Blutige Anfängerin

Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Saskia80 » 24. November, 2017, 21:41

Naja ein getrenntes Nest ist natürlich schon praktischer in Hinsicht auf Überwinterung und zur Beobachtung. Aber dennoch gefällt mir die Idee mit der Mooslandschaft. Da könnte ich mir vielleicht noch überlegen so einen Nebler zur Bewässerung zu verwenden. Das ist denke ich weniger störend für die Tiere als wenn ich immer mit der Sprühflasche ankomme.
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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Saskia80 » 26. November, 2017, 08:52

Hm, habe mir Maddio's Haltungsbericht zu Formica fusca durchgelesen. Die scheinen sich doch tatsächlich sehr leicht überall an verschiedenen Stellen einzunisten.

Wenn ich sie also dazu bringen möchte in einem getrennten Nest zu wohnen, muss ich also dafür sorgen, dass es ihnen am vorgesehenen Nestplatz besser gefällt als in der Arena. Ich habe da wieder den Acrylzylinder im Kopf. Wenn ich den an den Außrändern mit Erde befülle, in der Mitte ein nicht verbaubares Material einsetze, oben drauf schöne größere Flache Schiefersteine drauf lege und vielleicht noch ein bißchen von unten beheize, müsste das doch recht einladend sein. Wenn ich dann Anfangskolonie direkt in das Nest einsetze und die Arena erst später freigebe, würden sie sich zuerst sowieso erst einmal im Nest einrichten müssen. In die Arena könnte ich dann vermutlich trotzdem nur dünne Ästchen und kleine Steinchen legen. Das schränkt bei der Gestaltung dann doch leider sehr ein.

Hm, ich bin da skeptisch. Das Problem ist die Winterruhe - wenn ich die Arena und spätere Erweiterungen (die irgendwann kommen sollen) komplett in den Keller stellen muss, dann ist das schon sehr unpraktisch.

Bei der Mooslandschaft bin ich mir auch noch nicht sicher. Da wird schon einiges an Feuchtigkeit benötigt, wenn das Moos schön grün sein soll. Mit einem Deckel und Nebler sollte es eigentlich gehen. Gerade bei dem Thema Urlaub ist ein automatisches Bewässerungssystem nicht verkehrt. Daher denke ich, wenn ich das mit dem Moos mache, sollte ich den Nebler dazu nehmen. Jetzt ist noch die große Frage ob die Ameisen mit der Feuchtigkeit gut leben können... hm... und die Milbengefahr ist auch größer... hm...

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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Maddio » 26. November, 2017, 09:14

Sonst denke mal darüber nach, für das Moosbecken eine Myrmica-Art zu nehmen. Die können es eigentlich gar nicht feucht genug haben, und mit ihrer glänzenden roten Farbe sehen sie toll aus auf grünem Moos. Formica fusca sind zwar sehr anpassungsfähig und ich würde ihnen immer auch einen feuchten Bereich anbieten, im Grunde sind sie aber eher Sonnenanbeter und haben es gerne warm-heiß und trocken. Myrmica mag es hingegen eher mild von den Temperaturen und eigentlich so feucht wie möglich; im Moosbecken dürften sie nahe an ihrem Optimum sein.

Ein weiterer Vorteil, Myrmica kann man sehr leicht selbst sammeln, denn sie sind eher behäbig und oft sind unter Steinen oder Ästen große Kolonieteile direkt sichtbar. Sie haben (wie F. fusca) auch viele Königinnen, so dass du problemlos 1-10 Königinnen + 50-100 Arbeiterinnen (um mal Zahlen zu nennen) bei einer durchschnittlichen Kolonie entnehmen kannst, ohne die Kolonie dauerhaft zu zerstören.

Aber Vorsicht, Myrmica können stechen! Mit Insektenstichallergie besser die Finger davon lassen. Und sonst Bauhandschuhe anziehen und den ein oder anderen Stich aushalten :D .

Jedenfalls wär das jetzt mein Vorschlag, du sammelst (oder lässt sammeln) nächsten Frühling ein kleines Myrmica-Volk und lässt es ins Moosbecken einziehen, und sie dort ein Erdnest bauen.

Parallel könntest du dann eine Analge für eine von dir favorisierte schwarze Ameisenart wie Formica fusca herrichten, wo sie keine Möglichkeit haben sich einzugraben, so dass du dort auch das Nestinnere beobachten kannst.

Vielleicht ist das eine Vorgehensweise, die dir sinnvoll erscheint?

