Wiesenplankton

Futtertiere, Futtertierhaltung, Diskussion, sonstige Überlegungen und Ideen

Re: Wiesenplankton

Beitragvon Lufos » 18. März 2019, 18:39

hm, guter Punkt. Vielleicht bleibe ich doch bei klar erkennbaren Tieren wie Fliegen, Mücken und Spinnen.

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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Kuemmerz » 19. März 2019, 13:37

Gerade Fliegen und Spinnen werden i.d.R. auch extrem gut angenommen.
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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Lufos » 23. März 2019, 13:02

Wie sieht es mit Feuerwanzen aus? Stellt das Wehrsekret bei toten Tieren ein Problem dar? Von denen gibt es nämlich gerade massig vor meiner Tür.
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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Eskapist » 4. April 2019, 21:43

Letztes Jahr ergriffen meine Camponotus ligniperdus noch panisch die Flucht vor mit der Rasierklinge filetierten Feuerwanzen. Dieses Jahr hab ich diesbezüglich deshalb noch gar keinen Versuch gestartet...
Aber in Anbetracht der Tatsache, dass das Wetter sehr kalt, freifliegende Goldfliegen also rar sind und meine 70 Damen aktuell ca. 200 rasant wachsende Larven zu füttern haben, werde ich Feuerwanzen die Tage notgedrungen erneut anbieten, sind ja leicht zu fangen...
Denn zumindest Camponotus ligniperda fressen als junge Kolonie lieber ihre eigenen Brut als an Futtertiere aus dem Zoohandel zu gehen, glaubt mir das !
Ich denke ich werde die Tage mal eine Apis mellifera anrichten für meine Schätzchen.
Die Honigbiene ist doch auch Wiesenplankton... obgleich als domestizierte Biene keine Wildbiene, womit deren Schutzstatus auch ein anderer seien dürfte als der für (streng geschützte) Wildbienen, oder ?
:evil:
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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Maddio » 5. April 2019, 12:33

Hi Eskapist,

Eskapist hat geschrieben:Denn zumindest Camponotus ligniperda fressen als junge Kolonie lieber ihre eigenen Brut als an Futtertiere aus dem Zoohandel zu gehen, glaubt mir das !


Natürlich nehmen auch junge Kolonien von Camponotus ligniperda Futtertiere aus dem Zoohandel. Da muss man mal etwas rumprobieren, wenn nicht gleich die ersten angebotenen Futtertiere angenommen werden.

Im Zoohandel gibt es neben den üblichen Grillen und Käferlarven auch Leckerbissen wie Goldfliegen und Stubenfliegen, da stürzen sich alle Ameisenarten mit zoophager Ernährungsweise drauf, garantiert.

LG Maddio

EDIT: Zu dem Schutzbedürfnis von Honigbienen gibt es gegensätzliche Positionen.
Siehe z.B.:
http://www.naturspaziergang.de/Wissenswertes/Nahrungskonkurrenz.htm (Honigbiene als nachrangig gegenüber Wildbienenarten)
https://bienen-dialoge.de/apis-mellifera-und-das-bundesnaturschutzgesetz/(Honigbiene ein Wildtier?)

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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Eskapist » 5. April 2019, 13:54

Letztes Jahr hat die Kolonie mit ca. 10 gesunden Ameisen ausgewintert.
Da war eine Versorgung mit fast ausschließlich Goldfliegen, von Hand mit der elektrischen Fliegenklatsche gefangen, gerade noch zumutbar, wenngleich eine Heidenarbeit.
Der "Lohn":
Es gingen ca. 100 Emsen plus 400 (?) Larven in den Winter.

Nach der (wieder) zu frühen Auswinterung und dem Dahinsiechen der Schwächsten blieben immer noch 70 Arbeiterinnen und ein gewaltiger Pulk von Larven. Aber zum Fliegenfang wars noch zu früh im Jahr und Wolfsspinnen sind flink...

No problem, dachte ich, füttere ich halt Heimchen.

