Diskussion zum Camponotus socius Haltungsbericht

Unterfamilie: Formicinae

Re: Diskussion zum Camponotus socius Haltungsbericht

Beitragvon Maddio » 8. Juli 2019, 11:11

Hallo Unkerich,

es hat zwar gedauert mit dem Update, dafür hat sich das Warten aber auch gelohnt. Wirklich sehr gelungen!

Interessant für mich zu lesen, die diversen Ausbruchsbestrebungen deiner C. socius. Vor kurzem hatten meine C. vagus ebenfalls Schwachstellen in meinem Setup gefunden und ein paar vereinzelte Arbeiterinnen haben es geschafft die Anlage zu verlassen und sind durchs Haus getigert.

Ich habe jetzt einen neuen Deckel gekauft, so eine Glas-Abdeckung vom Antstore mit vier Löchern, wie du sie in kleiner glaube ich auch hast. In drei der Löcher stecken bei mir Gittereinsätze und in einem ein Ventilator, der super Arbeit leistet.

Jetzt zu meiner Frage, du scheinst auch eine solche Abdeckung zu nutzen, bei dir scheinen da aber Tücher in den Löchern zu stecken. Hast du schon darüber nachgedacht, dort Gittereinsätze einzusetzen oder vlt auch sogar einen Ventilator? Bei den Gittereinsätzen gibt es zwei Versionen; eine Version hat nur ein Kunststoffgitter aber die andere Version hat zusätzlich noch ein Metallgitter für besonders kleine und/oder beißkräftige Arten. Letzteres habe ich nun bei mir in Verwendung und kann es nur weiterempfehlen. Ich hoffe das Verlinken ist in diesem Fall in Ordnung, so kannst du dir einen besseren Eindruck machen von dem was ich meine:
https://www.antstore.net/shop/de/Bauteile/Gitter/Gittereinsatz-Acryl-50-mm---klar---fein-product-5173.html

Optional noch der Ventilator, Netzteil muss zusätzlich bestellt werden:
https://www.antstore.net/shop/de/Klimatechnik/Belueftung/Ventilatoren/Ameisenarena---Luefter-50mm-product-5149.html

Wobei der Lüfter bei der Beckengröße wie sie im Bericht zu sehen ist, vielleicht schon etwas überdimensioniert ist. Bei meinem 60x30x30 Becken, dass ein dicke Erdschicht hat die regelmäßig befeuchtet wird, leistet er einen tollen Dienst. Leider passt das zugehörige Gitter nicht, was ich extra dazu bestellt hatte und eigentlich über den Lüfter gestülpt werden soll, da muss ich mich nochmal an den Antstore wenden.

Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht mit deiner Kolonie!

LG Maddio

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Re: Diskussion zum Camponotus socius Haltungsbericht

Beitragvon Unkerich » 13. Juli 2019, 12:46

Hi Maddio,

freut mich, dass dir das Update gefällt und danke Dir für die Anregungen!

Mein Becken hat die Maße 40x25x25, im Deckel befinden sich drei größere Löcher. Diese sind in aller Regel komplett offen, und wurden nur dann von mir durch Watte verschlossen, wenn ich Schwachstellen im Ausbruchsschutz vermutete, was dank der hohen Aktivität ja leider hin und wieder vorkam :fluchen:

Ich halte einen Gittereinsatz für nicht unbedingt nötig, auch wenn das sicher eine weitere Option zur Ergänzung des Ausbruchsschutzes wäre. Ich füttere die Tiere i.d.R. auch durch diese Löcher, was durch einen Gittereinsatz vermutlich nichtmehr so einfach möglich wäre.
Oder lassen sich die Einsätze ganz einfach herausnehmen? Falls dem so ist, werde ich mal überlegen ob ein solcher Einsatz nicht evtl. doch von Vorteil ist; würde mir immerhin die große Watteverschwendung ersparen :D

Auch habe ich trotz fehlendem Ventilator (selbst mit zeitweise verschlossenen Löchern) keinerlei Probleme, im Becken der C. socius herrscht meist eine etwas höhere RLF, dennoch ist z. B. Schimmel eher selten - wenn er doch vorkommt (auf Nahrungsresten), verschwindet er bald wieder, was wohl an der Springschwanzpopulation liegt, die sich im Boden etabliert haben dürfte.

Auch reagieren die meisten Arten, so auch C. socius, m. E. sehr unempfindlich auf eine nur schwache Belüftung, vorausgesetzt es befinden sich keine zu starken Heizquellen, große Schimmelherde etc. im Becken.
Zudem wäre die höhere Luftfeuchtigkeit mit einem Ventilator schwieriger zu halten. Diese ist zwar für C. socius nicht unbedingt von Nöten, wohl aber für die Bromelien.
Ausreichend große Lüftungsflächen vorausgesetzt, halte ich einen Ventilator (für die meisten Arten) also eher für überflüssig.

Bin aber gespannt wie er sich bei dir langfristig macht!