LG Maddio

P.S.: Ich sehe du wohnst auch in NRW, vlt könnte ich dir sogar welche sammeln und per Post schicken (müsstest nur Porto und Versand übernehmen ~5€), kenne ein paar gute Stellen zum Sammeln. Wären dann vermutlich Myrmica rubra (Wiese) oder Myrmica ruginodis (Wald). Aber halt erst im Frühling...

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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Saskia80 » 26. November, 2017, 17:51

Danke für das tolle Angebot. Bei der Entfernung würde ich sie jedoch eher selber mit dem Auto abholen. Ich lehne das Angebot allerdings ab, weil mir zwar so ein Moosbecken gefallen würde und ich hatte die Idee, weil ich sowieso schon viele verschiedene Moose bei meinen Pflanzen habe. Außerdem dachte ich mir auch, dass es den Ameisen mit ein paar lebenden Pflanzen gut gefallen würde. Aber ich möchte kein Moosbecken um jeden Preis haben und dafür die passende Ameise suchen. Ich kann mir auch alternativ jederzeit ein ewiges Terrarium oder so im Bonbonglas ohne Ameisen basteln und irgendwo in die Wohnung stellen. Eine Ameise zu suchen, die mir gefällt und ihr den passenden Lebensraum bieten, wäre die vorgehensweise die mir mehr zusagt. Zudem finde ich auch, dass jede Landschaft ihr Reize hat. Man kann ebenso auch mit einem Wüste-/Steppe-/Nadelwaldthema etc. schöne Terrarien gestalten. Vielleicht wäre ja auch eine Lösung eine trockene Waldarena zuerst zu nehmen und zusätzlich als Erweiterung eine kleine Arena dazu zu stellen, die dann feuchter mit Moosen ist. Da könnte man dann z. B. die weißen Asseln reinsetzen und wenn die Ameisen Lust haben, die Asseln im Moos zu besuchen, dann können die das mache, wären aber nicht gezwungen, wenn es ihnen zu nass wird.

Achso und ich habe noch ein anderes Problem festgestellt. Ich habe heute mal die Temperatur in meinem Keller gemessen... und es ist dort zu warm... draußen war es ca. 5° und in meinem Keller waren es deutlich über 10°... fast 15°.... ich hatte nicht gedacht, dass es dort unten so warm ist.

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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Kalinova » 26. November, 2017, 18:29

Schau dich mal bei den Tillandsien um, das könnte eine Alternative zu den Moosen sein. :)
Insektenschutzmittel werden nach meinen Informationen bei diesen Pflanzen nicht eingesetzt was ein weiterer Pluspunkt ist.

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
Aktuelles Volk: Camponotus cosmicus

Links: Wissensteil, Regeln

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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Saskia80 » 26. November, 2017, 21:43

Hm ja, sie sind vermutlich Top-Pflanzen für Terrarien, aber sehe ich mehr in so einem Steppe/Wüsten-Thema. Das könnte ich mir gut zu den Camponotus Foreli vorstellen.

Verdammt... jetzt hatte ich mal nach Ameisen geschaut, die eine höhere Luftfeuchtigkeit mögen und natürlich habe ich mich jetzt in einen komplizierten Exoten mit dem Namen Polyrhachis lamellidens verknallt. :eek: (Verdammtes Internet!)

Aber sie ist auch wunderschön: :verliebt:

http://images.formiculture.com/uploads/gallery/album_282/gallery_207_282_11779.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6e/Polyrhachis_lamellidens_DSC_0502.jpg/1200px-Polyrhachis_lamellidens_DSC_0502.jpg

Ich glaube ich sollte jetzt Mal eine Woche nichts zu Ameisen lesen und zur Besinnung kommen. :irre: Sonst breche ich noch den Rekord für ein Einsteigerthema mit den meisten Beiträgen ohne zu irgendein Ergebnis zu kommen. :rolleyes:
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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Saskia80 » 3. Dezember, 2017, 00:51

Hm ja eine Woche ist rum. In dieser Woche habe ich mir nicht weitere Ameisenarten angesehen, denn ich denke hier an dieser Stelle sind genügend Vorschläge gefallen (vielen Dank an Alle). Eigentlich ist das ganze hier schon zu sehr ausgeartet und deshalb bin ich von Hölzchen aufs Stöckchen gekommen und vielleicht kann ich mich deshalb auch immer noch nicht für etwas so richtig entscheiden. :confused:

Hier mal meine letzten Gedanken aus der vergangen Woche:

