Holznest für Formica fusca

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Maddio

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#1 Holznest für Formica fusca

Beitrag von Maddio » 23. Dezember 2016, 16:08

Hi,

ich überlege momentan eine Erweiterung für meine Formica fusca Kolonie zu basteln. Die Kolonie besteht aus etwa 1000 Arbeiterinnen und 5 Königinnen. Die Anlage bestand vor der Winterruhe aus folgendem Setup:

externes Ytongnest--->Arena 1--->Arena 2

Das Ytongnest verfügt über einen weiteren Anschluss zur Nesterweiterung, so dass mein neues Setup im nächsten Jahr folgendermaßen aussehen könnte:

externes Holznest--->externes Ytongnest--->Arena 1(--->Arena 2 [optional])

Das Holznest möchte ich aus unbehandeltem Bastelholz zusammenbauen (Fichte, Kiefer, Pappel, Esche, Buche), und dabei die einzelnen Teile mit Holzleim verbinden.

Befeuchtet wird das Holznest überhaupt nicht, so dass die Schimmelgefahr gering sein sollte. Mit dem Ytongnest stehen permanent feuchte Bereiche zur Verfügung.

Bevor ich mich nun an die Arbeit mache, wollte ich euch mal fragen, inwiefern ist ein Holznest bei Formica fusca geeignet? In der Artbeschreibung ist es als mögliche Nestvariante aufgeführt. In der Natur findet man regelmäßig Nester in morschem Totholz, dann in der Regel auch mit Erdnestanteil. Gibt es Erfahrungswerte, die meine geplante Unternehmung aussichtsreich erscheinen lassen, oder mache ich mir die Mühe am Ende umsonst und die Ameisen beziehen das Holznest nicht?

Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, das Holznest zwischen Arena und Ytong zu schalten, so dass wie in der Natur der Übergang von aufliegendem Totholz mit tiefer liegendem, feuchten Erdnest gegeben ist:

externes Ytongnest--->externes Holznest--->Arena 1(--->Arena 2 [optional])

benai

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#2 Re: Holznest für Formica fusca?

Beitrag von benai » 26. Dezember 2016, 23:39

Hallo,

die Möglichkeit besteht das sie das Nest nutzen, allerdings eher für die Arbeiterinnen und die Puppen. Allerdings musst du bedenken das Holz die Feuchtigkeit aus dem Raum anzieht, somit wird das Holz feuchter und die Raumluftfeuchtigkeit sinkt ab. Die Feuchtigkeit im Holz liegt sowohl an dem Verwendungszweck als auch am Lagerort. Brennholz sollte bei 15-20% liegen. Naturholz im Baumarkt für den Zuschnitt hat wohl die entsprechende Raumfeuchte vor Ort. Was wohl so bei 40-60% liegen dürfte.

Wenn würde ich kein Nadelholz verwenden sondern Laubholz. Viele Arten sind wenig begeistert von Nadelholz.

Morsches Holz:
Bei morschen Holz denke ich immer an weißfaules Holz. Dieses Holz ist durch Bakterien, Pilze und Wasser schon mehrfach zersetzt worden und relativ weich und eher nass.
Wenn es im Waldboden eingegraben ist, ist es sogar dauerfeucht und trocknet gar nicht mehr ab, was den Verrottungsprozess noch weiter begünstigt.

Ich würde es einfach mal versuchen. Die Chance besteht das sie das Nest nutzen. Ich würde es nach der zweiten Variante einbauen:
externes Ytongnest--->externes Holznest--->Arena 1(--->Arena 2 [optional])

Desweiteren würde ich versuchen ohne Holzleim das ganze zu bauen. Als Verbindung der einzelnen Platten kann man Holzdübel einschlagen wenn du richtig bohrst hält das Nest auch so bombig.

gruß
benai
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#3 Re: Holznest für Formica fusca?

