausogut eine andere Lasius sein, oder ganz was anderes... Hoffe meine Bilder sind ausreichend, ich habe auch Videos die ich teilen kann wenn das hilft ;) Die Skala ist jeweils leider nur in centimetern... :p

Ishtar ist die Fruchtbarste der Dreien und in meinem eigenen Garten gefangen:
1724

Sekhmet hat sich während meiner Fangversuche noch schnell was für den Weg eingepackt. Auf dem Kadaver einer kleineren Arbeiterin hat sie während der Aufnahmen herumgekaut:
1725

Brunhilde schließlich ist ne ganz Harte und hat einfach mal den Kopf eines ihrer Feinde mit sich herumgeschleppt, um jedem gleich zu signalisieren, mit wem sie sich hier anlegen:
1726

Die mitgebrachte Beute habe ich beim Umzug in ein Reagenzglas mit Wasser übrigens entsorgt... Lasius müsste doch eigentlich klaustral sein, und ich wollte keine verwesenden Teile da drin haben... Oder hab ich hier am Ende Arbeiterinnen eingefangen? Wäre mir zuzutrauen :p

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#2

Beitrag von Ameisen-Fan 1 » 13. Juli 2019, 02:26

Es handelt sich bei Bild 2 und 3 um eine parasitär gründende Art. Lasius umbratus, die gelbe Schattenameise.
Ich habe vor 5 Minuten ein Video gedreht, wie eine meiner Gynen die Wirtskönigin, z.B. Lasius flavus enthauptet.

Sollte keine Wirtskolonie vorhanden sein wird die Königin binnen kurzer Zeit sterben.

Hoffe ich konnte helfen.

Link zum Video https://youtu.be/G8fpqDop9iQ

Puppen werden übrigens nicht angenommen.
Nur Arbeiterinnen funktioniert i.d.R. nicht. Diese werden Stück für Stück zerlegt.
Nur eine Wirtskolonie ist geeignet.

Bei anhaltender Temperatur bitte notfalls freilassen.
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#3

Beitrag von SvenS » 13. Juli 2019, 07:54

Danke dir Ameisenfan, ich dachte mir schon die Kopfform ist etwas anders und der Gaster kleiner. Die Armen, jetzt sind sie durch den Stress gegangen und es springt nicht mal ein nettes Zuhause für sie raus... Dann setze ich sie heute Mittag wieder an der Fundstelle aus, wenn es nicht regnet. Nicht ganz so warm wie gestern, aber wird erst Montag/Dienstag wieder wärmer.

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#4

Beitrag von Ameisenstarter » 13. Juli 2019, 10:26

Hallo.

Ameisen-Fan 1 hat geschrieben:Es handelt sich bei Bild 2 und 3 um eine parasitär gründende Art. Lasius umbratus, die gelbe Schattenameise.

Lasius und sozialparasitär stimmt auf jeden Fall. Nur als Lasius umbratus kann man die Gyne nicht bezeichnen. Lasius umbratus gehört zur Untergattung Chthonolasius, bei der sich die Arten untereinander so ähnlich sind, dass eine Unterscheidung mit dem bloßen Auge nicht möglich ist. Als Lasius (Chthonolasius) sp. würde ich das Tier eher bezeichnen, da man am Bild nicht auf eine bestimmte Art schließen kann.



Gyne 1 ist dann Lasius cf. niger oder eine ihrer Schwesternarten.



Liebe Grüße :)
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#5

Beitrag von Unkerich » 13. Juli 2019, 11:07

Ameisen-Fan 1 hat geschrieben:Es handelt sich bei Bild 2 und 3 um eine parasitär gründende Art. Lasius umbratus, die gelbe Schattenameise.


Wie von Ameisenstarter bereits geschrieben, lässt sich Chthonolasius sp. ohne weiteres nicht mit bloßem Auge auf Artniveau bestimmen, es kommen also durchaus auch andere Arten infrage.


Ameisen-Fan 1 hat geschrieben:Puppen werden übrigens nicht angenommen.
Nur Arbeiterinnen funktioniert i.d.R. nicht. Diese werden Stück für Stück zerlegt.
Nur eine Wirtskolonie ist geeignet.



Dass nur eine komplette Wirtskolonie eine Gründung ermöglicht stimmt so ebenfalls nicht. Zwar nützen Puppen allein einer Chthonolasius Gyne herzlich wenig, sobald ihr aber eine Hilfsarbeiterin zur Seite steht, die in unausgehärtetem Zustand zugesetzt wurde, können weitere Puppen geöffnet werden, bis ausreichend viele Wirtsarbeiter vorhanden sind.