Polyrhachis lamellidens habe ich leider in dieser Woche nicht aus dem Kopf bekommen. Obwohl ich weiß, dass ich mir als Anfängerin mit einem Tropenbecken kombiniert mit einer exotischen Art zu viel auf einmal an den Hals hängen würde... und es ganz bestimmt in die Buchse geht... und dann noch das Wort "Ausbruchspezialist" in der Beschreibung... Ich habe diesbezüglich einige Beiträge zum Thema Ausbruchschutz (auch hier im Forum) gelesen, um weitere Möglichkeiten der Absicherung (außer Öl, Rahmen, Deckel) zu finden. Leider habe ich nichts zufriedenstellendes gefunden... und überhaupt... was macht diese Ameisenart überhaupt zum Ausbruchspezialisten? Ich konnte nichts entdecken, was mir einen Hinweis gibt, warum diese Art besser ausbrechen kann als andere Ameisenarten. Naja wie auch immer... Danach hatte ich mir überlegt die Wirtsameise für Polyrhachis lamellidens Camponotus japonicus zu halten. Damit ich in ein paar Jahren,wenn ich Erfahrungen und Wissen gesammelt habe, die Option hätte die Kolonie übernehmen zu lassen. Sie scheint von bei der Umgebung deutlich einfacher zu halten sein und auch mit dem europäischen Klima klar zu kommen. So könnte ich es mit den tropischen Verhältnissen etwas lockerer angehen und ein Moosbecken etwas entspannter versuchen. DIe Koloniegröße ist auch relativ klein und ein weiterer Bonuspunkt ist, dass sie Camponotus Vagus ähnlich ist. Die Art die ich ganz Anfang ja gerne haben wollte. Allerdings wird auch bei ihr ein guter Ausbruchschutz empfohlen... wo ich jetzt wieder auf dem Schlauch stehe, ob damit ein Rahmen/Deckel gemeint ist oder etwas, dass ich bisher übersehen habe. (Ich hoffe die meinen nicht den Wassergraben - den finde ich doof.)

Hoch im Kurs stehen bei mir ansonsten momentan noch: Camponotus rufoglaucus feae, Camponotus foreli oder eine Cataglyphis Art

Denn ich habe mir überlegt, dass es doch sehr viel schöner wäre, wenn ich die Ameisen das ganze Jahr über im gleichen Zimmer halten und überwintern kann. Dadurch fallen "leider" die europäischen Arten weg. Aber das verkleinert zumindest die Auswahl und es wird mich so hoffentlich einer Entscheidung näher bringen. Wenn ich ehrlich bin ist ein Cataglyphis die spannenste Variante, aber natürlich auch die Schwierigere. Ich habe mir aber auch Gedanken dazu gemacht, wie ich einer Cataglyphis-Art ihren hohen Platzbedarf geben kann und ich habe da ein paar Ideen.

Messor wasmanni habe ich mir auch noch einmal angesehen. Die Art würde mir auch sehr gut gefallen. Jedoch schreckt mich doch tatsächlich die mögliche Koloniegröße ab, die recht schnell erreicht werden kann. Die Art lege ich erst einmal beiseite. Auch wenn es eigentlich doof ist, weil es jetzt eigentlich nicht die komplizierste Ameisenart in Anbetracht der vorher genanten Arten ist... Soweit ich das gesehen hatte, sieht es bei allen Messor-Arten ähnlich bei der Bevölkerung aus.

Naja ich werde mal eine weitere Woche weiter grübeln...
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Re: Blutige Anfängerin

Beitragvon Chris Quinn » 3. Dezember, 2017, 11:27

Saskia80 hat geschrieben: Leider habe ich nichts zufriedenstellendes gefunden... und überhaupt... was macht diese Ameisenart überhaupt zum Ausbruchspezialisten? Ich konnte nichts entdecken, was mir einen Hinweis gibt, warum diese Art besser ausbrechen kann als andere Ameisenarten.


Ich kann keine gesicherten Kenntnisse anbieten, jedoch vermute ich, dass die Art sich das Epithet "Ausbruchsspezialist" durch ihr Verhalten verdient haben. Wie bei Katzen, um ein etwas vertrauteres Beispiel zu nehmen, dürfte es bei Ameisen auch lebhaftere und ruhigere Typen geben, die größere oder kleinere Reviere bevorzugen. Auch eine kleine Größe könnte ihnen einen Ausbruch erleichtern.

Viel Erfolg bei der weiteren Suche! Um mir ein überanalysieren der Optionen zu vermeiden, habe ich mir einfach ein paar Lasius niger gefangen.

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