Beitrag von Maddio » 27. Dezember 2016, 14:20

Hi,

vielen Dank für die Ratschläge. Ich hatte mich in der Zwischenzeit auch dazu entschieden, es einfach mal zu versuchen mit einem Holznest. Da es keine Erfahrungswerte zu geben scheint, ist die Sache gleich doppelt so spannend.

benai hat geschrieben:Morsches Holz:
Bei morschen Holz denke ich immer an weißfaules Holz. Dieses Holz ist durch Bakterien, Pilze und Wasser schon mehrfach zersetzt worden und relativ weich und eher nass.
Wenn es im Waldboden eingegraben ist, ist es sogar dauerfeucht und trocknet gar nicht mehr ab, was den Verrottungsprozess noch weiter begünstigt.


Ja, genau in solchem Holz habe ich die Nester in der Natur meist gefunden. Sie scheinen besonders gerne in Birkenholz zu nisten.

benai hat geschrieben:Wenn würde ich kein Nadelholz verwenden sondern Laubholz. Viele Arten sind wenig begeistert von Nadelholz.


Ok, dann werde ich kein Fichtenholz nutzen. Birkenholz ist für mich die erste Wahl, wegen der zahlreichen Nestfunde in der Natur, aber ich bin mir nicht sicher ob mein Baumarkt dieses als Bastelholz anbietet. Pappel, Buche und Esche meine ich gesehen zu haben.

Als Grundfläche konnte ich bereits ein Sperrholzbrett mit den Maßen 34 cm x 20 cm und 1 cm Dicke bei den Holzresten abgreifen.

benai hat geschrieben:Desweiteren würde ich versuchen ohne Holzleim das ganze zu bauen. Als Verbindung der einzelnen Platten kann man Holzdübel einschlagen wenn du richtig bohrst hält das Nest auch so bombig.


Eine gute Idee, da das Nest noch mehrere Monate auslüften kann (Winterruhe), mache ich mir über Leim- oder Klebstoffausdünstungen aber keine Gedanken. In dem Zusammenhang ist für mich die größte Unklarheit, wie verbinde ich Holz formschlüssig mit Plexiglas? Ich habe jetzt erstmal an Sekundenkleber als Gel gedacht. Schrauben möchte ich eher nicht verbauen.

Mal schauen, wenn nichts dazwischen kommt, werde ich mir morgen einige Leisten usw. zurecht schneiden lassen, und den Aussenrahmen bereits verleimen.

LG Maddio
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#4 Re: Holznest für Formica fusca?

Beitrag von Erne » 27. Dezember 2016, 16:33

Sekundenkleber und Plexiglas das ist so eine Sache.
Bei Verklebungen entstehen Dämpfe die Plexiglas milchig anlaufen lassen.
Also besser vorher ausprobieren.

Für Verklebungen mit Silicon gibt es „Primer“, die eine deutlich bessere Haftkraft auf Plexiglas bringen, könnte auch eine Möglichkeit sein.

Grüße Wolfgang
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#5 Re: Holznest für Formica fusca

Beitrag von Maddio » 27. Dezember 2016, 17:27

Hi,

danke für die weiteren Tipps. Ich habe das Thema mal in den Bastelbereich verschoben, da scheint es nun besser aufgehoben.

Im Baumarkt haben sie mir ein paar schöne Buchenleisten für den Rahmen zurecht gesägt. Die Sperrholzplatte, welche den Boden bildet, ist aus Pappelholz. Eine weitere Leiste, aus der ich dann die Zwischenwände der Kammern zurecht sägen werde, ist auch aus Buche. Somit verbaue ich dann nur Laubholz.

Das Nest wird liegend gefertigt, entscheidend für mich ist, dass mir der Blickwinkel von oben auf die Ameisen einfach besser gefällt, als von der Seite.

Bodenplatte mit Rahmen aus Buchenleisten, noch nicht verleimt (Löcher für den Verbindungsschlauch fehlen auch noch):

IMG_20161227_171302404.jpg


Erne hat geschrieben:Sekundenkleber und Plexiglas das ist so eine Sache.
Bei Verklebungen entstehen Dämpfe die Plexiglas milchig anlaufen lassen.
Also besser vorher ausprobieren.