Viele Grüße!
Meine Haltungsberichte: Camponotus substitutus, Camponotus socius, Solenopsis fugax

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Re: Diskussion zum Camponotus socius Haltungsbericht

Beitragvon Maddio » 13. Juli 2019, 13:26

Hi Unkerich,

danke für deine Antwort.

Unkerich hat geschrieben:Mein Becken hat die Maße 40x25x25, im Deckel befinden sich drei größere Löcher. Diese sind in aller Regel komplett offen, und wurden nur dann von mir durch Watte verschlossen, wenn ich Schwachstellen im Ausbruchsschutz vermutete, was dank der hohen Aktivität ja leider hin und wieder vorkam :fluchen:


Spätestens wenn die geflügelten Geschlechtstiere kommen, könnte es mit der Watte problematisch werden. In der Hinsicht bin ich froh jetzt ein komplett geschlossenes System zu haben.

Unkerich hat geschrieben:Oder lassen sich die Einsätze ganz einfach herausnehmen? Falls dem so ist, werde ich mal überlegen ob ein solcher Einsatz nicht evtl. doch von Vorteil ist; würde mir immerhin die große Watteverschwendung ersparen :D


Ja, die lassen sich absolut einfach herausnehmen, sind nur eingesteckt. Ich nehme die aber nicht heraus zum Füttern; die Löcher sind ja nur 5cm im Durchmesser, das wär mir echt zu unpraktisch. Für mich habe ich folgende Lösung gefunden: Ich hebe die Glas-Abedeckung an und lege sie dann etwas weiter zur Seite wieder ab, so dass 1/3 des Beckens dann offen ist. Dann kann ich gut hantieren und danach lege ich die Abdeckung einfach wieder ganz auf. Für größere Arbeiten ist es auch kein Problem die Abdeckung ganz abzunehmen, denn der Rahmen soll die Tiere ja eigentlich schon aufhalten.

Unkerich hat geschrieben:Auch habe ich trotz fehlendem Ventilator (selbst mit zeitweise verschlossenen Löchern) keinerlei Probleme, im Becken der C. socius herrscht meist eine etwas höhere RLF, dennoch ist z. B. Schimmel eher selten - wenn er doch vorkommt (auf Nahrungsresten), verschwindet er bald wieder, was wohl an der Springschwanzpopulation liegt, die sich im Boden etabliert haben dürfte.

Auch reagieren die meisten Arten, so auch C. socius, m. E. sehr unempfindlich auf eine nur schwache Belüftung, vorausgesetzt es befinden sich keine zu starken Heizquellen, große Schimmelherde etc. im Becken.
Zudem wäre die höhere Luftfeuchtigkeit mit einem Ventilator schwieriger zu halten. Diese ist zwar für C. socius nicht unbedingt von Nöten, wohl aber für die Bromelien.
Ausreichend große Lüftungsflächen vorausgesetzt, halte ich einen Ventilator (für die meisten Arten) also eher für überflüssig.

Bin aber gespannt wie er sich bei dir langfristig macht!


Sicherlich ist bei tropischen Arten etwas mehr Luftfeuchtigkeit nicht fehl am Platz. Ich bin auch gespannt, wie der Ventilator langfristig wirkt. Ich habe ja auch Springschwänze und weisse Asseln im Becken, die Schimmel vorbeugen, aber bei mir sind auch Holzstücke und Rindenstücke drin, die sich schnell verfärben, wenn nicht gut belüftet wird. Ich habe generell auch mehr Erde drin, die aus dem Becken gepustete Luft riecht schön nach Wald. Kommt also auch auf die Einrichtung an.

Was ich aber definitiv schon sagen kann, die Belüftung hat eine direkte Auswirkung auf die Ameisen. Über Nacht lasse ich den Ventilator aus und morgens sitzen die Ameisen dann in großen Gruppen ziemlich träge herum. Keine Stunde nachdem der Ventilator in Betrieb ist, haben sich die Gruppen aufgelöst; stattdessen wird fouragiert. Ob das jetzt an der Frischluft liegt oder die Tiere den Sog vom Ventilator spüren und diesen vlt unangenehm finden, das weiß ich nicht. Bei der Lebendfütterung scheint die Belüftung indes vorteilhaft zu sein; die Tiere setzen dabei große Mengen Ameisensäure ein und diese wird dann abgesaugt. Man riecht dann am Ventilator in der abgesaugten Luft die Konzentration der Säure. Bei geschlossenem Becken würde sie sich im Becken sammeln, was bestimmt nicht so gut ist.

Mithilfe des Antstore-Supports konnte ich übrigens das Lüftungsgitter auch am Ventilator anbringen. Der Trick war den Ventilator erst in die Glas-Abdeckung einzustecken und dann erst das Gitter von unten aufzustecken. Jetzt ist das Becken theoretisch sogar sicher für Blattschneiderameisen oder sehr kleine Ameisen.

Letztendlich kann man den Betrieb des Ventilators auch regulieren, z.B. über eine Zeitschaltuhr, und dann das Klima so steuern.

LG Maddio

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