Dieses Vorgehen ist auch in meinem Chthonolasius sp. Gründungsbericht näher beschrieben:
Link
:)


LG
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#6

Beitrag von Ameisen-Fan 1 » 13. Juli 2019, 12:14

Ich ziehe aktuell Lasius umbratus auf und kann aus meiner Erfahrung sprechen.
Ebenso Lasius fuliginosus.

Mit über 12 Jahren Erfahrung denke ich, dass ich nicht die falsche Art getroffen habe.
Allerdings ist es irrelevant. Man benötigt eine Wirtskolonie.

Andererseits sterben am Folgetag ohnehin ein Großteil der Königinnen.
Nach meiner Beobachtung häufig von Lasius niger. Ein Sonnenstrahl genügt und die Aggressivität steigt gegenüber den parasitären.


..... die Aufzucht bedarf hohes Feingefühl. Die Zugabe von Puppen reicht allein nicht, richtig. Jedoch nützen i.d.R. auch keine 2-3 Arbeiterinnen. Die Anzahl sollte zwischen 7 und 20 liegen, da diese teils sehr zurückhaltend sind gegenüber der neuen Gyne. Laut Seifert dauert es 100 Stunden bis zur vollen Akzeptanz. Mein Video über Kolonie L-U-0042 konnte ich nach 6 Stunden nach dem Zusetzen drehen.

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#7

Beitrag von Unkerich » 13. Juli 2019, 13:55

Hi,

12 Jahre Erfahrung sind ja schön und gut, dennoch befähigen diese einen nicht dazu Dinge zu sehen, die man auf normalen Fotos dieser Qualität schlicht nicht sehen kann, wie beispielsweise bestimmte Behaarungsmerkmale.
Diese sind die einzige Möglichkeit, mit der sich laut „Seifert“ viele Chthonolasius spp. unterscheiden lassen.

Wenn du dennoch meinst L. umbratus erkennen zu können, würde mich interessieren woran du das erkennst? Wäre ja eine komplett neue Methode, die nichteinmal B. Seifert bekannt zu sein scheint.

Hast du den von mir verlinkten Bericht gelesen?
Das Zusetzen von einer einzigen unausgefärbten Arbeiterin + einige Puppen kann sehr wohl genügen, da sich somit innerhalb kurzer Zeit eine mehr oder weniger große (je nach Anzahl der Puppen) Menge an Arbeitern zusammenbekommen lässt.
Im Idealfall werden nach und nach mehr Puppen gegeben, so lassen sich, rein theoretisch, auch riesengroße Kolonien aufbauen.
Je mehr Arbeiter vorhanden sind, desto besser, da stimme ich zu. Um die Gyne am Leben zu halten genügen zu Anfang jedoch auch wenige Arbeiter, die durch Schlupfhilfe bei Puppen nach und nach eine Kolonie aufbauen.

Arbeiter einer auf diese Weise aufgebauten Kolonie akzeptieren die neue Gyne in aller Regel auch sofort nach dem Schlupf.

Etwas Feingefühl ist allerdings wichtig, da gebe ich dir recht.


LG
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#8

Beitrag von Ameisen-Fan 1 » 13. Juli 2019, 16:58

Ganz einfach: Ich bin der Ameisen-Fan 1.
Spaß beiseite.

Hauptmerkmal meines Beitrages sollte übrigens auf die Gründung deuten und das
ein Einsteiger bei den derzeitigen Schwarmflügen geeignetere Arten beziehen sollten.

Denn 'etwas' Feingefühl muss i.d.R. erst einmal entwickelt werden.

Während die Antwortzeit eurer Mitglieder auf sich warten lassen hat und Hauptmerkmal - wie es auch schon immer in Foren der Ameisenhaltung war - die Zitierung und korrekte Artbezeichnung, eines für Einsteiger eher unbedeutenden Faktors Ist,.. und es der Allgemeinheit wohl schon gleich ist, ob Ameisenköniginnen binnen kurzer Zeit in Gefangenschaft und Unkenntnis oder Faulheit eingehen.. wollte ich lediglich dem Einsteiger meine Erfahrung mitteilen. (:

Und ob das was im Bericht geschildert wurde 100%ig stimmt, wer will das schon wissen.
... Einen Handschlag vergessen oder aus der foreninterenen Pseudorealität durchaus einen nicht genannten Aspekt aus der inneren Unruhe Unmut zu erzeugen.

Nicht exakte Parameter, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Lösungen oder andere Futtermittel, Tiefkühlmethoden, Pushversuche von welcher Art exakt. Unabhängig von einem (!) Bericht, ist alles - bis auf gewisse Allgemeinregeln, selbst zu erforschen und ja - mit Feingefühl.

Ich ziehe exakt 55 Kolonien lediglich von der Art aus. Meine Erfahrung ist eine andere.

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