Für Verklebungen mit Silicon gibt es „Primer“, die eine deutlich bessere Haftkraft auf Plexiglas bringen, könnte auch eine Möglichkeit sein.


Ich wollte es mal mit diesem Sekundenkleber-Gel versuchen:

IMG_20161227_170656415.jpg


Immerhin ist der Kleber lösemittelfrei und soll Holz und Kunststoff kleben können. Als Gel sollte er sich gut auf dem Rahmen verteilen lassen und eine schöne Klebeschicht bilden.

Ich werde das aber dann lieber wie vorgeschlagen vorher testen, nicht dass das Plexiglas wirklich milchig wird, das wär bei dem schönen Buchenholz echt schade drum.

LG Maddio
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#6 Re: Holznest für Formica fusca

Beitrag von Maddio » 31. Dezember 2016, 13:45

Kurz ein Update zum Fortschritt des Projekts. Da ich keinen 14mm Bohrer für die Schlaucheingänge in meinem Sortiment habe, hat sich mein Terminplan etwas verschoben. Glücklicherweise hat mein Cousin noch einen Bohrer gehabt, so dass ich nicht extra für die zwei Löcher ein ganzes Set kaufen musste.

Nach dem Bohren der Löcher konnte ich nun den Rahmen in vier einzelnen Schritten verleimen. Das letzte Rahmenteil ist noch am Aushärten, aber die Verbindungen sind schön fest und formschlüssig geworden. Der Holzleim trocknet auch transparent, so dass nicht viel davon später zu sehen sein wird.

fortschritt.jpg


Für den Innenraum habe ich schon zwei erste Skizzen gemacht, dabei aber festgestellt, dass die Buchenleiste die ich dafür vorgesehen habe mit 950mm nicht ausreichen wird, und ich noch eine weitere brauchen werde. Am Montag ruft allerdings schon wieder die Pflicht, so dass das Projekt erstmal zurückgestellt wird.

Wünsche allen Ameisenenthusiasten einen guten Rutsch, sowie ein erfolgreiches und friedliches Jahr 2017 :behappy:
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#7 Re: Holznest für Formica fusca

Beitrag von Gast » 31. Dezember 2016, 14:28

Schade, dass es wohl nicht mehr in dem Jahr dann fertig wird. Ich werde auch bald für die Camponotus nicobarensis Kolonie ein Holznest fertigen. Bin mir noch nicht sicher, ob das eher natürlich sein wird (in einem Stück Holz mit Rinde), oder auch eher so wie das Nest meiner Creamtogaster scutellaris (in einem Stück Fichtenleimholz)

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#8 Re: Holznest für Formica fusca

Beitrag von Maddio » 10. März 2017, 12:14

Das Projekt hat nun einen erfolgreichen Abschluss gefunden, das Nest ist fertig geworden :):

Nest2.jpg


Wie von Erne angemerkt, hat das Sekundenkleber-Gel für etwas milchige Verfärbungen gesorgt. Ich hatte vorab ein Holzstück zum Testen mit etwas Plexiglas verklebt, und auch dort sind die Verfärbungen aufgetreten, allerdings in einem vertretbaren Maße, wie ich finde. Die Verbindung war jedenfalls beim Testobjekt bombenfest, so dass ich mich auch beim Nest dafür entschieden habe, es soll schließlich jahrelang halten.

Alle Holzteile wurden natürlich verleimt und nicht mit dem Sekundenkleber-Gel verbunden.

Nest1.jpg


Vom Zeitplan her, passt alles ganz genau, das Nest kann jetzt noch zwei Wochen auslüften, und dann werde ich mit Ameisen aus dem Garten erstmal einen Testlauf machen, bevor ich es wie geplant in Betrieb nehme und zwischen Ytongnest und Arena schalte.

Nest3.jpg


Ich sehe das fertige Nest als einen Prototyp, und in diesem Sinne ist es nicht perfekt. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, und es ist in der Tat eine wahre Freude mit Holz zu arbeiten. Möglicherweise baue ich in Zukunft noch mehr solcher Nester und kann es dann noch besser machen.
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