Aber "meine" Kolonie ist ein verdammter Haufen von verwöhnten, schnäkigen Schleckermäulchen.
Um aufgetaute zarte kleine/mittlere Heimchen machen die Damen einen großen Bogen als sei das Kot.
:fluchen:
Ansonsten hab ich, das gebe ich zu, noch keine anderen Futtertiere aus dem Handel angeboten/ausprobiert. Für Tips wär ich dankbar.

Es ist übrigens sehr erstaunlich was die Kleinen alleine aus ihren Fettreserven an Larven großziehen können...!!!
:eek:

Wohne in direkter Nähe zu einem Bruchwald im Rheingraben.
Goldfliegen sind hier bei uns spätestens ab Ende April eine echte Plage.
Und das Fangen derselben erst recht.
Würde gerne eine Falle bauen (die im Freien aufzustellen wäre, versteht sich) die mit Geruch lockt und mit Licht einen Ausgang aus dem Gefäß vortäuscht, wo er nicht ist. Dracunculus und Darlingtonie lassen grüssen. Für Tips wär ich dankbar.



Ich hab heute das erste mal eine Honigbiene gefangen (es war eine flugunfähige, nosemakranke, die sich auf dem Boden in unmittelbarer Nähe der Beute abquälte, ich schwööööre...) und nach kurzer Abkühlung im Gefrierfach im wahrsten Sinne des Wortes kalt gemacht indem ich sie mit der Rasierklinge in Längsrichtung halbierte, Giftblase wurde nicht entfernt. Beide Hälften wurden sofort mit großer Gier angenommen und eingetragen...

Kurz:
Die Versorgung mit Protein ist zukünftig gesichert!
:D

Moralisch verwerflich oder gar illegal?
Scheißegal!
Ich stell ja kein mit Pyrethroid versetztes Zuckerwasser am Bienenstand auf um die Völker des Imkers zu killen...
Ich entnehme quasi nur ein paar wenige, einzelne Zellen vom großen Superorganismus.
Das schadet dem Bien nicht im geringsten, wage ich zu behaupten.
Entnähme ich nur kranke Zellen (Nosemakranke oder Virenkrüppel zb.), nützte es dem Bien sogar.
:cool:
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Re: Wiesenplankton

Beitragvon TheDravn » 5. April 2019, 15:48

Ich wäre bei Bienen und co. sehr vorsichtig, auch wenn man denkt, ach eine Biene macht kein Honigglas aus. Der Umweltschutz und Tierschutz sieht das anders, die verhängen auch Strafen bei einzelnen Tieren, egal ob die krank sind oder nicht.

Ich würde dir da eher Futtertiere aus dem Handel ans Herz legen, bevor man Bienen, Hummeln und co. verfüttert, es gibt ein breites Spektrum an Insekten, Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Fliegen, Schaben usw. da sollte man eigentlich was finden, was den Ameisen mundet.

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Re: Wiesenplankton

Beitragvon Erne » 6. April 2019, 19:04

Eskapist hat geschrieben:Letztes Jahr ergriffen meine Camponotus ligniperdus noch panisch die Flucht vor mit der Rasierklinge filetierten Feuerwanzen. Dieses Jahr hab ich diesbezüglich deshalb noch gar keinen Versuch gestartet...

Feuerwanzen sind eher ungeeignet als Ameisenfutter, sie sondern ein Sekret ab das Ameisen abschreckt.
Wenn Du es trotzdem versuchen willst, könnte es gehen wenn die Wanzen vorher in kochendes Wasser gelegt werden.

Eskapist hat geschrieben:Denn zumindest Camponotus ligniperda fressen als junge Kolonie lieber ihre eigenen Brut als an Futtertiere aus dem Zoohandel zu gehen, glaubt mir das !

Schaue mal ob Du an den Haltungsparametern was optimieren kannst.
Es ist nicht normal das Camponotus ligniperda ihre Brut futtert.
Nestfeuchtigkeit wäre ein möglicher Ansatz.
Wenn sie ihre Brut gut in Gange haben, geht fast alles an Futtertieren, Fliegen, kleinere Heimchen, Mehlkäferpuppen, Mehlkäferlarven, ….
Bei kleineren Völkern alles frischt getötet.

Grüße Wolfgang
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