Polygynie bei Lasius flavus

Allgemeine Fragen und Themen über europäische Ameisenarten.
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supi004
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#1 Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von supi004 » 19. April 2017, 22:03

Moin moin,

nach langer Pause möchte ich im Sommer mal wieder in die Ameisenhaltung ein steigen und es wird wohl eine Lasius flavus werden. Ich möchte mal fragen, wie so eure dauerhaften Erfahrungen mit polygynen Lasius flavus Kolonien sind. Sie gründen ja wohl gerne gemeinsam, auch manchmal mit einer ganz "Gruppe" an Königinnen und es wird auch beschrieben, dass sie in der Natur regelmäßig polygyn vor kommen. Im AmeisenWiki stand etwas von im Schnitt 1,5 Königinnen pro Kolonie.

Aber wie stellt sich in der Haltung da? Stehen meine chanchen gut, auch über viele Jahre eine Kolonie polygyn zu halten? Wäre spannend, wenn jemand mit sowas schon über mehrere Jahre Erfahrung hat.

Und was denkt ihr, was Einflussfaktoren darauf sind wie gut das funktioniert? Ich vermute ja, dass Stress und Nahrungsknappheit sich in der Beziehung negativ aus wirken bzw. dass es unter sehr guten Bedingungen und Nahrung im Überfluss deutlich besser klappt.
Ich frage mich auch, ob es eine Entscheidende Rolle spielt, wie viele Königinnen es sind, also das für jede Königin mehr die Chance kleiner wird das alles gut funktioniert.

Ich würde sehr gerne eine Kolonie mir mehreren Königinnen haben, weil ich mir davon ein schnelleres Wachstum und mehr Stabilität erhoffe, vor allem in Bezug darauf, wenn man durck Krankheit oder andere Umstände eine Königin verlieren könnte.

Beste Grüße, Daniel Klein
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trailandstreet
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#2 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von trailandstreet » 20. April 2017, 08:49

Wenn man einige Haltungs- oder Gründungsberichte verfolgt, gründet Lasius flavus durchaus relativ problemlos in Hesmose oder tödliche Kämpfe, es folgt keine weitere Adoption, die Kolonie stirbt mit dem Tod dieser Königin.">Pleometrose und allem Anschein nach bleiben die Gynen auch sonst beieinander.
Ich würde vielleicht eine Gründung mit drei-vier Gynen versuchen. Bis zum Schwarmflug ist aber noch etwas hin und jetzt bekommt man auch wohl nur Kleinvölker.

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supi004
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#3 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von supi004 » 20. April 2017, 21:00

Exakt das habe ich bisher auch heraus lesen können, dass die Gründung und die Anfangszeit der Kolonie meist problemlos so funktioniert. Leider fehlen Beobachtungen über mehere Jahre bei großen Kolonien oder zumindest habe ich diese nicht finden können. Mal sehen was sich bis zum Schwarmflug noch so finden lässt an Information. Eine Kolonie mit drei Königinnen habe ich im übrigen auch im Sinn :)

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Kalinova

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#4 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von Kalinova » 20. April 2017, 21:05

Vielleicht hilft dieser Link, weitere sind mir leider nicht bekannt.

http://ameiseninfos.de/html/lasius_flavus.html
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#5 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von Maddio » 20. April 2017, 21:20

Schau auch mal in meinen HB (verlinkt in der Signatur unten). Ich habe mit zwei Königinnen angefangen, und die haben lange Jahre friedlich koexistiert und meist eng beieinander gesessen. Letztes Jahr war dann plötzlich eine der beiden spurlos verschwunden. Wie auch Erne in dem von Kalinova verlinkten Bericht, habe ich keinerlei Überreste finden können.

Soweit ich weiß spricht man bei Lasius flavus von Oligogynie, eben weil die Zahl der Königinnen doch manchmal reguliert wird und nicht unendlich viele geduldet werden.

Ich kann dir die Lasius flavus jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Wie die meisten einheimischen Arten brauchen sie viel Zeit bei der Gründung, aber dann sind sie wahrlich ein Augenschmaus und sehr schön zu beobachten.
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supi004
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#6 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von supi004 » 20. April 2017, 21:41

Also aussehen tun sie echt super. Aber das was du berichtest und was auch Erne schon beschrieben hat ist eben auch das, was ich befürchtet habe, dass es lange gut geht aber oft eben nicht dauerhaft. Aber auch auf diese Gefahr hin tendiere ich derzeit Trotzdem zum 3 Königinnen.
Ich will mich jetzt erst mal über dienen bericht her machen. Würdest du meine Vermutung, dass es mitunter von äußeren Umständen abhängig ist wie gut es langfristig klappt, unterstützen?

Grüße, Daniel
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#7 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von Smaug » 20. April 2017, 23:33

Hallo supi004 und alle anderen. Oligogynie bedeutet ja, dass die Gynen nur zusammen in einer Kolonie leben können, wenn sie räumlich von einander getrennt sind. Das könnte in der Haltung mitunter schwierig sein.

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#8 Re: Polygynie bei Lasius flavus

Beitrag von Erne » 21. April 2017, 10:09

Eine Gründung mit mehreren Königinnen ist mit Lasius flavus durchaus machbar.
Gleich nach dem Schwarmflug in ein Reagenzglas, kann allerdings daneben gehen.
Es ist Vorsicht geboten, damit sie, bei der Zusammensetzung, nicht in Stress geraten.
Sie geben in solchen Situationen schnell Ameisensäure ab, womit sie sich selber schädigen oder gar töten.
Sicherer funktioniert die Zusammensetzung, wenn die Königinnen erst einzeln in ein Reagenzglas gefangen werden und danach für ca. eine Stunde in den Kühlschrank gestellt werden.
Dann in ein Reagenzglas kippen, das etwas größer sein darf (12 mm Innendurchmesser) und zusammen nochmals für ca. eine Stunde in Kühlschrank verweilen, nicht länger.
Aus so einer Gründung gehen viele Arbeiterinnen hervor, was sich allerdings in den kommenden Jahren nicht weiter auswirkt.
In der Haltung gleicht sich die Arbeiterinnenzahl dem an, was mit einer Königin machbar ist.
Bei solchen Gründungen, überleben in der Gründungsphase, auch nicht immer alle Königinnen.

So entstandene Völker können in der Haltung einige Jahre mit mehreren Königinnen leben.
Die Königinnen müssen dabei auch nicht getrennt im Nest leben.
Konnte oftmals alle Königinnen dicht an dicht in einer Kammer beobachten, die vertragen sich.
Mit der Aufzucht der ersten Jungköniginnen endete die Haltung mit mehreren Königinnen.
Wie die diese zu Tode gekommen sind, konnte ich nicht beobachten, es war nichts mehr von den Königinnen sichtbar.
Mit danach nur noch einer Königin, lebte das Volk normal weiter.

Grüße Wolfgang
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